{"id":193267,"date":"2023-12-12T06:05:07","date_gmt":"2023-12-12T05:05:07","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=193267"},"modified":"2024-07-02T15:11:30","modified_gmt":"2024-07-02T13:11:30","slug":"ich-selber-gehoere-keiner-politischen-partei-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2023\/12\/ich-selber-gehoere-keiner-politischen-partei-an\/","title":{"rendered":"\u00abIch selber geh\u00f6re keiner politischen Partei an\u00bb"},"content":{"rendered":"<div class=\"content-copy-questions\">Herr Marchand, was verbindet die Schweiz mehr: der Gotthardtunnel oder Roger Federer?<\/div>\n<p>Roger Federer. Er weckt bei uns allen Emotionen. Seine Pers\u00f6nlichkeit sowie seine Art, mit anderen Menschen zu interagieren, damit identifizieren sich Schweizerinnen und Schweizer gerne. Er ist ein Spiegelbild der Schweiz.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Findet sich in diesem Spiegelbild die schweizerische Identit\u00e4t?<\/div>\n<p>Die Identit\u00e4t der Schweiz besteht zu einem grossen Teil daraus, Vielfalt zu akzeptieren. Die Schweiz ist sehr gut darin, zu sagen, was sie alles nicht ist: Wir sagen gern, dass wir keine Franzosen, aber auch keine Deutschen und keine Italiener sind. Die Protestanten betonen, dass sie keine Katholiken sind, und umgekehrt. Zudem sind wir weder hundert Prozent urban \u2013 noch ausschliesslich Bergler. Anders die Programme der SRG. Sie tragen dazu bei, zu sagen, wer wir wirklich sind.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Wie machen Sie das?<\/div>\n<p>Wir erkl\u00e4ren, was die anderen tun und wer die anderen sind. Es ist eine Art, zu sagen, wer und was wir selber sind. Darin liegt \u00fcbrigens das Paradox unseres Service-public-Auftrags: die Vielfalt pflegen und gleichzeitig Menschen zusammenbringen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Sie m\u00fcssen also das Gleichgewicht zwischen Gemeinsamkeiten und Vielfalt finden?<\/div>\n<p>Die richtige Definition unseres Service public umfasst genau diese Suche nach dem Gleichgewicht. In der Schweiz findet man dieses eigentlich immer, auch wenn es sich daf\u00fcr jeweils erst einpendeln muss.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Wieso sollte sich das Tessin f\u00fcr die Sankt Galler Landwirtschaftsmesse Olma interessieren?<\/div>\n<p>Die Menschen im Tessin m\u00fcssen davon geh\u00f6rt haben. Das heisst nicht, dass sie die Messe jedes Jahr besuchen sollen. (lacht) Die \u00d6ffentlichkeit im Tessin interessiert sich f\u00fcr den Bundesrat, der bei der Er\u00f6ffnung der Olma ein S\u00e4uli im Arm h\u00e4lt, oder f\u00fcr die Tessiner Aussteller, die dort ihre landwirtschaftlichen Produkte pr\u00e4sentieren. Einer unserer Auftr\u00e4ge besteht darin, \u00fcber wichtige Ereignisse in den anderen Landesteilen zu berichten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Das gemeinsame Erlebnis vor einem einzigen Bildschirm verliert an Bedeutung, ausser beim Sport.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Gibt es ein Sendeformat, das die ganze Schweiz interessiert?<\/div>\n<p>Die Hauptausgaben der Nachrichten, in der Deutschschweiz ist das die \u00abTagesschau\u00bb und in der Romandie \u00ab19:30\u00bb. Dann die Sport\u00fcbertragungen und Schweizer Serien, die wir koproduzieren und in die Landessprachen \u00fcbersetzen. Punktuell produzieren wir gemeinsame Sendungen f\u00fcr alle vier Regionen wie k\u00fcrzlich anl\u00e4sslich des Eidgen\u00f6ssischen Volksmusikfests in Bellinzona. Was viele jedoch nicht wissen: Beitr\u00e4ge, die von den Redaktionen unserer Regionalstudios produziert werden, kommen in einen gemeinsamen Pool und werden oft in den anderen Sprachregionen wiederverwendet, mit einem \u00fcbersetzten und angepassten Kommentar.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Fr\u00fcher schaute man die \u00abTagesschau\u00bb jeweils im Kreis der Familie. Ist das heute immer noch so?<\/div>\n<p>Das gemeinsame Erlebnis vor einem einzigen Bildschirm verliert an Bedeutung, ausser beim Sport. Heutzutage werden Fernsehsendungen oft allein geschaut und hinterher gemeinsam diskutiert. Die SRG erf\u00fcllt ihren Auftrag, wenn sie die demokratische und gesellschaftliche Debatte f\u00f6rdert.