{"id":191700,"date":"2023-11-13T07:00:23","date_gmt":"2023-11-13T06:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=191700"},"modified":"2023-11-13T11:55:57","modified_gmt":"2023-11-13T10:55:57","slug":"fiskalregeln-wirken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2023\/11\/fiskalregeln-wirken\/","title":{"rendered":"Fiskalregeln wirken"},"content":{"rendered":"<p>Seit Corona ist die \u00f6ffentliche Verschuldung in zahlreichen L\u00e4ndern teilweise stark gestiegen (siehe Abbildung 1). Diese markante Zunahme der Staatsschulden sehen viele Fachleute kritisch. Denn eine hohe Verschuldung kann den Handlungsspielraum eines Staates einschr\u00e4nken, auf l\u00e4ngere Sicht das Wirtschaftswachstum bremsen und k\u00fcnftige Generationen belasten. Zwar k\u00f6nnen Schulden gerechtfertigt sein, beispielsweise um Wirtschaftskrisen abzumildern oder Investitionsspitzen aufzufangen. Oft gibt es aber andere Gr\u00fcnde f\u00fcr die teils hohe und oft anhaltende Verschuldung in vielen Staaten.<\/p>\n<p>Einen Erkl\u00e4rungsansatz, wieso die Verschuldung in demokratischen Staaten kontinuierlich ansteigt, bietet das Konzept des \u00abDeficit Bias\u00bb. Dieses erkl\u00e4rt die Verschuldungsneigung mit verschiedenen Anreizen, welche beispielsweise die Entscheidungstr\u00e4ger in Regierungen und Parlamenten dazu verleiten, \u00fcber erh\u00f6hte \u00f6ffentliche Ausgaben ihre Wiederwahlchancen zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Staatsverschuldung in ausgew\u00e4hlten OECD-L\u00e4ndern (1999\u20132022)<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"BR\u00c4NDLE-ELSENER-BAUR_11-2023_ABB1_11-2023_DE\"><\/div>\n<script>\n\n\n\n$(function () {\n    $('#BR\u00c4NDLE-ELSENER-BAUR_11-2023_ABB1_11-2023_DE').highcharts({     \n\n chart: {\n        type: 'line'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    subtitle: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n    \n    title: {\n                text: ''\n            },\n        categories: [\n        \n1999,2000,2001,2002,2003,2004,2005,2006,2007,2008,2009,2010,2011,2012,2013,2014,2015,2016,2017,2018,2019,2020,2021,2022\n\n\n],\n\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: 'Staatsverschuldung (in % zum BIP)'\n        },\n        labels: {\n                format: '{value}%'\n            },\n       \n    },\n     tooltip: {\n     headerFormat: '<b>{point.x} <\/b><br>',\n     valueSuffix: '%'\n   \n   \n        },\n    plotOptions: {\n        line: {\n    \n\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            },\n            enableMouseTracking: true\n        },\n        series: {\nmarker: {\nenabled: false\n}\n}\n    },\n    series: [{\n        name: 'Schweiz',\n        data: [\n       44.74,43.65,42.48,46,46.41,45.73,43.4,38.28,34.26,32.1,30.66,29.21,28.52,29.21,29.14,29.32,28.81,27.71,28.06,26.14,25.55,28.29,27.57,27.65\n\n\n\n], color: '#327775'\n    }, {\n        name: 'Deutschland',\n        data: [\n        60.39,59.34,58.19,59.95,63.54,65.2,67.55,66.89,64.16,65.68,73.16,81.99,79.42,80.75,78.32,75.28,71.95,68.96,65.21,61.9,59.56,68.71,69.26,66.28\n\n\n],color: '#e5e4e4'\n       \n           },  \n           {\n        name: 'Italien',\n        data: [\n      113.29,109.03,108.89,106.36,105.49,105.1,106.56,106.74,103.89,106.16,116.61,119.2,119.69,126.49,132.46,135.37,135.28,134.79,134.16,134.44,134.15,154.93,149.89,144.41\n\n\n],color: '#9c92bf'\n       \n           },\n           {\n        name: 'Schweden',\n        data: [\n       60.51,50.35,51.9,49.81,49.27,48.45,48.69,43.6,38.9,37.5,40.73,38.1,37.16,37.51,40.25,45.01,43.73,42.25,41.36,39.51,35.48,39.83,36.54,32.99\n\n\n\n],color: '#7ea8a7'\n    },{\n        name: 'USA',\n        data: [\n       null,null,56.17,58.61,61.08,62.18,62.66,62.83,63.76,72.44,85.03,93.2,97.58,101.1,103.02,103.37,103.93,106.86,105.21,107.02,108.51,131.75,127.03,123.39\n\n\n\n],color: '#333333'\n    },{\n        name: 'Frankreich',\n        data: [\n       60.5,58.88,58.34,60.26,64.41,65.94,67.38,64.61,64.54,68.78,83.04,85.26,87.83,90.6,93.41,94.89,95.58,97.96,98.13,97.78,97.43,114.65,112.85,111.57\n\n\n\n],color: '#999999'\n    },{\n        name: 'Griechenland',\n        data: [\n      98.91,104.93,107.08,104.86,101.46,102.87,107.39,103.61,103.1,109.42,126.74,147.49,175.22,161.95,178.17,180.34,176.75,180.53,179.47,186.41,180.61,206.3,194.57,171.25\n\n\n\n],color: '#655c99'\n    },\n           \n           \n           \n           ]\n});\n\n\n\n});\n\n<\/script>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: OECD \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Regeln f\u00fcr eine verantwortungsvolle Finanzpolitik<\/h2>\n<p>Fiskalregeln (siehe Kasten) bezwecken, der Verschuldungsneigung entgegenzuwirken, dies durch einen verbindlichen Rahmen f\u00fcr die finanzpolitischen Entscheidungen. Sie erh\u00f6hen die Ausgabendisziplin der Politiker, indem sie sie zwingen, \u00f6ffentliche Ausgaben st\u00e4rker zu priorisieren. Zudem st\u00e4rken solche Fiskalregeln letztlich das Vertrauen der Unternehmen, der Investoren und auch der privaten Haushalte in eine nachhaltige Finanzpolitik. Die Corona-Krise hat \u00fcberdies gezeigt, dass das Einhalten von Fiskalregeln und damit gesunde \u00f6ffentliche Finanzen helfen, den finanzpolitischen Spielraum zur Abfederung wirtschaftlicher Schocks zu vergr\u00f6ssern. Mittlerweile steuern weltweit \u00fcber 100 Staaten ihren Haushalt mithilfe von Fiskalregeln (siehe Abbildung 2).<\/p>\n<p>Die Erwartungen an Fiskalregeln sind hoch: Einerseits sollen sie eine solide Finanzpolitik sicherstellen. Andererseits sollen sie aber auch erlauben, auf Krisen angemessen zu reagieren und Investitionen f\u00fcr ein nachhaltiges Wachstum zu t\u00e4tigen. Dieses Spannungsverh\u00e4ltnis f\u00fchrt immer wieder zu intensiven Debatten: Ab wann sind Fiskalregeln zu einschneidend? Ab wann sind sie zu locker? Aktuell wird auch in der EU \u00fcber eine Reform der EU-Fiskalregeln diskutiert. Diese wurden seit ihrer Einf\u00fchrung vor gut 25 Jahren mehrfach angepasst, im Zuge der Pandemie 2020 ausgesetzt und warten nun auf ihre Wiederanwendung.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Anzahl L\u00e4nder mit Fiskalregeln weltweit (1990\u20132021)<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"BR\u00c4NDLE-ELSENER-BAUR_11-2023_ABB2_DE\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#BR\u00c4NDLE-ELSENER-BAUR_11-2023_ABB2_DE').highcharts({\n    chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: '',\n       \n    },\n    legend: {\n                            enabled: true,\n                            floating: false,\n                            verticalAlign: 'bottom',\n                            align:'center', \n \n                        },\n    xAxis: {\n        categories: [1990,1991,1992,1993,1994,1995,1996,1997,1998,1999,2000,2001,2002,2003,2004,2005,2006,2007,2008,2009,2010,2011,2012,2013,2014,2015,2016,2017,2018,2019,2020,2021\n\n]\n    },\n    yAxis: {\n        min: 0,\n        title: {\n            text: ''\n        },\n       \n    },\n    \n    tooltip: {valueDecimals: 0,\n        headerFormat: '<b>{point.x}<\/b><br\/>',\n        pointFormat: '{series.name}: {point.y} Staaten<br\/>Total: {point.stackTotal} Staaten'\n    },\n    plotOptions: {\n        column: {\n            stacking: 'normal',\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            }\n        }\n    },\n    series: [{\n        name: 'Nur Regel auf nationaler Ebene',\n        data: [7,7,6,7,8,8,8,10,14,14,18,22,24,28,26,28,30,31,32,31,34,36,37,41,43,45,47,47,50,50,51,51\n]\n    }, {\n        name: 'Nur Regel auf supranationaler Ebene',\n        data: [0,0,8,8,7,9,9,7,12,11,20,20,26,25,31,31,31,32,31,32,30,29,29,33,29,24,23,22,22,21,21,19\n]\n    }, {\n        name: 'Sowohl nationale als auch supranationale Regeln',\n        data: [0,0,3,3,3,4,4,5,5,6,7,7,7,8,12,12,12,13,13,12,13,13,18,21,25,30,31,32,32,33,32,34\n\n\n]\n    }]\n});\n\n});\n<\/script>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: IWF \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<div><\/div>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Was sagt die Forschung?<\/h2>\n<p>Die empirische Literatur zeichnet ein zunehmend differenziertes Bild \u00fcber Fiskalregeln. Ihr Tenor lautet: Fiskalregeln wirken.