{"id":186845,"date":"2023-09-11T07:00:51","date_gmt":"2023-09-11T05:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=186845"},"modified":"2023-12-19T08:43:17","modified_gmt":"2023-12-19T07:43:17","slug":"persoenlich-sehe-ich-die-zuwanderung-als-chance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2023\/09\/persoenlich-sehe-ich-die-zuwanderung-als-chance\/","title":{"rendered":"\u00abPers\u00f6nlich sehe ich die Zuwanderung als Chance\u00bb"},"content":{"rendered":"<div class=\"content-copy-questions\">Herr Z\u00fcrcher, sind Sie eine Fachkraft?<\/div>\n<p>Ich glaube nicht. Daf\u00fcr verstehe ich zu wenig in einem bestimmten Gebiet (lacht). Wobei, wenn man die \u00fcblichen Kriterien anwendet, geh\u00f6re ich als F\u00fchrungskraft wohl schon dazu. Fachkr\u00e4fte sind in der Regel qualifizierte Personen, beispielsweise mit Berufslehre, h\u00f6herer Berufsbildung oder terti\u00e4r ausgebildet. Sie arbeiten fachlich orientiert. Eine offizielle Definition des Begriffs w\u00e4re mir aber nicht bekannt.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Im Schweizer Fernsehen sagten Sie j\u00fcngst, der Fachkr\u00e4ftemangel sei \u00abetwas Gutes\u00bb. Wieso?<\/div>\n<p>Das Gegenteil w\u00e4re \u00abverheerend\u00bb \u2013 ein \u00dcberfluss an Fachkr\u00e4ften. Die Fachkr\u00e4fte werden in der Schweiz nach den Bed\u00fcrfnissen des Arbeitsmarktes ausgebildet. Das ist eine wesentliche St\u00e4rke unseres Bildungssystems. Und es zeigt sich, sie werden gebraucht und entsprechend im Arbeitsmarkt eingesetzt. W\u00e4re dem anders, w\u00fcrde unser Bildungswesen systematisch am Bedarf des Arbeitsmarktes vorbeiproduzieren. Das w\u00e4re schlecht und k\u00f6nnte zu erh\u00f6hter Arbeitslosigkeit f\u00fchren.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Nimmt der Druck auf den Staat zu, die Effizienz der Unternehmen zu st\u00e4rken?<\/div>\n<p>Es ist keine staatliche Aufgabe, Unternehmen produktiver zu machen. Fachkr\u00e4fte zu akquirieren und zu behalten ist eine genuin unternehmerische Aufgabe. Im Seco arbeiten wir aber gemeinsam mit anderen Bundesstellen an den Rahmenbedingungen, dies beispielsweise im Bereich der Bildungs-, Arbeitsmarkt-, Sozial-, Steuer- oder Innovationspolitik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Der gegenw\u00e4rtige Fachkr\u00e4ftemangel ist vor allem konjunkturell bedingt und wird daher nicht ewig anhalten.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Was ist neu am derzeitigen Fachkr\u00e4ftemangel?<\/div>\n<p>Der gegenw\u00e4rtige Fachkr\u00e4ftemangel ist ein genereller Arbeitskr\u00e4ftemangel. Er ist vor allem konjunkturell bedingt und wird daher nicht ewig anhalten. In unserer Arbeit fokussieren wir dagegen eher auf den strukturellen Fachkr\u00e4ftemangel. Und im Kontext der Arbeitslosigkeit darauf, die Kompetenzen der Stellensuchenden mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes in \u00dcbereinstimmung zu bringen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">2029 werden die letzten der sogenannten Babyboomer pensioniert. Wird dann der strukturelle Fachkr\u00e4ftemangel seinen H\u00f6hepunkt erreichen?<\/div>\n<p>Ja. Die Wende in Bezug auf das inl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fteangebot hat vor zwei, drei Jahren stattgefunden. Seither erreichen mehr Erwerbst\u00e4tige das Rentenalter, als junge nachr\u00fccken. Das heisst, die Bev\u00f6lkerung im Erwerbsalter in der Schweiz w\u00fcrde ohne Zuwanderung schrumpfen. Kennen Sie das Bild der Schlange im \u00abKleinen Prinz\u00bb von Antoine de Saint-Exup\u00e9ry, die einen Elefanten schluckt? Die Babyboomer sind der Elefant, der sich durch die Schlange w\u00e4lzt.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Was heisst das in Zahlen ausgedr\u00fcckt?