{"id":181545,"date":"2023-05-15T07:07:22","date_gmt":"2023-05-15T05:07:22","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=181545"},"modified":"2023-08-24T01:38:31","modified_gmt":"2023-08-23T23:38:31","slug":"kein-annahmezwang-fuer-bargeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2023\/05\/kein-annahmezwang-fuer-bargeld\/","title":{"rendered":"Kein Annahmezwang f\u00fcr Bargeld"},"content":{"rendered":"<p>Muss der Staat sicherstellen, dass in der Schweiz in allen Gesch\u00e4ften und Dienstleistungsbetrieben bar bezahlt werden kann? In anderen L\u00e4ndern wie etwa in Schweden wird es n\u00e4mlich immer schwieriger, mit Bargeld zu bezahlen. Diese Sorge war der Anlass f\u00fcr ein <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20184399\">Postulat<\/a> der SP-Nationalr\u00e4tin Prisca Birrer-Heimo.\u00a0Darin beauftragte das Parlament den Bundesrat, aufzuzeigen, wie die breite Akzeptanz von Bargeld in Zukunft sichergestellt werden kann. Mit dem Bericht \u00ab<a href=\"https:\/\/www.newsd.admin.ch\/newsd\/message\/attachments\/74344.pdf\">Die Akzeptanz von Bargeld in der Schweiz<\/a>\u00bb hat der Bundesrat darauf geantwortet.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Bargeld in der Schweiz beliebt<\/h2>\n<p>Die aktuellen Zahlen zeigen: Bargeld hat in der Schweiz nach wie vor eine hohe Bedeutung. Im internationalen Vergleich z\u00e4hlt die Schweiz bei der Bargeldnutzung klar zur Spitzengruppe (siehe Abbildung). Der Umlauf von Banknoten und M\u00fcnzen liegt gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP) bei rund 11 Prozent (Jahr 2022), das entspricht rund 85 Milliarden Franken. Signifikant h\u00f6her ist der Anteil nur in Japan.<\/p>\n<p>Doch damit nicht genug: Die Bargeldmenge hat in den vergangenen 15 Jahren sogar zugenommen. Die erh\u00f6hte Nachfrage nach Bargeld war insbesondere darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass es in den Jahren nach der Finanzkrise vermehrt zur Wertaufbewahrung benutzt wurde. Denn: Das \u00fcber viele Jahre andauernde Tiefzinsumfeld hat die Opportunit\u00e4tskosten der Bargeldhaltung gegen\u00fcber verzinslichen Wertanlagen reduziert. Allerdings hat sich diesbez\u00fcglich seit 2022 das Bild im Zuge steigender Inflation und Zinsen wieder ver\u00e4ndert, was sich entsprechend in einem R\u00fcckgang der Bargeldmenge manifestiert.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Anteil Bargeld am Bruttoinlandprodukt (1990\u20132022)<\/h2>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"Schmidbauer-Himmel-Baur_5G-2023_DE\"><\/div>\n<script>\n\n\n\n$(function () {\n    $('#Schmidbauer-Himmel-Baur_5G-2023_DE').highcharts({     \n\n chart: {\n        type: 'line'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    subtitle: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n    \n    title: {\n                text: ''\n            },\n        categories: [\n        \n'1990','1991','1992','1993','1994','1995','1996','1997','1998','1999','2000','2001','2002','2003','2004','2005','2006','2007','2008','2009','2010','2011','2012','2013','2014','2015','2016','2017','2018','2019','2020','2021','2022'\t\n\n],\n\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        labels: {\n                format: '{value}%'\n            },\n       \n    },\n     tooltip: {\n     headerFormat: '<b>{point.x} <\/b><br>',\n     valueSuffix: '%'\n   \n   \n        },\n    plotOptions: {\n        line: {\n    \n\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            },\n            enableMouseTracking: true\n        },\n        series: {\nmarker: {\nenabled: false\n}\n}\n    },\n    series: [{\n        name: 'Japan',\n        data: [\n       6.76,6.5,6.49,6.74,6.98,7.2,7.63,8.09,8.9,9.51,10.03,10.78,12.16,12.74,12.8,13.04,13.23,13.32,13.69,14.7,14.59,15.18,15.46,15.67,15.92,16.11,16.85,17.33,17.91,18.34,19.76,20.22,20.56\n\n\n], color: '#327775'\n    }, {\n        name: 'Schweiz',\n        data: [\n        8.52,8.11,7.97,7.8,7.92,7.91,8.23,8.02,8.05,8.81,8.01,8.72,8.7,8.8,8.39,8.42,8.25,7.95,8.43,8.74,8.69,9.21,10.05,10.5,10.61,11.37,11.98,12.38,12.04,12.23,13.27,12.83,11.01\n\n],color: '#655c99'\n       \n           },  \n           {\n        name: 'Euroraum',\n        data: [\n      null,null,null,null,null,5.13,5.12,5.11,4.94,5.12,4.81,3.18,4.4,4.98,5.62,6.17,6.51,6.67,7.39,8.17,8.35,8.63,8.79,9.15,9.54,9.87,9.96,9.91,10.05,10.21,11.92,11.95,11.54\n\n],color: '#649795'\n       \n           },\n           {\n        name: 'USA',\n        data: [\n       3.94,4.21,4.28,4.49,4.68,4.8,4.74,4.78,4.88,5.05,5.1,5.25,5.57,5.65,5.57,5.45,5.36,5.23,5.26,5.88,5.91,6.18,6.46,6.69,6.9,7.15,7.4,7.59,7.71,7.79,8.8,8.88,8.56\n\n\n],color: '\t#9bbcbc'\n    },{\n        name: 'China',\n        data: [\n       14.01,14.44,15.94,16.44,14.99,12.85,12.26,12.77,13.15,14.86,14.61,14.15,14.2,14.37,13.27,12.83,12.34,11.25,10.72,10.97,10.83,10.4,10.15,9.88,9.36,9.18,9.15,8.49,7.96,7.82,8.32,7.9,8.65\n\n\n],color: '#cccccc'\n    },{\n        name: 'Grossbritannien',\n        data: [\n       2.71,2.65,2.65,2.66,2.68,2.69,2.69,2.74,2.77,2.96,2.94,3.05,3.12,3.17,3.2,3.12,3.11,3.14,3.26,3.59,3.59,3.68,3.72,3.74,3.77,3.85,4.04,3.93,3.81,3.69,4.27,4.18,3.75\n\n\n],color: '#999999'\n    },{\n        name: 'Norwegen',\n        data: [\n      null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,2.98,2.87,2.85,2.66,2.6,2.46,2.36,2.1,2.23,2.07,1.95,1.8,1.75,1.68,1.7,1.62,1.46,1.25,1.16,1.18,0.94,0.72\n\n\n],color: '#666666'\n    },{\n        name: 'Schweden',\n        data: [\n       4.68,4.62,4.48,4.57,4.33,4.02,4.13,4.04,4.01,4.35,4.06,4.28,4.12,4.03,3.85,3.79,3.6,3.44,3.29,3.31,2.95,2.69,2.58,2.24,2.08,1.72,1.41,1.25,1.29,1.26,1.25,1.13,1.1\n\n\n],color: '#333333'\n    },\n           \n           \n           \n           ]\n});\n\n\n});\n\n<\/script>\n<h6 class=\"content-copy\">Quelle: Refinitiv Eikon, eigene Berechnungen der Autoren \/ Die Volkswirtschaft<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Digitale Zahlungsmittel werden attraktiver<\/h2>\n<p>Doch trotz des aktuell noch hohen Stellenwerts des Bargelds: Verschiedene Zahlungsmittelumfragen<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> belegen, dass Bargeld auch in der Schweiz als Zahlungsmittel gegen\u00fcber Debit- und Kreditkarten oder Bezahl-Apps tendenziell an Bedeutung verliert. Zwar ist Bargeld f\u00fcr allt\u00e4gliche Ausgaben, wie Lebensmittel, Kleider, Restaurantbesuche oder Freizeitaktivit\u00e4ten, noch immer das meistgenutzte Zahlungsmittel, sein Vorsprung gegen\u00fcber digitalen Bezahlformen hat sich jedoch verringert.