{"id":177797,"date":"2022-12-12T08:24:32","date_gmt":"2022-12-12T07:24:32","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=177797"},"modified":"2023-08-24T01:35:21","modified_gmt":"2023-08-23T23:35:21","slug":"die-buerokratie-beim-bund-war-ein-kulturschock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2022\/12\/die-buerokratie-beim-bund-war-ein-kulturschock\/","title":{"rendered":"\u00abDie B\u00fcrokratie beim Bund war ein Kulturschock\u00bb"},"content":{"rendered":"<div class=\"content-copy-questions\">Frau Budliger Artieda, in Ihrem B\u00fcro h\u00e4ngt ein Bild mit Fidel Castro. Verspr\u00fchen Sie revolution\u00e4re Energie?<\/div>\n<p>Ich bin eine komische Mischung \u2013 zum einen B\u00fcnzli und zwischendurch auch b\u00fcrokratischer Punk. B\u00fcnzli, weil es mir auch recht ist, wenn es etwas langweilig ist. Und Punk, weil ich mich nicht immer an die Spielregeln halten m\u00f6chte. Sieben verschiedene Unterschriften f\u00fcr ein Formular \u2013 diese B\u00fcrokratie macht mich manchmal wahnsinnig. Damit kann ich mich nicht abfinden.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Was hat Sie gepr\u00e4gt?<\/div>\n<p>Da ich urspr\u00fcnglich in die Hotellerie gehen wollte, bin ich sehr kundenorientiert. Die B\u00fcrokratie beim Bund war ein Kulturschock. Damals habe ich mir geschworen: Ich will keine Bundesbeamtin werden.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Es heisst, das Seco sei ein Club von Wirtschaftsliberalen. Wie wurden Sie empfangen?<\/div>\n<p>Da gab es schon ein wenig Nervosit\u00e4t. Ich fand es auffallend, wie oft man mir in den ersten Tagen sagte, dass man hier im Seco eine liberale Ordnungspolitik vertrete. (lacht) Einige bef\u00fcrchteten wohl, dass ich interventionistisch veranlagt sein k\u00f6nnte. Ich kam vom Ausland und wurde im EDA sozialisiert. Aber: Die liberale Wirtschaft ist das Erfolgsrezept der Schweiz. Wir sind eine liberale soziale Marktwirtschaft.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Das heisst?<\/div>\n<p>Das Subsidiarit\u00e4tsprinzip ist zentral: Der B\u00fcrger und die Unternehmen sollen gute Rahmenbedingungen haben und in der Eigenverantwortung stehen. Staat nur dort, wo es ihn braucht. Diese schweizerische Tugend kommt aber langsam etwas unter Druck.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Also weiterhin keine Industriepolitik in der Schweiz?<\/div>\n<p>Ich habe in vielen L\u00e4ndern gelebt und verschiedene Systeme gesehen. Und je mehr ich gesehen habe, desto mehr begeistert mich das schweizerische Modell: Dazu geh\u00f6rt das Fehlen einer Industriepolitik oder eines 10-Jahres-Plans f\u00fcr Innovation. Allerdings gibt es Bereiche, in denen wir ruhig mehr unternehmen k\u00f6nnten.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Welche?<\/div>\n<p>Beispielsweise beim Marktzugang. Gem\u00e4ss Demokratieindex der Zeitschrift \u00abThe Economist\u00bb lebt \u00fcber die H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung in nicht demokratisch regierten L\u00e4ndern. Schweizer Firmen versuchen, in solchen M\u00e4rkten Fuss zu fassen. Wenn nun ihre Konkurrenz aus L\u00e4ndern kommt, deren Pr\u00e4sidenten grosse Wirtschaftsdelegationen anf\u00fchren und ihnen so T\u00fcren \u00f6ffnen, dann finde ich, dass man Schweizer Firmen auch entsprechend unterst\u00fctzen muss.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Wie sieht es mit staatlichen Interventionen in der Schweiz aus? Beispielsweise wurde das z\u00f6gerliche Vorgehen des Seco zu Beginn der Corona-Krise kritisiert.<\/div>\n<p>Ich habe die Covid-Krise in Thailand erlebt. Dort gab es gar keine Hilfen und wenn, dann erst Monate sp\u00e4ter. Die Schweiz hat Unternehmen f\u00fcr schweizerische Verh\u00e4ltnisse rasch, unb\u00fcrokratisch und vor allem gezielt unterst\u00fctzt. Das war Teamarbeit der gesamten Bundesverwaltung, der B\u00fcrgschaftsorganisationen, Kantone und Banken. Ich habe M\u00fche mit dieser Kritik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Ich habe die Covid-Krise in Thailand erlebt. Dort gab es gar keine Hilfen und wenn, dann erst Monate sp\u00e4ter.