<\/div>\n<p>Die Schweiz z\u00e4hlt heute eine um mehr als 40 Prozent h\u00f6here Bev\u00f6lkerung als Mitte der Sechzigerjahre. Damals wurden mehr als 110&#8217;000 Kinder j\u00e4hrlich geboren, so viele wie sp\u00e4ter nie mehr. Eine typische Geburtskohorte z\u00e4hlt heute knapp 90&#8217;000 Babys. Der Anteil der \u00fcber 55-J\u00e4hrigen im Arbeitsmarkt hat zudem seit 2010 von rund einem Siebtel auf heute fast einen F\u00fcnftel zugenommen. Das sind grosse Verschiebungen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Die demografische Entwicklung f\u00f6rdert den Fachkr\u00e4ftemangel \u2013 gibt es weitere Aspekte?<\/div>\n<p>Aktuell ist klar die Konjunktur der wichtigste Treiber des Fachkr\u00e4ftemangels. Wir sehen Nachholeffekte im Zuge der Pandemie und eine ausserordentlich gut laufende Binnenkonjunktur mit einem bis im zweiten Quartal weiterhin hohen Wachstum der Erwerbst\u00e4tigkeit von 2,9 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. Dann haben wir beispielsweise in den Mint- und Gesundheitsberufen seit mehreren Jahren schon einen strukturellen Fachkr\u00e4ftemangel. Und schliesslich spielt ein Wohlstandseffekt bez\u00fcglich des Erwerbsverhaltens mit hinein. Wir haben in der Schweiz eine sehr hohe Erwerbsbeteiligung erreicht, die sich nicht so leicht steigern l\u00e4sst.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Was hat es auf sich mit dem oft geh\u00f6rten Vorwurf, es werde zu viel Teilzeitarbeit geleistet?<\/div>\n<p>Die Erwerbsbeteiligung der Frauen steigt und im Durchschnitt erh\u00f6hen die Teilzeiterwerbst\u00e4tigen ihre Pensen sogar leicht. Sie kompensieren unter anderem auch eine Entwicklung bei den M\u00e4nnern, bei welchen es ausgehend von einem tiefen Niveau eine Zunahme der Teilzeitarbeit gibt. Insgesamt steigt das Arbeitsvolumen nach wie vor.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Bei welchem Pensum beginnt Teilzeit?<\/div>\n<p>Offiziell spricht man in der Schweiz bei einem Arbeitspensum von unter 90 Prozent von Teilzeit. Ich pers\u00f6nlich setze sie bei unter 80 Prozent an, denn ein Vollzeitpensum in der EU entspricht von den geleisteten Arbeitsstunden her etwa einem 90-Prozent-Pensum in der Schweiz. Die Arbeitszeit nimmt seit der Industrialisierung laufend ab, das ist ein Wohlstandseffekt. Idealerweise gilt: Die Menschen sollen so viel arbeiten, wie sie es sich w\u00fcnschen. Arbeitsstellen, die auf Wunsch auch im Teilzeitpensum verrichtet werden k\u00f6nnen, erh\u00f6hen diese Wahlfreiheit.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Alles spricht von k\u00fcnstlicher Intelligenz. Wird sie uns Arbeit einsparen?<\/div>\n<p>Sch\u00f6n w\u00e4re das. Technischer Fortschritt f\u00fchrt zu Wirtschaftswachstum und zu wirtschaftlichem Strukturwandel \u2013 und macht uns letztlich produktiver und reicher. Das ist zu begr\u00fcssen. Wir sehen keine Anzeichen daf\u00fcr, dass uns k\u00fcnstliche Intelligenz arbeitslos machen wird. KI und Roboter werden uns nicht die Arbeit abnehmen, sondern sie erg\u00e4nzen und machen uns produktiver. Ich sehe die KI als einen Aspekt der Digitalisierung und diese begleitet uns schon seit Jahrzehnten.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Welche Rolle spielt die Zuwanderung f\u00fcr den Arbeitsmarkt?<\/div>\n<p>Es gibt zwei M\u00f6glichkeiten eines Besch\u00e4ftigungszuwachses: Die inl\u00e4ndische Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst oder erh\u00f6ht ihr Arbeitspensum \u2013 oder es gibt mehr Zuwanderung. Zum Zuwachs der Erwerbst\u00e4tigkeit von 2,9 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr hat die Schweizer Bev\u00f6lkerung beispielsweise weniger als die H\u00e4lfte beigesteuert. Mehr als die H\u00e4lfte geht auf Ausl\u00e4nder und Ausl\u00e4nderinnen zur\u00fcck \u2013 einerseits auf solche, die bereits hier waren, andererseits aber auch auf neu Zugewanderte. Pers\u00f6nlich sehe ich das als Chance: Die Schweiz kann ihre L\u00fccke mit ausl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4ften schliessen. Mithin ist die Zuwanderung also auch hier erg\u00e4nzend: Die Zugewanderten verdr\u00e4ngen die Schweizerinnen und Schweizer nicht, sondern erg\u00e4nzen sie in jenen Bereichen, in denen wir Besch\u00e4ftigungswachstum haben.