{"id":166638,"date":"2022-05-06T09:08:58","date_gmt":"2022-05-06T07:08:58","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=166638"},"modified":"2023-08-24T01:28:42","modified_gmt":"2023-08-23T23:28:42","slug":"stellenmeldepflicht-transparenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2022\/05\/stellenmeldepflicht-transparenz\/","title":{"rendered":"Stellenmeldepflicht erh\u00f6ht Transparenz"},"content":{"rendered":"<p>Seit 2018 gilt f\u00fcr Berufe mit hoher Arbeitslosigkeit die Stellenmeldepflicht: Betriebe m\u00fcssen offene Stellen den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) melden. Bundesrat und Parlament wollen so die offenen Stellen in diesen Berufen besser sichtbar machen \u2013 und damit das Potenzial der inl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4fte in der Schweiz st\u00e4rker aussch\u00f6pfen.<\/p>\n<p>Im Jahr 2021 mussten Arbeitgeber offene Stellen aus 34 Berufsarten den RAV melden, wie der j\u00fcngste <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Arbeit\/Arbeitslosenversicherung\/stellenmeldepflicht.html\">Monitoringbericht<\/a> des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) zeigt. Meldepflichtig waren beispielsweise Stellen f\u00fcr Servicefachkr\u00e4fte in Restaurants, f\u00fcr Reinigungspersonal sowie f\u00fcr Verk\u00e4uferinnen und Verk\u00e4ufer. Aufgrund der Covid-bedingten hohen Arbeitslosigkeit im Berechnungszeitraum Oktober 2019 bis September 2020 hat sich die Anzahl der meldepflichtigen Berufsarten innert Jahresfrist verdoppelt.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\"><strong>Drei Befragungen<\/strong><\/h2>\n<p>In einer Studie im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) haben wir untersucht, inwiefern sich die Transparenz des Stellenmarkts nach Einf\u00fchrung der Stellenmeldepflicht erh\u00f6ht hat und wie zuverl\u00e4ssig Arbeitgebende in der Schweiz offene Stellen melden.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Den Kern der Studie bilden Umfragen bei umfangreichen und repr\u00e4sentativen Zufallsstichproben von Unternehmen und \u00f6ffentlichen Verwaltungen aus den Jahren 2010, 2017 und 2021.<\/p>\n<p>Als \u00abtransparent\u00bb gilt eine Personalsuche in unserer Studie, wenn Vakanzen durch formelle Suchverfahren \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich gemacht werden. Das ist beispielsweise bei Meldungen an ein RAV oder bei einer Stellenausschreibung auf einer Jobb\u00f6rse im Web der Fall. Demgegen\u00fcber gilt das pers\u00f6nliche oder betriebliche Beziehungsnetzwerk als \u00abverdeckte\u00bb oder informelle Suche. Wer keinen Zugang zu einem solchen Netzwerk hat, bleibt von vornherein vom Pool der Bewerbenden ausgeschlossen. Hier setzt die Stellenmeldepflicht an: Sie will die Transparenz auf dem Stellenmarkt bei Berufen mit erh\u00f6hter Arbeitslosigkeit verbessern, indem in diesen Berufen die offenen Stellen den RAV gemeldet werden m\u00fcssen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\"><strong>Mehr Transparenz<\/strong><\/h2>\n<p>Die Analysen zeigen, dass die Einf\u00fchrung der Stellenmeldepflicht die Transparenz in meldepflichtigen Berufen verbessert hat. Allerdings ist die informelle Suche in meldepflichtigen Berufen nach wie vor verbreiteter als bei den \u00fcbrigen Berufen.<\/p>\n<p>Die Anzahl der gemeldeten Stellen ist nach der Einf\u00fchrung der Stellenmeldepflicht stark angestiegen. Insgesamt erfassten die RAV laut dem Monitoringbericht des Seco im Jahr 2021 rund 360\u2019000 meldepflichtige Stellen. Das entspricht 78 Prozent aller bei den RAV gemeldeten Stellen. Im Rahmen der Stellenmeldepflicht konnten die RAV im Jahr 2021 gegen 9000 Stellensuchende erfolgreich vermitteln. Die Stellensuchenden, die \u00fcber das Stellenportal des Bundes Job-Room.ch eine Anstellung gefunden haben oder direkt von den Arbeitgebern kontaktiert wurden, sind darin nicht enthalten.