{"id":194803,"date":"2024-02-22T07:00:15","date_gmt":"2024-02-22T06:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=194803"},"modified":"2024-02-22T10:57:47","modified_gmt":"2024-02-22T09:57:47","slug":"effizienzsteigerungen-ermoeglichen-mehr-lohn-und-freizeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2024\/02\/effizienzsteigerungen-ermoeglichen-mehr-lohn-und-freizeit\/","title":{"rendered":"Effizienzsteigerungen erm\u00f6glichen mehr Lohn und Freizeit"},"content":{"rendered":"<p>Die Produktivit\u00e4t der Schweizer Wirtschaft ist seit 1950 j\u00e4hrlich um rund 1,9 Prozent gewachsen. Durch die effizientere Produktion von Waren und Dienstleistungen entstand zus\u00e4tzlicher Wohlstand, sodass der zu verteilende Kuchen sprichw\u00f6rtlich gr\u00f6sser geworden ist. In einem nachhaltigen Wirtschaftsmodell, das eine gewisse soziale Ausgeglichenheit ber\u00fccksichtigt, sollten langfristig auch die Erwerbst\u00e4tigen an diesen Wohlstandsgewinnen partizipieren. Meist geschieht dies \u00fcber h\u00f6here L\u00f6hne. H\u00e4ufig \u00fcbersehen wird jedoch eine andere M\u00f6glichkeit, wie die Besch\u00e4ftigten vom Wohlstandswachstum profitieren k\u00f6nnen: durch reduzierte Arbeitszeit.<\/p>\n<p>Wie haben sich Arbeit, Freizeit und Produktivit\u00e4t in der Schweiz langfristig entwickelt? Inwiefern werden Wohlstandsgewinne f\u00fcr Erwerbst\u00e4tige auch durch k\u00fcrzere Arbeitszeiten realisiert? Und wozu nutzen die Haushalte die reduzierte Arbeitszeit? Im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) ist das Basler Beratungsunternehmen BSS gemeinsam mit der Konjunkturforschungsstelle der ETH Z\u00fcrich (KOF) und der Universit\u00e4t St. Gallen diesen Fragen nachgegangen.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Anlass daf\u00fcr war die Ressortforschung 2023\/24 des Seco (siehe Kasten).<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Viermal produktiver als 1950<\/h2>\n<p>Zwischen 1950 und 2022 ist die Arbeitsproduktivit\u00e4t \u2013 gemessen als reales Bruttoinlandprodukt pro gearbeitete Stunde \u2013 um rund 300 Prozent gestiegen (siehe Abbildung 1). Das zeigen Daten des Bundesamts f\u00fcr Statistik (BFS) und eines Nationalfondsprojekts von Michael Siegenthaler<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>. Konkret bedeutet die Produktivit\u00e4tssteigerung: Mit gleich viel geleisteten Arbeitsstunden wie 1950 k\u00f6nnen wir heute ein BIP erwirtschaften, das viermal gr\u00f6sser ist. Und dies \u00e4ussert sich im Lohn: Unsere Analysen zeigen, dass die L\u00f6hne \u2013 gemessen als reales Arbeitnehmerentgelt<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> pro Stunde \u2013 \u00fcber den gleichen Zeitraum sogar um 400 Prozent zugenommen haben. In der Folge ist der Anteil des Arbeitnehmerentgelts am BIP (\u00abLohnquote\u00bb) zwischen 1950 und 2022 von 45 auf 56 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>Im gleichen Zeitraum sind die j\u00e4hrlich geleisteten Arbeitsstunden pro erwerbst\u00e4tige Person um 37 Prozent gesunken. Das Produktivit\u00e4tswachstum hat sich historisch also sowohl in Lohnerh\u00f6hungen als auch in einem R\u00fcckgang der Arbeitszeit niedergeschlagen. Auch wenn das Lohnwachstum deutlich st\u00e4rker war, ist der Hinzugewinn an freier Zeit durch die Arbeitszeitverk\u00fcrzungen dennoch bedeutsam.