{"id":195819,"date":"2024-04-09T07:00:35","date_gmt":"2024-04-09T05:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=195819"},"modified":"2024-04-09T09:33:01","modified_gmt":"2024-04-09T07:33:01","slug":"im-kehricht-steckt-potenzial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2024\/04\/im-kehricht-steckt-potenzial\/","title":{"rendered":"Im Kehricht steckt Potenzial"},"content":{"rendered":"<p>Was landet am h\u00e4ufigsten im Schweizer Kehrichtsack? Und wie hat sich dessen Zusammensetzung im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert? Antworten auf diese Fragen liefert die j\u00fcngste <a href=\"https:\/\/www.bafu.admin.ch\/bafu\/de\/home\/dokumentation\/medienmitteilungen\/anzeige-nsb-unter-medienmitteilungen.msg-id-98711.html\">Kehrichtsackanalyse<\/a> des Bundesamts f\u00fcr Umwelt (Bafu). Darin werden die Ergebnisse der Sortierarbeit von 16 Tonnen Abfall aus 33 repr\u00e4sentativen Gemeinden der Schweiz dargestellt. Die Ergebnisse zeigen: Beim Recycling geh\u00f6rt die Schweiz zu den Spitzenreitern in Europa. PET- oder Glasflaschen beispielsweise wurden nur selten im Kehricht gefunden. Sie werden zu \u00fcber 80 Prozent respektive 97 Prozent separat gesammelt. Trotz des Wirtschaftswachstums ist die Abfallmenge, die jedes Jahr in den Kehrichtsack geworfen wird, gegen\u00fcber der letzten Analyse im 2012 um fast 60 Kilo pro Person auf 148 Kilogramm gesunken. Die Abnahme verteilt sich mit einer Ausnahme bei den Sonderabf\u00e4llen auf alle untersuchten Abfallkategorien (siehe Abbildung 1).<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Die Abfallmenge in der Schweiz ist in beinahe allen Kategorien gesunken<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"Anrig_4T-2024-Abb1_DE\"><\/div>\n<script>\n\n\n$(function () {\n    $('#Anrig_4T-2024-Abb1_DE').highcharts({     \n\nchart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    subtitle: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n        categories: [\n            'Metalle','Glas','Papier','Karton','Mineralien','Organische Naturprodukte','Biogene Abf\u00e4lle','Textilien','Kunststoffe','Verbundwaren','E-Ger\u00e4te und Leuchtmittel','Batterien','Sonderabf\u00e4lle','Sonstiges'\n\n     \n        ],\n        crosshair: true\n    },\n    yAxis: {\n       \n        title: {\n            text: 'Menge in Kilogramm pro Person und Jahr'\n     },  labels: {format: '{value}'},\n    },\n    tooltip: {\n        headerFormat: '<span style=\"font-size:10px\">{point.key}<\/span><table>',\n        pointFormat: '<tr><td style=\"color:{series.color};padding:0\">{series.name}: <\/td>' +\n            '<td style=\"padding:0\"><b>{point.y:.1f}<\/b><\/td><\/tr>',\n        footerFormat: '<\/table>',\n        shared: true,\n        useHTML: true\n    },\n    plotOptions: {\n        column: {\n            pointPadding: 0.1,\n            borderWidth: 0\n        }\n    },\n    series: [{\n        name: '1992\/93',\n        data: [7.8,7.8,54.6,18.2,15.6,13.0,58.8,7.8,36.4,28.6,0.0,0.0,0.0,12.0],color: '#327775'\n\n    }, {\n        name: '2001\/02',\n        data: [5.9,9.0,35.5,8.7,11.1,4.4,60.3,6.0,35.2,34.4,1.2,0.2,0.4,4.2],color: '#7ea8a7'\n   \n   }, {\n        name: '2012',\n        data: [4.7,7.7,27.6,7.9,13.0,3.7,68.3,6.6,31.3,37.1,1.2,0.1,0.4,1.5],color: '#cccccc'\n\n   }, {\n        name: '2022',\n        data: [4.4,4.7,17.6,5.9,8.3,1.5,52.4,4.1,19.9,26.6,0.7,0.1,0.6,1.4],color: '#9c92bf'\n\n   }]\n});\n});\n<\/script>\n<h6 class=\"content-copy\">Anmerkung: Aufgrund von Rundungen kann es zu Abweichungen kommen.