{"id":176317,"date":"2022-11-15T08:49:23","date_gmt":"2022-11-15T07:49:23","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=176317"},"modified":"2023-08-24T01:33:31","modified_gmt":"2023-08-23T23:33:31","slug":"das-kv-im-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2022\/11\/das-kv-im-wandel\/","title":{"rendered":"Das KV im Wandel"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kaufm\u00e4nnische-grundbildung.ch\">Kauffrau respektive Kaufmann<\/a> \u2013 umgangssprachlich als KV-Lehre oder bloss KV bezeichnet \u2013 ist der meistgew\u00e4hlte Lehrberuf der Schweiz. Jedes Jahr starten rund 13\u2019000 Jugendliche mit der dreij\u00e4hrigen beruflichen Grundbildung Kauffrau\/Kaufmann EFZ ins Berufsleben, weitere 500 mit der zweij\u00e4hrigen beruflichen Grundbildung Kauffrau\/Kaufmann EBA. Und die Anziehungskraft des Berufsfelds ist ungebrochen, weil das KV attraktive Entwicklungsperspektiven bietet. Viele Kaufleute bilden sich weiter. Sie werden Verkaufsleiterin, Betriebswirt, Marketingmanagerin, HR-Fachmann, Buchhalterin oder Social-Media-Managerin, um nur einige Abschl\u00fcsse zu nennen.<\/p>\n<p>Insgesamt z\u00e4hlt das KV ab Lehrbeginn 2023 19 Ausbildungsbranchen. Kaufleute braucht es in allen Wirtschaftszweigen. Das Spektrum reicht von A wie Automobilgewerbe \u00fcber M wie Marketing und Kommunikation und P wie Privatversicherung bis T wie Transport. Die f\u00fcnf gr\u00f6ssten Branchen Bank, Dienstleistung und Administration, \u00d6ffentliche Verwaltung, Treuhand\/Immobilien sowie Maschinen-, Elektro und Metallindustrie umfassen aktuell drei Viertel aller Lehrverh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<p>Doch das Berufsfeld ver\u00e4ndert sich rasant, prim\u00e4r wegen der Digitalisierung. Immer wieder pr\u00e4gen neue Technologien den B\u00fcroalltag, Team- und Projektarbeit sind unabdingbar. Auf diese Realit\u00e4t m\u00fcssen die Lernenden vorbereitet werden. Im Rahmen der j\u00fcngsten <a href=\"http:\/\/www.die-reform.ch\/\">Totalrevision<\/a> wurden die beiden kaufm\u00e4nnischen Grundbildungen daher umfassend modernisiert. Im Zentrum stehen die Handlungskompetenzorientierung und die engere Zusammenarbeit der drei Lernorte Lehrbetrieb, Berufsfachschule und \u00fcberbetriebliche Kurse.<\/p>\n<p>Die Handlungskompetenzorientierung ist heute Standard in der Berufsbildung. Mit den Berufen des Detailhandels und der kaufm\u00e4nnischen Grundbildung stellen die zwei letzten Berufsfelder auf dieses Konzept um. Die Idee: Die in der Arbeit erforderlichen Kompetenzen werden interdisziplin\u00e4r und anhand konkreter beruflicher Situationen entwickelt. Was abstrakt klingt, wird mit einem Beispiel leicht verst\u00e4ndlich: Wenn kaufm\u00e4nnische Lernende das Verkaufsgespr\u00e4ch mit einem englischsprachigen Kunden trainieren, entwickeln sie parallel ihre Fach-, Sprach-, Sozial- und Methodenkompetenz.<\/p>\n<p>Dieser Ansatz wirkt sich auf die didaktischen Konzepte der drei Lernorte aus. So wird beispielsweise an den Berufsfachschulen k\u00fcnftig nicht mehr im Rahmen von F\u00e4chern unterrichtet. Bei der dreij\u00e4hrigen Grundbildung sieht der Bildungsplan die Handlungskompetenzbereiche Handeln in agilen Arbeits- und Organisationsformen, Interagieren in einem vernetzten Arbeitsumfeld, Koordinieren von unternehmerischen Arbeitsprozessen, Gestalten von Kunden- oder Lieferantenbeziehungen sowie Einsetzen von Technologien der digitalen Arbeitswelt vor.