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">F\u00fcr dieses Ziel m\u00fcssen Sie Ihre Zielgruppen kennen. Wer sind diese?<\/div>\n<p>Gem\u00e4ss unserem Auftrag richten wir uns an die gesamte Bev\u00f6lkerung. Wir fokussieren nicht auf eine spezifische Zielgruppe, mit Ausnahme der jungen Leute, mit denen wir den Kontakt halten wollen. Jede Woche stehen wir in direktem Kontakt mit 83 Prozent der Schweizer Bev\u00f6lkerung. Das zeigt, dass unsere Sendungen alle Gruppen erreichen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Wer sind die verbleibenden 17 Prozent?<\/div>\n<p>Das \u00e4ndert je nach Zeitraum und Programm. Es sind nat\u00fcrlich nicht immer dieselben 17 Prozent betroffen. Wir bem\u00fchen uns, irgendwann alle anzusprechen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Richten Sie Ihr Programm am Ausbildungsniveau Ihres Publikums aus oder danach, ob es eher in der Stadt oder auf dem Land lebt?<\/div>\n<p>Wir wissen, dass bestimmte Sendungen anspruchsvoller sind als andere oder dass sie eher ein j\u00fcngeres oder ein traditionelleres Publikum ansprechen. Wir versuchen, mit unserem Angebot das gesamte Altersspektrum abzudecken. Wir achten aber auch auf die soziokulturellen Vorlieben unseres Publikums. Die Reisefreudigen interessieren sich mehr f\u00fcr internationale Fragen; ihr Medienverhalten unterscheidet sich von jenem anderer, die eher in der nationalen Realit\u00e4t verankert sind.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Wie sprechen Sie junge Menschen an?<\/div>\n<p>Indem wir Narrative entwickeln, die sie interessieren. Und indem wir diese auf den Kan\u00e4len verbreiten, die sie nutzen: Tiktok, Instagram, Facebook, Youtube. Dank diesen erg\u00e4nzenden Kan\u00e4len k\u00f6nnen wir mit unseren Marken, Sendungen und Inhalten mit den Jungen in Kontakt treten. Dies, um sie sp\u00e4ter auf unsere Sender zu f\u00fchren, wo sie unser restliches Angebot entdecken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/12\/Marchand_02-1-scaled.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-194027\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/12\/Marchand_02-1-1024x552.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"431\" srcset=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/12\/Marchand_02-1-1024x552.jpg 1024w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/12\/Marchand_02-1-300x162.jpg 300w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/12\/Marchand_02-1-768x414.jpg 768w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/12\/Marchand_02-1-1536x828.jpg 1536w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2023\/12\/Marchand_02-1-2048x1105.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<h6 class=\"content-copy\">Gilles Marchand: \u00abWir sind Vermittler. Wer unsere Sendungen schaut oder h\u00f6rt, kann den Puls des Landes f\u00fchlen.\u00bb (Bild: Keystone \/ Peter Klaunzer)<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">In der Schweiz haben 40\u00a0Prozent der \u00fcber 15-J\u00e4hrigen einen Migrationshintergrund; ein Viertel der Bev\u00f6lkerung hat keinen Schweizer Pass. Ist die SRG eine Schweizermacherin?<\/div>\n<p>Wir sind Vermittler. Wer unsere Sendungen schaut oder h\u00f6rt, kann den Puls des Landes f\u00fchlen. Unser breiter Service public deckt verschiedene Bereiche ab und hilft so, zu verstehen, wie die Schweiz funktioniert.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">K\u00fcrzlich durchgef\u00fchrte Umfragen in der Westschweiz und im Tessin ergaben ein nicht gerade positives Urteil \u00fcber die SRG. In diesen Regionen nimmt die Nutzung ausl\u00e4ndischer Medien zu. Wie reagiert die SRG darauf?<\/div>\n<p>Ich weiss nicht, auf welche Umfrage Sie anspielen. Es gibt so viele! Ich beobachte jedoch, dass die Ausgangslange am Markt in den drei Regionen unterschiedlich ist. In der Deutschschweiz ist die Konkurrenz viel gr\u00f6sser, da es hier neben der SRG zahlreiche Deutschschweizer Privatsender gibt wie beispielsweise TV24 oder 3+. In der Westschweiz gibt es mehr Platz f\u00fcr ausl\u00e4ndische Sender.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Die Deutschschweiz quersubventioniert das SRG-Angebot der anderen Sprachregionen. Sind sich alle regionalen SRG-Sender dessen bewusst?