{"id":198423,"date":"2024-05-28T07:00:45","date_gmt":"2024-05-28T05:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=198423"},"modified":"2024-06-06T14:22:07","modified_gmt":"2024-06-06T12:22:07","slug":"verliert-die-weltweite-forschung-an-innovationskraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2024\/05\/verliert-die-weltweite-forschung-an-innovationskraft\/","title":{"rendered":"Verliert die weltweite Forschung an Innovationskraft?"},"content":{"rendered":"<p>Anfang 2023 geriet die Medienwelt in Aufruhr. Den Ausschlag gab die renommierte Fachzeitschrift \u00abNature\u00bb. In der Zeitschrift erschien eine Studie mit dem Titel \u00abPapers and Patents Are Becoming Less Disruptive over Time\u00bb<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> \u2013 auf Deutsch: Wissenschaftsbeitr\u00e4ge und Patente werden immer weniger bahnbrechend. Die Autoren der Studie sind Michael Park, Erin Leahey und Russell J. Funk. Die \u00abNew York Times\u00bb reagierte umgehend auf die Ver\u00f6ffentlichung und fragte: Wo sind die grossen Erkenntnisse der Wissenschaft geblieben?<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><\/a> Die \u00abFinancial Times\u00bb doppelte am selben Tag nach: Die Wissenschaft hat ihre disruptiven F\u00e4higkeiten verloren.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Und die NZZ folgerte: \u00abForschung und Wissenschaft bringen immer weniger bahnbrechende Erkenntnisse hervor. Das universit\u00e4re Forschungsmanagement ist l\u00e4ngst zum Selbstzweck geworden \u2013 auf Kosten der Innovationskraft. Wissenschaft braucht wieder mehr Freiheit.\u00bb<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a><\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Entgegen aller Intuition<\/h2>\n<p>Bis heute sind insgesamt mehr als 250 Medienbeitr\u00e4ge zum besagten \u00abNature\u00bb-Artikel erschienen<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>, so auch im \u00abEconomist\u00bb. Dort kommentierte man im Untertitel lakonisch: Wieso das so ist, ist ein R\u00e4tsel.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Auch wir waren skeptisch. In Anbetracht der \u00fcber die letzten Jahrzehnte weltweit stark gestiegenen Investitionen in den Wissenschaftsbetrieb h\u00e4tte man ein solches Resultat nicht erwartet. Und sind bahnbrechende Innovationen nicht omnipr\u00e4sent?<\/p>\n<p>Wir wollten es genauer wissen und replizierten die \u00abNature\u00bb-Studie. Anders als die Originalstudie konzentrierten wir uns allerdings nur auf Patente, da der Zugang zu diesen Daten \u00f6ffentlich ist und sich unser Team von der Universit\u00e4t Basel dazu relativ gut auskennt. Das Resultat war verbl\u00fcffend und wurde vor Kurzem in der Zeitschrift \u00abResearch Policy\u00bb publiziert.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a><\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Ein Index misst fundamental neues Wissen<\/h2>\n<p>Die Autoren der \u00abNature\u00bb-Studie untersuchen das \u00abdisruptive\u00bb Potenzial von wissenschaftlichen Publikationen und Patenten \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume hinweg mithilfe des etablierten CD-Index.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Dieser Index bewertet neue wissenschaftliche Publikationen und Patente danach, ob sie bestehendes Wissen lediglich erweitern oder fundamental neues \u2013 also disruptives \u2013 Wissen liefern. Die Bewertung basiert darauf, ob eine bestimmte Arbeit \u2013 sei es eine wissenschaftliche Ver\u00f6ffentlichung oder ein erteiltes Patent \u2013 von nachfolgenden Arbeiten zusammen mit fr\u00fcheren Arbeiten oder f\u00fcr sich allein zitiert wird (siehe Kasten). Der erste Fall deutet darauf hin, dass die Arbeit lediglich zur Konsolidierung des bestehenden Wissens beitr\u00e4gt. Im zweiten Fall wird die Arbeit als Ausgangspunkt f\u00fcr v\u00f6llig neue Ideen angesehen. Der CD-Index variiert zwischen +1 (vollst\u00e4ndig disruptiv) und \u20131 (vollst\u00e4ndig konsolidierend).