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Bleibt Ihnen Zeit f\u00fcr grundlegende Themen wie Handel und Umwelt?<\/div>\n<p>Im Seco ist das Thema omnipr\u00e4sent. Es kommt bei mir jeden Tag in irgendeiner Form auf den Tisch, sei es im Zusammenhang mit der Entwicklungspolitik, den Freihandelsabkommen, unseren Beziehungen mit der EU oder der Wirtschaftspolitik.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Was heisst f\u00fcr Sie nachhaltig leben?<\/div>\n<p>Dass wir den CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss massiv verringern. F\u00fcr mich geht der Weg dorthin vor allem \u00fcber den technologischen Fortschritt. Aber es braucht auch einen gewissen Grad an pers\u00f6nlichem Verzicht. Oder dass wir unseren Ausstoss irgendwie kompensieren.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Gibt es einen Widerspruch zwischen Handelsliberalisierung und Umweltschutz?<\/div>\n<p>Nein, das ist kein grunds\u00e4tzlicher Widerspruch. Die Konzentration der Produktion auf Bereiche, in denen ein Land stark ist, erlaubt eben gerade eine ressourceneffiziente Produktion. Das wiederum erlaubt auch mehr Umweltschutz. Es ist aber wichtig, dass wir diesen Aspekt in k\u00fcnftigen Handelsabkommen geb\u00fchrend ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_178519\" aria-describedby=\"caption-attachment-178519\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2022\/12\/DV_12-22_Interview_BUDLIGER-ARTIEDA_hoch.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-178519 size-large\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2022\/12\/DV_12-22_Interview_BUDLIGER-ARTIEDA_hoch-1024x522.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"408\" srcset=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2022\/12\/DV_12-22_Interview_BUDLIGER-ARTIEDA_hoch-1024x522.jpg 1024w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2022\/12\/DV_12-22_Interview_BUDLIGER-ARTIEDA_hoch-300x153.jpg 300w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2022\/12\/DV_12-22_Interview_BUDLIGER-ARTIEDA_hoch-768x391.jpg 768w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2022\/12\/DV_12-22_Interview_BUDLIGER-ARTIEDA_hoch.jpg 1335w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-178519\" class=\"wp-caption-text\">Bild: Keystone \/ Susanne Goldschmid<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Achten Sie pers\u00f6nlich auf Ihren CO<sub>2<\/sub>-Fussabdruck?<\/div>\n<p>Ja, ich probiere es. Aber ich bin nicht perfekt. Ich habe beispielsweise mein altes Auto durch ein Elektroauto ersetzt, und ich schaue, woher Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse kommen. Bei Letzterem ist der Grund daf\u00fcr teilweise auch ein anderer. Denn es freut mich, dass wir Bauern in der Region Sursee im Kanton Luzern haben \u2013 wo ich lebe.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">W\u00fcrden Sie sagen, regional kaufen ist besser als global?<\/div>\n<p>Das w\u00fcrde ich so nicht sagen. Der internationale Handel hat unter dem Strich stark zum Wohlstand der Schweiz beigetragen. Regionale Produkte sind auch nicht immer umweltfreundlicher. Die Transportemissionen machen ja meist nur einen kleinen Teil der Gesamtemissionen eines Produkts aus. Pers\u00f6nlich achte ich auf die Herkunft. Aber wir sind ein liberales Land und wollen den Konsumenten nichts vorschreiben.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Also ist Eigenverantwortung die Antwort?<\/div>\n<p>Ganz ehrlich: Als Konsumentin bin ich h\u00e4ufig etwas \u00fcberfordert. Einerseits ist Solarenergie gut, aber dann stellt sich wiederum die Frage nach der Herkunft, der Herstellung und der Entsorgung von Solarpanels. Da ist die Wirtschaft gut beraten, einen Beitrag zu leisten, damit sich die Konsumenten sicher sein k\u00f6nnen, dass ihr Produkt tats\u00e4chlich umweltfreundlich ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Ganz ehrlich: Als Konsumentin bin ich h\u00e4ufig etwas \u00fcberfordert.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 19px; font-weight: 600;\">Mit dem Palm\u00f6lzertifikat im Freihandelsabkommen mit Indonesien k\u00f6nnten sich Konsumenten sicher sein. Trotzdem ist das Abkommen an der Urne fast gescheitert. Wieso?