{"id":193138,"date":"2023-12-18T07:20:07","date_gmt":"2023-12-18T06:20:07","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=193138"},"modified":"2023-12-18T11:04:44","modified_gmt":"2023-12-18T10:04:44","slug":"generation-z-kaempft-gegen-vorurteile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2023\/12\/generation-z-kaempft-gegen-vorurteile\/","title":{"rendered":"Generation&nbsp;Z k\u00e4mpft gegen Vorurteile"},"content":{"rendered":"<p>Der demografische Wandel in der Schweiz hat erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Insbesondere f\u00fcr die j\u00fcngste Generation von Arbeitnehmenden, die sogenannte Generation&amp;nbsp;Z (Gen Z) mit Geburtsjahren 1995 bis 2010, ist dieser Wandel in Zukunft vermehrt sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>Zum einen w\u00e4chst der Druck auf Erwerbspersonen. Durch den deutlich steigenden Altersquotienten, d. h. das Verh\u00e4ltnis von \u00fcber 65-J\u00e4hrigen zu Personen zwischen 20 und 65 Jahren, sehen sich j\u00fcngere Arbeitnehmende damit konfrontiert, die Rente der \u00e4lteren Generationen zu finanzieren und eine h\u00f6here Steuerlast zu tragen. Zum anderen kommt es voraussichtlich zu einem verst\u00e4rkten Wettbewerb um Fachkr\u00e4fte, besonders in Branchen, die Personen der j\u00fcngsten Generation als tendenziell weniger attraktiv ansehen. Um diese Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen, ist es entscheidend, dass Schweizer Unternehmen ihre Rekrutierungsstrategien anpassen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\"><strong>Generation Z(ukunft)<\/strong><\/h2>\n<p>Es ist daher wenig verwunderlich, dass die Gen Z vermehrt in das Zentrum der \u00f6ffentlichen Debatte zum Thema Arbeitsmarkt r\u00fcckt. Diese Generation ist vollst\u00e4ndig in einer \u00c4ra digitaler Innovation und sozialer Medien aufgewachsen, was ihre Perspektiven, Werte und F\u00e4higkeiten entscheidend gepr\u00e4gt hat.<\/p>\n<p>Entsprechend schnell werden Personen der Gen Z in der \u00f6ffentlichen Debatte unterschiedlichste Charakterz\u00fcge zugeschrieben: Sie gelten als Digital Natives, Trendsetter in den Bereichen Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit, sind agiler, flexibler und technologisch versierter als Vorg\u00e4ngergenerationen.<\/p>\n<p>Weniger wohlwollende Stimmen attestieren jedoch auch einen mangelnden Arbeitswillen, Egoismus und Unerfahrenheit. Abseits aller Stereotype ist die Gen Z eine Schl\u00fcsselgeneration. Sie formt die Zukunft von Arbeit, Konsum und gesellschaftlichem Engagement.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\"><strong>Hohe berufliche Ambitionen<\/strong><\/h2>\n<p>Meinungen und Kommentare zur Gen Z und ihrer zuk\u00fcnftigen Rolle am Arbeitsmarkt gibt es reichlich, sp\u00e4rlicher sind hingegen solide empirische Datengrundlagen. Dies nahm das Beratungsunternehmen Zeam zum Anlass, im Jahr 2023 gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Link, welches Teil der Yougov-Gruppe ist, eine Studie unter dem Namen \u00abGeneration Zukunft\u00bb mit Fokus auf Arbeitsmarktthemen durchzuf\u00fchren. Dabei wurden 2098 Personen im Alter von 15 bis 28 Jahren befragt, von ihnen 1068 Personen aus der Schweiz. Beleuchtet wurden verschiedenste Aspekte des Arbeitsumfelds junger Menschen, unter anderem in Bezug auf die aktuelle Arbeitssituation, den aktuellen Arbeitgeber, den Arbeitgeberwechsel sowie Themen rund um den Bereich Recruiting und Bewerbungsverfahren.<\/p>\n<p>Rund die H\u00e4lfte der Befragten ist aktuell (sehr) zufrieden mit ihrer Arbeitgeberin. Dennoch erw\u00e4gt mehr als jede dritte Person, den Arbeitsplatz im kommenden Jahr zu wechseln. Dies kann bereits als Mass f\u00fcr eine hohe berufliche Ambition gewertet werden. Auch sonst l\u00e4sst sich kaum ein Mangel an Arbeitswillen in den Daten erkennen. \u00dcber 60 Prozent der Befragten streben nach mehr Verantwortung. Konkreter w\u00fcrden 42 Prozent zuk\u00fcnftig gerne sogar F\u00fchrungsverantwortung in ihrem Unternehmen \u00fcbernehmen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\"><strong>Gesundheitsberufe und soziale Berufe am attraktivsten bei der Gen Z (2023)<\/strong><\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"12-2023_ORLOWSKI\"><\/div>\n<script>\n\n\n\n$(function () {\n    $('#12-2023_ORLOWSKI').highcharts({     \n\n chart: {\n        type: 'bar'\n    },\n\n   yAxis: {\n    \ttitle: {\n        \ttext: ''\n        },\n        labels: {\n        \tformat: '{value} %'\n        }\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['Handel','Landwirtschaft','Herstellung \/ Verarbeitung','Bau \/ Energie','Gastgewerbe \/ Tourismus','Finanzwesen \/ Versicherungen','Verkehr \/ Kommunikation \/ Informatik','Dienstleistungen f\u00fcr Unternehmen','\u00d6ffentliche Verwaltung \/ \u00f6ffentliche Hand','Unterrichtswesen','Gesundheitswesen \/ Sozialwesen']\n    },\n      tooltip: {\n     headerFormat: '<b>{point.x}<\/b><br>',\n     valueSuffix: '%'\n     \n   \n   \n        },\n   \n    plotOptions: {\n        bar: {\n            stacking: \"normal\"\n        }}, \n      \n    \n    series: [{\n        name: 'Anteil Personen, welche die Branche als attraktiv ansehen',\n        data: [10,11,13,14,15,17,22,24,26,30,30],  color:\"#327775\"\n    }, {\n        name: 'Anteil Personen, welche die Branche als unattraktiv ansehen',\n        data: [-34,-40,-38,-33,-28,-35,-22,-16,-19,-17,-19],  color:\"#655c99\"\n    }, ]\n});\n\n});\n\n<\/script>\n<h6 class=\"content-copy\">Quelle: Link und Zeam (2023) \/ Die Volkswirtschaft.