{"id":191934,"date":"2023-11-13T07:00:43","date_gmt":"2023-11-13T06:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=191934"},"modified":"2023-11-13T16:31:54","modified_gmt":"2023-11-13T15:31:54","slug":"ist-die-schweizer-schuldenpolitik-zu-streng","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2023\/11\/ist-die-schweizer-schuldenpolitik-zu-streng\/","title":{"rendered":"Ist die Schweizer Schuldenpolitik zu streng?"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweizer Staatsfinanzen sind kerngesund. Seit der Jahrtausendwende konnte die \u00f6ffentliche Schuldenquote (Schulden von Bund, Kantonen und Gemeinden im Verh\u00e4ltnis zum Bruttoinlandprodukt) von 46 auf 27 Prozent zur\u00fcckgefahren werden. Selbst die ausserordentlichen Ausgaben zur Bew\u00e4ltigung der Corona-Pandemie schlugen bloss eine kleine Delle in die Trendlinie (siehe Abbildung). Auch im internationalen Vergleich steht die Schweiz gut da: Von den mittelgrossen und grossen Industriel\u00e4ndern der Welt hat die Schweiz die geringste staatliche Verschuldung.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a><\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Bruttoverschuldung von Bund, Kantonen und Gemeinden (1990\u20132022)<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class='chart chart--normal' id='BR\u00dcLHART_11-2023_DE'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n\n\n\n\n\n\n$(function () {\n\nHighcharts.wrap(Highcharts.Axis.prototype, 'getPlotLinePath', function(proceed) {\n    var path = proceed.apply(this, Array.prototype.slice.call(arguments, 1));\n    if (path) {\n        path.flat = false;\n    }\n    return path;\n});\n\n\n    $('#BR\u00dcLHART_11-2023_DE').highcharts({\n\n\nchart: {\n        type: 'line'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    subtitle: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n    \n    title: {\n                text: ''\n            },\n        categories: [\n        \n1990,1991,1992,1993,1994,1995,1996,1997,1998,1999,2000,2001,2002,2003,2004,2005,2006,2007,2008,2009,2010,2011,2012,2013,2014,2015,2016,2017,2018,2019,2020,2021,2022\n\n\n],\nplotLines: [{\n                color: '#000000',\n                dashStyle: 'spline', \/\/ Spline = Linie, Dot = gepunktete Linie\n                width: 1,\n                value: 13, \/\/ Wert, wo vertikale Linie eingeblendet werden soll\n                label: {\n                    rotation: 0,\n\n                y: 7,\n                    text: 'Einf\u00fchrung Schuldenbremse'\n                },\n                zIndex: 3\n            }],\n\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: 'Bruttoschuldenquote in % des BIP'\n        },\n        labels: {\n                format: ''\n            },\nmax: 60,\n            \n                   \n    },\n     tooltip: {\n     headerFormat: '<b>{point.x} <\/b><br>',\n     valueSuffix: '%'\n   \n   \n        },\n    plotOptions: {\n        line: {\n    \n\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            },\n            enableMouseTracking: true\n        },\n        series: {\nmarker: {\nenabled: false\n}\n}\n    },\n    series: [\n     {\n        name: 'Bund',\n        data: [\n       9.9,11,13.5,16.5,17.7,19.4,20.6,22.3,24.3,22.5,22.2,21.7,25,24.9,24.8,24.6,21.8,19.5,18.7,17.6,16.7,16.4,16.4,16,15.4,14.7,13.7,14.2,12.8,12.3,13.9,13.7,14.2\t\n\n\n]\n       \n           },  \n           {\n        name: 'Bund, Kantone und Gemeinden',\n        data: [\n       26,28,32.4,36.9,39.1,41.2,43,45.1,47.2,44.7,43.7,42.5,46,46.4,45.7,43.4,38.3,34.3,32.1,30.7,29.2,28.5,29.2,29.1,29.3,28.8,27.7,28.1,26.1,25.6,28.3,27.5,26.5\n\n\n\n]\n       \n           },\n          \n           \n           \n           \n           ]\n});\n\n\n\n\n});\n\n<\/script>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: EFV \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Die optimale Schuldenquote liegt \u00fcber null<\/h2>\n<p>Die niedrige Schuldenquote beschert uns verschiedene Vorteile. So muss der Staat beispielsweise nur einen geringen Teil seiner Steuereinnahmen f\u00fcr Schuldzinsen aufwenden. Dies erfolgt einerseits rein mechanisch, weil die zu bedienenden Schulden bereits tief sind, und andererseits weil die tiefen Schulden auf den Kapitalm\u00e4rkten zu besseren Zinskonditionen f\u00fchren. Das schafft Freir\u00e4ume f\u00fcr produktivere Staatsausgaben.