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\"><span style=\"background-color: #d5d5d5;\">A<\/span>bb. 1: W\u00e4chst die Wirtschaft, nehmen Lohn und Freizeit zu (1950\u20132021)<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"KAISER-MERGELE-SCH\u00d6NLEITNER-WEHRLI-SIEGENTHALER-F\u00d6LLMI_02-2024_Abb1_DE\"><\/div>\n<script>\n\n\n\n$(function () {\n    $('#KAISER-MERGELE-SCH\u00d6NLEITNER-WEHRLI-SIEGENTHALER-F\u00d6LLMI_02-2024_Abb1_DE').highcharts({     \n\n chart: {\n        type: 'line'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    subtitle: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n    \n    title: {\n                text: ''\n            },\n        categories: [\n 1950,1951,1952,1953,1954,1955,1956,1957,1958,1959,1960,1961,1962,1963,1964,1965,1966,1967,1968,1969,1970,1971,1972,1973,1974,1975,1976,1977,1978,1979,1980,1981,1982,1983,1984,1985,1986,1987,1988,1989,1990,1991,1992,1993,1994,1995,1996,1997,1998,1999,2000,2001,2002,2003,2004,2005,2006,2007,2008,2009,2010,2011,2012,2013,2014,2015,2016,2017,2018,2019,2020,2021\n],\n\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: 'Wachstum seit 1950'\n        },\n        labels: {\n                format: '{value}%'\n            },\n       \n    },\n     tooltip: {\n     headerFormat: '<b>{point.x} <\/b><br>',\n     valueSuffix: '%'\n   \n   \n        },\n    plotOptions: {\n        line: {\n    \n\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            },\n            enableMouseTracking: true\n        },\n        series: {\nmarker: {\nenabled: false\n}\n}\n    },\n    series: [{\n        name: 'Arbeitnehmerentgelt pro Stunde',\n        data: [\n       0,3.66,3.57,6.46,9.69,13.61,18.54,21.33,21.94,30.95,35.37,42.72,48.36,57.63,63.81,74.56,79.75,87.65,94.73,102.51,115.73,125.33,133.37,146.59,157.47,164.83,168.72,174.9,179.28,188.58,196.85,200.37,201.26,213.06,214.04,223.18,229.51,231.99,236.08,244.41,252.04,253.37,260.28,257.56,260.42,271.74,273.31,278.27,279.97,285.68,296.51,310.18,318.38,319.95,311.82,324.21,325.88,327.41,326.67,335.7,328.45,332.62,339.82,350.5,354.47,358.25,360.06,369.25,373.43,385.04,401.13,403.94\n\n\n]\n       \n           }, {\n        name: 'Bruttoinlandprodukt pro Stunde',\n        data: [\n       0,-6.61,-1.54,5.67,5.28,6.89,10.16,15.57,25.48,32.27,26.85,30.2,36.14,47.15,52.46,63.05,73.68,80.22,84.74,88.87,94.49,101.61,114.58,124.11,133.85,157.96,167.32,149.67,147.95,154.31,151.66,153.91,165.66,174.53,170.81,170.56,176.01,180.93,181.08,183.17,187.22,195.39,208.39,207.08,209.63,213.84,218.99,222.25,218.64,222.17,233.64,235.56,247.58,255.09,244.74,246.58,249.7,252.91,258.99,270.22,267.52,253.84,262.39,267.7,266.93,264.86,268.22,275.16,280.87,283.82,310.1,303.61\n\n\n\n],\n    },  \n           {\n        name: 'J\u00e4hrliche Stunden pro Erwerbst\u00e4tigem',\n        data: [\n        0,-0.29,-0.63,-1.13,-1.09,-1.33,-1.85,-2.62,-3.8,-5.1,-5.78,-6.82,-8.35,-9.51,-9.69,-10.76,-11.61,-12.68,-13.28,-14.06,-14.66,-14.59,-15.81,-16.81,-17.44,-18.67,-18.26,-18.7,-19.63,-20.64,-21.14,-21.77,-22.35,-23.65,-24.35,-25.3,-26.25,-26.68,-27.25,-28.57,-29.5,-30.42,-30.1,-29.73,-30.11,-31.27,-31.5,-31.82,-31.29,-31.56,-32.57,-33.16,-33.69,-34.02,-33.12,-33.75,-34.29,-34.42,-34.21,-34.21,-33.22,-33.34,-33.99,-34.81,-35.15,-34.65,-34.63,-35.38,-35.7,-35.79,-37.88,-36.52\n\n\n]\n       \n           }\n           \n           \n           \n           ]\n});\n\n\n\n});\n\n<\/script>\n<div class=\"diagram-legend\">Anmerkungen: Die Abbildung zeigt das prozentuale Wachstum der Faktoren Arbeitsproduktivit\u00e4t (BIP pro gearbeitete Stunde), L\u00f6hne (Arbeitnehmerentgelt pro gearbeitete Stunde) und j\u00e4hrliche Stunden pro erwerbst\u00e4tige Person relativ zum Wert von 1950. Lesebeispiel: Im Vergleich zum Wert von 1950 ist das Bruttoinlandprodukt pro Arbeitsstunde im Zeitraum 1950\u20132021 um rund 300% gestiegen.<\/div>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: Siegenthaler (2017), BFS, eigene Berechnungen der Autoren \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<p>F\u00fcr die Reduktion der j\u00e4hrlichen Arbeitszeit im Zeitraum 1950\u20132022 sind vor allem zwei Entwicklungen verantwortlich: Den gr\u00f6ssten Beitrag leistete erstens der R\u00fcckgang der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit aller erwerbst\u00e4tigen Personen von 48 auf 33 Stunden. Dies wiederum erkl\u00e4rt sich aus k\u00fcrzeren Arbeitszeiten bei Vollzeit (Normalarbeitszeit) sowie durch die vermehrte Teilzeitarbeit. Einen kleineren Beitrag zur Reduktion der j\u00e4hrlichen Arbeitszeit leistete zweitens die Erh\u00f6hung der vertraglich vereinbarten Ferien, welche im Untersuchungszeitraum von 1,3 auf 5,1 Wochen pro Jahr angestiegen sind.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Wir verbringen viel mehr Zeit im Ruhestand<\/h2>\n<p>Im betrachteten Zeithorizont erfolgte eine weitere Entwicklung, die in den obigen Zahlen nicht abgebildet ist: Die Zeit, die wir im Ruhestand verbringen, hat stark zugenommen. Dies ist vor allem auf den Anstieg der Lebenserwartung zur\u00fcckzuf\u00fchren. Das ordentliche Rentenalter hat sich demgegen\u00fcber seit 1950 kaum ver\u00e4ndert. Jenes der M\u00e4nner liegt seit Einf\u00fchrung der AHV bei 65 Jahren. Jenes der Frauen wurde zwischenzeitlich auf 62 Jahre reduziert und j\u00fcngst wieder auf 65 Jahre angehoben. Gem\u00e4ss unseren Berechnungen ist die Lebenserwartung bei Erreichen des Rentenalters zwischen 1915 und 1985 bei den Frauen von 17 auf 26 Jahre gestiegen. Bei den M\u00e4nnern war der Anstieg von 10 auf 23 Jahre.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Auch dieser Hinzugewinn an freier Zeit ist ein bedeutsamer Nutzen der wohlstandsmehrenden Produktivit\u00e4tsentwicklung, denn die mit den Produktivit\u00e4tsgewinnen einhergehenden Lohnzuw\u00e4chse erm\u00f6glichten zus\u00e4tzliche Spielr\u00e4ume, auch in der Sozialversicherung.<\/p>\n<p>Im europ\u00e4ischen Vergleich steht die Schweiz in Bezug auf Arbeitszeit, Produktivit\u00e4t und L\u00f6hne gut da. Das Schweizer Produktivit\u00e4tswachstum ist insbesondere ab den 1990er-Jahren hoch und die Lohnentwicklung dynamisch. Auch die Arbeitsstunden pro erwerbst\u00e4tige Person sanken \u00e4hnlich stark wie in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Zwar ist es weiterhin so, dass Schweizer Vollzeit-Erwerbst\u00e4tige mit mehr als 41 Stunden pro Woche \u00fcberdurchschnittlich viel