{"id":174133,"date":"2022-09-05T08:36:08","date_gmt":"2022-09-05T06:36:08","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=174133"},"modified":"2023-08-24T01:32:06","modified_gmt":"2023-08-23T23:32:06","slug":"traumberuf-bei-der-deutschen-bundesbank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2022\/09\/traumberuf-bei-der-deutschen-bundesbank\/","title":{"rendered":"Traumberuf bei der Deutschen Bundesbank"},"content":{"rendered":"<p>Seit meinem Studium Anfang der 1990er-Jahre in K\u00f6ln und Dublin interessiere ich mich f\u00fcr Volkswirtschaft und Politik. Als Leiter des Zentralbereichs Volkswirtschaft und Chef\u00f6konom der Deutschen Bundesbank habe ich heute folglich den sch\u00f6nsten Beruf, den ich mir vorstellen kann. Denn hier geht es jeden Tag aufs Neue darum, diese beiden Interessen unter einen Hut zu bringen.<\/p>\n<p>Der Zentralbereich Volkswirtschaft ist mit rund 150 Personen ein kleiner Bereich in der Bundesbank, die insgesamt \u00fcber 10\u2019000 Personen besch\u00e4ftigt. Meine wesentliche Aufgabe als Chef\u00f6konom besteht im Management hoch qualifizierter und hoch motivierter Mitarbeitender. Der grosse Reiz meiner Arbeit besteht darin, ihre Expertise zu b\u00fcndeln und st\u00e4ndig nach Antworten auf immer neue und wichtige volkswirtschaftliche Herausforderungen zu suchen.<\/p>\n<p>An solchen Herausforderungen hat es in den letzten Jahren nicht gemangelt. Gegenw\u00e4rtig treibt mich vor allem die viel zu hohe Inflation um. Diese ist der Kernbereich der Geldpolitik, und wir m\u00fcssen sehr aufpassen, dass wir die Lehren der 1970er-Jahre nicht vergessen. Die Geldpolitik darf auch bei gesamtwirtschaftlichen Angebotsschocks ihre H\u00e4nde nicht in den Schoss legen. Denn am Ende liegt die Verantwortung f\u00fcr die Inflation mittel- bis langfristig bei der Geldpolitik \u2013 sprich den Zentralbanken. Und dieser Verantwortung m\u00fcssen wir heute wie damals gerecht werden.<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Am Ende liegt die Verantwortung f\u00fcr die Inflation bei der Geldpolitik<\/span><\/p>\n<p>Im Unterschied zu den 1970er-Jahren kann die Deutsche Bundesbank allerdings nicht mehr eigenst\u00e4ndig Massnahmen zur Eind\u00e4mmung der Teuerung ergreifen, wie das die Schweizerische Nationalbank kann. Denn im Juni 1998 nahm die Europ\u00e4ische Zentralbank ihre Arbeit auf. Seitdem werden die geldpolitischen Entscheidungen im Euroraum vom Rat der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB-Rat) getroffen. Der Bundesbank-Pr\u00e4sident hat Sitz und Stimme im EZB-Rat und wirkt so an den geldpolitischen Entscheidungen mit. Im Zentralbereich Volkswirtschaft bereiten wir den Pr\u00e4sidenten auf diese geldpolitischen Sitzungen des EZB-Rats vor.<\/p>\n<p>Neben der europ\u00e4ischen Geldpolitik besch\u00e4ftigen wir uns mit einem breiten Spektrum der deutschen Wirtschaftspolitik. Dies ist Teil der Beratungsaufgabe der Bank gegen\u00fcber der Bundesregierung. Wir stellen beispielsweise ein Mitglied im Arbeitskreis Steuersch\u00e4tzung, und auch im Sozialbeirat der Bundesregierung sind wir vertreten.<\/p>\n<p>Effiziente und effektive Politikberatung ist heute nur m\u00f6glich auf Basis einer fundierten theoretischen und empirischen Forschung. Durch die Forschung in den Fachabteilungen beteiligen wir uns am wissenschaftlichen Diskurs und arbeiten eng mit dem Forschungszentrum der Bank zusammen, in das wir regelm\u00e4ssig Mitarbeitende entsenden. So findet sich mein im Studium gewecktes Interesse f\u00fcr Volkswirtschaft und Politik auch heute noch in der t\u00e4glichen Arbeit wieder.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit meinem Studium Anfang der 1990er-Jahre in K\u00f6ln und Dublin interessiere ich mich f\u00fcr Volkswirtschaft und Politik. Als Leiter des Zentralbereichs Volkswirtschaft und Chef\u00f6konom der Deutschen Bundesbank habe ich heute folglich den sch\u00f6nsten Beruf, den ich mir vorstellen kann. 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