<\/p>\n<p>In der wissenschaftlichen Literatur gilt das Augenmerk jedoch in erster Linie einem anderen Kriterium, n\u00e4mlich der Resilienz der Staatsfinanzen. Einfacher ausgedr\u00fcckt: Exzessive Staatsschulden k\u00f6nnen es dem Staat verunm\u00f6glichen, im Fall einer Wirtschaftskrise die Ausgaben hochzufahren, oder sie k\u00f6nnen gar selbst zum Beschleuniger werden f\u00fcr Wirtschaftskrisen, so wie das etwa in der Eurokrise in Griechenland der Fall war. Grunds\u00e4tzlich gilt: Je tiefer die Verschuldung, desto geringer sind solche Risiken.<\/p>\n<p>Heisst das nun, dass tiefere Staatsschulden immer besser sind als h\u00f6here? Die Antwort der wissenschaftlichen Literatur lautet klar: Nein. F\u00fcr den Staat kann es sinnvoll sein, langfristig rentable Infrastrukturinvestitionen mittels Schulden zu finanzieren, \u00e4hnlich wie es sich f\u00fcr viele Familien lohnt, die Ausgaben f\u00fcr einen Hauskauf mittels Hypothekardarlehen \u00fcber die Jahre zu verteilen. \u00d6ffentliche Schulden sind zudem ein wichtiges Element funktionierender Finanzm\u00e4rkte, denn Staatsanleihen solide finanzierter L\u00e4nder sind eine liquide und sichere Anlagekategorie, deren Nachfrage in den letzten Jahrzehnten markant gestiegen ist.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a><\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Schuldenabbau ist nicht gratis<\/h2>\n<p>Im Kern geht es bei der Schuldenfrage um die gleiche Abw\u00e4gung wie bei allen wirtschaftspolitischen Entscheidungen: Wiegt der Nutzen tiefer Schulden deren Kosten auf? Denn Schuldenabbau ist nicht gratis. Jeder Franken, der f\u00fcr R\u00fcckzahlung von Staatsschulden eingesetzt wird, ist ein Franken, der nicht f\u00fcr andere Staatsleistungen zur Verf\u00fcgung steht oder \u2013 dies wird oft \u00fcbersehen! \u2013 auch nicht im Portemonnaie der Steuerzahler belassen werden konnte. Die Alternativen zu Schuldenr\u00fcckzahlung sind somit: h\u00f6here Ausgaben oder tiefere Steuern.<\/p>\n<p>Wenn die Staatsverschuldung sowohl zu tief als auch zu hoch ausfallen kann, dann muss es irgendwo ein optimales Niveau geben. Wo dieses Niveau liegt, l\u00e4sst sich jedoch nicht verbindlich bestimmen, aus zwei Hauptgr\u00fcnden. Erstens h\u00e4ngt das Optimum von den Umst\u00e4nden jedes Landes ab. In Staaten mit stabilen Institutionen, mit einer eigenen W\u00e4hrung und mit einer gr\u00f6sseren inl\u00e4ndischen Absorption ihrer Schuldpapiere sind Staatsschulden ein kleinerer Risikofaktor als in Staaten ohne diese Eigenschaften. So schultert Japan eine Schuldenquote von beinahe 260 Prozent und geniesst dennoch weiterhin grosses Vertrauen der Finanzm\u00e4rkte. Griechenland hingegen verlor dieses Vertrauen in der Krise von 2010 bei einer Schuldenquote von \u00abbloss\u00bb 130 Prozent.<\/p>\n<p>Zweitens sind beim Festlegen der optimalen Schuldenquote zwangsl\u00e4ufig Werturteile involviert. Kurz, was ist wertvoller: tiefe Schulden, Steuersenkungen oder staatliche Investitionen in die Zukunft? Je nach Antwort und Umsetzung sind verschiedene Personenkreise betroffen. Deshalb sind solche Abw\u00e4gungen nicht wissenschaftlich l\u00f6sbar, sondern m\u00fcssen im demokratischen Prozess ausgehandelt werden.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Mehrere Gr\u00fcnde f\u00fcr tiefe Schulden<\/h2>\n<p>Doch was erkl\u00e4rt die ausserordentlich tiefe \u00f6ffentliche Verschuldung in der Schweiz?