{"id":181245,"date":"2023-04-18T07:07:09","date_gmt":"2023-04-18T05:07:09","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=181245"},"modified":"2023-08-24T01:38:33","modified_gmt":"2023-08-23T23:38:33","slug":"der-bund-unterstuetzt-eine-innovative-und-wettbewerbsfaehige-kmu-landschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2023\/04\/der-bund-unterstuetzt-eine-innovative-und-wettbewerbsfaehige-kmu-landschaft\/","title":{"rendered":"Der Bund unterst\u00fctzt eine innovative und wettbewerbsf\u00e4hige KMU-Landschaft"},"content":{"rendered":"<p>Die Standortf\u00f6rderung des Bundes fokussiert in der kommenden Periode noch st\u00e4rker als bisher auf die Bed\u00fcrfnisse ihrer Hauptzielgruppen: die KMU und die Regionen. Die entsprechende Botschaft zur Standortf\u00f6rderung 2024\u20132027 hat der Bundesrat im Januar an das Parlament \u00fcberwiesen. Er beantragt darin Mittel im Umfang von knapp 429 Millionen Franken. Hinzu kommen Einlagen in den Fonds f\u00fcr Regionalentwicklung in den Jahren 2024\u20132031 von 217 Millionen Franken. Im Laufe des Jahres wird das Parlament dar\u00fcber entscheiden.<\/p>\n<p>Das Ziel der Botschaft ist es, die Schweiz als attraktiven und leistungsf\u00e4higen Wirtschafts- und Tourismusstandort zu erhalten. Unternehmen \u2013 insbesondere KMU \u2013 sollen hier weiterhin gerne investieren und Arbeitnehmende gute berufliche Perspektiven vorfinden. Gleichzeitig soll gest\u00fctzt auf die \u00ab<a href=\"https:\/\/www.are.admin.ch\/are\/de\/home\/nachhaltige-entwicklung\/strategie\/sne.html\">Strategie nachhaltige Entwicklung Schweiz<\/a> (SNE 2030)\u00bb die Nachhaltigkeit gef\u00f6rdert werden. Die intelligente Nutzung der Digitalisierung \u2013 ein explizites Ziel der Standortf\u00f6rderung \u2013 bietet dabei vielversprechende Chancen f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung in allen Branchen und Regionen der Schweiz (siehe Abbildung).<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Die Ziele und Instrumente der Standortf\u00f6rderung des Bundes<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-183538 size-large\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/05\/jakob_4G-2023_de-1-1024x529.png\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/05\/jakob_4G-2023_de-1-1024x529.png 1024w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/05\/jakob_4G-2023_de-1-300x155.png 300w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/05\/jakob_4G-2023_de-1-768x397.png 768w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/05\/jakob_4G-2023_de-1-1536x793.png 1536w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/05\/jakob_4G-2023_de-1-2048x1058.png 2048w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Beh\u00f6rdenkontakte vereinfachen<\/h2>\n<p>Ein konkreter Schwerpunkt der Standortf\u00f6rderung ist der Ausbau des One-Stop-Shops von Bund, Kantonen und Gemeinden namens <a href=\"https:\/\/www.easygov.swiss\/easygov\/#\/de\">Easygov<\/a>. Die Digitalisierung erm\u00f6glicht es, den Beh\u00f6rdengang f\u00fcr Unternehmen zu vereinfachen, und tr\u00e4gt damit wesentlich zur administrativen Entlastung der KMU bei. Zwischen 2024 und 2027 soll der Leistungsumfang von Easygov weiter und beschleunigt ausgebaut werden, um dem Bed\u00fcrfnis der Unternehmen nach zus\u00e4tzlichen elektronischen Beh\u00f6rdenleistungen gerecht zu werden. So ist beispielsweise geplant, den Unternehmen k\u00fcnftig einen geb\u00fcndelten Prozess f\u00fcr den Unternehmensumzug und die Unternehmensl\u00f6schung anzubieten. Ausgebaut werden sollen auch die M\u00f6glichkeiten bez\u00fcglich ausl\u00e4nderrechtlicher Meldungen und Bewilligungen f\u00fcr Unternehmen.