arbeiten. Da aber in der Schweiz gleichzeitig auch viele Erwerbst\u00e4tige in Teilzeit arbeiten, resultiert daraus im Durchschnitt eine \u00e4hnlich lange Wochenarbeitszeit wie in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Paarhaushalte arbeiten heute mehr<\/h2>\n<p>Die Teilzeitarbeit ist in der Schweiz \u2013 gemessen an der hierzulande \u00fcblichen Definition<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> \u2013 in den vergangenen Jahrzehnten markant gestiegen. Die hohe Teilzeitquote in der Schweiz hat j\u00fcngst zu politischen Diskussionen gef\u00fchrt.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Insbesondere besteht die Sorge, ob dieser Trend f\u00fcr den Staatshaushalt nachhaltig sein kann, da hierdurch Einnahmeausf\u00e4lle entstehen. In unseren Analysen wird jedoch sichtbar, dass der dabei h\u00e4ufig verwendete Fokus auf das Individuum zu kurz greift. Die Schweizer Arbeitskr\u00e4fteerhebung (Sake) gibt ab 1997 Aufschluss dar\u00fcber. Zumindest bei der kombinierten Arbeitszeit von Paarhaushalten kann von einem Arbeitszeitr\u00fcckgang nicht die Rede sein (siehe Abbildung 2). Im Gegenteil: Die kombinierte Arbeitszeit von Paaren ist zwischen 1997 und 2020 von 55 auf 59,4 Stunden pro Woche gestiegen.<\/p>\n<p>Getrieben wurde diese Entwicklung durch die st\u00e4rkere Erwerbsbeteiligung von Frauen, deren Arbeitsstunden von durchschnittlich 14 auf fast 22 Wochenstunden angestiegen sind. Demgegen\u00fcber sind die Arbeitsstunden von M\u00e4nnern in Paarhaushalten leicht gesunken.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Paarhaushalte: M\u00e4nner arbeiten k\u00fcrzer \u2013 Frauen l\u00e4nger (1997\u20132020)<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"KAISER-MERGELE-SCH\u00d6NLEITNER-WEHRLI-SIEGENTHALER-F\u00d6LLMI_02-2024_Abb2_DE\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#KAISER-MERGELE-SCH\u00d6NLEITNER-WEHRLI-SIEGENTHALER-F\u00d6LLMI_02-2024_Abb2_DE').highcharts({\n    chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: '',\n       \n    },\n    legend: {\n                            enabled: true,\n                            floating: false,\n                            verticalAlign: 'bottom',\n                            align:'center', \n \n                        },\n    xAxis: {\n        categories: [1997,2004,2010,2016,2020]\n    },\n    yAxis: {\n        min: 0,\n        title: {\n            text: 'Arbeitsstunden pro Woche'\n        },\n       \n    },\n    \n    tooltip: {valueDecimals: 2,\n        headerFormat: '<b>{point.x}<\/b><br\/>',\n        pointFormat: '{series.name}: {point.y} <br\/>Total: {point.stackTotal} Stunden'\n    },\n    plotOptions: {\n        column: {\n            stacking: 'normal',\n            dataLabels: {\n                enabled: true\n            }\n        }\n    },\n    series: [{\n        name: 'Arbeitsstunden Mann',\n        data: [41,38.92,39.22,38.14,37.62], color:\"#649795\"\n    }, {\n        name: 'Arbeitsstunden Frau',\n        data: [13.97,17.13,18.46,20.51,21.83], color:\"#887db1\"\n    }]\n});\n\n});\n<\/script>\n<div class=\"diagram-legend\">Anmerkung: Die Abbildung zeigt die Entwicklung der geleisteten w\u00f6chentlichen Arbeitsstunden von Paaren, die in einem gemeinsamen Haushalt leben.