{"id":185617,"date":"2023-08-22T07:00:27","date_gmt":"2023-08-22T05:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=185617"},"modified":"2023-08-24T01:40:38","modified_gmt":"2023-08-23T23:40:38","slug":"zusatzversicherungen-tragen-zu-mehr-spitalaufenthalten-bei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2023\/08\/zusatzversicherungen-tragen-zu-mehr-spitalaufenthalten-bei\/","title":{"rendered":"Zusatzversicherungen tragen zu mehr Spitalaufenthalten bei"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 2020 beliefen sich die Gesundheitsausgaben in der Schweiz auf 83,3 Milliarden Franken oder 804 Franken pro Person und Monat.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Dies entspricht 11,8 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) \u2013 und somit dem vierth\u00f6chsten Wert zu laufenden Preisen in ganz Europa. Verantwortlich f\u00fcr den anhaltenden Aufw\u00e4rtstrend ist das Zusammenspiel aus demografischer Alterung und medizinischem Fortschritt mit immer mehr innovativen, teuren Leistungen. Die steigenden Gesundheitskosten wirken sich \u00fcber h\u00f6here Krankenkassenpr\u00e4mien direkt auf die Kaufkraft der Haushalte aus, aber auch auf die \u00f6ffentlichen Finanzen. Die Eind\u00e4mmung der Gesundheitsausgaben ist daher f\u00fcr alle grossen Volkswirtschaften ein zentrales Thema.<\/p>\n<p>Die nicht obligatorische Zusatzversicherung deckt unter anderem die Kosten eines Spitalaufenthalts in der (halb)privaten Abteilung.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Die Versicherten haben damit Anspruch auf eine freie Arztwahl in allen Schweizer Spit\u00e4lern sowie auf ein Einzelzimmer in der privaten Abteilung (bzw. ein Doppelzimmer in der halbprivaten Abteilung). Der Abschluss einer solchen Zusatzversicherung ver\u00e4ndert die Anreize sowohl auf der Seite der Leistungserbringer als auch der Versicherten.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Leistungserbringer kurbeln Nachfrage an<\/h2>\n<p>Wie alle Wirtschaftsakteure maximieren auch medizinische Leistungserbringer ihre Einnahmen. In gewissen Verg\u00fctungssystemen, zum Beispiel bei der Einzelleistungsverg\u00fctung, bei der die \u00c4rzte f\u00fcr jede durchgef\u00fchrte medizinische Handlung bezahlt werden, k\u00f6nnen finanzielle \u00dcberlegungen dazu f\u00fchren, dass sie ihren Patienten zus\u00e4tzliche oder lukrativere Behandlungen empfehlen. Diese finanziellen Anreize entstehen aufgrund asymmetrischer Information, bei der die \u00c4rzte \u00fcber mehr Informationen zu den verf\u00fcgbaren Behandlungen und zum Gesundheitszustand ihrer Patienten verf\u00fcgen als diese selbst. Die Patienten vertrauen folglich dem \u00e4rztlichen Fachwissen und befolgen dessen Empfehlungen. Die vom Leistungserbringer ausgel\u00f6ste Nachfrage kann dazu f\u00fchren, dass nicht zwingend n\u00f6tige, aber f\u00fcr \u00c4rzte und Spit\u00e4ler lukrative medizinische Behandlungen durchgef\u00fchrt werden.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Eine vom Eidgen\u00f6ssischen Departement des Innern beauftragte internationale Expertengruppe kam 2017 ebenfalls zum Schluss, dass von der Zusatzversicherung verg\u00fctete hohe Betr\u00e4ge insbesondere bei station\u00e4ren Behandlungen in Spit\u00e4lern Anreize f\u00fcr unn\u00f6tige Leistungen bieten k\u00f6nnen.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Es gibt also Grund, anzunehmen, dass Patienten mit Zusatzversicherung, die im Spital die Privatabteilung in Anspruch nehmen k\u00f6nnen, f\u00fcr Schweizer Spit\u00e4ler und die \u00c4rzteschaft finanziell attraktiver sind als Patienten, die nur \u00fcber eine Grundversicherung verf\u00fcgen.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Wenn gewisse Eingriffe tats\u00e4chlich aufgrund finanzieller Anreize durch eine Zusatzversicherung durchgef\u00fchrt werden, belastet dies auch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP). Denn diese \u00fcbernimmt systematisch einen Teil der Kosten eines medizinischen Eingriffs. Angesichts der steigenden Gesundheitskosten w\u00e4re es deshalb angezeigt, solche Fehlanreize zu beseitigen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Moral Hazard bei Patienten<\/h2>\n<p>Auf Patientenseite werden die Anreize durch die Kostenteilung mit der Krankenversicherung und die asymmetrischen Informationen zwischen Patienten und Versicherern beeinflusst. Von Moral Hazard kann dann gesprochen werden, wenn die Zusatzversicherung eine h\u00f6here Nachfrage nach Leistungen schafft, weil die Patienten sich weniger stark an den Kosten beteiligen m\u00fcssen. Da der Abschluss einer Zusatzversicherung den Katalog und die H\u00f6he der kofinanzierten Leistungen erweitert, schafft das Anreize f\u00fcr die Patienten, mehr medizinische Leistungen in Anspruch zu nehmen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Bestimmte nicht dringende Leistungen nehmen zu<\/h2>\n<p>Nehmen Patienten mit Zusatzversicherung also tats\u00e4chlich mehr Spitalleistungen in Anspruch? Und wenn ja, in welchen medizinischen Bereichen? Um dies zu beantworten, hat das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) die Hospitalisierungsraten (Anzahl F\u00e4lle<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>\/Wohnbev\u00f6lkerung) f\u00fcr alle Eingriffe (gem\u00e4ss DRG- und SPLG-Klassifikationen<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>) und f\u00fcr alle Patientengruppen (Grund- und Zusatzversicherte) berechnet. Anhand der Differenz zwischen den risikobereinigten Hospitalisierungsraten dieser beiden Patientengruppen l\u00e4sst sich der Leistungs\u00fcberschuss von Patienten mit Zusatzversicherung sch\u00e4tzen (siehe Kasten).