{"id":190687,"date":"2023-10-10T07:00:03","date_gmt":"2023-10-10T05:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=190687"},"modified":"2024-04-18T14:32:33","modified_gmt":"2024-04-18T12:32:33","slug":"das-ende-der-illusionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2023\/10\/das-ende-der-illusionen\/","title":{"rendered":"Das Ende der Illusionen"},"content":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich k\u00f6nnten wir an dieser Stelle nochmals auflisten, auf welche Schreckensszenarien wir zusteuern, wenn sich das Klima so erhitzt, wie die aktuelle weltweite Politik es erwarten l\u00e4sst. Fakt ist: Seit 1850 hat die Menschheit so viel CO<sub>2<\/sub> in die Atmosph\u00e4re geblasen, dass die atmosph\u00e4rische CO<sub>2<\/sub>-Konzentration heute rund 20 Prozent \u00fcber dem Wert liegt, der n\u00f6tig w\u00e4re, um die durchschnittliche Erw\u00e4rmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. Es geht also nicht l\u00e4nger darum, wer noch wieviel CO<sub>2<\/sub> ausstossen darf, sondern um die Frage: Wer \u00fcbernimmt wieviel der Verantwortung, um die CO<sub>2<\/sub>-Konzentration signifikant zu senken? Und doch werden jedes Jahr Hunderte von Milliarden Franken in die Exploration, F\u00f6rderung und Subventionierung fossiler Energien investiert. Und es werden Tausende neuer Flugzeuge bestellt, wohl wissend, dass jedes neue konventionell betankte Flugzeug \u00fcber seine Lebensdauer rund zwei Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalente ausst\u00f6sst.<\/p>\n<p>Die unbequeme Wahrheit ist: Klassische marktwirtschaftliche Instrumente allein k\u00f6nnen die Dekarbonisierung nicht mehr rasch genug voranbringen. Zwischen 2002 und 2007 hat der WWF mit Hochdruck auf das Ziel hingearbeitet, mit der damals im CO<sub>2<\/sub>-Gesetz vorgesehenen CO<sub>2<\/sub>-Abgabe von 210 Franken die Dekarbonisierung f\u00fcr die Schweiz einzuleiten und innerhalb von 20 Jahren die Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Energien zu reduzieren. Schlussendlich wurde die Abgabe jedoch nur f\u00fcr Brennstoffe, aber nicht f\u00fcr Treibstoffe eingef\u00fchrt, und der Abgabesatz blieb bis vor zehn Jahren kaum sp\u00fcrbar tief. Auch heute liegt er mit 120 Franken pro Tonne deutlich unter den damaligen gesetzlichen M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">In Umfragen werden Gebote und Verbote oftmals als gerechter wahrgenommen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Ruder jetzt allein mit marktwirtschaftlichen Instrumenten herumzureissen, w\u00fcrde zu starken Preiserh\u00f6hungen f\u00fchren, die an der Urne sehr wahrscheinlich als unfair abgelehnt w\u00fcrden. Da hilft auch das Versprechen nicht, dass Einnahmen aus Lenkungsabgaben oder Auktionen zur\u00fcck an die Bev\u00f6lkerung fliessen. In Umfragen werden Gebote und Verbote oftmals als gerechter wahrgenommen. Tats\u00e4chlich war 1986 das Katalysator-Gebot mehrheitsf\u00e4hig nicht eine Abgabe auf Stickoxide.<\/p>\n<p>Was wir f\u00fcr die Zukunft brauchen, sind weder Ideologien noch Perfektionismus, sondern einen Mix an Instrumenten, die ein Ziel verfolgen: netto null Emissionen. Das heisst: Schluss mit Investitionen in fossile Infrastruktur \u2013 auch solche, die durch den Finanzplatz, Schweizer Rohstoffh\u00e4ndler und multinationale Konzerne im Ausland erfolgen. Wir brauchen hierf\u00fcr einen gesamtgesellschaftlichen Konsens, dass es wichtiger ist, immense mittel- und langfristige Sch\u00e4den abzuwenden als \u00abDinosaurier-Gesch\u00e4ftsmodelle\u00bb um jeden Preis zu erhalten. Die Welt wird sich st\u00e4rker \u00e4ndern, als wir uns alle w\u00fcnschen, wenn wir es nicht schaffen, unseren Blick und unsere Bem\u00fchungen auf eine lebenswerte Zukunft zu richten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich k\u00f6nnten wir an dieser Stelle nochmals auflisten, auf welche Schreckensszenarien wir zusteuern, wenn sich das Klima so erhitzt, wie die aktuelle weltweite Politik es erwarten l\u00e4sst. Fakt ist: Seit 1850 hat die Menschheit so viel CO2 in die Atmosph\u00e4re geblasen, dass die atmosph\u00e4rische CO2-Konzentration heute rund 20 Prozent \u00fcber dem Wert liegt, der n\u00f6tig [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":11068,"featured_media":191008,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[67,69],"post_opinion":[71],"post_serie":[],"post_content_category":[154],"post_content_subject":[182],"acf":{"seco_author":11068,"seco_co_author":"","author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Energie- und Klimaschutzexperte, WWF Schweiz, Z\u00fcrich","seco_author_post_occupation_fr":"Responsable Climat et \u00e9nergie, WWF Suisse","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"Das Ende der Illusionen","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":"","main_focus":[187225,187231],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[4306],"korrektor":5357,"planned_publication_date":"2023-10-10 05:00:03","original_files":null,"external_release_for_author":"20231009","external_release_for_author_time":"00:05:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/exedit\/64f05784bb5cf"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/190687"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11068"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=190687"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/190687\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":191911,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/190687\/revisions\/191911"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5357"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4306"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11068"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/187231"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/187225"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/191008"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=190687"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=190687"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=190687"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=190687"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=190687"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=190687"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}