<\/p>\n<p>Die gute Konjunktur spielt gewiss eine Rolle: Seit 2004, als die Schuldenquote abzunehmen begann, lag das j\u00e4hrliche Wirtschaftswachstum im Schnitt bei 2 Prozent. Im vorangegangenen Jahrzehnt \u2013 als die Verschuldung markant anstieg \u2013 betrug das durchschnittliche Wachstum bloss 1,2 Prozent. Allgemein gilt: Liegt die Wachstumsrate der Wirtschaft \u00fcber dem Schuldzinssatz, nimmt die Schuldenquote automatisch ab \u2013 solange der Staat kein allzu grosses Defizit schreibt.<\/p>\n<p>Soliden Staatsfinanzen f\u00f6rderlich ist \u00fcberdies der F\u00f6deralismus. In der Schweiz laufen bloss 45 Prozent der \u00f6ffentlichen Finanzen \u00fcber den Zentralstaat \u2013 auch dies ein internationaler Rekordwert.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Den Kantonen und Gemeinden sind die M\u00f6glichkeiten zur Schuldenaufnahme oft enger gesteckt als dem Bund, und sie erhalten weniger attraktive Konditionen auf den Kapitalm\u00e4rkten.<\/p>\n<p>Aber den entscheidenden Unterschied macht ziemlich sicher die Schuldenbremse. Praktisch alle Kantone kennen solche Regelungen und seit 2003 auch der Bund.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Eine Studie der Universit\u00e4t Luzern hat belegt, dass die Schuldenbremse massgeblich f\u00fcr den Schuldenr\u00fcckgang der letzten beiden Jahrzehnte verantwortlich ist.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a><\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Schweizer Schuldenbremse: Einzigartig streng<\/h2>\n<p>Fiskalregeln gibt es mittlerweile in den meisten L\u00e4ndern (siehe auch Artikel \u00ab<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/?p=191700&amp;v\">Fiskalregeln wirken<\/a>\u00bb), aber die Schweizer Schuldenbremse ist strenger als alle.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Die <a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/1999\/404\/de#art_126\">Verfassung<\/a> schreibt einen \u00fcber den Konjunkturzyklus ausgeglichenen Haushalt vor. Das bedeutet langfristig stabile nominelle Schulden und somit einen allm\u00e4hlichen R\u00fcckgang der Schuldenquote. Das ausf\u00fchrende Gesetz ist noch rigoroser, denn es verlangt, dass Rechnungs\u00fcbersch\u00fcsse zwingend dem Schuldenabbau zugeschrieben werden. Letzteres bedeutet nicht bloss einen stetigen R\u00fcckbau der Schuldenquote, sondern auch der nominellen Schulden.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Zum Vergleich: Sowohl die Maastricht-Regeln der EU als auch die deutschen und \u00f6sterreichischen Schuldenbremsen erlauben (kleine) strukturelle Staatsdefizite und lassen somit eine gewisse Zunahme der nominellen Schulden zu.<\/p>\n<p>Angesichts der sehr vorteilhaften Zinskonditionen des Bundes auf dem Kapitalmarkt stellt sich nun die Frage: Sind Schuldenr\u00fcckzahlungen aus volkswirtschaftlicher Sicht rentabler als Steuersenkungen oder zus\u00e4tzliche staatliche Investitionen? Nicht unbedingt, finden verschiedene Fachexperten und schlugen daher in den vergangenen Jahren verschiedentlich Anpassungen der Schweizer Schuldenbremse vor.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Ideen f\u00fcr ein Update<\/h2>\n<p>Einen Makel hat die gegenw\u00e4rtige Schuldenbremsen-Praxis etwa bei den Investitionsausgaben. Denn diese werden im Moment der Auszahlung ber\u00fccksichtigt, statt sie mittels Abschreibungsregeln \u00fcber die Laufzeit der Investition zu verteilen, wie es der buchhalterischen Gepflogenheit entsprechen w\u00fcrde. Die aktuelle Praxis ist volkswirtschaftlich wenig sinnvoll und k\u00f6nnte angepasst werden.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Das w\u00fcrde mehr Spielraum schaffen f\u00fcr langfristig wirksame Ausgaben, beispielsweise f\u00fcr eine unabh\u00e4ngigere und \u00f6kologischere Energieversorgung.