<\/div>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: BFS, Sake \/ eigene Berechnungen der Autoren \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Eltern haben weniger Freizeit<\/h2>\n<p>Dabei ist zu beachten, dass weniger Arbeitszeit nicht automatisch mehr Freizeit bedeutet. Auch dies zeigen die Sake-Daten, die alle drei Jahre die Zeitnutzung mit Fragen zur Haus-, Familien- und Freiwilligenarbeit erheben. Unterschiede gibt es insbesondere zwischen Frauen und M\u00e4nnern sowie zwischen Personen mit und ohne Kinder. M\u00e4nner mit Kindern unter 15 Jahren nutzen die reduzierte Arbeitszeit nicht als zus\u00e4tzliche Freizeit, sondern verbringen mehr Zeit mit Kinderbetreuung, Pflege und Haushaltsarbeit.<\/p>\n<p>Frauen mit Kindern unter 15 Jahren steigern nicht nur ihre Arbeitszeit, sondern auch die aufgewendete Zeit f\u00fcr Kinderbetreuung und Pflege. Sie kompensieren dies teilweise mit weniger Wochenstunden f\u00fcr Hausarbeit, unter dem Strich ist ihre Freizeit allerdings gesunken. F\u00fcr M\u00e4nner und Frauen ohne Kinder unter 15 Jahren bleiben die aufgewendeten Stunden f\u00fcr Freizeit, Hausarbeit und Pflege im Zeitverlauf weitgehend konstant.<\/p>\n<p>Zusammenfassend ist die Steigerung der Produktivit\u00e4t also kein Selbstzweck, sondern kommt den Besch\u00e4ftigten in Form von h\u00f6heren L\u00f6hnen, k\u00fcrzeren Arbeitszeiten und allenfalls auch mehr Freizeit langfristig zugute.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Die <a href=\"http:\/\/www.seco.admin.ch\/freizeit\">vollst\u00e4ndige Studie<\/a> finden Sie auf Seco.admin.ch.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siegenthaler, M. (2017). Vom Nachkriegsboom zum Jobwunder \u2013 der starke R\u00fcckgang der Arbeitszeit in der Schweiz seit 1950. Social Change in Switzerland, 9.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Das Arbeitnehmerentgelt setzt sich zusammen aus den Bruttol\u00f6hnen und den Sozialversicherungsbeitr\u00e4gen der Arbeitgeber.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Den Berechnungen liegt die Annahme zugrunde, dass das heute g\u00fcltige Rentenalter auch f\u00fcr den Renteneintritt des Jahrgangs 1985 g\u00fcltig sein wird.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Gem\u00e4ss Bundesamt f\u00fcr Statistik gilt in der Schweiz ein Besch\u00e4ftigungsgrad von weniger als 90 Prozent als Teilzeit.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Siehe etwa Fontana, Katharina (2023). <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/die-schweiz-und-das-suesse-leben-ld.1727404?reduced=true\">Die Schweiz wird zur Dolce-Vita-Gesellschaft<\/a>. NZZ vom 25. Februar.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Produktivit\u00e4t der Schweizer Wirtschaft ist seit 1950 j\u00e4hrlich um rund 1,9 Prozent gewachsen. Durch die effizientere Produktion von Waren und Dienstleistungen entstand zus\u00e4tzlicher Wohlstand, sodass der zu verteilende Kuchen sprichw\u00f6rtlich gr\u00f6sser geworden ist. In einem nachhaltigen Wirtschaftsmodell, das eine gewisse soziale Ausgeglichenheit ber\u00fccksichtigt, sollten langfristig auch die Erwerbst\u00e4tigen an diesen Wohlstandsgewinnen partizipieren. 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