<\/h6>\n<h6 class=\"content-copy\">Quelle: Bafu (2023). Bericht zur Erhebung der Kehrichtzusammensetzung 2022 \/ Die Volkswirtschaft<\/h6>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Vom Teller in den K\u00fcbel<\/h2>\n<p>Es gibt jedoch ein Aber: Es besteht weiterhin Handlungsbedarf. So landen jedes Jahr mehr als 464\u2019000 Tonnen biogene Abf\u00e4lle (Gartenabf\u00e4lle, R\u00fcstabf\u00e4lle und andere Lebensmittel), 176\u2019000 Tonnen Plastik und 39\u2019000 Tonnen Metall im Kehrichtsack. Ein Abfallberg, der gr\u00f6sstenteils wiederverwendbar w\u00e4re und nicht in der Kehrichtverbrennungsanlage enden sollte. Salopp gesagt: Zusammen mit dem Abfall werden Geld und Ressourcen verbrannt.<\/p>\n<p>Noch einen weiten Weg zu gehen hat die Schweiz bei der Vermeidung von Lebensmittelverlusten, sogenanntem Food-Waste. Wie die Bafu-Analyse zeigt, wirft eine Person pro Jahr durchschnittlich 50 Kilogramm Lebensmittel in den Kehricht. Das sind fast 450\u2019000 Tonnen schweizweit. Einen beachtlichen Anteil hiervon bilden die R\u00fcstabf\u00e4lle. Bei mehr als der H\u00e4lfte jedoch handelt es sich um Lebensmittel wie Teigwaren, Backwaren, Obst und Gem\u00fcse, Fisch und Fleisch oder Milchprodukte (siehe Abbildung 2). Hinzu kommen jene Speisereste, die im Gr\u00fcngut, auf dem Hauskompost oder als Tierfutter enden. Erhebliche Mengen, die es weiter zu reduzieren gilt, denn die Produktion von Lebensmitteln belastet die Umwelt.<\/p>\n<p>Der Bundesrat ist sich des Problems bewusst und ist bereits aktiv geworden: Im April 2022 hat er den <a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-87910.html\">Aktionsplan<\/a> gegen Lebensmittelverschwendung verabschiedet. Mit einem klaren Ziel: Bis 2030 soll die Schweiz ihren Food-Waste gegen\u00fcber 2017 halbieren. Eine Zwischenbilanz wird n\u00e4chstes Jahr gezogen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Den gr\u00f6ssten Anteil an den biogenen Abf\u00e4llen bilden geniessbare Lebensmittel<\/h2>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-197206 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/04\/DV_04-23_Anrig_01_DE-1.png\" alt=\"\" width=\"1734\" height=\"1630\" \/><\/p>\n<h6 class=\"content-copy\">Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Bafu (2023) \/ Bericht zur Erhebung der Kehrichtzusammensetzung 2022 \/ Die Volkswirtschaft<\/h6>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Ermutigende Trends<\/h2>\n<p>Aber wie l\u00e4sst sich vermeiden, dass Lebensmittel im Abfall landen? Hier gibt es viele Ans\u00e4tze, beispielsweise Eink\u00e4ufe besser planen, korrekt lagern und rechtzeitig konsumieren. Wenn Lebensmittel dennoch nicht mehr geniessbar sind, dann sollten sie stofflich verwertet werden. Dazu braucht es einen Ausbau der Gr\u00fcngutsammlung, wie die Analyse hervorhebt. Neben Gartenabf\u00e4llen sollten auch s\u00e4mtliche Lebensmittel gesammelt werden k\u00f6nnen \u2013 zumindest in st\u00e4dtischen Gemeinden, da dort deutlich mehr Lebensmittelverluste anfallen als im l\u00e4ndlichen Kehrichtsack (53 Kilogramm gegen\u00fcber 40 Kilogramm pro Person). Eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr k\u00f6nnte sein, dass es auf dem Land einfacher ist zu kompostieren als in der Stadt.<\/p>\n<p>Abgesehen von regionalen Unterschieden zeigt die Analyse f\u00fcr das Jahr 2022 ermutigende Trends: Im Vergleich zur letzten Untersuchung vor zehn Jahren ist zum Beispiel der Anteil von Plastik in Kehrichts\u00e4cken von 15 auf 13 Prozent gesunken. Und auch Glas und Papier sind im Kehricht gegen\u00fcber der letzten Untersuchung anteilsm\u00e4ssig zur\u00fcckgegangen: Glas von 4 auf 3 Prozent, Papier von 13 auf 12 Prozent.