{"id":204463,"date":"2024-12-06T07:00:44","date_gmt":"2024-12-06T06:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=204463"},"modified":"2025-12-16T09:34:58","modified_gmt":"2025-12-16T08:34:58","slug":"chancenreiche-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2024\/12\/chancenreiche-schweiz\/","title":{"rendered":"Chancenreiche Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>\u00abFaber est suae quisque fortunae\u00bb \u2013 jeder ist seines Gl\u00fcckes Schmied. Das zumindest postuliert ein altes lateinisches Sprichwort. Doch wie viel Einfluss haben pers\u00f6nliche Entscheidungen effektiv auf unseren Werdegang? Ist Erfolg das Ergebnis von Talent, K\u00f6nnen und Effort, oder spielt die famili\u00e4re Abstammung die ausschlaggebende Rolle? In einer liberalen Gesellschaft wie der Schweiz, die per Verfassung<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> auf Chancengleichheit setzt, ist es entscheidend, zu verstehen, inwiefern der famili\u00e4re Hintergrund die Aufstiegschancen und Abstiegsrisiken pr\u00e4gt. Konkret: Die Chancengleichheit ist intakt, wenn Aufstieg vor allem durch individuelle Leistung und nicht durch famili\u00e4re Herkunft bestimmt wird.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Erfolgsschmiede Familie?<\/h2>\n<p>Wie stark der famili\u00e4re Hintergrund die eigenen Erfolgschancen bestimmt, misst man in der \u00d6konomie mit dem Konzept der \u00absozialen Mobilit\u00e4t\u00bb.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Traditionell vergleicht man dabei den Status der Eltern mit dem ihrer Kinder in einem bestimmten Alter. Status entspricht dabei meist dem Einkommen<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> \u2013 man spricht folglich von Einkommensmobilit\u00e4t.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Schweiz zeigt sich diesbez\u00fcglich ein erfreulicheres Bild: Die Einkommensmobilit\u00e4t ist deutlich h\u00f6her als in den USA, und selbst im Vergleich zu den skandinavischen L\u00e4ndern ist sie \u00fcberdurchschnittlich. Mit einer Eltern-Kind-Korrelation von nur 0,14 zeigt die Schweiz eine bemerkenswerte Durchl\u00e4ssigkeit in Bezug auf das Einkommen.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Dieser Wert bedeutet: Kinder, die aus einer Familie der niedrigsten Einkommensstufe stammen (Rang 1), liegen im Schnitt nur 14 Stufen tiefer als Kinder mit Eltern aus der h\u00f6chsten Einkommensstufe (Rang 100). Zum Vergleich: In den USA<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> betr\u00e4gt dieser Unterschied 34 R\u00e4nge, in Deutschland<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> sind es 32, in Frankreich<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> 30, in D\u00e4nemark<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> hingegen nur deren 20.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Jenseits der Eltern-Kind-Beziehungen<\/h2>\n<p>Im Gegensatz zu diesem vertikalen Ansatz, der Eltern und Kinder vergleicht, misst der horizontale Ansatz den famili\u00e4ren Einfluss mittels Geschwister\u00e4hnlichkeiten.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Dieser Ansatz ist umfassender, denn Geschwister teilen nicht nur die elterlichen Ressourcen, sondern auch eine Vielzahl anderer Lebensumst\u00e4nde: Sie wachsen in der gleichen Nachbarschaft auf, besuchen dieselbe Schule, teilen \u00e4hnliche Freizeitaktivit\u00e4ten oder bewegen sich in denselben sozialen Netzwerken. Der renommierte \u00d6konom und Pionier der Mobilit\u00e4tsforschung Gary Solon beschrieb wohl nicht zuletzt deshalb bereits im Jahr 1999 die \u00c4hnlichkeit zwischen Geschwistern als Mysterium, das erforscht werden m\u00fcsse.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a> Denn: Geschwister\u00e4hnlichkeiten zeigen, wie stark das famili\u00e4re Umfeld den Lebensweg beeinflusst.<\/p>\n<p>Ein Beispiel sind die drei Kennedy-Br\u00fcder \u2013 John Fitzgerald, Robert und Edward. Sie alle entstammten dem gleichen einflussreichen Elternhaus und legten allesamt beeindruckende Karrieren an den Tag: John F. Kennedy wurde 1960 zum US-Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt, Robert und Edward amtierten f\u00fcr die Demokratische Partei im US-Senat.<\/p>\n<p>Was pr\u00e4gte diese \u00c4hnlichkeit im Werdegang der Kennedy-Br\u00fcder? War es das grosse Beziehungsnetzwerk der ganzen Kennedy-Familie, das den Br\u00fcdern die T\u00fcren \u00f6ffnete? Oder spielte doch Familienpatron und Diplomat Joseph Kennedy die entscheidende Rolle, indem er gezielt Ressourcen nutzte, um den Erfolg seiner S\u00f6hne zu sichern? Oder aber war es das aussergew\u00f6hnliche politische Talent der Gebr\u00fcder selbst, das ihnen zum Durchbruch verhalf? Die ersten beiden F\u00e4lle spr\u00e4chen gegen, letzterer Fall f\u00fcr eine durchl\u00e4ssige Gesellschaft. Am Ende d\u00fcrfte der Erfolg der Kennedy-Br\u00fcder das Ergebnis eines Zusammenspiels von famili\u00e4rem Einfluss und individuellem K\u00f6nnen gewesen sein. Um die gesellschaftliche Durchl\u00e4ssigkeit zu bestimmen, gilt es diese Komposition aufzuschl\u00fcsseln.