<\/span><\/p>\n<p>Weil wir es vers\u00e4umt haben, die Bev\u00f6lkerung \u00fcber die komplexen Prozesse hinter einem Freihandelsabkommen rechtzeitig zu informieren. Fr\u00fcher war das gar nicht gefragt. Firmen waren einfach froh \u00fcber einen besseren Marktzugang. Ergo gab es in der Verwaltung auch kein Bewusstsein, die Bev\u00f6lkerung proaktiv zu informieren. Heute sind die Bed\u00fcrfnisse anders, weshalb unser Ansatz holistischer sein muss. Meine Vorg\u00e4ngerin hat dies gut erkannt und diese \u00dcberzeugung in die aktuelle Aussenwirtschaftsstrategie einfliessen lassen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Wie sieht proaktive Information aus?<\/div>\n<p>Ich bin eine Anh\u00e4ngerin von Transparenz. Wir haben nichts zu verstecken. In meinen 37 Jahren in der Bundesverwaltung hatte ich noch nie das Gef\u00fchl: Oha, hier arbeiten wir bewusst gegen die Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Die Schweiz hat schon l\u00e4nger sogenannte Nachhaltigkeitskapitel in ihren Freihandelsabkommen. Ein Sanktionsmechanismus fehlt allerdings &#8230;<\/div>\n<p>Erstens sind die Verpflichtungen in allen unseren Nachhaltigkeitskapiteln rechtlich verbindlich. Und zweitens stimmt auch die Aussage zum fehlenden Sanktionsmechanismus nicht ganz. Wenn etwas zertifiziert sein muss, wie beim Palm\u00f6l aus Indonesien, aber nicht ist \u2013 dann gibt es zumindest eine indirekte Sanktion, indem der pr\u00e4ferenzielle Marktzugang nicht gew\u00e4hrt wird. Nat\u00fcrlich: Die Welt verbessern ist ein hehres Ziel \u2013 ich m\u00f6chte das auch. Wenn man uns verpflichten will, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, dann \u00fcbersch\u00e4tzt man uns aber. Wir tun, was wir k\u00f6nnen. Mir sind kleine Schritte, die das Papier wert sind, lieber als hehre Ziele, die wir nicht durchsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Plastikm\u00fcll und verschmutzte Gew\u00e4sser: Was macht das Seco konkret gegen die Umweltverschmutzung in Entwicklungsl\u00e4ndern?<\/div>\n<p>Ein Instrument ist die wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit. Wir unterst\u00fctzen zum Beispiel regionale Entwicklungsbanken, setzen auf international anerkannte Nachhaltigkeitsstandards oder unterst\u00fctzen L\u00e4nder dabei, CO<sub>2<\/sub>-Steuern und Emissionshandelssysteme einzuf\u00fchren.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Gen\u00fcgt das?<\/div>\n<p>Noch einmal: Wenn wir weiter gehen wollten, w\u00fcrden wir unsere M\u00f6glichkeiten \u00fcbersch\u00e4tzen. Zudem behandeln wir das Thema Nachhaltigkeit nicht einfach im Silo, sondern gehen es transversal an: \u00fcber die Entwicklungshilfe, im Freihandel oder mit den OECD-Leits\u00e4tzen f\u00fcr eine verantwortungsvolle Unternehmensf\u00fchrung.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Die Schweiz ist Mitglied einer kleinen initiativen L\u00e4ndergruppe. Diese m\u00f6chte unter anderem den Marktzugang f\u00fcr umweltfreundliche Produkte verbessern.<\/div>\n<p>Das ist eine typisch schweizerische L\u00f6sung: Sie ist pragmatisch. In der WTO sind die Verhandlungen zum Thema blockiert. Deshalb erarbeitet nun eine \u00abKoalition der Willigen\u00bb im Rahmen der ACCTS-Verhandlungen vorausschauende Ergebnisse zu verschiedenen Umweltthemen in der Handelspolitik. Das Ziel ist, mit einem Abkommen einen Trend auszul\u00f6sen, damit sich weitere L\u00e4nder dieser Gruppe anschliessen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Die EU visiert einen CO<sub>2<\/sub>-Grenzausgleichsmechanismus an. Dieser will CO<sub>2<\/sub>-Emissionen von Importg\u00fctern besteuern. Was h\u00e4lt das Seco von solchen Initiativen?<\/div>\n<p>Die Idee ist nachvollziehbar, wobei ich hoffe, dass dieses Instrument nicht f\u00fcr neuen Protektionismus seitens der EU stehen wird. Noch ist ja nicht ganz klar, wie der Mechanismus genau aussehen wird. Schon jetzt beinhaltet er Aspekte, die aus Schweizer Sicht auf hohe Vollzugskosten und neue Handelsh\u00fcrden hindeuten.