<\/p>\n<p>Der Ausbau von Easygov ist auch Teil des Entwurfes des Unternehmensentlastungsgesetzes, dessen Botschaft der Bundesrat am 9. Dezember 2022 verabschiedet hat. Mit dem Entwurf schl\u00e4gt der Bundesrat vor, die Digitalisierung von Beh\u00f6rdenleistungen f\u00fcr Unternehmen auf Easygov weiter auszubauen. Zudem werden Grundlagen f\u00fcr eine effiziente Regulierung geschaffen und konkrete Instrumente und Entlastungsmassnahmen gesetzlich verankert.<\/p>\n<p>Das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) unterst\u00fctzt ausserdem die ausserparlamentarische Kommission \u00ab<a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Standortfoerderung\/KMU-Politik\/KMU-Forum_KMU-Test.html\">KMU-Forum<\/a>\u00bb des Bundesrates. Sie formuliert gegen\u00fcber den verantwortlichen Beh\u00f6rden konkrete Regulierungsanpassungen zugunsten der KMU.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Gezielt Exportfirmen unterst\u00fctzen<\/h2>\n<p>Zur Standortf\u00f6rderung geh\u00f6rt auch die Exportf\u00f6rderung des Bundes. Diese tr\u00e4gt als Gesamtpaket dazu bei, dass exportorientierte Schweizer KMU im zunehmenden internationalen Wettbewerb ihre Position behaupten und verbessern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>So werden Schweizer KMU etwa darin unterst\u00fctzt, Absatzm\u00f6glichkeiten im Ausland zu finden. Dies geschieht zunehmend auch \u00fcber digitale Plattformen wie beispielsweise das Go Global Cockpit. Damit bietet der Exportf\u00f6rderer Switzerland Global Enterprise (<a href=\"https:\/\/www.s-ge.com\/de\">S-GE<\/a>) den KMU und Grossunternehmen Marktvergleiche und Informationen zu Gesch\u00e4ftsopportunit\u00e4ten an.<\/p>\n<p>Zudem sind Schweizer Exporteure vermehrt mit komplexen handelstechnischen Fragestellungen konfrontiert. Um der steigenden Nachfrage nach Support gerecht zu werden, entwickelt S-GE die Auskunftsstelle <a href=\"https:\/\/www.s-ge.com\/de\/%C3%BCbersicht\/exporthelp-fuer-schweizer-kmu\">Exporthelp<\/a> gemeinsam mit privaten Partnern zu einem Kompetenzzentrum weiter: Ziel ist es, Exporteure von der Erstinformation bis hin zur Umsetzung der ben\u00f6tigten Formalit\u00e4ten, welche zur Abwicklung von Exportgesch\u00e4ften notwendig sind, zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Gezielte Unterst\u00fctzung erhalten exportierende Schweizer KMU seit 2021 auch beim Zugang zu ausl\u00e4ndischen Infrastrukturgrossprojekten wie zum Beispiel im Bereich Schienenverkehr. Das enge Zusammenwirken der Privatwirtschaft, der Schweizerischen Exportrisikoversicherung (Serv) und von S-GE sowie von Bundesstellen b\u00fcndelt hier das Wissen \u00fcber Infrastrukturgrossprojekte im Ausland: Informationen zu den dortigen Rahmenbedingungen und Generalunternehmern, zu Finanzierungsl\u00f6sungen und zum Angebot der Schweizer Exporteure kommen so aus einer Hand. Unter dem Namen \u00abTeam Switzerland\u00bb nutzt das Netzwerk auch Anl\u00e4sse wie das World Economic Forum oder Wirtschaftsmissionen des Bundesrates, um Schweizer G\u00fcter und Dienstleistungen zu positionieren. Dieses Projekt soll nun weiterentwickelt werden.