<\/p>\n<p>Aus der <a href=\"https:\/\/www.snb.ch\/de\/mmr\/reference\/paytrans_survey_report_2020\/source\/paytrans_survey_report_2020.de.pdf\">Zahlungsmittelumfrage<\/a> der SNB f\u00fcr das Jahr 2020 geht hervor, dass der Anteil der allt\u00e4glichen Zahlungen, die mit Bargeld beglichen wurden, von 70 Prozent (2017) auf 43 Prozent (2020) gesunken ist. Die entsprechenden Anteile von Debit- und Kreditkartenzahlungen haben sich derweil auf 33 Prozent (2017: 22%) bzw. 13 Prozent (2017: 5%) erh\u00f6ht. Und auch Bezahl-Apps wie etwa Twint konnten ihren Nutzungsanteil von praktisch 0 Prozent im Jahr 2017 auf nunmehr 5 Prozent deutlich steigern. Der Hauptgrund f\u00fcr diese Entwicklung ist, dass bargeldlose Zahlungsmittel benutzerfreundlicher und schneller sind (etwa Zahlkarten mit Kontaktlosfunktion). Die Corona-Pandemie hat durch den vermehrten Einsatz von kontaktlosen Bezahlformen diese Ver\u00e4nderungen beschleunigt.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Bargeld ist gesamtwirtschaftlich wichtig<\/h2>\n<p>Dass viele Personen dennoch lieber Bargeld nutzen, kann mehrere Gr\u00fcnde haben. Zum Beispiel, wenn jemand ein Bed\u00fcrfnis nach physischem Geld hat oder keine digitalen Informationen \u00fcber sich und sein Kaufverhalten preisgeben m\u00f6chte. Denn Bargeld sch\u00fctzt die finanzielle Privatsph\u00e4re, weil es keine Datenspuren hinterl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus erf\u00fcllen Noten und M\u00fcnzen auch Funktionen f\u00fcr Wirtschaft und Gesellschaft, die bargeldlose Zahlungsmittel bislang nicht vollst\u00e4ndig ersetzen k\u00f6nnen. So erm\u00f6glicht heute nur Bares der Allgemeinheit den Zugang zu Zentralbankgeld. Das ist wichtig f\u00fcr das Vertrauen in das private Bankenbuchgeld und somit f\u00fcr das Funktionieren des Geldsystems. Denn privates Bankenbuchgeld unterliegt dem Schuldnerrisiko, das heisst, es ist im Konkursfall der Bank nur bis zum Maximalbetrag der Einlagensicherung (100\u2019000 Franken) versichert und erh\u00e4lt das Vertrauen der \u00d6ffentlichkeit daher erst durch seine Konvertierbarkeit in Zentralbankgeld. Auf diese Weise stellt Zentralbankgeld einen monet\u00e4ren Anker f\u00fcr das Geldsystem dar. Ausserdem st\u00e4rkt Bargeld die Krisenresilienz, weil es eine \u00dcberbr\u00fcckungsfunktion erf\u00fcllt, falls es zu Ausf\u00e4llen der elektronischen Zahlungssysteme kommt. Und: Bargeld erm\u00f6glicht Personen ohne Bankkonto und ohne Zugang zu bargeldlosen Zahlungsmitteln wie auch jenen, die digitales Geld nicht benutzen wollen, die Teilhabe am Wirtschafts- und Sozialleben (finanzielle Inklusion).<\/p>\n<p>Aus all diesen Gr\u00fcnden w\u00e4re ein weitgehendes Verschwinden von Bargeld mit gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nachteilen verbunden und sollte vermieden werden \u2013 zumindest so lange, wie keine gleichwertige bargeldlose Alternative zur Verf\u00fcgung steht. Eine solche k\u00f6nnte in Zukunft beispielsweise f\u00fcr die Allgemeinheit verf\u00fcgbares digitales Zentralbankgeld (Central Bank Digital Currency, CBDC) darstellen. Viele Zentralbanken, darunter auch die SNB, pr\u00fcfen zurzeit solche Konzepte; allerdings ist eine Umsetzung auf breiter Front noch nicht in Sicht.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Drohende Negativspirale<\/h2>\n<p>Die aktuelle Tendenz zu weniger Bargeldzahlungen ist deshalb nicht unproblematisch. Denn: Bargeldzugang, Bargeldnutzung und Bargeldakzeptanz beeinflussen sich gegenseitig und k\u00f6nnen einen sich selbst verst\u00e4rkenden Prozess in Gang setzen. Wenn beispielsweise als Folge einer verringerten Bargeldnutzung die Banken das Automatennetz ausd\u00fcnnen, wird der Zugang zu Bargeld erschwert. Zudem sinkt die Bargeldakzeptanz, wenn sich Gesch\u00e4fte und Dienstleistungsbetriebe