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Was meinen Sie konkret?<\/div>\n<p>Ein solcher Grenzausgleichsmechanismus wird f\u00fcr Unternehmen mit umfangreichen zus\u00e4tzlichen Dokumentationspflichten verbunden sein. L\u00e4nder wie die Schweiz werden mit der EU m\u00f6glichst pragmatische L\u00f6sungen anstreben, um unn\u00f6tigen Mehraufwand zu vermeiden.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Sie waren Botschafterin in S\u00fcdafrika und Thailand und kennen so auch eine andere Perspektive.<\/div>\n<p>Ein Vorwurf, der in diesen L\u00e4ndern immer wieder auftaucht: Ihr Industriel\u00e4nder habt mit der Umwelt Schindluderei betrieben und seid auf Kosten der Natur reich geworden. Jetzt, wo wir an der Reihe w\u00e4ren, gelten pl\u00f6tzlich andere Voraussetzungen. Auch beim CO<sub>2<\/sub>-Grenzausgleichsmechanismus der EU vermuten diese L\u00e4nder, dass es sich wieder um ein Handelshemmnis zur Marktabschottung handelt. Ich w\u00fcrde der EU-Kommission zumindest zugutehalten, dass ihre Absichten edel sind. Diesen Eindruck gewann ich bei meinem Treffen im November in Br\u00fcssel mit dem zust\u00e4ndigen Generaldirektor der EU-Kommission.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Die Beziehung zum Bund ist etwas distanziert.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Die EU ist f\u00fcr die Schweiz wichtig. Trotzdem haben Sie den chinesischen Botschafter in Bern zeitlich vor dem EU-Botschafter getroffen. Warum?<\/div>\n<p>Das war nicht geplant. Da Bern kleinr\u00e4umig ist, gibt es immer mehr als eine Gelegenheit, die Botschafter und Botschafterinnen anderer L\u00e4nder zu treffen. Der chinesische Botschafter ist proaktiv auf mich zugekommen und war so der erste, den ich traf.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Es wird moniert, das Seco habe zu wenig Gewicht im Europa-Dossier. Stimmt das?<\/div>\n<p>Wenn ich in meinen Kalender schaue, kann ich das nicht nachvollziehen. Wir sind hier sehr aktiv, unabh\u00e4ngig davon, dass wir nicht in allen Dossiers den Lead haben. Wir haben die Federf\u00fchrung bei den flankierenden Massnahmen und den staatlichen Beihilfen. Ich sehe meine Staatssekret\u00e4rskolleginnen im EDA und SEM sehr h\u00e4ufig.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Sie haben in den ersten Tagen die kantonalen Volkswirtschaftsdirektoren und die Sozialpartner getroffen. Gab es thematisch gemeinsame Nenner?<\/div>\n<p>Ja, die Beziehung zum Bund ist etwas distanziert. Das ist einerseits klar, da wir in gewissen Bereichen Oberaufsicht sind, in anderen Bereichen verf\u00fcgen wir \u00fcber das Geld oder erlassen Weisungen. Diese Distanz m\u00fcssen wir \u00fcberwinden. Und das k\u00f6nnen wir in der Schweiz auch, weil wir so kleinfl\u00e4chig sind.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Seit 37 Jahren arbeiten Sie f\u00fcr die Schweiz \u2026<\/div>\n<p>Ja, ein Unfall. Eigentlich interessierte ich mich nach der Handelsmittelschule f\u00fcr die Hotellerie und habe dort ein Praktikum gemacht. Das Internationale und das Reisen gefielen mir. Die Hotellerie war aber damals eine M\u00e4nnerdom\u00e4ne, und man sagte mir, eine Karriere k\u00f6nne ich in dieser Branche vergessen. Per Zufall habe ich bei einem langweiligen Abenddienst eine Annonce des EDA gesehen: \u00abWollen Sie im Ausland arbeiten?\u00bb Da dachte ich: Ja, warum nicht?<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frau Budliger Artieda, in Ihrem B\u00fcro h\u00e4ngt ein Bild mit Fidel Castro. Verspr\u00fchen Sie revolution\u00e4re Energie? Ich bin eine komische Mischung \u2013 zum einen B\u00fcnzli und zwischendurch auch b\u00fcrokratischer Punk. B\u00fcnzli, weil es mir auch recht ist, wenn es etwas langweilig ist. Und Punk, weil ich mich nicht immer an die Spielregeln halten m\u00f6chte. 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Im Jahr 2000 schloss sie in Kolumbien den MBA ab. Es folgte die Leitung der Direktion f\u00fcr Ressourcen im EDA sowie der Botschaften in S\u00fcdafrika und in Thailand, bevor sie zur Staatssekret\u00e4rin ernannt wurde. 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