<\/p>\n<p>Die Ergebnisse dieser Studie best\u00e4tigen die erste Analyse des BAG aus dem Jahr 2016<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a>: Orthop\u00e4dische Leistungen, das heisst Leistungen, die mehrheitlich zur Gruppe der elektiven (nicht dringenden) station\u00e4ren Akutbehandlungen geh\u00f6ren, werden bei Zusatzversicherten \u00f6fter erbracht. Auch bei Kaiserschnitten ist ein starker Leistungs\u00fcberhang (289) bei Zusatzversicherten zu verzeichnen (siehe Tabelle).<\/p>\n<p>Detailliertere Analysen zeigen, dass der potenzielle Leistungs\u00fcberschuss bei Personen mit Zusatzversicherung umso h\u00f6her ist, je elektiver eine Leistung ist. Dies best\u00e4tigt die Hypothese, dass finanzielle Anreize einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr medizinische Leistungs\u00fcbersch\u00fcsse sind. Allerdings l\u00e4sst sich daraus nicht ableiten, dass finanzielle Anreize bei allen Eingriffsarten die Hauptursache f\u00fcr den Leistungs\u00fcberhang sind, denn daf\u00fcr m\u00fcssten die Eingriffe einzeln analysiert werden. Das Hauptziel der vom BAG durchgef\u00fchrten Studie bestand jedoch darin, einen allgemeinen \u00dcberblick zu bieten, ohne auf die einzelnen medizinischen Fallgruppen einzugehen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Ziel: Regulierung ohne Qualit\u00e4tseinbusse<\/h2>\n<p>Die beiden durchgef\u00fchrten Studien best\u00e4tigen, dass medizinische Leistungs\u00fcbersch\u00fcsse bei Patienten mit Zusatzversicherung tats\u00e4chlich bestehen. Zur Eind\u00e4mmung der Gesundheitskosten m\u00fcssten diese \u00fcbersch\u00fcssigen chirurgischen Eingriffe beseitigt werden. Denn die OKP \u00fcbernimmt einen Teil der dadurch verursachten medizinischen Kosten.<\/p>\n<p>Allerdings gilt es dabei zu beachten: Gesundheit ist ein sogenanntes superiores Gut, dessen Konsum mit steigendem Wohlstand zunimmt, weil die Menschen mehr Mittel daf\u00fcr aufwenden k\u00f6nnen. Die Schweiz geh\u00f6rt zu den reichsten L\u00e4ndern der Welt und verf\u00fcgt \u00fcber ein qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem mit ausgezeichneten Leistungen, insbesondere dank der Erfahrungen, die bei der Durchf\u00fchrung zahlreicher chirurgischer Eingriffe gesammelt wurden. Finanzielle Anreize, die zur Durchf\u00fchrung zus\u00e4tzlicher Eingriffe ermutigen, k\u00f6nnen daher auch als vorteilhaft f\u00fcr das Gesundheitssystem angesehen werden. Und entsprechend kann man h\u00f6here Gesundheitskosten als Ausdruck einer besseren Lebensqualit\u00e4t verstehen. Nicht zu vergessen ist zudem, dass der Gesundheitssektor aus wirtschaftlicher Sicht Wachstum bringt und zu einer prosperierenden, modernen Volkswirtschaft beitr\u00e4gt.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Medizinische Leistungen mit den h\u00f6chsten \u00dcberh\u00e4ngen bei Zusatzversicherten (2017)<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\" border=\"1\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 48px;\">\n<td style=\"height: 87px; text-align: center; vertical-align: middle;\" rowspan=\"2\"><strong>Fallgruppen (nach SwissDRG)<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 40%; height: 36px; text-align: center; vertical-align: bottom;\" colspan=\"2\">Standardisierte Hospitalisierungsrate je 100\u2019000 Einwohner<\/td>\n<td style=\"width: 10%; height: 87px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\" rowspan=\"2\" width=\"11%\"><strong>Leistungs\u00fcberhang*<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px;\">\n<td style=\"text-align: center; vertical-align: middle; height: 51px;\"><strong>Allgemeinversicherte<\/strong><\/td>\n<td style=\"text-align: center; vertical-align: middle; height: 51px;\"><strong>Zusatzversicherte<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 76px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 76px;\" width=\"62%\">Komplexe Eingriffe am Kniegelenk, Alter &gt; 15 Jahre<\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; height: 76px; text-align: center; vertical-align: middle;\">123,18<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 76px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">192,82<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 76px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">1392<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 24px;\">Arthroskopie einschliesslich Biopsie oder andere Eingriffe an Knochen oder Gelenken, Alter &gt; 15 Jahre<\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; text-align: center; height: 24px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">278,51<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 24px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">341,27<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 24px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">1254<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 24px;\">Bestimmte Eingriffe ausser an H\u00fcftgelenk und Femur, Alter &gt; 9 Jahre<\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; height: 24px; text-align: center; vertical-align: middle;\">90,14<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 24px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">142,91<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 