<\/div>\n<p>Die anderen Regionen sind sich dessen sehr bewusst. Gem\u00e4ss dem \u00abHelvetia-Schl\u00fcssel\u00bb und angesichts ihrer Gr\u00f6sse erwirtschaftet die Deutschschweiz rund 70 Prozent der SRG-Einnahmen und beh\u00e4lt rund 40 Prozent davon. Der Rest wird auf die anderen Regionen verteilt, haupts\u00e4chlich auf die italienischsprachige Schweiz. Dieses Ausgleichssystem verst\u00e4rkt die Legitimit\u00e4t der SRG, da es ein gleichwertiges Angebot in allen Sprachregionen erm\u00f6glicht.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Kritiker behaupten, die SRG verdr\u00e4nge die privaten Medien. Wo liegt das Gleichgewicht zwischen der SRG und privaten Anbietern, damit der Wettbewerb beide Seiten bereichert?<\/div>\n<p>Bei den Werbeeinnahmen konkurrenzieren wir den Privatsektor kaum. Da wir im digitalen Bereich keine Eink\u00fcnfte aus Werbung generieren d\u00fcrfen, bleiben uns nur die Fernsehwerbung und ein wenig beim Radio. 15 Jahre lang wurde vor allem die Werbung kritisiert; heute trifft die Kritik in erster Linie die Verbreitungskan\u00e4le der Inhalte. Einige Herausgeber von Printmedien sind der Ansicht, wir h\u00e4tten zu gut laufende \u2013 und zudem kostenlose \u2013 digitale Angebote. Doch dieses Angebot ist ja nicht gratis. Man muss Geb\u00fchren bezahlen, um Zugang zu erhalten.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Aber eben, diese Geb\u00fchren sind doch f\u00fcr alle obligatorisch &#8230;<\/div>\n<p>Es wurde noch nicht belegt, dass ein \u00f6ffentlich-rechtliches Informationsangebot auf einer digitalen Plattform jemanden davon abh\u00e4lt, f\u00fcr ein privates Angebot zu zahlen. Ganz im Gegenteil. Eine Untersuchung der norwegischen Regulierungsbeh\u00f6rde zeigt: Je mehr qualitativ hochwertige Informationsangebote der norwegische Service public entwickelte, desto gr\u00f6sser war das Interesse an Informationen, und umso mehr Abonnements verkauften die privaten Medien. Es ist also zu kurz gegriffen, zu behaupten, die Situation der privaten Akteure w\u00fcrde sich zwangsl\u00e4ufig verbessern, wenn man die SRG verkleinert. Da spielen viele Parameter mit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Der Sport bringt die Schweizer zusammen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">K\u00f6nnte man nicht wenigstens die teuren Sport\u00fcbertragungen den Privatsendern \u00fcberlassen?<\/div>\n<p>Der Sport bringt die Schweizer zusammen. Daher liegt es uns sehr am Herzen, die Sportsendungen allen Regionen zug\u00e4nglich zu machen. Doch die \u00dcbertragungsrechte im Sport h\u00e4ngen von einem internationalen Markt mit extrem hohen Preisen ab. In der Schweiz ist es deshalb fast unm\u00f6glich, den Sport \u00fcber Werbung oder Pay-per-View zu finanzieren. Neben der SRG k\u00f6nnen nur Swisscom und Sunrise die \u00dcbertragungsrechte erwerben. Wenn wir auf die \u00dcbertragung von Sportereignissen verzichten w\u00fcrden, w\u00e4re es f\u00fcr die kleineren Regionen sehr schwierig, weiterhin Zugang zu haben. Wieso sollten wir es Tessinern oder Genfern verwehren, mit unserer Nationalmannschaft mitzufiebern?<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Was ist mit den Filmen?<\/div>\n<p>Der Kauf eines Films oder einer Serie kostet zwischen 100 und 150 Franken pro Minute. Das Drehen eines Films oder einer Serie hingegen kostet in der Schweiz zwischen 12\u2019000 und 20\u2019000 Franken pro Minute. Daher kaufen wir Produktionen ein, \u00fcberdies oft von hervorragender Qualit\u00e4t, um das Publikum zu binden und es dann dazu zu bringen, auch unsere Eigenproduktionen zu schauen. Diese meist europ\u00e4ischen Produktionen erg\u00e4nzen die koproduzierten Schweizer Filme sehr gut.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Der Bundesrat setzt sich aus verschiedenen Parteien zusammen, gem\u00e4ss Zauberformel. Gibt es eine \u00e4hnliche Regel f\u00fcr die SRG?<\/div>\n<p>Nein, \u00fcberhaupt nicht. Die Leiter unserer Unternehmenseinheiten werden ausschliesslich aufgrund ihrer professionellen Kompetenzen ausgew\u00e4hlt. Ich selber geh\u00f6re keiner politischen Partei an.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Matthias Aebischer, fr\u00fcher Fernsehjournalist, und Ueli Schmezer, ehemals Moderator der Sendung \u00abKassensturz\u00bb, zwei Aush\u00e4ngeschilder von SRF, haben f\u00fcr die SP kandidiert. Ist die SRG politisch links zu verorten?