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Trotzdem gibt es Widerstand&#8230;<\/div>\n<p>\u2026ja, ich kann das auch verstehen. Die Zuwanderung ist aktuell doch sehr hoch, eben wesentlich auch konjunkturell getrieben. Aber man muss sich zur\u00fcckerinnern: Im geburtsstarken Jahr 1964 war das nat\u00fcrliche Bev\u00f6lkerungswachstum \u2013 also durch Geburten \u2013 viel gr\u00f6sser als das, was wir heute an Zuwanderung haben. Schulh\u00e4user und Kliniken wurden gebaut, die Infrastruktur wurde ausgebaut. Kein Mensch beschwerte sich, dass uns dies Wohlstand koste \u2013 im Gegenteil: Man rechnete mit zuk\u00fcnftigem Wohlstand. Heute ersetzen wir die fehlenden Geburten durch Zuwanderung \u2013 welche die Schweiz nota bene unterdurchschnittlich belastet.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Warum?<\/div>\n<p>Weil die Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder wegen der Arbeit einwandern und ihre Ausbildung im Ausland absolviert haben, ohne dass wir daf\u00fcr zahlen mussten. Ein erheblicher Teil von ihnen wandert nach einigen Jahren auch in ein anderes Land weiter oder wieder zur\u00fcck. Die Migration reagiert auf Ver\u00e4nderungen in der Nachfrage der Unternehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/08\/20230817_B45785_1-scaled.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-190638\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/08\/20230817_B45785_1-1024x552.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"431\" srcset=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/08\/20230817_B45785_1-1024x552.jpg 1024w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/08\/20230817_B45785_1-300x162.jpg 300w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/08\/20230817_B45785_1-768x414.jpg 768w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/08\/20230817_B45785_1-1536x828.jpg 1536w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/08\/20230817_B45785_1-2048x1105.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<h6 class=\"content-copy\">Boris Z\u00fcrcher im Seco, Bern. (Bild: Anthony Anex \/ Keystone)<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Die Arbeitslosenquote ist sehr tief \u2013 ist das die neue Realit\u00e4t?<\/div>\n<p>Wir hatten seit \u00fcber 20 Jahren nicht mehr eine so tiefe Arbeitslosenquote wie heute. Tats\u00e4chlich herrscht praktisch Vollbesch\u00e4ftigung und das ist sehr erfreulich! Wie gesagt, sind die tiefen Quoten \u00fcberwiegend konjunkturell bedingt. Die Schweiz hat traditionell eine tiefe Arbeitslosenquote. Aber unqualifizierte Arbeitskr\u00e4fte werden auch in Zukunft M\u00fche haben, einen stabilen Job zu finden.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">W\u00e4re das Problem des Fachkr\u00e4ftemangels nicht gel\u00f6st mit dem Appell an die Unternehmen: Erh\u00f6ht die L\u00f6hne!<\/div>\n<p>Die L\u00f6hne steigen ja ziemlich im Gleichschritt mit den Produktivit\u00e4tszuw\u00e4chsen. Nur waren die letzten paar Jahre wirtschaftlich sehr anspruchsvoll, ich denke etwa an die Corona-Pandemie. Ich kann bloss feststellen: Nur bei den L\u00f6hnen anzusetzen, reicht wohl nicht aus. Es m\u00fcssten vielmehr alle Arbeitsbedingungen angegangen werden. Das Arbeitsrecht bietet den Unternehmen im \u00abWar for Talents\u00bb einen grossen Handlungsspielraum. Unser liberales Arbeitsrecht erweist sich hier im internationalen Vergleich sicherlich als ein Vorteil bei der Rekrutierung von Fachkr\u00e4ften.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Die Arbeitnehmerseite hat also eine gute Position in den kommenden Lohnverhandlungen?<\/div>\n<p>Wenn die Konjunktur weiter so bleibt wie jetzt, dann sicher ja. Aber eine Kuh, die keine Milch gibt, kann man nicht melken. Wir brauchen also weiterhin Wirtschaftswachstum und Produktivit\u00e4tsfortschritte. Wir d\u00fcrfen auch nicht vergessen: In den Jahren der Pandemie wurden viel weniger Arbeitsstunden geleistet, und auch die Unternehmen haben gelitten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Auch die Arbeitgeber k\u00f6nnen ihre Arbeitsbedingungen noch familienfreundlicher gestalten.