24px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">1055<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 24px;\">Plastische Operationen an Haut, Unterhaut und Mamma<\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; height: 24px; text-align: center; vertical-align: middle;\">29,02<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 24px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">61,35<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 24px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">646<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 51px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 51px;\" width=\"62%\">Eingriffe am Weichteilgewebe<\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; height: 51px; text-align: center; vertical-align: middle;\">130,06<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 51px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">156,16<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 51px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">522<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 24px;\">Eingriffe an der Mamma ausser bei b\u00f6sartiger Neubildung mit ausgedehntem Eingriff<\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; height: 24px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">\n<p style=\"text-align: center;\">21,60<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 24px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">42,92<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 24px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">426<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 24px;\">Eingriffe am Fuss mit komplexem Eingriff oder komplexer Diagnose, mit schwerem Weichteilschaden, Alter &gt; 15 Jahre oder bestimmter Eingriff, Kalkaneusfraktur oder <span style=\"font-family: inherit; font-size: inherit;\">komplizierender Diagnose<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; height: 24px; text-align: center; vertical-align: middle;\">41,90<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 24px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">59,21<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 24px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">346<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 76px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 76px;\" width=\"9%\">Invasive kardiologische Diagnostik ausser bei <span style=\"font-family: inherit; font-size: inherit;\">akutem Myokardinfarkt, ein Belegungstag<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; height: 76px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">\n<p style=\"text-align: center;\">93,78<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 76px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">108,76<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 76px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">299<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 51px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 51px;\" width=\"54%\">Sectio caesarea, Schwangerschaftsdauer &gt;33 vollendete Wochen<\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; height: 51px; text-align: center; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">138,27<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 51px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">152,74<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 51px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">289<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 76px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 76px;\">Eingriffe an Handgelenk und Hand mit m\u00e4ssig komplexem Eingriff, Alter &gt; 5 Jahre<\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; height: 76px; text-align: center; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">43,95<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 76px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">57,63<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 76px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">273<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 76px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 76px;\">Eingriffe an Humerus, Tibia, Fibula und Sprunggelenk mit komplizierendem Eingriff, Alter &gt; 15 Jahre<\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; height: 76px; text-align: center; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">87,47<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 76px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">101,10<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 76px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">272<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 80px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 80px;\">Andere rekonstruktive Eingriffe an den weiblichen Geschlechtsorganen oder Myomenukleation<\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; height: 80px; text-align: center; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">47,33<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 80px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">59,08<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 80px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">235<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 51px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 51px;\" width=\"54%\">Eingriff an Kornea<\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; text-align: center; height: 51px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">11,92<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 51px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">23,00<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 51px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">221<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 51px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 51px;\" width=\"54%\">Komplexe Eingriffe am Schultergelenk<\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; text-align: center; height: 51px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">198,01<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 51px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">207,09<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 51px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">181<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 76px;\">\n<td style=\"width: 20%; height: 76px;\">Eingriffe an Handgelenk und Hand, Alter &lt; 6 Jahre oder mit komplexem Eingriff<\/td>\n<td style=\"width: 15.1532%; text-align: center; height: 76px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">9,74<\/td>\n<td style=\"width: 24.8468%; text-align: center; height: 76px; vertical-align: middle;\" width=\"9%\">17,52<\/td>\n<td style=\"width: 1.07875%; height: 76px; text-align: center; vertical-align: middle;\" colspan=\"2\">155<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h6 class=\"content-copy\">* Der Leistungs\u00fcberhang berechnet sich wie folgt: Differenz Hospitalisierungsraten * Anzahl Zusatzversicherte je 100&#8217;000 Einwohner (=19,98726 Zusatzversicherte)<br \/>\nQuelle: Eigene Berechnungen der Autoren<\/h6>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Bundesamt f\u00fcr Statistik (2023).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Zur Vereinfachung werden diese zwei Kategorien im weiteren Verlauf des Artikels als \u00abPrivatabteilung\u00bb bezeichnet.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Evans R. (1974).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Siehe Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (2017), S. 77\u201379 und Botschaft des Bundesrates vom 21. August 2019.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe Eidgen\u00f6ssische Finanzkontrolle (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Die Anzahl F\u00e4lle pro DRG\/SPLG stammt aus der vom BFS ver\u00f6ffentlichten Medizinischen Statistik der Krankenh\u00e4user 2017 (aktuellste verf\u00fcgbare Daten). Ber\u00fccksichtigt werden nur die Spitalaustritte nach akutsomatischen Behandlungen von Personen ab dem vollendeten 14.\u00a0Lebensjahr, wie dies bei der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) 2017 des BFS der Fall war. So konnte nach Altersgruppe bestimmt werden, welcher Anteil der Wohnbev\u00f6lkerung eine Zusatzversicherung f\u00fcr einen Spitalaufenthalt in der Privatabteilung hat.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Nach der Klassifikation der diagnosebezogenen Fallgruppen (SwissDRG Version 6.0) und der Spitalplanungs-Leistungsgruppen (SPLG).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\"><a href=\"https:\/\/www.bag.admin.ch\/dam\/bag\/de\/dokumente\/kuv-aufsicht\/stat\/articles-et-analyses-aos\/stationaere-leistung-zusatzversicherte.pdf.download.pdf\/stationaere-leistung-zusatzversicherte.pdf\">\u00dcberhang in der station\u00e4ren Leistungserbringung zugunsten der Zusatzversicherten, 2016<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2020 beliefen sich die Gesundheitsausgaben in der Schweiz auf 83,3 Milliarden Franken oder 804 Franken pro Person und Monat. 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London: Macmillan.<\/h6>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Die Studie im Detail","kasten_box":"F\u00fcr die Studie st\u00fctzte sich das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) auf die <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/gesundheit\/erhebungen\/sgb.html\">Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB) 2017<\/a> des Bundesamts f\u00fcr Statistik sowie auf die <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/gesundheit\/erhebungen\/ms.html\">Medizinische Statistik der Krankenh\u00e4user (MedStat) 2017<\/a>. Auf dieser Basis wurde f\u00fcr die gesamte Schweiz die Zahl der allgemein, halbprivat oder privat versicherten Personen extrapoliert. Da das Alter ein wichtiger Faktor f\u00fcr die H\u00e4ufigkeit von Erkrankungsf\u00e4llen ist, wurden die errechneten Hospitalisierungsraten (Anzahl F\u00e4lle \/ Wohnbev\u00f6lkerung) altersstandardisiert. Um die potenzielle \u00dcber- oder Unterversorgung der Zusatzversicherten nach Art der Eingriffe zu bestimmen, berechneten die Autoren die Differenz zwischen den Hospitalisierungsraten der allgemein bzw. der zusatzversicherten Personen f\u00fcr jede Gruppe von Eingriffen (gem\u00e4ss den SwissDRG- und SPLG-Klassifizierungen). Diese Differenz zwischen den Raten wurde dann mit der f\u00fcr die Gruppe der zusatzversicherten Patienten ermittelten Population multipliziert, um den absoluten Leistungs\u00fcberschuss zugunsten (oder zuungunsten) dieser Gruppe zu berechnen, d. h. den Anteil der tats\u00e4chlichen Hospitalisierungen, die theoretisch vermieden werden k\u00f6nnten, wenn alle Patienten nur allgemein versichert w\u00e4ren.\r\n\r\nDie Analyse st\u00f6sst an drei Grenzen. 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