<\/p>\n<p>Ein anderer Vorschlag betrifft die Corona-Schulden. Das Parlament hat 2022 beschlossen, diese bis 2035 vollst\u00e4ndig abzuzahlen. Dennoch vertreten weiterhin verschiedene Kreise die <a href=\"https:\/\/www.avenir-suisse.ch\/wie-weiter-mit-der-schuldenbremse\/\">Idee<\/a>, zumindest einen Teil der Corona-Schulden mit dem Schuldenabbau der Vorjahre zu verrechnen. Das w\u00e4re konform mit dem Verfassungsartikel und w\u00fcrde bedeuten, dass ein Teil der Corona-Schulden \u00abstehen gelassen\u00bb w\u00fcrde. Das Parlament w\u00fcrde sich damit selbst eine gewisse Freiheit zur\u00fcckgeben, k\u00fcnftige Budget\u00fcbersch\u00fcsse f\u00fcr Steuersenkungen oder Zusatzausgaben einzusetzen statt f\u00fcr den weiteren Abbau der nominellen Schulden.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sind die Vorgaben zum Schuldenabbau in der Schweizer Schuldenbremse ausserordentlich streng. Rechnungs\u00fcbersch\u00fcsse werden automatisch in den Schuldenabbau geleitet. Dieser Umstand liesse sich mit technischen Gesetzesanpassungen verfassungskonform korrigieren. Beispielsweise k\u00f6nnte man dem urspr\u00fcnglichen Bundesratsvorschlag einer \u00absymmetrischen Bewirtschaftung des Ausgleichskontos\u00bb folgen.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Oder das Regelwerk w\u00fcrde um einen \u00ab<a href=\"https:\/\/batz.ch\/2018\/02\/die-schuldenbremse-vervollstaendigen\/\">administrativen Korrekturfaktor<\/a>\u00bb erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>W\u00fcrde man die Verfassung wortgetreu einhalten, dann m\u00fcsste man eigentlich den nominellen Schuldenstand dauerhaft einfrieren. Gem\u00e4ss der makro\u00f6konomischen Literatur ist allerdings eine stabile Schuldenquote die entscheidende Zielgr\u00f6sse und nicht ein stabiler Schuldenbetrag. Daher haben Experten vorgeschlagen, auch das gesetzliche Regelwerk auf eine Verstetigung der Schuldenquote auszurichten.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a> So k\u00f6nnte man ein durchschnittliches Prim\u00e4rdefizit von bis zu 2,8 Milliarden Franken zulassen.<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a> Das w\u00fcrde allerdings eine Verfassungs\u00e4nderung bedingen.<\/p>\n<p>Noch weiter geht ein Vorschlag, der die starke Nachfrage nach Bundesobligationen und die damit einhergehenden attraktiven Finanzierungskonditionen des Bundes ausnutzen w\u00fcrde. Indem sich der Bund n\u00e4mlich billig verschuldet und die aufgenommenen Mittel in Renditeanlagen platziert, k\u00f6nnte er seinen Zinsbonus zu Geld machen.<a href=\"#footnote_12\" id=\"footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor\">[12]<\/a> Ein derart alimentierter Fonds im Umfang von 10 BIP-Prozent k\u00f6nnte j\u00e4hrliche Eink\u00fcnfte zwischen 0,7 und 2,1 Milliarden Franken generieren.<a href=\"#footnote_13\" id=\"footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor\">[13]<\/a> Um f\u00fcr einen solch strategisch-spekulativen Zweck zus\u00e4tzliche staatliche Schuldpapiere emittieren zu k\u00f6nnen, m\u00fcsste die Verfassung ebenfalls angepasst werden.<\/p>\n<p>Fest steht: Die Schuldenbremse ist Ausdruck weitsichtiger schweizerischer Finanzpolitik. Wir haben nun 20 Jahre lang Erfahrungen sammeln k\u00f6nnen. Zeit f\u00fcr ein Update?<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Internationaler W\u00e4hrungsfonds (2023a).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Glick (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Internationaler W\u00e4hrungsfonds (2023b).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Siehe Kirchg\u00e4ssner (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe Salvi et al. (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Siehe Br\u00e4ndle und Elsener (2023).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Siehe Sturm et al. (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Siehe Fischer (2023).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Siehe Bundesrat (2000).