<\/p>\n<p>Die Autoren der \u00abNature\u00bb-Studie analysierten, neben wissenschaftlichen Beitr\u00e4gen, rund 3,5 Millionen Patente, die das US-Patentamt zwischen 1980 und 2010 an Erfinder aus aller Welt erteilt hat. Daraus bildeten sie dann den Durchschnitt pro Jahr. Die von ihnen verwendete Methodik impliziert, dass der CD-Index von Patenten in diesem Zeitraum stark abf\u00e4llt, n\u00e4mlich von 0,39 auf 0,05 bzw. um 17 Prozentpunkte vom 69,5-Perzentil auf das 52,5-Perzentil.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Das deutet darauf hin, dass die Patente \u00fcber die Zeit immer weniger disruptiv, sondern eher \u00abkonsolidierend\u00bb wurden. Wir hingegen finden mit unserer angepassten Methodik im selben Zeitraum und mit den gleichen Daten nur eine geringf\u00fcgige Abnahme des CD-Index von Patenten, und zwar von 0,09 auf 0,05 bzw. um 2 Prozentpunkte vom 54,5-Perzentil auf das 52,5-Perzentil.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Verzerrte Resultate<\/h2>\n<p>Der grosse Unterschied zwischen den beiden Studien ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass es in der \u00abNature\u00bb-Studie zwei Verzerrungen bei der Berechnung des CD-Index f\u00fcr Patente gibt. Zum einen ignorieren die Autoren R\u00fcckw\u00e4rtszitate zu Vorg\u00e4ngerpatenten, die vor 1976 ver\u00f6ffentlicht wurden. Dies hat einen starken Einfluss auf die Ergebnisse. Denn die meisten Patente, die zu Beginn des Beobachtungszeitraums 1980 ver\u00f6ffentlicht wurden, zitieren viele Patente, die schon vor 1976 existierten. Da diese in der Analyse aber nicht mitber\u00fccksichtigt werden, erscheinen sehr viele dieser Patente als disruptiv \u2013 allerdings nicht aufgrund ihrer tats\u00e4chlichen Innovationskraft, sondern weil Zitierungen auf Vorg\u00e4ngerpatente fehlen. Wir nennen diese Verzerrung \u00ablinksseitiges Abschneiden\u00bb (\u00abTruncation Bias\u00bb). Der von uns berechnete, um das linksseitige Abschneiden korrigierte CD-Index zeigt, dass die Abnahme nach dieser Korrektur nur 2 Prozentpunkte betr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Zum Zweiten vernachl\u00e4ssigt die \u00abNature\u00bb-Studie eine \u00c4nderung im US-Patentrecht, wodurch seit Ende 2000 nicht mehr nur die erteilten Patente, sondern zus\u00e4tzlich auch die Texte der Patentanmeldungen ver\u00f6ffentlicht werden. Dies f\u00fchrte zu einer \u00c4nderung der Zitierpraxis: Seither wird h\u00e4ufig nicht mehr das erteilte Patent, sondern die Patentanmeldung zitiert, da diese fr\u00fcher ver\u00f6ffentlicht wird. Die \u00abNature\u00bb-Studie ber\u00fccksichtigt dagegen nur Zitierungen zu erteilten Patenten. Ergebnis: \u00c4hnlich wie beim \u00ablinksseitigen Abschneiden\u00bb werden so Zitate ignoriert und viele Patente (k\u00fcnstlich) als zu disruptiv eingestuft. Das Ausmass dieser Verzerrung durch die Nichtber\u00fccksichtigung von zitierten Patentanmeldungen nennen wir \u00abExclusion Bias\u00bb. Die daraus resultierende Verzerrung ist jedoch deutlich geringer als die erste.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a> Die um beide Verzerrungen korrigierte Entwicklung ist in der Abbildung dargestellt.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Zahl disruptiver Patente nimmt zu<\/h2>\n<p>Wie sieht das Ergebnis nun letztlich aus, wenn man beide Verzerrungen korrigiert und den maximal verf\u00fcgbaren Beobachtungszeitraum von 1976 bis 2016 einbezieht? In diesem Fall sinkt der durchschnittliche CD-Index nur leicht von 0,12 (1976) auf 0,09 (1980) bis auf 0,04 (2016). Das entspricht einem R\u00fcckgang von insgesamt 4 Prozentpunkten vom 56-Perzentil im Jahr 1976 auf das 52-Perzentil im Jahr 2016. Genau diese Entwicklung ist in der Abbildung zu sehen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Nach Korrektur der Verzerrungen sinkt der durchschnittliche CD-Index nur noch geringf\u00fcgig (1976\u20132016)<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<head>\n    \n<script src=\"https:\/\/code.highcharts.com\/highcharts.js\"><\/script>\n    \n<script src=\"https:\/\/code.highcharts.com\/modules\/annotations.js\"><\/script>\n\n    \n<style>\n        .chart-response {\n            width: 75%; \/* Default on desktop  *\/\n        }\n        @media (max-width: 480px) {\n            .chart-response {\n                width: 75%; \/* Width 100% for mobile and small screens*\/\n            }\n        }\n    <\/style>\n<\/head>\n\n<div class=\"chart-response\" id=\"RUTZER-WEDER_5-2024_DE\"><\/div>\n\n<script>\n\n document.addEventListener('DOMContentLoaded', function () {\n    Highcharts.chart('RUTZER-WEDER_5-2024_DE', {\n                chart: {\n                    type: 'line'\n                },\n                title: {\n                    text: ''\n                },\n                xAxis: {\n                    categories: [\n                        1976,1977,1978,1979,1980,1981,1982,1983,1984,1985,1986,1987,1988,1989,1990,\n                        1991,1992,1993,1994,1995,1996,1997,1998,1999,2000,2001,2002,2003,2004,2005,\n                        2006,2007,2008,2009,2010,2011,2012,2013,2014,2015,2016\n                    ],\n                    gridLineWidth: 0,\n                    plotBands: [{\n                        color: '#cccccc',\n                        from: 0,\n                        to: 4\n                    }, {\n                        color: '#cccccc',\n                        from: 34,\n                        to: 40\n                    }]\n                },\n                yAxis: [{\n                    title: {\n                        text: 'CD-Index (j&auml;hrlicher Durchschnitt)'\n                    },\n                gridLineWidth: 0,\n                    labels: {\n                        format: '{value}'\n                    },\n                    max: 1\n                }, {\n                    title: {\n                        text: 'CD-Index in Perzentilen'\n                    },\n                    gridLineWidth: 0,\n                    labels: {\n                        format: '{value}'\n                    },\n                    min: 50,\n                    max: 100,\n                    endOnTick: false,\n                    startOnTick: false,\n                    tickInterval: 10,\n                    opposite: true\n                }],\n\n      tooltip: {\n         formatter: function() {\n            var yValue = this.y;\n            var calculatedValue = yValue * 50 + 50; \n            var seriesName = this.series.name; \n            \n            return '<b>'+ seriesName + '<\/b>: <b>' + yValue + ' Indexpunkte bzw. 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Die Werte k\u00f6nnen zwischen den Extremen variieren. Die Abbildung zeigt den j\u00e4hrlichen Durchschnitt des CD-Index. Der CD-Index gem\u00e4ss \u00abNature\u00bb-Studie suggeriert eine starke Abnahme im Zeitverlauf, die noch st\u00e4rker ausgefallen w\u00e4re, wenn die Autoren ihre Berechnungen des CD-Index ab 1976 statt ab 1980 gezeigt h\u00e4tten (linker grauer Bereich von 1976\u20131980).<\/div>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: Macher, Rutzer und Weder (2024) \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zudem nimmt die absolute Zahl sehr disruptiver Patente \u2013 dies sind Patente, die einen CD-Index von mindestens 0,75 aufweisen \u2013 von 3273 im Jahr 1976 auf 4728 im Jahr 2016 zu. In einzelnen Branchen ist diese Zunahme von 1976 bis 2016 noch ausgepr\u00e4gter: In der f\u00fcr die Schweiz wichtigen Pharmabranche finden wir eine Vervierfachung der sehr disruptiven Patente, in der Informations- und Kommunikationstechnologie eine Verzw\u00f6lffachung.<\/p>\n<p>Es ist beruhigend, zu sehen, dass das Forschungs- und Innovationssystem weltweit \u2013 gemessen am CD-Index f\u00fcr Patente \u2013 nach wie vor einen relativ stabilen Anteil radikal neuer Ideen hervorbringt. Da Innovation jedoch auf einem ungem\u00fctlichen Prozess der kreativen Zerst\u00f6rung basiert, ist es wichtig, ein offenes Innovationsumfeld zu pflegen. Gerade in der Schweiz m\u00fcssen wir sehr darauf achten, dass unser international f\u00fchrender Innovationsstandort nicht durch Selbstgef\u00e4lligkeit und Bequemlichkeit untergraben wird. Vielmehr sollten wir es zu sch\u00e4tzen wissen, wenn Risiken eingegangen und auch Misserfolge in Kauf genommen werden.