{"id":194742,"date":"2024-02-22T07:00:43","date_gmt":"2024-02-22T06:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=194742"},"modified":"2024-02-22T10:55:54","modified_gmt":"2024-02-22T09:55:54","slug":"preissignale-im-strommarkt-staerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2024\/02\/preissignale-im-strommarkt-staerken\/","title":{"rendered":"Preissignale im Strommarkt st\u00e4rken"},"content":{"rendered":"<p>Der Stromverbrauch und die Einspeisung von Elektrizit\u00e4t ins Netz ver\u00e4ndern sich laufend: Wenn an einem sonnigen Tag die Fotovoltaikanlagen viel g\u00fcnstigen Strom produzieren, f\u00e4llt der Schweizer Strompreis am Grosshandelsmarkt \u00fcber den Mittag bis auf null oder sogar <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/wirtschaft\/nach-absolutem-rekordstand-strompreise-fallen-teils-ins-negative-wer-profitiert\">darunter<\/a>. Am Abend hingegen, wenn private Verbraucher ihre Ger\u00e4te einschalten und die Sonne nicht mehr scheint, steigt der Preis im Gegenzug stark an \u2013 insbesondere im Winter und bei wenig Wind.<\/p>\n<p>Der Strompreis reflektiert also die \u00c4nderungen von Angebot und Nachfrage und schwankt w\u00e4hrend des Tages alle 15 Minuten. Dadurch entstehen wichtige Preissignale. Sie schaffen f\u00fcr die Marktteilnehmenden bei hohen Strompreisen Anreize, den Verbrauch zu reduzieren oder die Stromeinspeisung zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Preissignale erreichen die Stromkonsumenten nicht<\/h2>\n<p>Das Problem: Die meisten Verbrauchenden in der Schweiz erreichen diese Signale jedoch nicht. Denn mehr als 99 Prozent von ihnen sind in der Grundversorgung und haben \u00fcber das Jahr einen fixen Strompreis.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Auch grosse Unternehmen am freien Markt w\u00e4hlen meist eine Beschaffungsstrategie mit Festpreismodell. Dabei wird der gesamte ben\u00f6tigte Strom \u00fcber einen vereinbarten Zeitraum zu einem festen Preis von einem Energieversorgungsunternehmen (EVU) bezogen.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Dieser Strom wird von den Unternehmen vorausschauend eingekauft, meist werden drei- oder f\u00fcnfj\u00e4hrige Liefervertr\u00e4ge abgeschlossen. Die EVU beschaffen diesen Strom im Gegenzug am langfristigen Terminmarkt. Somit nehmen auch die meisten Nachfrager am freien Markt die Preissignale des Strommarkts nur im j\u00e4hrlichen oder mehrj\u00e4hrigen Rhythmus wahr.<\/p>\n<p>Es verwundert also nicht, dass die Nachfrage nach Strom auf dem Grosshandelsmarkt recht unflexibel ist. Die Preiselastizit\u00e4t der Nachfrage auf dem Grosshandelsmarkt liegt f\u00fcr die Schweiz bei rund \u20130,07.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Das bedeutet: Eine Verdoppelung des Grosshandelspreises von einer Stunde zur n\u00e4chsten reduziert die nachgefragte Menge nur um ungef\u00e4hr 7 Prozent.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Wenn also der Grosshandelspreis zwischen Mittagstief und Abendhoch im Schnitt um 41 Prozent steigt (siehe Abbildung 1), nimmt die nachgefragte Strommenge nur um rund 2 bis 3 Prozent ab \u2013 eine eher bescheidene Reaktion. In Deutschland, Frankreich oder D\u00e4nemark liegen die Preiselastizit\u00e4ten sogar noch etwas tiefer (siehe Abbildung 2).<\/p>\n<p>Dies zeigen unsere statistischen Analysen, die wir f\u00fcr das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) im Rahmen der Ressortforschung 2023\/24 durchgef\u00fchrt haben (siehe Kasten). In unserer Analyse<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> haben wir untersucht, wie Stromverbraucher auf \u00c4nderungen der Preise reagieren und wie sich dies nach Marktebene (Grosshandelsmarkt oder Endkundenmarkt) sowie zwischen Endkunden unterscheidet. Die Studie zeigt zudem, dass politische oder regulatorische Eingriffe w\u00e4hrend der Energiekrise 2022\u20132023 die berechneten Elastizit\u00e4ten substanziell beeinflusst haben.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Preissignale im Grosshandelsmarkt (2023)<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/02\/3_D-ESCHENBAUM-TRINKNER-02-2024-Abb.-1.