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Wie gross sch\u00e4tzen Sie das Arbeitspotenzial bei Frauen und Pensionierten ein?<\/div>\n<p>Da gibt es sicher noch Potenziale. Aber ich f\u00fcrchte, diese werden teilweise etwas \u00fcbersch\u00e4tzt. Erstens sind die Frauen heute schon zu grossen Teilen erwerbst\u00e4tig und zweitens steigen ihre Pensen laufend an. Sicher gibt es noch Verbesserungspotenzial bei den Rahmenbedingungen, man denke etwa an die hohen Steuers\u00e4tze f\u00fcr Zweitverdienende. Auch die Arbeitgeber k\u00f6nnen ihre Arbeitsbedingungen noch familienfreundlicher gestalten. Bei den Pensionierten gibt es ebenfalls noch Potenzial, doch auch hier gilt: Wenn man es aussch\u00f6pfen will, ist dies mit Kosten verbunden.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Kommen wir zur Generation Z. Ist sie tats\u00e4chlich anders als fr\u00fchere Generationen?<\/div>\n<p>Meiner Ansicht nach unterscheidet sie sich \u00fcberhaupt nicht von fr\u00fcheren Generationen. Sp\u00e4testens seit den 1968ern wissen wir, dass die Jugend etwas aufs\u00e4ssiger und nonkonformistischer ist. M\u00f6glicherweise wird ihre Stimme heute ernster genommen. Aber die Generation Z hat das Gl\u00fcck, in eine ausserordentlich g\u00fcnstige Arbeitsmarktsituation hineinzukommen. Dies wird sich lohnm\u00e4ssig durch ihr ganzes Leben ziehen: Untersuchungen zeigen, dass jene, die in einer Rezession in die Arbeitswelt eintreten, \u00fcber ihr ganzes Erwerbsleben einen Lohnnachteil haben werden. Aber letztlich wird auch die Generation Z f\u00fcr ihr Einkommen arbeiten und sich an die betrieblichen Erfordernisse anpassen m\u00fcssen, wenn sie eine gute Anstellung wollen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Die Anforderungen an den Sinn in der Arbeit seien heute h\u00f6her, sagen Studien. Was sagen Sie?<\/div>\n<p>Auch das ist nat\u00fcrlich ein erfreuliches Wohlstandsph\u00e4nomen, dass wir heute an die Sinnhaftigkeit unserer Arbeit h\u00f6here Anspr\u00fcche stellen d\u00fcrfen als noch vor zwanzig Jahren. Doch auch fr\u00fcher hatte man den Wunsch, sein Leben mit einer sinnhaften Arbeit zu verbringen. Heute haben wir den Vorteil, dass der Arbeitsmarkt viel mehr Stellen anbietet, welche die eigene Entfaltung und attraktive Karrieren erm\u00f6glichen. Die klassische Fabrikarbeit gibt es kaum noch.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Wie sinnstiftend empfinden Sie pers\u00f6nlich Ihre Arbeit?<\/div>\n<p>Es ist zweifellos ein grosses Privileg, in einem Bereich arbeiten zu d\u00fcrfen, der viele Leute betrifft und bewegt: Mindestens ein Drittel unseres Lebens besteht aus Arbeit. Das sp\u00fcre ich jeden Tag. Wenn ich mich beispielsweise \u00f6ffentlich zur Arbeit \u00e4ussere, erhalte ich unmittelbar Reaktionen \u2013 positive und negative.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Z\u00fcrcher, sind Sie eine Fachkraft? Ich glaube nicht. Daf\u00fcr verstehe ich zu wenig in einem bestimmten Gebiet (lacht). Wobei, wenn man die \u00fcblichen Kriterien anwendet, geh\u00f6re ich als F\u00fchrungskraft wohl schon dazu. Fachkr\u00e4fte sind in der Regel qualifizierte Personen, beispielsweise mit Berufslehre, h\u00f6herer Berufsbildung oder terti\u00e4r ausgebildet. Sie arbeiten fachlich orientiert. 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Auf seinem beruflichen Werdegang war der 59-j\u00e4hrige \u00d6konom wirtschaftspolitischer Berater der Bundesr\u00e4te Pascal Couchepin, Joseph Deiss und der Bundesr\u00e4tin Doris Leuthard im damaligen Eidgen\u00f6ssischen Volkswirtschaftsdepartement. Boris Z\u00fcrcher absolvierte nach der Lehre als Maschinenzeichner die berufsbegleitende Matura und studierte Volkswirtschaft und Soziologie an der Universit\u00e4t Bern. 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