<\/h6>\n<h2 class=\"text__graphic-title\"><strong>Mentale Gesundheit wichtig<\/strong><\/h2>\n<p>Der hohe Anspruch an unmittelbares Feedback ist ebenfalls in den Daten ersichtlich. Rund 41 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass ein Bewerbungsverfahren von der Einreichung der Bewerbung bis zum Entscheid nicht l\u00e4nger als zwei Wochen dauern sollte. Die meisten Rekrutierungsprozesse d\u00fcrften deutlich l\u00e4nger dauern und somit eine Herausforderung f\u00fcr Unternehmen darstellen.<\/p>\n<p>Von der Gen Z bekr\u00e4ftigt werden Aspekte des gesellschaftlichen Engagements bzw. des Wunsches nach sozialer und gesellschaftlicher Gerechtigkeit. So geh\u00f6ren die F\u00f6rderung der mentalen Gesundheit, ein ausgewogenes Verh\u00e4ltnis zwischen beruflichen Anforderungen und privaten Bed\u00fcrfnissen sowie die Positionierung des Arbeitgebers f\u00fcr Diversit\u00e4t, Transparenz und gegen Diskriminierung zu den wichtigsten Aspekten bei einem Arbeitgeber. Die viel diskutierten Workations, w\u00e4hrend derer man an einem Urlaubsort arbeitet, werden von den Befragten der Gen Z hingegen als unwichtig angesehen.<\/p>\n<p>Auch hinsichtlich der Attraktivit\u00e4t unterschiedlicher Branchen liefert die Studie interessante Ergebnisse. Das Gesundheits- und Sozialwesen wird als eine der attraktivsten Branchen wahrgenommen (siehe Abbildung). Vor dem Hintergrund der voraussichtlich stark steigenden Nachfrage nach Arbeitskr\u00e4ften in diesem Sektor bietet sich hier ein wahrer Lichtblick f\u00fcr unsere zunehmend alternde Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\"><strong>Herausforderung Generationenforschung<\/strong><\/h2>\n<p>Generationenforschung ist ein schwieriges Feld. Die Anforderungen an Datengrundlage und Methode sind hoch, da komplexe, sich \u00fcberlappende soziale, kulturelle und historische Faktoren einbezogen werden m\u00fcssen. Es werden umfangreiche, repr\u00e4sentative Daten ben\u00f6tigt, die bestenfalls sogar eine Zeitreihe abbilden. Zu schnell besteht die Gefahr, dass Attribute voreilig einer Generation zugeschrieben werden, w\u00e4hrend es sich wom\u00f6glich lediglich um einen Alterseffekt handelt. So wechseln Menschen im Laufe ihres Lebens nicht die Generationenzugeh\u00f6rigkeit, jedoch sehr wahrscheinlich mehrmals ihre Meinung zum Beispiel betreffend einen angemessenen Kleidungsstil.<\/p>\n<p>Weniger umstritten als die Generationenforschung ist die Tatsache, dass die Gen Z im Vergleich zu allen Vorg\u00e4ngergenerationen durch ihren selbstverst\u00e4ndlichen Umgang mit sozialen Medien \u00fcber eine immense Reichweite verf\u00fcgt, um ihren beruflichen Anliegen Geh\u00f6r zu verschaffen. Ein Bewusstsein daf\u00fcr kann nur sinnvoll sein \u2013 f\u00fcr junge Arbeitnehmende der Gen Z und f\u00fcr alle geh\u00f6rschenkenden Generationen gleichermassen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der demografische Wandel in der Schweiz hat erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Insbesondere f\u00fcr die j\u00fcngste Generation von Arbeitnehmenden, die sogenannte Generation&amp;nbsp;Z (Gen Z) mit Geburtsjahren 1995 bis 2010, ist dieser Wandel in Zukunft vermehrt sp\u00fcrbar. Zum einen w\u00e4chst der Druck auf Erwerbspersonen. 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Insgesamt sind rund 70 Fragen rund um das Thema Beruf, Arbeitsmarkt und Rekrutierung enthalten."},{"kasten_title":"","kasten_box":""}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":"","main_focus":"","serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[9757],"korrektor":5357,"planned_publication_date":"2023-12-18 06:20:07","original_files":null,"external_release_for_author":"20231216","external_release_for_author_time":"00:01:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/exedit\/655b22acc0f8b"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/193138"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11376"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=193138"}],"version-history":[{"count":34,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/193138\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":194312,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/193138\/revisions\/194312"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5357"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9757"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11376"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/194205"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=193138"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=193138"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=193138"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=193138"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=193138"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=193138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}