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Alle sind gefragt<\/h2>\n<p>Der R\u00fcckgang der Pro-Kopf-Abf\u00e4lle und die guten Recyclingergebnisse sind wichtige Erfolge, die zeigen, dass Massnahmen wie die Einf\u00fchrung der Abfallsackgeb\u00fchr oder der Ausbau von Sammel- und Recyclingsystemen wirken. In den letzten Jahrzehnten ist es der Schweiz gelungen, die Umweltbelastung durch die Entsorgung von Abf\u00e4llen deutlich zu reduzieren. Die Schadstoffemissionen aus der Abfallverbrennung spielen heute nur noch eine untergeordnete Rolle bei den Gesamtemissionen. Zudem k\u00f6nnen dank der Abfalltrennung durch die Konsumierenden die Kosten f\u00fcr die Separatsammlungen tief gehalten und gleichzeitig hohe Recyclingquoten erreicht werden. Die Schweizer Abfallpolitik kann daher als ein Erfolgsmodell bezeichnet werden. Es darf aber nicht vergessen werden, dass die grosse Abfallmenge und insbesondere der damit verbundene Ressourcenverbrauch die Umwelt nach wie vor stark belasten. Deshalb ist es bedeutend, Abfall zu vermeiden und Kreisl\u00e4ufe zu schliessen.<\/p>\n<p>Mit der Annahme der parlamentarischen Initiative \u00abSchweizer Kreislaufwirtschaft st\u00e4rken\u00bb in der letzten Fr\u00fchlingssession wurde eine Revision des Umweltschutzgesetzes beschlossen. Diese schafft Voraussetzungen, damit die Wirtschaft ihre wichtige Rolle bei der Ressourcenschonung wahrnehmen kann. Davon k\u00f6nnen Unternehmen finanziell profitieren. Ausserdem wird die Schweiz als rohstoffarmes Land unabh\u00e4ngiger vom Ausland. Auch die Konsumierenden leisten einen wichtigen Beitrag zur Schonung der Ressourcen und der Umwelt, indem sie nachhaltige Produkte einkaufen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was landet am h\u00e4ufigsten im Schweizer Kehrichtsack? Und wie hat sich dessen Zusammensetzung im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert? Antworten auf diese Fragen liefert die j\u00fcngste Kehrichtsackanalyse des Bundesamts f\u00fcr Umwelt (Bafu). Darin werden die Ergebnisse der Sortierarbeit von 16 Tonnen Abfall aus 33 repr\u00e4sentativen Gemeinden der Schweiz dargestellt. 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Produktions- und Sonderabf\u00e4lle aus Industrie und Gewerbe, Bauabf\u00e4lle sowie Kl\u00e4rschlamm wurden nicht untersucht."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":"","main_focus":"","serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[9757],"korrektor":5357,"planned_publication_date":"2024-04-09 05:00:35","original_files":null,"external_release_for_author":"20240408","external_release_for_author_time":"00:03:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/exedit\/65e0a7467665a"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/195819"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11667"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=195819"}],"version-history":[{"count":19,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/195819\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":197515,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/195819\/revisions\/197515"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5357"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9757"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11667"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/197445"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=195819"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=195819"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=195819"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=195819"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=195819"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=195819"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}