{"id":181256,"date":"2023-04-18T07:07:48","date_gmt":"2023-04-18T05:07:48","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=181256"},"modified":"2023-08-24T01:38:21","modified_gmt":"2023-08-23T23:38:21","slug":"buerokratischer-aufwand-fuer-unternehmen-leicht-ruecklaeufig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2023\/04\/buerokratischer-aufwand-fuer-unternehmen-leicht-ruecklaeufig\/","title":{"rendered":"B\u00fcrokratischer Aufwand f\u00fcr Unternehmen leicht r\u00fcckl\u00e4ufig"},"content":{"rendered":"<p>Rund 3 von 5 kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) empfinden die administrative Belastung in der Schweiz als hoch oder eher hoch. Das zeigt der \u00abB\u00fcrokratiemonitor 2022\u00bb<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> des Markt- und Sozialforschungsunternehmens Link im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco). Die Studie wird alle vier Jahre durchgef\u00fchrt und misst die b\u00fcrokratische Last bei Schweizer KMU.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Im Fokus stehen dabei gesetzliche Vorschriften und Regulierungen auf Stufe Bund, Kanton, Gemeinde sowie internationale Vorschriften.<\/p>\n<p>Gemessen werden sowohl die subjektiv empfundenen administrativen H\u00fcrden wie auch der tats\u00e4chliche administrative Aufwand. In der neusten Studie wurden insgesamt 1525 in der Schweiz ans\u00e4ssige Unternehmen, davon 1426 KMU, befragt. Der Befragungszeitraum war zwischen dem 10. Oktober und dem 6. Dezember 2022.<\/p>\n<p>Auch wenn mit 60 Prozent eine deutliche Mehrheit der KMU die administrative Belastung zum Befragungszeitpunkt insgesamt als hoch einsch\u00e4tzt: Verglichen mit der letzten Studie im Jahr 2018 ist der Anteil leicht r\u00fcckl\u00e4ufig. Damals betrug der Anteil noch 68 Prozent.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Ebenso gaben weniger Unternehmen an, dass die administrative Entlastung gegen\u00fcber 2018 zugenommen hat: Der Anteil an Firmen, die eine leichte oder starke Zunahme in der Belastung wahrnahmen, sank um 7 Prozentpunkte. 2018 ist derselbe Anteil im Vergleich zur Vorstudie noch um 11 Prozentpunkte gestiegen.<\/p>\n<p>Dass die administrative Belastung leicht r\u00fcckl\u00e4ufig ist, zeigt auch ein dritter Indikator: der administrative Aufwand, der nur auf zwingend zu erf\u00fcllende gesetzliche Vorschriften zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Auch diese objektiv messbare Kennzahl hat gegen\u00fcber 2018 etwas abgenommen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Unterschiede nach Kanton und Firmengr\u00f6sse<\/h2>\n<p>In der f\u00f6deralistischen Schweiz gibt es Vorschriften und Gesetze, welche je nach Kanton unterschiedlich reguliert sein k\u00f6nnen. Deshalb hat der Standort der KMU einen entscheidenden Einfluss auf die administrative Belastung. So nehmen etwa Unternehmen in den Kantonen Aargau und Bern die durchschnittliche administrative Belastung deutlich h\u00f6her wahr als in den Kantonen Z\u00fcrich und St. Gallen (siehe Abbildung 1).<\/p>\n<p>Ebenso spielt die Gr\u00f6sse des Unternehmens eine Rolle. Die subjektive Belastung nimmt mit der Gr\u00f6sse n\u00e4mlich stetig zu. Von den Mikrounternehmen sch\u00e4tzen 58 Prozent die Belastung als hoch oder eher hoch ein. Das ist deutlich weniger als bei den mittelgrossen Unternehmen (71%) und den Grossunternehmen (76%).<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Subjektive Wahrnehmung der administrativen Belastung nach Kanton (2022)<\/h2>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"4G-2023_Wattenhofer_Abb1_de\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#4G-2023_Wattenhofer_Abb1_de').highcharts({\n    chart: {\n                type: 'bar'\n            },\n    \n            title: {\n                text: ''\n            },\nlegend: {\nreversed: true\n},\n    \n            xAxis: {\n                categories: ['Aargau*','Bern','Z\u00fcrich','Waadt*','St. Gallen*']\n            },\n    \n            yAxis: {\n                allowDecimals: false,\n                title: {\n                    text: ''\n                },\nlabels: {formatter: function() {\n\t                    \t   if(this.value <= 100) {\n\t\t                    \t   return this.value + '%';\n}\n}\n},\n                stackLabels: {\n                    enabled: true,\n                    formatter: function() {\n                        return  this.stack;\n                    }\n                }\n            },\n    \n            tooltip: {\n                formatter: function() {\n                    return '<b>'+ this.x +'<\/b><br\/>'+\n                        this.series.name +': '+ this.y +'%<br\/>';\n\n                }\n            },\n    \n            plotOptions: {\n                bar: {\n                    stacking: 'normal'\n                }\n            },\n    \n            series: [ {\n                name: 'eher gering\/gering',\n                data: [31,33,44,45,49],\n                stack: '',\n                 color:\"#327775\"\n                \n                \n            }, {\n                name: 'eher hoch\/hoch',\n                data: [69,67,56,55,51],\n                stack: '',\n               color:\"#655c99\"\n            }  ]\n        });\n\n});\n<\/script>\n<h6 class=\"content-copy\">* Kleine Fallzahl. Es werden nur die f\u00fcnf Kantone mit der h\u00f6chsten Fallzahl abgebildet. Originalfrage: Wie beurteilen Sie die administrative Belastung f\u00fcr Ihr Unternehmen insgesamt auf einer Skala von 1 (gering) bis 4 (hoch)?<\/h6>\n<h6 class=\"content-copy\">Quelle: Link (2023) \/ Die Volkswirtschaft<\/h6>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Bauvorhaben administrativ am aufwendigsten<\/h2>\n<p>Bei welchen Themen nehmen die Unternehmen am meisten administrativen Druck wahr? Die f\u00fcnf Bereiche mit der h\u00f6chsten subjektiv empfundenen Belastung sind Bauvorhaben, Lebensmittelhygiene, Ein- und Ausfuhr, das Einholen von Bewilligungen sowie der Ausbau von Produktionsanlagen. Hier hat \u00fcber die H\u00e4lfte der davon betroffenen Unternehmen angegeben, dass die entsprechenden gesetzlichen Vorschriften in hohem Masse belastend sind (siehe Abbildung 2).<\/p>\n<p>Diese Wahrnehmung stimmt mit den von den Unternehmen gesch\u00e4tzten Aufw\u00e4nden gr\u00f6sstenteils \u00fcberein: Tats\u00e4chlich sind Bauvorhaben, Lebensmittelhygiene sowie Ein- und Ausfuhr diejenigen Themen, welche am meisten Arbeitsaufwand (gemessen in Stunden pro Monat) bedeuten.<\/p>\n<p>Gesunken ist hingegen die wahrgenommene Belastung im Bereich der Mehrwertsteuer sowie bei der Rechnungslegung und der Revision.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Administrative Belastung (subjektiv) nach Regulierungsbereich (2022)<\/h2>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"4G-2023_Wattenhofer_Abb2_de\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#4G-2023_Wattenhofer_Abb2_de').highcharts({\n   chart: {\n                type: 'bar'\n            },\n    \n            title: {\n                text: ''\n            },\nlegend: {\nreversed: true\n},\n    \n            xAxis: {\n                categories: ['Bauvorhaben','Lebensmittelhygiene','Ein- und Ausfuhr','Einholen von Bewilligungen','Ausbau Produktionsanlage','Ausl. 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Ebenso k\u00f6nnen Entwicklungen wie die zunehmende Digitalisierung die administrative Belastung mindern. Gerade w\u00e4hrend der Corona-Pandemie hat diese einen Vorw\u00e4rtsschub erhalten. Und so geben die befragten Unternehmen auch an, dass neben \u00c4nderungen der Mehrwertsteuer vor allem die Digitalisierung und Onlineangebote eine administrative Entlastung gegen\u00fcber 2018 gebracht haben. Beispiele sind etwa der Onlineschalter f\u00fcr Beh\u00f6rdeng\u00e4nge Easygov oder Ahveasy.ch, das Onlineportal der Ausgleichskassen.<\/p>\n<p>Der B\u00fcrokratiemonitor 2022 zeigt: KMU in der Schweiz sind zwar noch immer mit einer hohen administrativen Belastung aufgrund gesetzlicher Vorschriften und Regulierungen konfrontiert. Gleichzeitig l\u00e4sst sich eine leichte Entspannung beobachten. Ob die zunehmende Digitalisierung auch k\u00fcnftig Abhilfe schafft, wird sich bei der n\u00e4chsten Erhebung in vier Jahren zeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">F\u00fcr den vollst\u00e4ndigen Bericht siehe Link (2023).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Der Erhebungsabstand zwischen der ersten und der zweiten Welle lag zu Beginn noch bei zwei Jahren. Link erhebt die Daten seit 2018. Als KMU gelten Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitern.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Alle durchgef\u00fchrten Signifikanztests gelten auf 5-Prozent-Niveau bzw. mit 5-prozentiger Irrtumswahrscheinlichkeit. Ein statistisch signifikanter Unterschied auf einem 5-Prozent-Niveau bedeutet, dass der Unterschied nicht zuf\u00e4llig gemessen wurde, sondern mit einer 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit auch in der Grundgesamtheit vorkommt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund 3 von 5 kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) empfinden die administrative Belastung in der Schweiz als hoch oder eher hoch. Das zeigt der \u00abB\u00fcrokratiemonitor 2022\u00bb des Markt- und Sozialforschungsunternehmens Link im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco). Die Studie wird alle vier Jahre durchgef\u00fchrt und misst die b\u00fcrokratische Last bei Schweizer KMU. 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