vermehrt auf bargeldlose Bezahlformen der Kundschaft ausrichten und Barzahlungen zunehmend einschr\u00e4nken. Die Kunden wiederum merken, dass sie Bargeld immer weniger verwenden k\u00f6nnen, und nutzen deshalb vermehrt bargeldlose Zahlungsmittel, wodurch die Bargeldnutzung weiter abnimmt, und so weiter\u2026<\/p>\n<p>Solche negativen Spiralen konnten insbesondere in <a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/?p=182834&amp;v\">Schweden<\/a>, aber auch in den Niederlanden und in Grossbritannien beobachtet werden und haben dort wesentlich zur schwindenden Rolle des Bargelds beigetragen. In den betroffenen L\u00e4ndern haben die staatlichen Beh\u00f6rden deshalb teilweise Massnahmen ergriffen, um die Entwicklung hin zu einer weitgehend bargeldlosen Gesellschaft zu bremsen. Ein Beispiel daf\u00fcr ist etwa ein gesetzliches Mindestangebot an Bargelddienstleistungen, wie es seit 2022 in Schweden gilt.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a><\/p>\n<p>In der Schweiz ist eine solche Negativspirale bislang nicht festzustellen. Gem\u00e4ss Umfragen ist die Bev\u00f6lkerung mit der Abdeckung von Bargeldbezugsstellen grunds\u00e4tzlich zufrieden.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Einschr\u00e4nkungen der Bargeldakzeptanz sind, trotz einer gewissen Zunahme in den letzten Jahren, noch eher selten und punktuell.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Bargeldannahmezwang zu einschneidend<\/h2>\n<p>Das Postulat von Prisca Birrer-Heimo schl\u00e4gt als Massnahme zur St\u00e4rkung der Bargeldakzeptanz vor, die bereits bestehende gesetzliche Annahmepflicht von dispositivem in zwingendes Recht umzuwandeln. Was ist damit gemeint? In <a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2000\/186\/de#art_3\">Artikel 3<\/a> des Bundesgesetzes \u00fcber die W\u00e4hrung und die Zahlungsmittel (WZG) ist festgelegt, dass Umlaufm\u00fcnzen bis zu 100 St\u00fcck und Banknoten in unbeschr\u00e4nkter Zahl anzunehmen sind. Allerdings stellt diese Verpflichtung sogenanntes dispositives Recht dar. Das bedeutet, die Annahmepflicht gilt nur dann, wenn die Vertragsparteien nichts anderes vereinbart haben. Ein sichtbarer Hinweis beim Gesch\u00e4ftseingang mit dem Vermerk \u00abNur bargeldlose Zahlungen akzeptiert\u00bb bewirkt bereits, dass die Annahmepflicht wegbedungen ist.<\/p>\n<p>Dem wollte das Postulat einen Riegel schieben, indem das dispositive Recht in zwingendes Recht umgewandelt werden soll. Durch eine solche zwingende Bargeldannahmepflicht w\u00fcrde quasi ein Recht auf Barzahlung verankert und ausgeschlossen, dass private Firmen oder Anbieter von \u00f6ffentlichen Leistungen im Rahmen ihrer Vertragsfreiheit Barzahlungen ausschliessen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gest\u00fctzt auf die Analyse im Bericht, ist f\u00fcr den Bundesrat eine zwingende Annahmepflicht derzeit jedoch weder angemessen noch notwendig. Zu stark w\u00e4re der Eingriff in die Vertragsfreiheit und in das Grundrecht der Wirtschaftsfreiheit. Zudem k\u00f6nnte eine zwingende Verpflichtung unter Umst\u00e4nden hohe Kosten f\u00fcr einzelne Wirtschaftsakteure verursachen und zu Wettbewerbsverzerrungen zwischen Unternehmen f\u00fchren. Ausserdem besteht zurzeit keine Notwendigkeit f\u00fcr einen solchen Eingriff, auch weil die Bargeldnutzung in der Schweiz nach wie vor hoch ist, die Bev\u00f6lkerung mit dem Bargeldzugang grunds\u00e4tzlich zufrieden und die Bargeldakzeptanz gut gew\u00e4hrleistet ist. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass die Wahl der Zahlungsmittel grunds\u00e4tzlich den privaten Haushalten und Unternehmen \u00fcberlassen sein soll.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Entwicklungen beobachten<\/h2>\n<p>Gleichwohl: Aufgrund der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Funktionen des Bargelds will der Bundesrat die weiteren Entwicklungen im Bargeldbereich aufmerksam beobachten. So kann er rechtzeitig einen allf\u00e4lligen Handlungsbedarf erkennen und geeignete, im Vergleich zur zwingenden Annahmepflicht weniger einschneidende Massnahmen ergreifen.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund hat der Bundesrat das Eidgen\u00f6ssische Finanzdepartement (EFD) beauftragt, in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden \u00fcber die Entwicklung des Bargeldzugangs, der Bargeldakzeptanz und der Bargeldverwendung zu informieren und allenfalls Handlungsoptionen aufzuzeigen. Dazu geh\u00f6rt auch die laufende Berichterstattung \u00fcber Innovationen im Bereich alternativer Zahlungsmittel, unter anderem solcher, die Bargeld ersetzen k\u00f6nnten. Des Weiteren erteilte er dem EFD den Auftrag, einen runden Tisch mit den am Bargeldverkehr beteiligten Akteuren \u2013 SNB, Bund, Banken, Post, Detailhandel, Dienstleistungsanbieter, Verbraucherverb\u00e4nde \u2013 zu etablieren.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe unter anderem SNB (2021) sowie Graf et al. (2023). Zu letztgenannter Publikation siehe auch den <a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/?p=182626&v\">Artikel<\/a> von Graf, Heim, Stadelmann und Tr\u00fctsch in diesem Schwerpunkt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Eine Zusammenfassung von in verschiedenen L\u00e4ndern ergriffenen Massnahmen findet sich im <a href=\"https:\/\/www.newsd.admin.ch\/newsd\/message\/attachments\/74344.pdf\">Bericht des Bundesrates<\/a> auf Seite 23ff.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe SNB (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Muss der Staat sicherstellen, dass in der Schweiz in allen Gesch\u00e4ften und Dienstleistungsbetrieben bar bezahlt werden kann? 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Der Bundesrat sieht vorerst keinen Handlungsbedarf. ","post_hero_image_description":"Kassiererin in Ingebohl SZ: Die Bargeldnutzung in der Schweiz ist nach wie vor hoch. ","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>\r\n \t<li>\r\n<h6 class=\"content-copy\">Bundesrat (2022). <a href=\"https:\/\/www.newsd.admin.ch\/newsd\/message\/attachments\/74344.pdf\">Die Akzeptanz von Bargeld in der Schweiz<\/a>. Bericht des Bundesrates in Erf\u00fcllung des Postulates 18.4399, Birrer-Heimo, vom 14.12.2018. Bern, 9. Dezember.<\/h6>\r\n<\/li>\r\n \t<li>\r\n<h6 class=\"content-copy\">Graf, S., N. Heim, M. Stadelmann und T. Tr\u00fctsch (2023). <a href=\"https:\/\/www.swisspaymentmonitor.ch\/\">Swiss Payment Monitor 2023 \u2013 Wie bezahlt die Schweiz?<\/a>, Ausgabe 1\/2023 \u2013 Erhebung November 2022. Universit\u00e4t St.Gallen \/ Z\u00fcrcher Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften.<\/h6>\r\n<\/li>\r\n \t<li>\r\n<h6 class=\"content-copy\">SNB (2021). <a href=\"https:\/\/www.snb.ch\/de\/mmr\/reference\/paytrans_survey_report_2020\/source\/paytrans_survey_report_2020.de.pdf\">Zahlungsmittelumfrage 2020<\/a>. 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