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> So zeigen die breit abgest\u00fctzten empirischen Ergebnisse etwa, dass Fiskalregeln die \u00f6ffentlichen Finanzen grunds\u00e4tzlich positiv beeinflussen. Das gilt insbesondere f\u00fcr den Haushaltssaldo, die Verstetigung der \u00f6ffentlichen Ausgaben \u00fcber den Wirtschaftszyklus und die Staatsverschuldung. Budgetausgleichs- und Ausgabenregeln, wie sie etwa in der Schweiz und in Deutschland zur Anwendung kommen, zeigen dabei tendenziell bessere Resultate als reine Schuldenregeln (siehe Kasten).<\/p>\n<p>F\u00fcr die Planung und die Glaubw\u00fcrdigkeit der Finanzpolitik sind Budgetprognosen ein wichtiges Element. Die Empirie zeigt, dass Fiskalregeln zu pr\u00e4ziseren Prognosen beitragen, und f\u00fchrt dies im Wesentlichen darauf zur\u00fcck, dass mit wirksamen Fiskalregeln geringere Anreize f\u00fcr taktisch gef\u00e4rbte Budgetprognosen \u2013 wie etwa zu optimistische oder zu pessimistische Einnahmensch\u00e4tzungen des Finanzministeriums \u2013 bestehen.<\/p>\n<p>Empirisch gut belegt ist auch die These, dass sich die Staaten mit Fiskalregeln zu g\u00fcnstigeren Bedingungen verschulden k\u00f6nnen, da ihr Rating besser und der Risikoaufschlag auf Staatsanleihen tiefer ist. Die Vorteile von Fiskalregeln auf dem Kapitalmarkt sind umso gr\u00f6sser, je verbindlicher die Regel ist und je mehr Unsicherheit im jeweiligen Marktumfeld herrscht.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Vorwurf: Investitionsbremse<\/h2>\n<p>\u00d6ffentliche Investitionen sind essenziell f\u00fcr die Grundversorgung, den Service public. Auch zur Bew\u00e4ltigung langfristiger Herausforderungen wie der demografischen Alterung oder des Klimawandels sind sie wichtig. Letztlich sind sie die Grundlage f\u00fcr langfristiges Wachstum. Doch: In vielen L\u00e4ndern l\u00e4sst sich seit Langem ein R\u00fcckgang der \u00f6ffentlichen Investitionen gemessen am BIP beobachten. Welche Rolle spielen dabei Fiskalregeln? Die empirische Forschung findet dazu gemischte Resultate. Eine Mehrheit der Studien findet keine negativen Effekte auf die Investitionen, teils sogar positive Zusammenh\u00e4nge. Andere Untersuchungen folgern jedoch, dass Fiskalregeln die \u00f6ffentlichen Investitionen \u2013 besonders in Rezessionen \u2013 verdr\u00e4ngen. Weitgehend einig sind sich die Forscher hingegen dar\u00fcber, dass Fiskalregeln die \u00f6ffentlichen Investitionen dann wirksam sch\u00fctzen k\u00f6nnen, wenn sie gen\u00fcgend flexibel ausgestaltet sind.<\/p>\n<p>Fiskalregeln werden auch oft daf\u00fcr kritisiert, dass sie die prozyklische Tendenz der Finanzpolitik verst\u00e4rken. Dies ist vor allem bei schlechter Konjunkturlage der Fall, wenn tiefere Steuerertr\u00e4ge Ausgabenk\u00fcrzungen zur Folge haben. Die empirische Forschung stellt allerdings fest, dass Fiskalregeln antizyklisch und damit stabilisierend wirken k\u00f6nnen, wenn sie \u00fcber Mechanismen verf\u00fcgen, die dem Konjunkturverlauf entgegenwirken. Dies beispielsweise durch die explizite Ber\u00fccksichtigung der konjunkturellen Entwicklung bei der Festlegung des Budgets, so wie sie auf Bundesebene angewendet wird.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Gesetzlich verankert, aber nicht zu starr<\/h2>\n<p>Die empirische Literatur zeigt, dass prim\u00e4r zwei Aspekte den Erfolg von Fiskalregeln pr\u00e4gen: ihre Ausgestaltung und das institutionelle Umfeld. Was die Ausgestaltung angeht, sind Ausgaben- und Budgetausgleichsregeln wirksamer als reine Schuldenregeln. Auch wesentlich ist, dass die Regeln einerseits gesetzlich stark verankert sind, andererseits aber auch Spielr\u00e4ume zulassen f\u00fcr ein antizyklisches, investitionsfreundliches Budget sowie f\u00fcr ausserordentliche Ereignisse wie die Corona-Krise. Was die Qualit\u00e4t der \u00f6ffentlichen Institutionen angeht, zeigen j\u00fcngere Studien, dass beispielsweise eine effiziente Verwaltung oder eine transparente Haushaltsf\u00fchrung die Wirkung von Fiskalregeln auf die \u00f6ffentlichen Finanzen unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die empirischen Befunde unterliegen jedoch auch Einschr\u00e4nkungen. So stellt sich die Frage, ob L\u00e4nder, die ohnehin auf eine tragf\u00e4hige und solide Finanzpolitik achten, nicht auch eher dazu neigen, Fiskalregeln einzuf\u00fchren und konsequent umzusetzen. Falls dies zutrifft, ist davon auszugehen, dass die empirischen Ergebnisse den kausalen Einfluss von Fiskalregeln auf die \u00f6ffentlichen Finanzen systematisch \u00fcbersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>\u00dcber alles gesehen, darf dennoch festgehalten werden: Fiskalregeln wirken. Sie helfen, die Staatsschulden zu begrenzen, und st\u00e4rken so die Resilienz der Volkswirtschaft. In dieser Hinsicht ist die Schuldenbremse des Bundes ein gutes Beispiel.