{"id":198468,"date":"2024-06-20T07:00:45","date_gmt":"2024-06-20T05:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=198468"},"modified":"2024-06-20T11:05:21","modified_gmt":"2024-06-20T09:05:21","slug":"agenda-2030-fuer-nachhaltige-entwicklung-das-kann-die-wirtschaft-tun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2024\/06\/agenda-2030-fuer-nachhaltige-entwicklung-das-kann-die-wirtschaft-tun\/","title":{"rendered":"Agenda 2030 f\u00fcr nachhaltige Entwicklung: Das kann die Wirtschaft tun"},"content":{"rendered":"<p>2015 wurde die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) von den 193 UNO-Mitgliedsstaaten verabschiedet. Diese will bis 2030 beispielsweise die Armut in all ihren Formen beenden, den Zugang zu nachhaltiger und moderner Energie f\u00fcr alle sichern oder nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen (siehe Kasten).<\/p>\n<p>Heute, im Jahr 2024, ist die H\u00e4lfte der Zeit bis dahin verstrichen. Doch die Zwischenbilanz der Staatengemeinschaft f\u00e4llt durchzogen aus: Weltweit sind wir nicht auf Kurs, und in der Schweiz stimmt zwar die Richtung, nicht aber die Geschwindigkeit der Umsetzung. Ein Beispiel: 2021 betrug der Material-Fussabdruck in der Schweiz pro Person 15,8 Tonnen. Das ist eine Reduktion um 17,3 Prozent gegen\u00fcber dem Jahr 2000. Insgesamt konsumiert die Schweiz jedoch nach wie vor rund 2,5-mal mehr Umweltleistungen und -ressourcen, als global verf\u00fcgbar sind.<\/p>\n<p>Die Schweiz kann in der Umsetzung der Agenda 2030 in vielen Bereichen jedoch auch auf einer guten Grundlage aufbauen. So ist sie bei der Erreichung einiger SDGs, wie beispielsweise im Bildungsbereich, in der Gesundheitsversorgung und der Gew\u00e4hrleistung rechtsstaatlicher Institutionen, bereits weit fortgeschritten.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Wirtschaft am l\u00e4ngsten Hebel<\/h2>\n<p>Ein Grund f\u00fcr das langsame Vorankommen ist auch die Wirtschaft. Dass ihr bei der Umsetzung der Agenda 2030 eine entscheidende Rolle zukommt, ist unbestritten. Deshalb hat auch der Bundesrat in seiner <a href=\"https:\/\/www.are.admin.ch\/are\/de\/home\/nachhaltige-entwicklung\/strategie\/sne.html\">Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030<\/a> der Wirtschaft in allen drei Schwerpunktthemen der Strategie grosse Einfluss- und Entfaltungsm\u00f6glichkeiten zugesprochen. Der Bund erwartet von den in der Schweiz ans\u00e4ssigen oder t\u00e4tigen Unternehmen, dass sie ihre Verantwortung gem\u00e4ss den international anerkannten Nachhaltigkeitsstandards und -leitlinien bei ihren T\u00e4tigkeiten im In- und Ausland wahrnehmen.<\/p>\n<p>Die 17 SDGs sind das Herzst\u00fcck der Agenda 2030. Sie k\u00f6nnen nur Hand in Hand mit der Wirtschaft erreicht werden. Dar\u00fcber herrscht weitgehend Konsens. Doch wie genau das erreicht werden soll, darin sind sich die Politik und auch die verschiedenen Wirtschaftsverb\u00e4nde uneinig. W\u00e4hrend die einen mit Nachdruck staatliche und international harmonisierte Standards fordern, lehnen die anderen interventionistische Ans\u00e4tze vehement ab. Fakt ist: Die globalen Herausforderungen sind gewaltig. Sie reichen von der Bek\u00e4mpfung des Klimawandels \u00fcber die Sicherung von Bildung und Gesundheit bis hin zu sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlichem Wohlstand f\u00fcr alle.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Nachhaltigkeit lohnt sich<\/h2>\n<p>Tatsache ist auch, dass die Anforderungen an eine nachhaltige Unternehmensf\u00fchrung stetig steigen. Nachhaltige Praktiken werden von allen relevanten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteurinnen und Akteuren zunehmend eingefordert. Es erstaunt daher kaum, dass gem\u00e4ss einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte 66 Prozent der befragten Unternehmen erwarten, dass die Bedeutung von Nachhaltigkeitsthemen in den n\u00e4chsten drei Jahren zunehmen wird. Dies gilt nicht nur f\u00fcr multinationale Unternehmen, sondern insbesondere auch f\u00fcr die rund 610\u2019000 KMU in der Schweiz mit ihren \u00fcber 4,5 Millionen Besch\u00e4ftigten. Nicht selten sind sie als Zulieferer von Grossunternehmen indirekt von Regulierungen im Ausland betroffen. Will man diese Firmen also zu mehr Nachhaltigkeit bewegen, ist es wichtig, nicht nur die Hindernisse zu analysieren, sondern vor allem auch die enormen Chancen zu betonen, die ein nachhaltiges Gesch\u00e4ftsmodell bietet.