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-195422\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/02\/3_D-ESCHENBAUM-TRINKNER-02-2024-Abb.-1-1024x628.png\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"491\" srcset=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/02\/3_D-ESCHENBAUM-TRINKNER-02-2024-Abb.-1-1024x628.png 1024w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/02\/3_D-ESCHENBAUM-TRINKNER-02-2024-Abb.-1-300x184.png 300w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/02\/3_D-ESCHENBAUM-TRINKNER-02-2024-Abb.-1-768x471.png 768w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/02\/3_D-ESCHENBAUM-TRINKNER-02-2024-Abb.-1-1536x941.png 1536w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/02\/3_D-ESCHENBAUM-TRINKNER-02-2024-Abb.-1.png 1612w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"diagram-legend\">Anmerkung: Die Abbildung zeigt die t\u00e4gliche Preisentwicklung im Jahr 2023 am Day-Ahead-Markt an der Epex-Spot-B\u00f6rse, auf dem Strom f\u00fcr den folgenden Tag gehandelt wird. Die violette Linie zeigt den Durchschnittspreis.<\/div>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: Swiss Economics (2024) \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Mehr Effizienz n\u00fctzt Umwelt und Portemonnaie<\/h2>\n<p>Eine geringe Reaktion der Nachfragenden auf Preissignale f\u00fchrt zu wesentlichen Kosten f\u00fcr die Allgemeinheit. Denn erstens wird dadurch zu Spitzenlastzeiten mehr Energie als n\u00f6tig verbraucht, w\u00e4hrend deren oft besonders teure fossile Kraftwerke im Ausland den Preis setzen. Da die Auktionsregeln vorsehen, dass jeweils die teuersten abgerufenen Kraftwerke den Marktpreis f\u00fcr alle Abnehmer setzen, erh\u00f6ht jeder zus\u00e4tzliche Konsum den Preis f\u00fcr alle Nachfrager.<\/p>\n<p>Im Umkehrschluss bedeutet dies: Eine Energieeinschr\u00e4nkung Einzelner zu Spitzenzeiten h\u00e4tte positive Auswirkungen auf alle anderen Nachfrager zur Folge \u2013 und zwar \u00f6kologische wie auch \u00f6konomische. Denn Stromsparen senkt nicht nur die eigene Stromrechnung, sondern auch die Beschaffungskosten aller anderen Nachfrager am Grosshandelsmarkt. Wenn weniger fossile Kraftwerke im Ausland hochgefahren werden m\u00fcssen, entsteht zudem eine Reduktion der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen.<\/p>\n<p>Zweitens braucht es zu Spitzenlastzeiten teure <a href=\"https:\/\/www.swissgrid.ch\/de\/home\/operation\/market\/control-energy.html\">Regelenergie<\/a>, um die Spannung im Netz aufrechtzuerhalten. Dazu wird in Sekunden- und Minutenschnelle die Produktion von einzelnen Kraftwerken gesenkt oder erh\u00f6ht. Diese Flexibilit\u00e4t kauft die Netzbetreiberin Swissgrid teuer ein und w\u00e4lzt die entstehenden Kosten, so sie diese nicht als Ausgleichsenergie an Lieferanten weiterverrechnen kann, \u00fcber die Netzentgelte via untergelagerte Netzbetreiber auf alle Verbraucher ab. Dieser Beitrag zur Systemstabilit\u00e4t wird aufgrund des wachsenden Anteils erneuerbarer Wind- und Sonnenenergie immer wichtiger. Denn diese Energieformen sind wetterabh\u00e4ngig und daher schlecht steuerbar.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Endverbraucher reagieren st\u00e4rker<\/h2>\n<p>Eine h\u00f6here nachfrageseitige Flexibilit\u00e4t, um teure Anpassungen der produzierten Energie zu vermeiden, w\u00e4re also w\u00fcnschenswert und m\u00f6glich. Denn die Preiselastizit\u00e4t von Endverbrauchern auf ihre tats\u00e4chlichen Energietarife ist deutlich h\u00f6her als die gemessene Elastizit\u00e4t am Grosshandelsmarkt, wie unsere Studie zeigt. F\u00fcr private Haushalte liegt die Preiselastizit\u00e4t im Schnitt bei rund \u20130,2, f\u00fcr Unternehmen bei \u20130,4 (siehe Abbildung 2).<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Das heisst: Steigt der Preis um 10 Prozent, nimmt die Nachfrage der Unternehmen um 4 Prozent ab.<\/p>\n<p>Tendenziell haben gr\u00f6ssere Verbraucher eine h\u00f6here Elastizit\u00e4t, aber auch die Branche spielt eine Rolle: Das Bau- oder das verarbeitende Gewerbe reagieren mit einer Elastizit\u00e4t von \u20130,6 teils doppelt so stark wie Dienstleistungsunternehmen.