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Die zugrunde liegende \u00dcbersicht \u00fcber die j\u00fcngere empirische Literatur basiert auf Br\u00e4ndle und Elsener (2023).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Corona ist die \u00f6ffentliche Verschuldung in zahlreichen L\u00e4ndern teilweise stark gestiegen (siehe Abbildung 1). Diese markante Zunahme der Staatsschulden sehen viele Fachleute kritisch. Denn eine hohe Verschuldung kann den Handlungsspielraum eines Staates einschr\u00e4nken, auf l\u00e4ngere Sicht das Wirtschaftswachstum bremsen und k\u00fcnftige Generationen belasten. 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Sie dient dem Ziel, den \u00f6ffentlichen Haushalt auf Dauer stabil zu halten und eine \u00fcberm\u00e4ssige Verschuldung zu vermeiden. Grunds\u00e4tzlich gibt es vier Typen von Fiskalregeln mit unterschiedlichen Zielgr\u00f6ssen:\r\n\r\n<strong>Schuldenregeln<\/strong> setzen eine Schuldenobergrenze, meist quantifiziert als BIP-Quote. Sie sind einfach zu vermitteln, dienen aber nicht als exakte Leitplanken, denn die Obergrenze kann nicht vollst\u00e4ndig von der Regierung beeinflusst werden.\r\n\r\n<strong>Budgetausgleichsregeln<\/strong> limitieren das zul\u00e4ssige Budgetdefizit, das sich letztlich auf die Verschuldung auswirkt. Sie k\u00f6nnen fast vollst\u00e4ndig gesteuert werden. Ihre Zielgr\u00f6sse kann sich auf verschiedene Budgetwerte beziehen, die Regel setzt aber immer unmittelbare Budgetgrenzen. Ausnahmen f\u00fcr Schuldzinsen oder die Ber\u00fccksichtigung der Konjunktur sind grunds\u00e4tzlich sinnvoll, machen die Regel in der Tendenz jedoch komplizierter.\r\n\r\n<strong>Ausgabenregeln<\/strong> begrenzen die Staatsausgaben und k\u00f6nnen als absolute Zielgr\u00f6ssen oder bezogen auf Wachstumsraten pro Jahr oder f\u00fcr mehrere Jahre quantifiziert werden. Sie wirken unmittelbar und sind gut steuerbar, haben aber keinen direkten Bezug zur Verschuldung, solange die Einnahmen nicht ber\u00fccksichtigt werden.\r\n\r\n<strong>Einnahmenregeln<\/strong> setzen untere oder obere Grenzen auf der Einnahmenseite und dienen prim\u00e4r der Einnahmenverbesserung oder der Begrenzung der Steuerlast. Sie haben oft keinen direkten Bezug zu Ausgaben und Verschuldung und sind aufgrund der Konjunkturabh\u00e4ngigkeit der Einnahmen schwierig festzulegen."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":"","main_focus":[187234,187236],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[4306],"korrektor":5357,"planned_publication_date":"2023-11-13 06:00:23","original_files":null,"external_release_for_author":"20231113","external_release_for_author_time":"00:05:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/exedit\/651abbdd2f875"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/191700"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4141"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=191700"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/191700\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":192837,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/191700\/revisions\/192837"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5357"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4306"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3085"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3756"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4141"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/187236"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/187234"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/192777"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=191700"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=191700"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=191700"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=191700"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=191700"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=191700"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}