<\/p>\n<p>Schweizer Exporteuren, Verb\u00e4nden und privaten Anbietern steht auch k\u00fcnftig das Angebot der Messe- und Projektkommission zur Verf\u00fcgung. Dieses f\u00f6rdert den gemeinsamen Auftritt im Ausland, etwa an internationalen Fachmessen oder \u00fcber neue, innovative Formate mit Exportbezug wie etwa digitales Eink\u00e4ufer-Scouting in Auslandm\u00e4rkten oder die Erschliessung von Absatzm\u00f6glichkeiten via Social Media.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">F\u00fcr einen nachhaltigen Tourismus<\/h2>\n<p>Der Schweizer Tourismus, eine stark KMU-gepr\u00e4gte Branche, ist durch den internationalen Wettbewerb stark gefordert. Die akutesten Herausforderungen sind der Fachkr\u00e4ftemangel und der Klimawandel. Zentral f\u00fcr den Erfolg sind qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte, hochwertige und leistungsf\u00e4hige Infrastrukturen, konsequente Nachhaltigkeit, herausragende Qualit\u00e4t von Landschaft und Baukultur sowie digitale Gesch\u00e4ftsprozesse. Die Tourismuspolitik des Bundes unterst\u00fctzt die Tourismusakteure bei der Bew\u00e4ltigung dieser Herausforderungen. Inhaltlich liegen die Schwerpunkte der <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Standortfoerderung\/Tourismuspolitik\/ts.html\">Tourismusstrategie des Bundes<\/a> auf der Weiterentwicklung der Investitionsf\u00f6rderung, der nachhaltigen Entwicklung sowie der digitalen Transformation des Tourismus. Bei Letzterem geht es insbesondere darum, die KMU im Tourismus bei der Digitalisierung ihrer Gesch\u00e4ftsprozesse zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Ein konkreter Schwerpunkt in den Jahren 2024 bis 2027 ist das Recovery-Programm: Es soll die eingebrochene Nachfrage in der Corona-Pandemie wiederbeleben und die Innovationsf\u00e4higkeit im Schweizer Tourismus st\u00e4rken. Das Programm umfasst die drei tourismuspolitischen F\u00f6rderinstrumente Schweiz Tourismus, Innotour und Neue Regionalpolitik (NRP). Insgesamt stehen f\u00fcr das Recovery-Programm in den Jahren 2022\u20132026 60 Millionen Franken zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Regionen f\u00f6rdern \u2013 Schweiz st\u00e4rken<\/h2>\n<p>Mit der <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Standortfoerderung\/Regional_Raumordnungspolitik\/nrp.html\">Neuen Regionalpolitik<\/a> investieren Bund und Kantone in innovative K\u00f6pfe und Unternehmen, die l\u00e4ndliche Regionen und Berggebiete als Wirtschafts-, Lebens- und Erholungsr\u00e4ume attraktiv gestalten und nachhaltig weiterentwickeln wollen. Auch in den l\u00e4ndlichen Regionen und Berggebieten spielen KMU f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung eine entscheidende Rolle und stehen deshalb im Zentrum.