{"id":195046,"date":"2024-02-22T07:00:31","date_gmt":"2024-02-22T06:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=195046"},"modified":"2024-03-08T15:09:09","modified_gmt":"2024-03-08T14:09:09","slug":"setzen-wir-nicht-laenger-auf-das-falsche-pferd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2024\/02\/setzen-wir-nicht-laenger-auf-das-falsche-pferd\/","title":{"rendered":"Setzen wir nicht l\u00e4nger auf das falsche Pferd"},"content":{"rendered":"<p>Alles hat Grenzen. Auch der Planet Erde. Das Konzept der planetaren Grenzen umfasst neun \u00f6kologische Dimensionen. \u00dcberschreiten wir sie in einer oder mehreren Dimensionen, gef\u00e4hrden wir die Stabilit\u00e4t der \u00d6kosysteme \u2013 und damit das \u00dcberleben der menschlichen Zivilisation.<\/p>\n<p>Respektieren wir diese Grenzen, wenn wir alle Umweltbelastungen ber\u00fccksichtigen, die durch unseren Konsum im In- und Ausland entstehen? Greenpeace hat das f\u00fcr die Schweiz untersuchen lassen. Resultat: Die Schweiz \u00fcberschreitet vier der sechs bewerteten planetaren Grenzen. Besonders kritisch sind Klima und Biodiversit\u00e4t. Das Fazit lautet deshalb: Unser Konsum \u00fcberbordet. Er zerm\u00fcrbt unsere Lebensgrundlage und bringt uns Jahr f\u00fcr Jahr n\u00e4her an den Kollaps.<\/p>\n<p>Eng mit dem Konsum verbunden ist das Wirtschaftswachstum. Denn: Mehr Konsum heisst mehr Wachstum. Und das ist gewollt. Politik und Wirtschaft beurteilen den Erfolg der Volkswirtschaft daran, wie stark sie w\u00e4chst \u2013 egal, wie es um Umweltzerst\u00f6rung, Ungleichheit, Demokratie, Gesundheit und Zufriedenheit steht.<\/p>\n<p>Die Fixierung auf das Bruttoinlandprodukt bedeutet auch, dass Kernaufgaben wie die Altersvorsorge und das Gesundheitswesen prim\u00e4r \u00fcber das Wirtschaftswachstum finanziert werden. Das heisst: Wenn die Wirtschaft \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum schrumpft \u2013 etwa weil alle Menschen ihre Produkte reparieren lassen, statt neue zu kaufen \u2013, dann l\u00f6st das eine soziale Krise aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Ein breites gesellschaftliches Wohlergehen ist m\u00f6glich, vorausgesetzt, wir verabschieden uns vom unendlichen Streben nach Wachstum.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Krisen will niemand, Wohlstand und einen intakten Planeten hingegen schon. Die gute Nachricht: Ein breites gesellschaftliches Wohlergehen ist m\u00f6glich, vorausgesetzt, wir verabschieden uns vom unendlichen Streben nach Wachstum.<\/p>\n<p>Dazu m\u00fcssen wir uns erstens am Wohlergehen (\u00abWellbeing\u00bb) orientieren \u2013 und nicht mehr am Bruttoinlandprodukt. Entscheidend ist: Wie zufrieden sind wir? Wie ungleich sind Einkommen und Verm\u00f6gen verteilt? Welche Folgen hat unser Wirtschaften auf die Umwelt?<\/p>\n<p>In einem zweiten Schritt richten wir das Staatsbudget nach diesen Wellbeing-Indikatoren aus: Wir bauen aus, was dem gesellschaftlichen Wohlergehen dient und die Umwelt schont \u2013 zum Beispiel eine regenerative Landwirtschaft und Industrien, die auf Kreislaufwirtschaft beruhen. Und: Wir deinvestieren in umweltzerst\u00f6rerischen Sektoren wie der Rohstoffindustrie.<\/p>\n<p>Drittens setzen wir auf kooperativ und gemeinschaftlich organisierte Unternehmen, die nicht wachstums- und renditegetrieben sind. Wir besteuern nicht mehr Arbeit, sondern Verm\u00f6gen, Erbschaften, den Verbrauch von Prim\u00e4rressourcen und elektronische Finanztransaktionen (Mikrosteuer).<\/p>\n<p>Zu guter Letzt: Tappen wir nicht in die Falle des \u00abgr\u00fcnen Wachstums\u00bb. Denn dieses Konzept hofft auf Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Naturbelastung. Eine Illusion. Das Wachstum mag zwar \u00abgr\u00fcner\u00bb sein, nachhaltig ist es nicht.<\/p>\n<p>Es geht ums Ganze. Denken und handeln wir also radikal neu! Zum Beispiel, indem wir \u00fcber die Umweltverantwortungsinitiative reden, die Greenpeace unterst\u00fctzt. Diese fordert genau das, was auch Greenpeace umtreibt: eine verantwortungsvolle Wirtschaft innerhalb der planetaren Grenzen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles hat Grenzen. Auch der Planet Erde. Das Konzept der planetaren Grenzen umfasst neun \u00f6kologische Dimensionen. \u00dcberschreiten wir sie in einer oder mehreren Dimensionen, gef\u00e4hrden wir die Stabilit\u00e4t der \u00d6kosysteme \u2013 und damit das \u00dcberleben der menschlichen Zivilisation. 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