{"id":182839,"date":"2023-05-16T07:07:25","date_gmt":"2023-05-16T05:07:25","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=182839"},"modified":"2023-08-24T01:39:36","modified_gmt":"2023-08-23T23:39:36","slug":"nur-bares-hat-bestand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2023\/05\/nur-bares-hat-bestand\/","title":{"rendered":"Nur Bares hat Bestand"},"content":{"rendered":"<p>Geld galt viel, als vermutlich K\u00f6nig Kr\u00f6sus im 6. Jahrhundert vor unserer Zeit erstmals Goldst\u00fccke pr\u00e4gte, mit Siegelzeichen versah und es selbst im Staate als Zahlungsmittel annahm. Zweieinhalbtausend Jahre sp\u00e4ter geht die EU pl\u00f6tzlich gegen ihr eigenes Bargeld vor. Niemand darf mehr als 10\u2019000 Euro \u00fcber eine Grenze f\u00fchren, niemand darf mehr als so viel zu Barzahlungen verwenden, und die 500-Euro-Note wird nicht mehr ausgegeben. Schweizer Beh\u00f6rden leisten Sch\u00fctzenhilfe, seit 2009 sollen auch ausreisende Schweizer Einwohner an der Grenze Betr\u00e4ge \u00fcber 10\u2019000 rechtfertigen und ihre Identit\u00e4t registrieren lassen.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndet wird dies mit Sicherheit und dem Kampf gegen Kriminalit\u00e4t, Steuerflucht, Geldw\u00e4sche. Dass dabei die rechtsstaatliche Unschuldsvermutung umgekehrt wird, die B\u00fcrger unter Generalverdacht stehen und die Beweislast haben, hat kaum noch Aufsehen verursacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Die M\u00f6glichkeit der Flucht ins Bargeld ist ein Dorn in den Augen der Zentralbanken und Finanzmarktbeh\u00f6rden.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Soeben liefen mehrere \u00abBank-Runs\u00bb auf Kundengelder in den USA und einer bei der CS in der Schweiz ab. Das Banksystem, das Kredite \u00fcber die vorhandenen Einlagen hinaus erteilt, schafft Buchgeld, ist ein Teilreservensystem. Bei kleinsten \u00c4ngsten will daher das Publikum Bargeld, also Notenbankgeld, das nur teils vorhanden ist. Diese M\u00f6glichkeit der Flucht ins Bargeld ist ein Dorn in den Augen der Notenbanken und Finanzmarktbeh\u00f6rden. Das Teilreservensystem ist als Ganzes ein Systemrisiko, das Bargeld ist sein Herausforderer.<\/p>\n<p>Pl\u00e4ne der Notenbanken f\u00fcr digitales Geld haben damit zu tun. Gelingt es, dem Publikum das Bargeld zu entwinden, bleiben die Teilreservebanken der einzige Hort f\u00fcr Guthaben, nicht f\u00fcr Bares. Digitale Konten aber k\u00f6nnen bequem besteuert, amputiert werden \u2013 des B\u00fcrgers Geld ist in der Hand des Staates, der Politiker, der Notenbank, gerade wenn sie sich verrannt haben mit der Geldpresse. Das Bargeld kann unterdr\u00fcckt werden, indem eine Geb\u00fchr verlangt wird, von der Notenbank, dann \u00fcberw\u00e4lzt durch die Banken auf die Kunden, wenn sie es beziehen und es wieder ins Banksystem zur\u00fcckbringen. Oder man folgt dem Vorschlag des Internationalen W\u00e4hrungsfonds f\u00fcr digitales Geld als Prinzip. Dagegen w\u00fcrden die Notenbanken Notengeld abwerten, also nur zu unter 100 Prozent zur\u00fccknehmen. Auch dies stellt alles auf den Kopf \u2013 Buchgeld auf Teilreservebanken w\u00fcrde attraktiver als Bargeld, ein Geld zweiter Klasse.<\/p>\n<p>Bargeldkonten statt nur Buchgeldkonten will hingegen The Narrow Bank in den USA bieten. Sie w\u00e4re eine Vollgeldbank, ohne Krediterteilung, diente nur als Kassenhaltung der Kunden und w\u00fcrde diese Gelder bei der Notenbank einlegen, was Banken d\u00fcrfen. Dann h\u00e4tten die Kunden jederzeit Notenbankgeld anstatt nur Buchgeld zugut, und erst noch verzinst, weil die Notenbank die Bankeinlagen bei ihr verzinst. Aber diese elegante Konkurrenz des Teilreservesystems durch echtes Notenbankgeld auf Konten wehrt die US-Notenbank ab. Seit f\u00fcnf Jahren k\u00e4mpfen ihre Juristen gegen eine Bewilligung f\u00fcr diese Narrow Bank. Zeichen der Zeit!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geld galt viel, als vermutlich K\u00f6nig Kr\u00f6sus im 6. Jahrhundert vor unserer Zeit erstmals Goldst\u00fccke pr\u00e4gte, mit Siegelzeichen versah und es selbst im Staate als Zahlungsmittel annahm. Zweieinhalbtausend Jahre sp\u00e4ter geht die EU pl\u00f6tzlich gegen ihr eigenes Bargeld vor. 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