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Park, Leahey und Funk (2023).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Broad (2023).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Ahuja (2023).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Siehe Geiser (2023).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe <a href=\"https:\/\/nature.altmetric.com\/details\/140824206\/news\/page:1\">Nature.almetric.com<\/a> (Zugang am 16. April 2024).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Siehe \u00abThe Economist\u00bb (2023).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Macher, Rutzer und Weder (2024).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Siehe Funk und Smith (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Da der CD-Index einen Wert zwischen \u20131 und 1 hat, kann der Wert als Perzentil wie folgt ausgedr\u00fcckt werden: 50*CD-Index + 50.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Holst et al. (2024) argumentieren in ihrem Arbeitspapier, dass der in der \u00abNature\u00bb-Studie errechnete CD-Index auch f\u00fcr wissenschaftliche Publikationen verzerrt sein k\u00f6nnte.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang 2023 geriet die Medienwelt in Aufruhr. Den Ausschlag gab die renommierte Fachzeitschrift \u00abNature\u00bb. In der Zeitschrift erschien eine Studie mit dem Titel \u00abPapers and Patents Are Becoming Less Disruptive over Time\u00bb \u2013 auf Deutsch: Wissenschaftsbeitr\u00e4ge und Patente werden immer weniger bahnbrechend. Die Autoren der Studie sind Michael Park, Erin Leahey und Russell J. Funk. 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A Dynamic Network Measure of Technological Change, Management Science, 63 (3), 791\u2013817.<\/li>\r\n \t<li>Geiser, Eveline (2023). <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/wissenschaft-und-forschung-brauchen-wieder-mehr-freiheit-ld.1728986\">Die Welt braucht neue Einsteins und Darwins: wie die Forschung wieder innovativer werden kann<\/a>. NZZ vom 7. M\u00e4rz.<\/li>\r\n \t<li>Holst, Vincent, Andres Algaba, Floriano Tori, Sylvia Wenmackers und Vincent Ginis (2024). Dataset Artefacts Are the Hidden Drivers of the Declining Disruptiveness in Science. Working Paper, Cornell University (arXiv preprint arXiv:2402.14583).<\/li>\r\n \t<li>Macher, Jeffrey T., Christian Rutzer und Rolf Weder (2024). <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0048733324000416?dgcid=coauthor\">Is There a Secular Decline in Disruptive Patents? Correcting for Measurement Bias<\/a>, Research Policy, 53 (5), 104992.<\/li>\r\n \t<li>Park, Michael, Erin Leahey und Russell J. Funk (2023). <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-022-05543-x\">Papers and Patents Are Becoming Less Disruptive over Time<\/a>.\u00a0Nature, 613 (7942), 138-144. 4. Januar.<\/li>\r\n \t<li>The Economist (2023). <a href=\"https:\/\/www.economist.com\/science-and-technology\/2023\/01\/04\/papers-and-patents-are-becoming-less-disruptive\">Papers and Patents Are Becoming Less Disruptive<\/a>. 4. Januar.<\/li>\r\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Die Methodik im Detail","kasten_box":"Die Berechnung des CD-Index beruht darauf, ob ein Patent allein oder in Verbindung mit fr\u00fcheren Arbeiten zitiert wird. Dazu sind zum einen Informationen \u00fcber alle zitierten Vorg\u00e4ngerpatente \u2013 sogenannte R\u00fcckw\u00e4rtszitate \u2013 erforderlich, die direkt aus der Patentschrift entnommen werden. Zum anderen werden Informationen \u00fcber alle sp\u00e4teren Patente ben\u00f6tigt, in denen das betreffende Patent zitiert wird \u2013 sogenannte Vorw\u00e4rtszitate. Um die Vergleichbarkeit des CD-Index von Patenten aus verschiedenen Jahren zu gew\u00e4hrleisten, muss ein festes Zeitintervall f\u00fcr die Erfassung der Vorw\u00e4rtszitate festgelegt werden, da sich diese im Laufe der Zeit akkumulieren. Sowohl unsere wie auch die \u00abNature\u00bb-Studie ber\u00fccksichtigen alle Vorw\u00e4rtszitate, die ein Patent in den ersten f\u00fcnf Jahren nach seiner Ver\u00f6ffentlichung erh\u00e4lt. 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