<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Die Handlungskompetenzorientierung macht das Lernen nachhaltiger<\/span><\/p>\n<p>In der zweij\u00e4hrigen Grundbildung werden \u2013 auf tieferem Anforderungsniveau \u2013 analoge Handlungskompetenzen vermittelt. So wird der sp\u00e4tere \u00dcbertritt in das zweite Lehrjahr der dreij\u00e4hrigen Grundbildung reibungsfrei m\u00f6glich. Die bessere Abstimmung der beiden Grundbildungen war ein wichtiges Reformziel. Gleiches gilt f\u00fcr die Lernortkooperation: Alle Lernorte arbeiten neu enger zusammen, orientieren sich an denselben Handlungskompetenzen und vermitteln diese zeitlich aufeinander abgestimmt.<\/p>\n<p>Die Handlungskompetenzorientierung macht das Lernen nachhaltiger: Die Lernenden k\u00f6nnen die Theorie mit ihren Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag verkn\u00fcpfen und das Erlernte direkt in der Praxis anwenden. Die Lehrbetriebe begr\u00fcssen daher die Reformen und h\u00e4tten diese gerne wie geplant 2022 eingef\u00fchrt. Weil die Berufsfachschulen mehr Zeit f\u00fcr die Umstellung vom F\u00e4cher- auf den Handlungskompetenzunterricht ben\u00f6tigen, wurde die Einf\u00fchrung um ein Jahr verschoben.<\/p>\n<p>Von verschiedenen Berufsfachschulen kamen auch Bedenken gegen\u00fcber der Reform. Die Abschaffung von F\u00e4chern \u2013 so die Bef\u00fcrchtung \u2013 senke das Anspruchsniveau des KV. Die Diskussionen \u00fcber die Neuausrichtung des gr\u00f6ssten Lehrberufs wurden teils emotional und medial gef\u00fchrt. Jetzt, da die Umsetzungsphase l\u00e4uft, der Informationsstand an den Berufsfachschulen steigt und die Lernmedien bekannt sind, schwinden die Bedenken. Alle Berufsfachschulen arbeiten intensiv auf den Start im Sommer 2023 hin.<\/p>\n<p>Verantwortlich f\u00fcr die Reformen sind die Schweizerische Konferenz der kaufm\u00e4nnischen Ausbildungs- und Pr\u00fcfungsbranchen (<a href=\"https:\/\/www.skkab.ch\/\">SKKAB<\/a>) und die Interessengemeinschaft Kaufm\u00e4nnische Grundbildung Schweiz (<a href=\"https:\/\/igkg.ch\/\">IGKG Schweiz<\/a>). Sie sorgen als Tr\u00e4ger der Grundbildungen im Rahmen der Vorgaben des Bundes daf\u00fcr, dass ihre Berufe aktuell, attraktiv und anschlussf\u00e4hig bleiben. Die beiden Organisationen mussten angesichts des Umfangs der Reformen auf externe Expertise zur\u00fcckgreifen. Die breit abgest\u00fctzte Berufsfeldanalyse sowie die Entwicklung der Bildungsverordnungen und Bildungspl\u00e4ne wurden mit Unterst\u00fctzung der Ectaveo AG erarbeitet. Das Unternehmen ist auf Bildungs- und Organisationsprozesse spezialisiert. Dank Ectaveo entstanden auch erstmals schweizweit einheitliche Lernmedien f\u00fcr den Unterricht an den Berufsfachschulen. Sie k\u00f6nnen \u00fcber eine zentrale digitale Plattform genutzt werden.<\/p>\n<p>Ein Novum in der Berufsbildung ist schliesslich, dass die Kantone f\u00fcr die Umsetzung der Reformen im KV und im Detailhandel ein nationales Koordinationsgremium initiiert haben. Es sorgt f\u00fcr eine in allen Kantonen einheitliche und ressourcenschonende Einf\u00fchrung der Reformen. Diese l\u00e4uft nach Plan: 2023 startet das KV in die Zukunft.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kauffrau respektive Kaufmann \u2013 umgangssprachlich als KV-Lehre oder bloss KV bezeichnet \u2013 ist der meistgew\u00e4hlte Lehrberuf der Schweiz. Jedes Jahr starten rund 13\u2019000 Jugendliche mit der dreij\u00e4hrigen beruflichen Grundbildung Kauffrau\/Kaufmann EFZ ins Berufsleben, weitere 500 mit der zweij\u00e4hrigen beruflichen Grundbildung Kauffrau\/Kaufmann EBA. Und die Anziehungskraft des Berufsfelds ist ungebrochen, weil das KV attraktive Entwicklungsperspektiven bietet. 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