<\/p>\n<p>Unternehmen, die sich gar nicht absichern, sondern die tagesaktuellen Preise zahlen, haben sogar eine Elastizit\u00e4t von \u20133,3. Allerdings trifft dies nur auf wenige Unternehmen zu, die vermutlich unter besonderen Voraussetzungen gezielt keine Absicherung w\u00e4hlen. Daher ist dieses Ergebnis mit Vorsicht zu geniessen.<\/p>\n<p>Fest steht aber: Die geringe Elastizit\u00e4t im Grosshandelsmarkt t\u00e4uscht. Es steckt weitaus mehr Potenzial in der nachfrageseitigen Flexibilit\u00e4t, als es den Anschein hat, da die Festpreisvertr\u00e4ge die Preissignale des Markts abfedern.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Endkunden (violett) sind deutlich preiselastischer als der Grosshandel (gr\u00fcn)<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"ESCHENBAUM-TRINKNER_02-2024_ABB2_DE\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#ESCHENBAUM-TRINKNER_02-2024_ABB2_DE').highcharts({\nchart: {\n            type: 'bar'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        }, \n\n\ntooltip: {\n            pointFormat: 'Koeffizient: <b>{point.y}<\/b><br\/>',\n            valueSuffix: ' '\n        },\n\n        xAxis: {\n        \n        reversed: true,\n        \n  \n            categories: [\n            \n            '\tGrosse Unternehmen (CH)\t'\t,\n'\tAlle Unternehmen (CH)'\t,\n'\tPrivate Haushalte (CH)\t'\t,\n'\tNiederlande\t'\t,\n'\tSchweiz'\t,\n'\tDeutschland\t'\t,\n'\tFrankreich\t'\t,\n'\tD\u00e4nemark\t'\t,\n\n\n\n\n\n]\n        },\n        yAxis: {\n         reversed: true,\n            \n            title: {\n                text: 'Durchschnittlich gesch\u00e4tzte Koeffizienten'\n            },\nlabels: {                \nformat: ''\n            },\n        },\n        legend: {\n            enabled: false\n        }, \n\n\n\/\/Damit der Farbwechsel funktioniert, muss man colorByPoint einf\u00fcgen\/\/\nplotOptions: {\n            series: {\n                colorByPoint: true,\ndataLabels: {\n                enabled: true\n            }\n                \n                \n            },\n\n        },\n\n        series: [{\n\n            \n            data: [ \n            -0.5\t,\n-0.4\t,\n-0.2\t,\n-0.08\t,\n-0.07\t,\n-0.04\t,\n-0.04\t,\n-0.02\t,\n\n\n\n\n\n],\ncolors:['#655c99','#655c99','#655c99','#327775','#327775','#327775','#327775','#327775'\n],\n      \n        }]\n    });\n});\n<\/script>\n<div class=\"diagram-legend\">Anmerkung: Die Abbildung zeigt eine \u00dcbersicht der H\u00f6he unterschiedlicher gesch\u00e4tzter Preiselastizit\u00e4ten. Am Grosshandelsmarkt betreffen die Sch\u00e4tzungen die Jahre 2018\u20132023. Die Ergebnisse am Endkundenmarkt betreffen die Jahre 2010\u20132023 bzw. 2020\u20132023.<\/div>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: Swiss Economics (2024) \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Dynamische Preise sind technologisch m\u00f6glich<\/h2>\n<p>Damit sich die Flexibilit\u00e4t der Endkunden erh\u00f6ht, m\u00fcssen sich die Preissignale st\u00e4rker in den Energietarifen spiegeln. Eine erste Voraussetzung hierf\u00fcr sind smarte Technologien, vor allem die sogenannten Smart Meter. Diese messen den Verbrauch laufend und erm\u00f6glichen es, angeschlossene Ger\u00e4te zielgenau \u00fcber den Tag zu steuern.<\/p>\n<p>Die Unternehmen \u2013 insbesondere im verarbeitenden Gewerbe \u2013 stehen dieser M\u00f6glichkeit sehr offen gegen\u00fcber: 80 Prozent der mit Smart Metern ausgestatteten Unternehmen nutzen diese aktiv. Und \u00fcber 80 Prozent der Unternehmen ohne Smart Meter sind dem Ausbau und der Datennutzung nicht abgeneigt.<\/p>\n<p>Eine zweite Voraussetzung w\u00e4re, dass die Endverbraucher teilweise auf die bisherige Preisstabilit\u00e4t verzichten. Doch wie unsere Umfrage zeigt, sind diese kaum gewillt, dynamische Preismodelle zu w\u00e4hlen, welche die t\u00e4glichen Preisschwankungen am Grosshandelsmarkt nachvollziehen. Stattdessen haben sie eine starke Pr\u00e4ferenz f\u00fcr Preissicherheit. Selbst Unternehmen am freien Markt w\u00e4hlen denn auch fast ausschliesslich mehrj\u00e4hrige Festpreisvertr\u00e4ge.