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Siehe etwa Internationaler W\u00e4hrungsfonds (2019), Tille (2023).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">Siehe Tille (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_12\" class=\"footnote--item\">Siehe Bacchetta (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_13\" class=\"footnote--item\">Siehe Tille (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizer Staatsfinanzen sind kerngesund. 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BBI 2000 4728.<\/li>\r\n \t<li>Fischer, Roland (2023). <a href=\"https:\/\/www.roland-fischer.ch\/blog\/ist-das-regelwerk-der-schuldenbremse-noch-zeitgemaess-gedanken-zum-20-jaehrigen-jubilaeum\">Ist das Regelwerk der Schuldenbremse noch zeitgem\u00e4ss?<\/a> 5. September.<\/li>\r\n \t<li>Glick, Reuven (2020). r* and the Global Economy. Journal of International Money and Finance, 102:102105.<\/li>\r\n \t<li>Internationaler W\u00e4hrungsfonds (2019) Switzerland. IMF Country Report No. 19\/180.<\/li>\r\n \t<li>Internationaler W\u00e4hrungsfonds (2023a). <a href=\"https:\/\/data.imf.org\/?sk=388dfa60-1d26-4ade-b505-a05a558d9a42\">Government Finance Statistics<\/a> (abgerufen am 4.10.2023.)<\/li>\r\n \t<li>Internationaler W\u00e4hrungsfonds (2023b). <a href=\"https:\/\/data.imf.org\/?sk=388dfa60-1d26-4ade-b505-a05a558d9a42\">Fiscal Decentralization Dataset<\/a> (abgerufen am 4.10.2023).<\/li>\r\n \t<li>Kirchg\u00e4ssner, Gebhard (2013) Fiscal Institutions at the Cantonal Level in Switzerland. Swiss Journal of Economics and Statistics, 149(2): 139\u2013166.<\/li>\r\n \t<li>Salvi, M.; Schaltegger, C.A.; Schmid L. (2020). Fiscal Rules Cause Lower Debt: Evidence from Switzerland\u2019s Federal Debt Containment Rule. Kyklos, 73(4): 605\u2013642.<\/li>\r\n \t<li>Sturm, J.E.; Br\u00fclhart, M.; Funk, P.; Schaltegger, C.A.; Siegenthaler P. (2017). Gutachten zur Erg\u00e4nzung der Schuldenbremse. Studie im Auftrag des EFD.<\/li>\r\n \t<li>Tille, C\u00e9dric (2020). The \u00abBurden\u00bb of Swiss Public Debt: Lessons from Research and Options for the Future. CEPR Policy Insight No. 101.<\/li>\r\n \t<li>Tille, C\u00e9dric (2023). Perspectives pour la dette de la Conf\u00e9d\u00e9ration \u00e0 moyen et long terme\u00a0: quels sont les horizon et l\u2019ampleur des ajustements? IHEID, Genf.<\/li>\r\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":"","main_focus":[187234,187236],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[4306],"korrektor":5357,"planned_publication_date":"2023-11-13 06:00:43","original_files":null,"external_release_for_author":"20231112","external_release_for_author_time":"23:15:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/exedit\/6523bf2048a14"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/191934"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4010"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=191934"}],"version-history":[{"count":32,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/191934\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":192944,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/191934\/revisions\/192944"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5357"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4306"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4010"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/187236"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/187234"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/192941"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=191934"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=191934"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=191934"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=191934"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=191934"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=191934"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}