{"id":186376,"date":"2023-10-10T07:05:08","date_gmt":"2023-10-10T05:05:08","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=186376"},"modified":"2024-04-18T11:43:01","modified_gmt":"2024-04-18T09:43:01","slug":"vielfalt-bringts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2023\/10\/vielfalt-bringts\/","title":{"rendered":"Vielfalt bringts"},"content":{"rendered":"<p>Klimaschutz ist eine wichtige Aufgabe. Sie geht alle etwas an. Doch jeder geht mit dieser Aufgabe anders um. Denn individuelle Situationen erfordern individuelle L\u00f6sungen. Genau das ist der Kern des \u00dcbereinkommens von Paris und genau das geht in der Schweizer Diskussion derzeit verloren.<\/p>\n<p>Hauseigent\u00fcmer, Autofahrer, Landwirte und Unternehmer \u2013 sie alle tun schon viel. Die Schweiz ist eines der L\u00e4nder mit dem wirkungsvollsten Klimaschutz. Das wird best\u00e4tigt vom tiefen CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss pro Kopf und pro Franken Wertsch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Der Schl\u00fcssel zum Schweizer Erfolg wird die Vielfalt der Massnahmen sein. Man kann quasi selber ausw\u00e4hlen, wie man Klimaschutz betreiben will: Man kann die CO<sub>2<\/sub>-Abgabe bezahlen oder an Energieeffizienzprogrammen teilnehmen. Man kann inl\u00e4ndische und ausl\u00e4ndische Emissionsreduktions-Zertifikate kaufen oder verkaufen. Und man kann am Geb\u00e4udeprogramm teilnehmen oder einen Steuerbonus f\u00fcr Elektromobilit\u00e4t auf die Fahrzeugsteuer erhalten.<\/p>\n<p>Doch das sind nur einige Beispiele, die heute in der Schweiz m\u00f6glich sind. Die Logik hinter diesem Auswahlprinzip ist: Jeder nimmt die Instrumente, welche f\u00fcr ihn am meisten Wirkung zu den tiefsten Kosten bringen. Dieses Verh\u00e4ltnis kann praktisch nur im Einzelfall bestimmt werden. Die Ziele sind gegeben und die entsprechenden Instrumente sind bereitgestellt. Die Auswahl der Instrumente ist Sache der Individuen. Das ist effizient.<\/p>\n<p>Dieselbe Logik kennt das Klima-\u00dcbereinkommen von Paris. Dieses hat die Schweiz 2017 ratifiziert mit dem erkl\u00e4rten Ziel, bis 2030 die Emissionen gegen\u00fcber 1990 zu halbieren. Auch das \u00dcbereinkommen selbst h\u00e4lt viele Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Instrumente bereit, um den Klimawandel einzud\u00e4mmen oder um sich an seine Folgen anzupassen. Dazu geh\u00f6ren etwa der Technologietransfer, die Klimafinanzierung, der Zertifikatehandel und die internationale Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"text__graphic-title content-quotes\">Das Problem der Schweiz ist ihr Kult um die Abgaben.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So weit, so gut. Doch leider verabschiedet sich die Schweiz zunehmend von dieser Logik und gef\u00e4hrdet damit den Erfolg ihrer Klimapolitik. Das Problem der Schweiz ist ihr Kult um die Abgaben. Die Politik fokussiert immer mehr auf die Besteuerung des CO<sub>2<\/sub>-Ausstosses, wie die politisch geforderte Verteuerung des Verkehrs und des Stroms zeigt. Das Resultat: weniger Interesse an der echten Emissionsminderung, mehr Ausstoss und eine zunehmende Schlechterstellung der Leute.<\/p>\n<p>Kein Wunder: Denn je engmaschiger die regulatorischen Eingriffe in die Privatsph\u00e4re, desto weniger effektiv ist der Klimaschutz \u2013 und desto ineffizienter und teurer. Umgekehrt gilt: Je mehr Auswahl man den Leuten gibt, desto wirksamer und kosteng\u00fcnstiger f\u00e4llt die Emissionsminderung aus.<\/p>\n<p>Universelle L\u00f6sungen zum Klimawandel gibt es keine \u2013 schon gar nicht in Form von Abgaben. Deshalb ist es wichtig, ein flexibles Instrumentarium zu haben, das die individuelle Situation ber\u00fccksichtigt. Damit \u2013 und nur damit \u2013 gelingt demokratisch legitimierter Klimaschutz.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimaschutz ist eine wichtige Aufgabe. Sie geht alle etwas an. Doch jeder geht mit dieser Aufgabe anders um. Denn individuelle Situationen erfordern individuelle L\u00f6sungen. Genau das ist der Kern des \u00dcbereinkommens von Paris und genau das geht in der Schweizer Diskussion derzeit verloren. Hauseigent\u00fcmer, Autofahrer, Landwirte und Unternehmer \u2013 sie alle tun schon viel. 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