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\"><strong>Befolgen die Betriebe die Meldepflicht? (2021)<\/strong><\/h2>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"Buchs-5T-2022_DE\"><\/div>\n<script>\n\n\n\n$(function () {\n    $('#Buchs-5T-2022_DE').highcharts({     \n\nchart: {\n        plotBackgroundColor: null,\n        plotBorderWidth: null,\n        plotShadow: false,\n        type: 'pie'\n    },\n    title: {\n        text: 'Browser market shares in January, 2018'\n    },\n    tooltip: {\n        pointFormat: '{series.name} <b>{point.percentage:.1f}%<\/b>'\n    },\n    accessibility: {\n        point: {\n            valueSuffix: '%'\n        }\n    },\n    plotOptions: {\n        pie: {\n            allowPointSelect: true,\n            cursor: 'pointer',\n            dataLabels: {\n                enabled: true,\n                format: '<b>{point.name}<\/b>: {point.percentage:.1f} %'\n            }\n        }\n    },\n    series: [{\n        name: '',\n        colorByPoint: true,\n        data: [{\n            name: 'Bei RAV gemeldet',\n            y: 63.81,\n           \n        }, {\n            name: 'Keine Meldung bei RAV, jedoch formelle Suche',\n            y: 27.9,\n        }, {\n            name: 'Keine Meldung bei RAV, nur informelle Suche',\n            y: 5.7\n\n        }, {\n            name: 'Ausschliesslich andere Suchverfahren',\n            y: 2.6\n\n        },]\n    }]\n});\n\n});\n\n<\/script>\n<h6 class=\"content-copy\">Anmerkung: Zu den \u00abweiteren Suchverfahren\u00bb z\u00e4hlen etwa Blindbewerbungen. Quelle: SMM (2021).<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahr 2021 wurden rund zwei Drittel der meldepflichtigen Stellen bei den RAV gemeldet, wie die Befragungen zeigen. Bei 6 Prozent der meldepflichtigen Stellen erfolgte die Personalsuche ausschliesslich \u00fcber verdeckte Kan\u00e4le. Bei 28 Prozent der meldepflichtigen Stellen unterliessen die Betriebe eine Meldung an ein RAV, w\u00e4hlten aber ein anderes formelles Suchverfahren.<\/p>\n<p>Als h\u00e4ufigste Gr\u00fcnde f\u00fcr ein Unterlassen der Meldung an ein RAV nennen die Befragten fehlende Zeit f\u00fcr den Bewerbungsprozess, das Vorhandensein geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten sowie die \u00dcberzeugung, durch die Meldung keine oder ungeeignete Bewerbungen zu erhalten. Die Einhaltung der Stellenmeldepflicht wird von den Kantonen kontrolliert. Eine Verletzung kann mit einer <a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2007\/758\/de#art_117_a\">Busse<\/a> von bis zu 40\u2019000 Franken bestraft werden.<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen: Im Bereich der meldepflichtigen Stellen ist der Arbeitsmarkt in der Schweiz sehr transparent. \u00dcber 90 Prozent der offenen Stellen in Berufen mit hoher Arbeitslosigkeit waren auf \u00f6ffentlichen Kan\u00e4len zug\u00e4nglich. Verbesserungspotenzial f\u00fcr mehr Transparenz gibt es insbesondere bei meldepflichtigen Stellen, f\u00fcr welche Betriebe ausschliesslich ein informelles Suchverfahren w\u00e4hlen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Buchs, Helen (2022). Die Praxis der Personalsuche: Ver\u00e4nderungen durch die Einf\u00fchrung der Stellenmeldepflicht, <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Arbeit\/Arbeitslosenversicherung\/stellenmeldepflicht.html\">Studie<\/a> im Auftrag des Seco.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2018 gilt f\u00fcr Berufe mit hoher Arbeitslosigkeit die Stellenmeldepflicht: Betriebe m\u00fcssen offene Stellen den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) melden. Bundesrat und Parlament wollen so die offenen Stellen in diesen Berufen besser sichtbar machen \u2013 und damit das Potenzial der inl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4fte in der Schweiz st\u00e4rker aussch\u00f6pfen. 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