<\/p>\n<p>Die NRP unterst\u00fctzt gemeinsam mit der Privatwirtschaft konkrete Projekte, um die Regionen wettbewerbsf\u00e4higer zu machen und ihre Wertsch\u00f6pfung zu steigern. Beispiele sind Innovationscoachings f\u00fcr Unternehmen, Investitionen in strategisch wichtige Bergbahnen oder die intelligente Nutzung der Digitalisierung f\u00fcr Betriebe in Industrie, Gewerbe und Tourismus. Hinzu kommt die Vernetzung von Akteuren \u00fcber Gemeinde-, Kantons- und Landesgrenzen hinweg. Die Schnittstellen von Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft bieten einerseits Synergien, es kommt aber andererseits immer wieder auch zu Zielkonflikten. Im Hinblick auf eine koh\u00e4rente, nachhaltige Regionalentwicklung sollen sowohl die diesbez\u00fcglichen M\u00f6glichkeiten als auch die entsprechenden Risiken transparent und chancenorientiert bearbeitet werden.<\/p>\n<p>Die NRP ist eine langfristig orientierte Wirtschaftspolitik. Die Botschaft enth\u00e4lt deshalb ein Mehrjahresprogramm \u00fcber acht Jahre von 2024 bis 2031. Drei Elemente kommen ab 2024 neu hinzu. Erstens: Bei der Infrastrukturf\u00f6rderung sollen k\u00fcnftig kleine Infrastrukturvorhaben nicht nur mit Darlehen, sondern auch mit nicht r\u00fcckzahlbaren Beitr\u00e4gen finanziert werden k\u00f6nnen. Ein Beispiel sind kleinere, bauliche Massnahmen entlang von Mountainbike-Trails: Mit solchen Massnahmen wird unterschiedlichen Nutzungen (Land- und Viehwirtschaft, Wanderer, Biker, Anwohner) sowie den Sicherheitsanforderungen Rechnung getragen. Dadurch wird eine erfolgreiche und breit akzeptierte, auch touristische Nutzung eines frei zug\u00e4nglichen Trails erst m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Zweitens: Die Exportorientierung soll um Elemente der \u00ablokalen Wirtschaft\u00bb erg\u00e4nzt werden, sodass auch wirtschaftliche Projekte ohne direkten Export von G\u00fctern und Dienstleistungen unterst\u00fctzt werden k\u00f6nnen. So sind in Zukunft Investitionen in Projekte m\u00f6glich, die verschiedene lokale Akteure unter einem Dach vereinen und so neue Angebote f\u00fcr die Einwohner der Region schaffen. Ein anschauliches Beispiel einer solchen sowohl wirtschaftlichen als auch sozialen Innovation ist das Zentrum <a href=\"https:\/\/www.fuchsundspecht.ch\/\">Fuchs &amp; Specht<\/a> in Burgdorf. Und drittens will man k\u00fcnftig Akteure dabei unterst\u00fctzen, ihre Ideen und regionalwirtschaftlichen Projekte noch <a href=\"https:\/\/regiosuisse.ch\/nachhaltigkeit-der-neuen-regionalpolitik-nrp\">nachhaltiger<\/a> auszurichten.<\/p>\n<p>Trotz ihrer hohen Wettbewerbsf\u00e4higkeit steht die Schweizer Wirtschaft vor grossen Herausforderungen. Der wirtschaftliche Strukturwandel, die Globalisierung der Wertsch\u00f6pfungsketten, die steigenden Anforderungen der zunehmend wissensbasierten Wirtschaft insbesondere durch die Digitalisierung, aber auch der Klimawandel und der Fachkr\u00e4ftemangel fordern Unternehmen und Mitarbeitende. Sie stellen jedoch auch Entwicklungschancen dar, die es zu nutzen gilt. In diesem Sinne setzt sich der Bund mit den Instrumenten der Standortf\u00f6rderung und in enger Zusammenarbeit mit Kantonen, Wirtschaft und Partnerorganisationen auch weiterhin mit aller Kraft f\u00fcr eine wirtschaftlich in allen Regionen erfolgreiche Schweiz ein.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Standortf\u00f6rderung des Bundes fokussiert in der kommenden Periode noch st\u00e4rker als bisher auf die Bed\u00fcrfnisse ihrer Hauptzielgruppen: die KMU und die Regionen. Die entsprechende Botschaft zur Standortf\u00f6rderung 2024\u20132027 hat der Bundesrat im Januar an das Parlament \u00fcberwiesen. 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