<\/p>\n<p>Finanziell zahlt sich Nachhaltigkeit n\u00e4mlich aus: beispielsweise durch geringere Energie- und Rohstoffkosten. Dadurch steigern Unternehmen ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit und erh\u00f6hen ihre Produktivit\u00e4t. Zudem k\u00f6nnen sie mit nachhaltigen Gesch\u00e4ftspraktiken auf ver\u00e4nderte Kundenbed\u00fcrfnisse reagieren und neue M\u00e4rkte erschliessen. Und nicht zuletzt erweisen sich nachhaltige Unternehmen auch als attraktive Arbeitgeber, etwa weil sie den ver\u00e4nderten Bed\u00fcrfnissen der jungen Generationen nach modernen Unternehmensstrukturen gerecht werden: sei es im Bereich der Geschlechtergleichstellung, der Lohngleichheit oder der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Damit haben sie auch gr\u00f6ssere Chancen, die dringend ben\u00f6tigten Fachkr\u00e4fte zu gewinnen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Das k\u00f6nnte die Wirtschaft tun<\/h2>\n<p>Unternehmen haben zahlreiche M\u00f6glichkeiten, um der Agenda 2030 zum Erfolg zu verhelfen. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise nachhaltige Lieferketten: Indem Unternehmen faire Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und soziale Verantwortung in ihren Lieferketten f\u00f6rdern und einfordern, unterst\u00fctzen sie das Ziel \u00abNachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion\u00bb.<\/p>\n<p>Bei Investitionen in Forschung und Entwicklung k\u00f6nnten Unternehmen auch nachhaltige Technologien und Innovationen vorantreiben. Und gleich mehreren Zielen der Agenda zum Erfolg verhelfen w\u00fcrden sie schliesslich, wenn sie ihre soziale Verantwortung in ihre Gesch\u00e4ftsstrategie integrierten und so einen Beitrag zur Armutsbek\u00e4mpfung sowie zur F\u00f6rderung von Bildung und zum Umweltschutz leisteten.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Kreislaufwirtschaft als Zukunftsmodell?<\/h2>\n<p>Konzepte der Kreislaufwirtschaft sind besonders vielversprechend. Durch die Umstellung auf kreislauforientierte Gesch\u00e4ftspraktiken k\u00f6nnen Unternehmen beispielsweise Ressourcen effizienter nutzen und Abf\u00e4lle reduzieren. Dies kann zu erheblichen Kosteneinsparungen f\u00fchren, da weniger Rohstoffe ben\u00f6tigt werden und die Entsorgungskosten sinken.<\/p>\n<p>Allerdings ist dies auch mit grossen und komplexen Herausforderungen verbunden. Denn die Kreislaufwirtschaft erfordert innovative Ans\u00e4tze f\u00fcr die Wiederverwendung, die Reparatur und das Recycling von Produkten und Materialien. Unternehmen, die sich in diesem Bereich engagieren, haben jedoch die Chance, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und sich als Vorreiter f\u00fcr nachhaltige Innovationen zu positionieren.<\/p>\n<p>Zudem k\u00f6nnen sie von einem positiven Image profitieren und Kunden bei ihrem Nachhaltigkeitsbed\u00fcrfnis abholen. Die Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft kann Unternehmen auch dabei helfen, regulatorische Anforderungen einzuhalten und Umweltrisiken zu minimieren. Denn durch die Konzentration auf nachhaltige und ressourceneffiziente Prozesse k\u00f6nnen Unternehmen potenzielle Haftungsrisiken und Reputationssch\u00e4den reduzieren.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Toolbox unterst\u00fctzt Unternehmen<\/h2>\n<p>Viele Unternehmen wollen ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Wirtschaft leisten. Insbesondere KMU fehlt es aber oft an den n\u00f6tigen Kompetenzen sowie an finanziellen und personellen Ressourcen. Gefragt sind branchenspezifische Ziele und konkrete Massnahmen sowie geeignete Instrumente und sinnvolle Vorgehensweisen. Dessen ist sich das Bundesamt f\u00fcr Raumentwicklung (ARE) bewusst.<\/p>\n<p>Das ARE ist die federf\u00fchrende Bundesstelle f\u00fcr die Koordination der nationalen Nachhaltigkeitspolitik. In enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Bundesstellen, Branchenverb\u00e4nden und Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft hat das Amt deshalb die \u00ab<a href=\"https:\/\/business.toolbox-agenda2030.ch\/de\/\">Toolbox Agenda 2030 f\u00fcr Unternehmen<\/a>\u00bb lanciert.