{"id":183148,"date":"2023-05-16T07:07:35","date_gmt":"2023-05-16T05:07:35","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=183148"},"modified":"2023-08-24T01:39:50","modified_gmt":"2023-08-23T23:39:50","slug":"bargeld-stirbt-nicht-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2023\/05\/bargeld-stirbt-nicht-aus\/","title":{"rendered":"\u00abBargeld stirbt nicht aus\u00bb"},"content":{"rendered":"<div class=\"content-copy-questions\">Herr Schlegel, welche Farbe hat Ihr Portemonnaie?<\/div>\n<p>Mein Portemonnaie ist schwarz und aus Leder. Soll ich schauen, wie viel Bargeld ich heute dabeihabe? (beginnt zu z\u00e4hlen) Hundert, hundertdreissig Franken und einen Zweifr\u00e4nkler f\u00fcr das W\u00e4geli im Supermarkt.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Sie bezahlen regelm\u00e4ssig bar?<\/div>\n<p>Regelm\u00e4ssig. Aber auch viel mit Karte, so die Eink\u00e4ufe im Supermarkt.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">\u00c4rgern Sie sich, wenn es in L\u00e4den heisst \u00abWir akzeptieren Kreditkarten erst ab 20 Franken\u00bb?<\/div>\n<p>\u00dcberhaupt nicht. Jedes Gesch\u00e4ft hat das Recht, die akzeptierten Zahlungsmittel selber zu bestimmen. Gerade bei kleinen Betr\u00e4gen sind die Kosten f\u00fcr Kartenzahlungen hoch. Ich habe vor einigen Wochen in einem kleinen Laden zwei Ersatzkn\u00f6pfe f\u00fcr einen Anzug gekauft und gefragt, welches Zahlungsmittel bevorzugt wird \u2013 nat\u00fcrlich Bargeld. Der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Zahlungsmitteln ist wichtig.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">H\u00f6re ich hier Sympathie f\u00fcr die unl\u00e4ngst zustande gekommene Volksinitiative \u00abBargeld ist Freiheit\u00bb?<\/div>\n<p>Bargeld hat neben Nachteilen auch viele Vorteile gegen\u00fcber Karten \u2013 zum Beispiel technische: Es braucht keine Ger\u00e4te, keinen Strom, und wenn man eine Note \u00fcbergibt, ist die Zahlung erledigt. Aber auch in Bezug auf den Datenschutz ist Bargeld im Vorteil. Ich kann verstehen, dass Bargeld f\u00fcr einige Leute Freiheit bedeutet.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Der Bundesrat hat eben seinen Bargeldbericht verabschiedet: H\u00e4ndler sollen selbst entscheiden k\u00f6nnen, ob sie Bargeld annehmen wollen oder nicht. Der Bundesrat ist also gegen einen Annahmezwang f\u00fcr Bargeld. Einverstanden?<\/div>\n<p>Eine allgemeine Annahmepflicht w\u00fcrde sehr weit gehen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es wichtig, dass alle gew\u00fcnschten Transaktionen einfach, sicher und g\u00fcnstig zustande kommen. Das scheint heute in den allermeisten F\u00e4llen gegeben \u2013 auch dank der Tatsache, dass Bargeld als Back-up immer zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Muss der Staat sicherstellen, dass man zwischen Bargeld und bargeldlosen Zahlungsmitteln w\u00e4hlen kann?<\/div>\n<p>Ein gut funktionierender Zahlungsverkehr ist ein Grundpfeiler der Wirtschaft, deshalb nehmen Staat und Zentralbank beim Zahlungsverkehr traditionell eine wichtige Rolle ein. Die Bev\u00f6lkerung soll nach ihren Bed\u00fcrfnissen bezahlen k\u00f6nnen. Letztendlich ist es eine politische Frage, ob man f\u00fcr Bargeld eine Annahmepflicht vorschreiben will \u2013 oder eben nicht. Zu unserem gesetzlichen Auftrag geh\u00f6rt sowohl die Gew\u00e4hrleistung der Bargeldversorgung als auch die Erleichterung und die Sicherung des Funktionierens bargeldloser Zahlungssysteme.