{"id":176096,"date":"2022-11-07T08:06:30","date_gmt":"2022-11-07T07:06:30","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=176096"},"modified":"2023-08-24T01:33:56","modified_gmt":"2023-08-23T23:33:56","slug":"die-geldpolitik-der-snb-vorbereiten-ist-teamarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2022\/11\/die-geldpolitik-der-snb-vorbereiten-ist-teamarbeit\/","title":{"rendered":"Die Geldpolitik der SNB vorbereiten ist Teamarbeit"},"content":{"rendered":"<p>Die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Geldpolitik \u00e4ndern sich laufend \u2013 oft nur langsam und absehbar, manchmal aber auch abrupt und \u00fcberraschend. Besonders dann stehen mein Team und ich vor komplexen Aufgaben, die unsere Arbeit sehr spannend machen.<\/p>\n<p>In den Jahren nach der globalen Finanzkrise verlangten der wirtschaftliche Einbruch und die drohende Deflation eine entschiedene Lockerung der Geldpolitik. Eine zus\u00e4tzliche Herausforderung f\u00fcr die Schweizerische Nationalbank (SNB) war dabei der starke Aufwertungsdruck auf den Franken. In dieser Konstellation griffen wir zu unkonventionellen Massnahmen: Wir intervenierten zeitweise umfangreich am Devisenmarkt und senkten den Leitzins deutlich in den negativen Bereich. Damit konnten wir die Preisstabilit\u00e4t auch w\u00e4hrend dieser schwierigen Periode gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Nach vielen Jahren mit stabilen Preisen und tiefen Zinsen sind wir nun in einer neuen Situation. Die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben die Inflation weltweit stark ansteigen lassen. Das hat die Ausgangslage f\u00fcr die Geldpolitik grundlegend ver\u00e4ndert. Das Hauptaugenmerk der Zentralbanken liegt nun auf der Wiederherstellung der Preisstabilit\u00e4t. Dieses Ziel verfolgt die SNB mit Nachdruck.<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Insgesamt sind wir im Bereich Volkswirtschaft rund 50 \u00d6konominnen und \u00d6konomen, die die geldpolitischen Entscheide des Direktoriums vorbereiten.<\/span><\/p>\n<p>Insgesamt sind wir im Bereich Volkswirtschaft rund 50 \u00d6konominnen und \u00d6konomen, die die geldpolitischen Entscheide des Direktoriums vorbereiten. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr neben den wirtschaftlichen Entwicklungen im eigenen Land auch jene im Ausland gut im Blick behalten. Die gesammelten Daten analysieren wir mit einer Reihe von Modellen. Diese erlauben, strukturiert vorzugehen und nachvollziehbare Prognosen zu machen, obwohl sie nat\u00fcrlich nicht alle Details erfassen k\u00f6nnen. Deshalb erfordert die Vorbereitung der Geldpolitik gerade in der aktuellen Situation Erfahrung und Urteilsverm\u00f6gen. Dabei hilft uns der enge Dialog mit der Wirtschaft in allen Landesteilen, der unsere Analysen mit hochaktuellen Informationen aus erster Hand erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Wir verbessern laufend unsere Modelle und Analysewerkzeuge. Nicht zuletzt deshalb ist f\u00fcr uns eine enge Verkn\u00fcpfung mit der akademischen Forschung wichtig. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen publizieren wissenschaftlich oder unterrichten an einer Hochschule. Wie gewinnbringend der Austausch mit angehenden \u00d6konominnen und \u00d6konomen ist, erfahre ich selbst regelm\u00e4ssig, wenn ich Makro\u00f6konomie an der Universit\u00e4t Bern lehre, oder bei meiner T\u00e4tigkeit f\u00fcr unser Studienzentrum Gerzensee, wo sich Fachleute aus Zentralbanken und Universit\u00e4ten begegnen und weiterbilden. Gelingt es uns, im Rahmen solcher Aktivit\u00e4ten die Faszination unseres Berufs zu vermitteln und das Interesse f\u00fcr die Geldpolitik zu f\u00f6rdern, ist das ebenfalls ein wichtiger Beitrag f\u00fcr die Preisstabilit\u00e4t in der Zukunft.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Geldpolitik \u00e4ndern sich laufend \u2013 oft nur langsam und absehbar, manchmal aber auch abrupt und \u00fcberraschend. Besonders dann stehen mein Team und ich vor komplexen Aufgaben, die unsere Arbeit sehr spannend machen. 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