<\/p>\n<p>Die Toolbox bietet Unternehmen Unterst\u00fctzung und Orientierung auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und stellt allgemeine und branchenspezifische Nachhaltigkeitsziele sowie geeignete Massnahmen vor. Zudem enth\u00e4lt sie Praxisbeispiele, einen \u00dcberblick \u00fcber wichtige Instrumente, Standards sowie F\u00f6rder- und Finanzierungsprogramme. Sie ist bisher auf grosses Interesse gestossen und soll nun weiterentwickelt werden. Noch in diesem Jahr sollen deshalb Unterst\u00fctzungsdienstleistungen f\u00fcr weitere drei Branchen hinzukommen: IT, Gesundheitswesen sowie Verkehr und Lagerei.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Gemeinsam f\u00fcr eine nachhaltige Zukunft<\/h2>\n<p>Die Agenda 2030 erfordert eine umfassende Zusammenarbeit aller Akteure, auch der Wirtschaft. Unternehmen haben die M\u00f6glichkeit und die Verantwortung, sich aktiv an der Umsetzung der ambitionierten Ziele zu beteiligen. Mit innovativen L\u00f6sungen, effizienter Ressourcennutzung und verantwortungsvollem Wirtschaften tragen Unternehmen nicht nur zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele bei, sondern sichern auch langfristig ihren wirtschaftlichen Erfolg.<\/p>\n<p>Die Schweiz kann auf diesem Weg eine Vorreiterrolle einnehmen. Dazu gilt es: Kr\u00e4fte b\u00fcndeln und gemeinsam L\u00f6sungen f\u00fcr ein nachhaltiges und zukunftsf\u00e4higes Wirtschaften finden. Ganz im Sinne von Ziel 17 der UNO-Nachhaltigkeitsziele: \u00abUmsetzungskapazit\u00e4ten st\u00e4rken und die Globale Partnerschaft f\u00fcr nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben f\u00fcllen\u00bb.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2015 wurde die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) von den 193 UNO-Mitgliedsstaaten verabschiedet. Diese will bis 2030 beispielsweise die Armut in all ihren Formen beenden, den Zugang zu nachhaltiger und moderner Energie f\u00fcr alle sichern oder nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen (siehe Kasten). 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Die Schweiz setzt sich f\u00fcr die Umsetzung der Agenda 2030 sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene ein.\r\n\r\nDie Agenda 2030 f\u00fcr nachhaltige Entwicklung identifiziert die wichtigsten globalen Herausforderungen und setzt die Leitlinien sowie die Priorit\u00e4ten der nachhaltigen Entwicklung bis 2030.\r\n\r\nDas Kernst\u00fcck der Agenda sind die 17 globalen Ziele f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) mit ihren 169 Unterzielen. Sie sollen bis 2030 global und von allen UNO-Mitgliedsstaaten erreicht werden. Letztere k\u00f6nnen die Zielvorgaben ihren nationalen Gegebenheiten anpassen. Die SDGs tragen der wirtschaftlichen, sozialen und \u00f6kologischen Dimension der nachhaltigen Entwicklung in ausgewogener Weise Rechnung."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":"","main_focus":"","serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[4306],"korrektor":5357,"planned_publication_date":"2024-06-20 05:00:45","original_files":null,"external_release_for_author":"20240620","external_release_for_author_time":"10:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/exedit\/662f495e50920"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/198468"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11953"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=198468"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/198468\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":200132,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/198468\/revisions\/200132"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5357"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4306"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4371"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11953"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/200136"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=198468"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=198468"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=198468"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=198468"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=198468"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=198468"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}