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Kurz vor Corona wurde in der Schweiz vor Ort \u00fcber die H\u00e4lfte der Zahlungen bar get\u00e4tigt. Seit Corona sank dieser Anteil auf ein Drittel. Wo ist das Problem, wenn Bargeld langsam ausstirbt?<\/div>\n<p>Bargeld stirbt nicht aus. Das sehen wir auch in L\u00e4ndern wie Schweden und Norwegen, in denen haupts\u00e4chlich bargeldlos bezahlt wird. Es gibt auch dort einen Sockel an Transaktionen, die mit Bargeld get\u00e4tigt werden. In der Schweiz sind wir in einer anderen Situation. Hier zahlen immer noch sehr viele Menschen regelm\u00e4ssig mit Bargeld. Zudem ist die Bargeldmenge bis vor einem halben Jahr stark gestiegen \u2013 auf \u00fcber 90 Milliarden Franken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Ein grosser Teil des Bargelds dient zur Wertaufbewahrung.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Warum stieg die Bargeldmenge?<\/div>\n<p>Die Gr\u00fcnde waren das tiefe Zinsniveau und Phasen grosser Unsicherheit wie zuerst die Finanzkrise \u2013 und zuletzt die Corona-Pandemie. In solchen Zeiten ist die Nachfrage nach Bargeld besonders gross. Ein grosser Teil des Bargelds dient zur Wertaufbewahrung. Mit dem Ende der Negativzinsen scheint dieses Bed\u00fcrfnis kleiner geworden zu sein, und der Bargeldumlauf geht zur\u00fcck.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Gibt es ein Problem, wenn weniger mit Bargeld bezahlt wird?<\/div>\n<p>Bargeld ist ein Volumengesch\u00e4ft. Wenn weniger Bargeld im Umlauf ist, steigen die St\u00fcckkosten f\u00fcr dessen Bereitstellung. Das macht den Betrieb der Bargeldinfrastruktur teurer und kann zu einer Negativspirale f\u00fchren: Wird der Geldautomat an der Ecke abgebaut, k\u00f6nnen die Leute kein Bargeld holen, beim Quartierladen nicht mehr bar bezahlen. Wenn weniger mit Bargeld bezahlt wird, lohnt es sich f\u00fcr die L\u00e4den weniger, Bargeld zu akzeptieren, und so weiter.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Ist das nicht der nat\u00fcrliche Kreislauf?<\/div>\n<p>Ein allf\u00e4lliger R\u00fcckgang k\u00f6nnte selbstverst\u00e4rkend sein. Im Extremfall w\u00e4re dann die Wahlfreiheit der Bev\u00f6lkerung nicht mehr gegeben. Aus unserer Sicht m\u00f6chte ich festhalten: Solange es eine Nachfrage nach Bargeld gibt, bieten wir es gem\u00e4ss unserem Auftrag an.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Die Gesch\u00e4ftsbanken finanzieren nicht nur die Geldautomaten selbst, sondern auch den Transporter, welcher das Bargeld bei der Nationalbank abholt. Entscheiden schlussendlich die Gesch\u00e4ftsbanken, ob die Bargeldinfrastruktur aufrechterhalten bleibt?<\/div>\n<p>Die Bargeldversorgung in der Schweiz ist eine Verbundleistung. Die Entwicklung muss man aber genau beobachten. Der Bundesrat beauftragte das Eidgen\u00f6ssische Finanzdepartement hierf\u00fcr mit der Bildung eines runden Tischs. Dieser soll die beteiligten Akteure zusammenbringen und ein enges Monitoring des Bargeldverkehrs erlauben.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Was halten Sie von der Subventionierung von Geldautomaten, zur Sicherstellung der Bargeldinfrastruktur?<\/div>\n<p>Das w\u00e4re nicht der richtige Ansatz. Der Erhalt der Bargeldinfrastruktur liegt in der Verantwortung aller Beteiligten. Die Gew\u00e4hrleistung der Bargeldversorgung bleibt eine wichtige Aufgabe der SNB, und sie tr\u00e4gt dazu bei, indem sie f\u00fcr gute Rahmenbedingungen bei der Grobverteilung sorgt.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Wie hoch ist der Anteil an Schweizer Banknoten, die im Ausland gehalten werden?