<\/div>\n<p>Diese Kritik wird schon lange vorgebracht und betrifft alle \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Europa, insbesondere die BBC oder France T\u00e9l\u00e9visions. Die SRG ist politisch neutral, insbesondere bei der Information zu Wahlen und Abstimmungen. Eine k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrte Untersuchung der Universit\u00e4t Z\u00fcrich zeigt beispielsweise, dass die Westschweizer RTS und SRF bei der Berichterstattung zu Initiativen und Referenden genau in der Mitte des politischen Spektrums stehen. Oder nehmen Sie den j\u00fcngsten Jahresbericht des Instituts Reuters. Dieser misst das Vertrauen in die Medien. Er belegt, dass die \u00d6ffentlichkeit RTS und SRF viel Vertrauen schenkt, obwohl das Vertrauen in die Medien im Allgemeinen schlecht ist.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">2018 lehnte die Bev\u00f6lkerung die \u00abNo Billag\u00bb-Initiative mit \u00fcber 70 Prozent der Stimmen ab. Im Jahr 2026 stimmen wir voraussichtlich \u00fcber die Initiative \u00ab200 Franken sind genug!\u00bb ab. Warum schon wieder eine Geb\u00fchrenabstimmung?<\/div>\n<p>\u00abNo Billag\u00bb wollte die SRG abschaffen. Die aktuelle Initiative strebt die Halbierung des SRG-Budgets an. Das k\u00e4me einer Zerschlagung des Unternehmens gleich. Die Schweiz diskutiert sehr gerne ihren Service public, und wir sind bereit, uns auf diese Diskussion einzulassen. Ich finde es jedoch nicht sehr gl\u00fccklich, den Service public zu einem Zeitpunkt weiter zu schw\u00e4chen, da sich der Mediensektor in einer wirklich schwierigen, um nicht zu sagen katastrophalen Situation befindet: Alle Medienh\u00e4user entlassen Mitarbeitende, wir erleben eine Flut an Fake News und werden von einer Mainstreamkultur \u00fcberrollt. Nur ein solides nationales Medienunternehmen, das in seinem Kulturraum verankert ist, kann dagegenhalten.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Zurzeit verf\u00fcgt die SRG \u2013 das gr\u00f6sste Medienunternehmen der Schweiz \u2013 \u00fcber ein Jahresbudget von 1,57 Milliarden Franken. Der Bundesrat hat nun vorgeschlagen, die Geb\u00fchr auf 300 Franken zu senken, was f\u00fcr die SRG eine Budgetk\u00fcrzung von 10 Prozent bedeutet. Ist das zu bew\u00e4ltigen?<\/div>\n<p>Nach unseren Berechnungen entspricht das einer K\u00fcrzung von 18 Prozent. Gleichzeitig steht die SRG vor anderen grossen Herausforderungen wie dem massiven Einbruch der Werbeeinnahmen und dem wegfallenden Teuerungsausgleich. Man muss bei solchen K\u00fcrzungen immer nach dem kollektiven Interesse fragen. Dient diese Massnahme dazu, den privaten Wirtschaftssektor bei dessen Entwicklung zu unterst\u00fctzen? Oder erm\u00f6glicht sie eine Qualit\u00e4tsverbesserung? Nat\u00fcrlich: Die Geb\u00fchrenrechnung der Haushalte wird damit um 2.90 Franken pro Monat sinken. Im Gegenzug gehen aber Hunderte von Stellen verloren und werden Produktionen verschwinden. Die Bev\u00f6lkerung muss sich diese Konsequenzen gut \u00fcberlegen, wie schon bei der \u00abNo Billag\u00bb-Initiative.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Ist es somit eigentlich gut f\u00fcr Sie, die Bedeutung der SRG erneut zu diskutieren?<\/div>\n<p>Information ist ein Gemeingut, das f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ebenso wichtig ist wie eine Grundinfrastruktur. Wir brauchen ein funktionierendes Mediensystem, damit das Land funktionieren kann. Ich halte es f\u00fcr sehr gef\u00e4hrlich, die Qualit\u00e4t der \u00f6ffentlichen Diskussion in einer direkten Demokratie wie der Schweiz einzuschr\u00e4nken. Daher ist es wirklich extrem wichtig, dass wir dar\u00fcber sprechen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Marchand, was verbindet die Schweiz mehr: der Gotthardtunnel oder Roger Federer? Roger Federer. Er weckt bei uns allen Emotionen. Seine Pers\u00f6nlichkeit sowie seine Art, mit anderen Menschen zu interagieren, damit identifizieren sich Schweizerinnen und Schweizer gerne. Er ist ein Spiegelbild der Schweiz. Findet sich in diesem Spiegelbild die schweizerische Identit\u00e4t? 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