{"id":197606,"date":"2024-05-07T07:10:27","date_gmt":"2024-05-07T05:10:27","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=197606"},"modified":"2024-05-07T09:26:25","modified_gmt":"2024-05-07T07:26:25","slug":"wohnungsbau-erleichtern-statt-behindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2024\/05\/wohnungsbau-erleichtern-statt-behindern\/","title":{"rendered":"Wohnungsbau erleichtern statt behindern"},"content":{"rendered":"<p>Es ist eine Tatsache: Die Mieten in der Schweiz steigen. Betroffen sind haupts\u00e4chlich begehrte St\u00e4dte wie Z\u00fcrich, Zug oder Genf. In den Kantonen Glarus, Tessin, Jura oder Solothurn, um nur einige zu nennen, besteht keine Wohnungsknappheit, und die Mietpreise sind weiterhin moderat. Dem Engpass liegt das Prinzip von Angebot und Nachfrage zugrunde. Wo das Angebot an Wohnraum nicht ausreichend ist, die Nachfrage nach Wohnungen jedoch hoch bleibt oder sogar zunimmt, steigen die Mietpreise. Der einzige Ausweg: Mehr Wohnungen bauen!<\/p>\n<p>Aber das ist nicht immer einfach. Ein wichtiger Aspekt ist, dass Bauland nur begrenzt verf\u00fcgbar ist, insbesondere in stark besiedelten Gebieten. Gerade diese verf\u00fcgen oft \u00fcber strenge Bauvorschriften. Das schr\u00e4nkt Erweiterungen von bestehenden Bauten unter voller Aussch\u00f6pfung der \u00dcberbauungsziffer unn\u00f6tig ein oder verhindert sie gar. Von solchen H\u00fcrden gleichermassen betroffen sind Neubauprojekte. Einsprachen in Planungs- und Baubewilligungsverfahren f\u00fchren dazu, dass der Wohnungsbau zus\u00e4tzlich an Schwung verliert. Missbr\u00e4uchliche Einsprachen m\u00fcssen deshalb verhindert werden. Damit in den Ballungszentren mehr gebaut werden kann, sind zudem Baubewilligungsverfahren zu digitalisieren und zu beschleunigen.<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Weitere Eingriffe ins Mietrecht sowie neue Vorschriften l\u00f6sen das Problem nicht.<\/span><\/p>\n<p>Auch auf bestehende Wohnungen steigt der Druck. Vermieter m\u00fcssen energetische Sanierungen durchf\u00fchren und neue, immer anspruchsvollere Umweltstandards erf\u00fcllen, wie zum Beispiel die Reduktion von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen. Gleichzeitig werden Abgaben, Versicherungen und Instandhaltungsarbeiten teurer \u2013 das erh\u00f6ht die Mieten.<\/p>\n<p>Klar aber ist: Weitere Eingriffe ins Mietrecht sowie neue Vorschriften l\u00f6sen das Problem nicht. Der damit verbundene b\u00fcrokratische Aufwand kostet Zeit und Geld. Dies f\u00fchrt zu Verz\u00f6gerungen und Verteuerungen bei Bauprojekten, wodurch diese \u2013 im Vergleich zu alternativen Anlagem\u00f6glichkeiten \u2013 an Attraktivit\u00e4t verlieren. Dar\u00fcber hinaus berauben zu strikte Vorschriften Wohneigent\u00fcmer ihrer Initiative zur Bereitstellung eines marktkonformen Angebots. Ein Paradebeispiel sind hier die willk\u00fcrlichen Mietpreisregulierungen des noch jungen Basler Wohnschutzmodells. Zum einen verhindern sie gesetzlich geforderte energetische Geb\u00e4udesanierungen. Zum anderen behindern sie die Anpassung von Wohnungen an zeitgem\u00e4sse und nachfragegerechte Ausbaustandards, gerade bei K\u00fcchen oder Nasszellen. An die Nutzung von innovativen Technologien wie zum Beispiel Smarthome ist hier gar nicht erst zu denken.<\/p>\n<p>Neben politischen Massnahmen und wirtschaftlichen Anreizen ist es auch entscheidend, die \u00d6ffentlichkeit zu sensibilisieren. Informationskampagnen und Bildungsprogramme k\u00f6nnen das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Herausforderungen im Wohnungsbau in der Schweiz vertiefen und dadurch Unterst\u00fctzung f\u00fcr politische Massnahmen im Sinne der Verdichtung und der Deregulierung mobilisieren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist eine Tatsache: Die Mieten in der Schweiz steigen. Betroffen sind haupts\u00e4chlich begehrte St\u00e4dte wie Z\u00fcrich, Zug oder Genf. In den Kantonen Glarus, Tessin, Jura oder Solothurn, um nur einige zu nennen, besteht keine Wohnungsknappheit, und die Mietpreise sind weiterhin moderat. Dem Engpass liegt das Prinzip von Angebot und Nachfrage zugrunde. 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