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Neue Tarifmodelle w\u00fcrden helfen<\/h2>\n<p>Um das volle Potenzial der Preissignale zu nutzen und eine effizientere Energieverwendung zu f\u00f6rdern, braucht es daher neue Tarifmodelle, welche die notwendige Sicherheit und Planbarkeit f\u00fcr die Verbraucher mit einer erh\u00f6hten Flexibilit\u00e4t verbinden. Im freien Markt w\u00e4re dies bereits heute m\u00f6glich. Ein m\u00f6glicher Ansatz sind \u00abintelligente Vertr\u00e4ge\u00bb. Diese fixieren den Strompreis nur f\u00fcr ein vorg\u00e4ngig vereinbartes Verbrauchsprofil. Allf\u00e4llige Abweichungen davon werden zu aktuellen Marktpreisen bepreist. Der Vorteil: Die Verbraucher k\u00f6nnen \u00fcber Mittag quasi zu Nullpreisen ihre W\u00e4rmepumpe laufen lassen oder das Elektroauto laden und somit finanziell von g\u00fcnstigen Energiepreisen profitieren, ohne dabei die Sicherheit langfristiger Vertr\u00e4ge zu verlieren.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich w\u00fcrden auch Franchisesysteme funktionieren. Dabei w\u00e4re, analog zur Krankenversicherung, ein Teil der Stromlieferung bis zu einem definierten Maximalbetrag abgesichert, und dar\u00fcber hinaus g\u00e4lten variable Tarife. Von den Kunden besser akzeptiert d\u00fcrften allerdings fixe Tarife mit Boni sein. Denn sie belohnen den Strombezug zu g\u00fcnstigen Zeitpunkten, setzen die Kunden aber keinem Risiko h\u00f6herer Preise aus. Denkbar w\u00e4re auch, zus\u00e4tzlich dynamische Netztarife einzuf\u00fchren, um auf effiziente Weise Netzengp\u00e4ssen entgegenzuwirken.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, welcher Weg gew\u00e4hlt wird: Nichts spricht dagegen, den Endkonsumenten flexible Stromtarife als freiwillige Option anzubieten \u2013 auch im Bereich der Grundversorgung. Diese k\u00f6nnen einerseits eine preislich attraktive Alternative sein. Andererseits tragen alle Konsumenten, die auf die Preissignale reagieren und die m\u00f6glichen Einsparungen realisieren, zur Stabilisierung des Netzes und eines Markts mit mehr und mehr erneuerbaren Energiequellen bei.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe <a href=\"https:\/\/www.elcom.admin.ch\/elcom\/de\/home\/dokumentation\/berichte-und-studien\/taetigkeitsberichte.html\">T\u00e4tigkeitsbericht<\/a> der Eidgen\u00f6ssischen Elektrizit\u00e4tskommission (Elcom) 2022.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Kunden mit einem Stromverbrauch von \u00fcber 100\u2019000 Kilowattstunden pro Jahr k\u00f6nnen ihren Lieferanten frei w\u00e4hlen und den Strom am freien Markt beziehen. Alle anderen Kunden beziehen den Strom \u00fcber die Grundversorgung: Sie sind an ihr lokales Energieversorgungsunternehmen gebunden, bei dem der Strompreis jeweils f\u00fcr ein Jahr festgelegt wird.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Gemessen wurde die Preiselastizit\u00e4t des Gesamtstromverbrauchs pro Regelzone auf Preis\u00e4nderungen an der Epex-Spot-Stromb\u00f6rse im Stundentakt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Die Preiselastizit\u00e4t der Nachfrage misst die relative \u00c4nderung der Nachfrage als Folge einer Preis\u00e4nderung und entspricht dem Verh\u00e4ltnis der relativen \u00c4nderung der nachgefragten Menge und der relativen \u00c4nderung des Preises.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe Swiss Economics (2024). <a href=\"http:\/\/www.seco.admin.ch\/strompreiselastizitaet\">Wirkung von Preissignalen und Regulierungen auf die Stromnachfrage<\/a>. Studie im Rahmen der Ressortforschung des Seco 2023\/24.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Gemessen wurde die Preiselastizit\u00e4t des Stromverbrauchs von Unternehmen und Haushalten auf j\u00e4hrliche (Grundversorgung) und unterj\u00e4hrige (freier Markt) Strompreis\u00e4nderungen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Stromverbrauch und die Einspeisung von Elektrizit\u00e4t ins Netz ver\u00e4ndern sich laufend: Wenn an einem sonnigen Tag die Fotovoltaikanlagen viel g\u00fcnstigen Strom produzieren, f\u00e4llt der Schweizer Strompreis am Grosshandelsmarkt \u00fcber den Mittag bis auf null oder sogar darunter. 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