<\/div>\n<p>Das wissen wir nicht. Der Vorteil der Anonymit\u00e4t des Bargelds ist aus statistischer Sicht ein Nachteil. Wir gehen davon aus, dass ein guter Teil auch im Ausland zirkuliert und zur Wertaufbewahrung verwendet wird. Das ist ein Kompliment und ein Vertrauensbeweis f\u00fcr die Schweiz und die SNB: Man vertraut darauf, dass unser Geld seinen Wert beh\u00e4lt.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">H\u00e4ngt die hohe Nachfrage nach Franken zur Wertaufbewahrung im In- und Ausland vielleicht auch damit zusammen, dass man f\u00fcr grosse Summen weniger Frankenscheine braucht, da es in der Schweiz die 1000er-Note gibt? Nur Singapur und Brunei haben wertvollere Scheine.<\/div>\n<p>Ich glaube, das spielt eine untergeordnete Rolle. Auch mit der 200er-Note braucht eine Million Franken nicht viel Platz: Ein 15-Zentimeter-Turm mit 1000er-Noten oder f\u00fcnfmal so viel mit den kleineren Noten \u2013 beides ist recht kompakt.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Wird h\u00e4ufig mit 1000er-Noten bezahlt?<\/div>\n<p>Fast 50 Milliarden Franken sind in Form von 1000er-Noten im Umlauf. Das entspricht wertm\u00e4ssig mehr als der H\u00e4lfte aller Schweizer Banknoten. Ein Teil davon wird gem\u00e4ss unseren Umfragen f\u00fcr Transaktionen verwendet.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Hat die SNB gen\u00fcgend Banknoten auf Lager, um in einem Krisenfall die Banken mit ausreichend Bargeldliquidit\u00e4t zu versorgen?<\/div>\n<p>Unser Vorrat an Noten und M\u00fcnzen ist gen\u00fcgend gross, sodass wir auch einen sehr starken Anstieg der Nachfrage befriedigen k\u00f6nnten.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Lagern Sie dieses Bargeld unter dem Bundesplatz in Bern?<\/div>\n<p>Dazu kann ich Ihnen nichts sagen. (lacht) Sicherheit ist ein wichtiges Thema bei uns.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/05\/interview_20230424_SECO_SCHLEGEL_140.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-183695\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/05\/interview_20230424_SECO_SCHLEGEL_140-1024x552.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"431\" srcset=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/05\/interview_20230424_SECO_SCHLEGEL_140-1024x552.jpg 1024w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/05\/interview_20230424_SECO_SCHLEGEL_140-300x162.jpg 300w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/05\/interview_20230424_SECO_SCHLEGEL_140-768x414.jpg 768w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/05\/interview_20230424_SECO_SCHLEGEL_140.jpg 1335w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<h6 class=\"content-copy\">SNB-Vizepr\u00e4sident Martin Schlegel. (Bild: Keystone \/ Alessandro della Valle)<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Die SNB f\u00fchrte 2015 Negativzinsen ein. Im September 2022 hob sie diese wieder auf. Beschr\u00e4nkt Bargeld Ihre Geldpolitik?<\/div>\n<p>Die meisten Leute bezahlten keinen Negativzins auf ihren Konten. Es ist aber so, dass bei stark negativen Zinsen Bargeld attraktiv ist. Denn Bargeld tr\u00e4gt keinen Zins, weder einen positiven noch einen negativen. Allerdings ist die Bargeldhaltung im grossen Stil auch nicht gratis. Man braucht eine Versicherung, einen Safe und so weiter. Beim Negativzins von \u20130,75 Prozent waren wir noch nicht beim tiefstm\u00f6glichen Zins angelangt. Also jener Zinsschwelle, ab der die Bankeinlagen im grossen Stil in Bargeld abgezogen w\u00fcrden. Wir h\u00e4tten die Zinsen weiter senken k\u00f6nnen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Verschiedene Zentralbanken pr\u00fcfen zurzeit die M\u00f6glichkeiten einer digitalen Zentralbankw\u00e4hrung. Wie w\u00fcrde eine solche funktionieren?<\/div>\n<p>Wenn Sie beispielsweise mit einem digitalen Franken bezahlen, so w\u00fcrden Sie, vereinfacht gesagt, mit der Zahlung die Nationalbank verpflichten und nicht Ihre Gesch\u00e4ftsbank \u2013 wie dies heute der Fall ist.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Das heisst, ein digitaler Franken f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung w\u00fcrde die Gesch\u00e4ftsbanken ausschalten?<\/div>\n<p>Das kommt auf die Ausgestaltung des Systems an. Es gibt Systeme, bei denen Gesch\u00e4ftsbanken eine nahezu gleiche Rolle einnehmen wie heute und die Kundenschnittstelle behalten. Und es gibt andere, die quasi die Zentralbank zur Konkurrentin der Gesch\u00e4ftsbanken macht, weil jede Person eine Art Konto bei der Zentralbank halten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Der digitale Franken f\u00fcr die breite Bev\u00f6lkerung bringt aus unserer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt f\u00fcr die Schweiz kaum Vorteile.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Die Europ\u00e4ische Zentralbank will im Oktober entscheiden, wie sie das Projekt \u00abDigitaler Euro\u00bb fortsetzt. Wie sieht der Zeitplan in der Schweiz aus?<\/div>\n<p>Der digitale Franken f\u00fcr die breite Bev\u00f6lkerung bringt aus unserer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt f\u00fcr die Schweiz kaum Vorteile, weist aber diverse Risiken auf. Wir sind im Moment daher zur\u00fcckhaltender. Eine Weiterentwicklung der bestehenden Zahlungssysteme scheint uns sinnvoller.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Also wartet die Schweiz zu?<\/div>\n<p>Nein, die Schweiz ist sogar f\u00fchrend auf dem Gebiet des digitalen Zentralbankgelds. Unser Fokus liegt aber auf einem digitalen Franken, der f\u00fcr die Abwicklung von tokenisierten Wertschriften eingesetzt werden kann. Dieser w\u00fcrde jenen Finanzinstituten zur Verf\u00fcgung gestellt, die heute schon ein Konto bei uns haben. Wir experimentieren hierzu seit L\u00e4ngerem mit der Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich in Basel und werden diese Arbeiten nun in einem Pilotbetrieb fortf\u00fchren.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Und parallel zur digitalen Welt leben wir weiterhin mit der alternden Technologie Bargeld?<\/div>\n<p>Alternde Technologie w\u00fcrde ich Bargeld nicht nennen. Im Gegenteil: Bargeld vereint Hightech und Kunst. Es wird immer weiterentwickelt. Gerade in der Schweiz haben wir einige Firmen, die hier an vorderster Front dabei sind. Aber auch das bestehende Zahlungssystem entwickeln wir laufend weiter. Ab Herbst 2023 wird das Zahlungssystem der Schweiz Sofort\u00fcberweisungen erm\u00f6glichen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Schlegel, welche Farbe hat Ihr Portemonnaie? Mein Portemonnaie ist schwarz und aus Leder. Soll ich schauen, wie viel Bargeld ich heute dabeihabe? (beginnt zu z\u00e4hlen) Hundert, hundertdreissig Franken und einen Zweifr\u00e4nkler f\u00fcr das W\u00e4geli im Supermarkt. Sie bezahlen regelm\u00e4ssig bar? Regelm\u00e4ssig. 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Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich und promovierte 2009 an der Universit\u00e4t Basel.\r\n\r\nDie SNB wurde 1907 gegr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt als unabh\u00e4ngige Zentralbank die Geld- und W\u00e4hrungspolitik des Landes. 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