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Geringe famili\u00e4re Pr\u00e4gung in der Schweiz<\/h2>\n<p>Die mittels Geschwisterkorrelationen gemessenen famili\u00e4ren Einfl\u00fcsse sind deshalb umfassender und somit auch gr\u00f6sser als die reine Eltern-Kind-Betrachtung. Der Geschwisteransatz erm\u00f6glicht die Erfassung der totalen famili\u00e4ren Pr\u00e4gung. W\u00e4hrend diese in den USA<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a> hohe 49 Prozent ausmacht, sind es in Deutschland<a href=\"#footnote_12\" id=\"footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor\">[12]<\/a> immerhin noch 43 Prozent, in Frankreich<a href=\"#footnote_13\" id=\"footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor\">[13]<\/a> 29 Prozent und in D\u00e4nemark<a href=\"#footnote_14\" id=\"footnote-anchor_14\" class=\"inline-footnote__anchor\">[14]<\/a> 20 Prozent. Diese Werte geben Auskunft dar\u00fcber, welcher Teil der Einkommensunterschiede auf den famili\u00e4ren Hintergrund zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>In unserer Studie<a href=\"#footnote_15\" id=\"footnote-anchor_15\" class=\"inline-footnote__anchor\">[15]<\/a> wollten wir diese umfassende famili\u00e4re Pr\u00e4gung, gemessen \u00fcber Geschwister\u00e4hnlichkeiten, auch f\u00fcr die Schweiz erfassen (siehe Kasten). Die Ergebnisse sind ebenso aufschlussreich wie ermutigend: Der gesamte famili\u00e4re Hintergrund erkl\u00e4rt in der Schweiz nur etwa 15 Prozent der totalen Einkommensunterschiede. Dies weist auf eine hohe gesellschaftliche Durchl\u00e4ssigkeit hin und hebt die Bedeutung pers\u00f6nlicher Entscheidungen und Anstrengungen f\u00fcr den sozialen Status hervor. Im internationalen Vergleich reiht dieser Befund die Schweiz somit wie auch beim Eltern-Kind-Ansatz noch vor den skandinavischen L\u00e4ndern ein, die f\u00fcr ihre hohe soziale Mobilit\u00e4t bekannt sind.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Die Treiber bleiben r\u00e4tselhaft<\/h2>\n<p>Die bisherigen Ergebnisse zeigen deutlich: Die soziale Durchl\u00e4ssigkeit scheint in der Schweiz wenig von der Familienzugeh\u00f6rigkeit beeinflusst zu werden. Nichtsdestotrotz erkl\u00e4rt die Familie gem\u00e4ss dem Geschwisteransatz auch in der Schweiz knapp ein Sechstel der gesamten Einkommensunterschiede. Doch welcher famili\u00e4re Faktor hat am meisten Einfluss? Sind es die gemeinhin angenommenen Treiber wie das elterliche Einkommen, die Nationalit\u00e4t, der Zivilstand der Eltern oder der Wohnort? Auch diese Frage haben wir untersucht.<\/p>\n<p>\u00dcberraschend: Keiner dieser Faktoren hat in der Schweiz eine gewichtige Erkl\u00e4rungskraft am famili\u00e4ren Einfluss. Die Resultate legen also nahe, dass hierzulande keine Anzeichen f\u00fcr gravierende Diskriminierung bestehen. So ist das Einkommen der Eltern f\u00fcr lediglich rund 6 Prozent des gesamten Einflusses verantwortlich.<a href=\"#footnote_16\" id=\"footnote-anchor_16\" class=\"inline-footnote__anchor\">[16]<\/a> Auch die Nationalit\u00e4t, der Zivilstand oder der Wohnort der Eltern spielen keine massgebliche Rolle. Insgesamt erkl\u00e4ren die vier famili\u00e4ren Faktoren weniger als 10 Prozent des gesamten famili\u00e4ren Effekts. Der Grossteil des Effekts bleibt somit unerkl\u00e4rt (siehe Abbildung).<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Der famili\u00e4re Einfluss bleibt mehrheitlich unerkl\u00e4rt<\/h2>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/12\/DV_12-24_Schaltegger-1.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-205361\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/12\/DV_12-24_Schaltegger-1-1024x554.png\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/12\/DV_12-24_Schaltegger-1-1024x554.png 1024w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/12\/DV_12-24_Schaltegger-1-300x162.png 300w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/12\/DV_12-24_Schaltegger-1-768x415.png 768w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/12\/DV_12-24_Schaltegger-1-1536x831.png 1536w, https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2024\/12\/DV_12-24_Schaltegger-1.png 1731w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: Eigene Darstellung der Autoren basierend auf B\u00fchler et al. (2024) \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf das \u00abMysterium des Erfolgs\u00bb. Es bleibt zwar weiterhin ein R\u00e4tsel, welche spezifischen Faktoren den famili\u00e4ren Effekt in der Schweiz tats\u00e4chlich antreiben. Doch diese Unklarheit ist keineswegs eine ern\u00fcchternde Erkenntnis. Im Gegenteil: In einer chancenreichen Gesellschaft sollten die deterministischen und damit diskriminierenden Treiber kaum einen Einfluss auf den individuellen Erfolg haben \u2013 und in der Schweiz ist dies der Fall.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: W\u00e4ren die Kennedy-Br\u00fcder in den Schweizer Alpen statt in Massachusetts aufgewachsen, h\u00e4tten sie vermutlich auch hierzulande f\u00fcr politische Furore gesorgt \u2013 allerdings weniger aufgrund ihrer Herkunft und Startvorteile, sondern vor allem durch ihr Polittalent.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\"><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/oc\/1999\/404\/de\">Art. 2 Abs. 3 BV<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Berthold und Gr\u00fcndler (2018).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Black and Devereux (2011) oder Solon (2018) f\u00fcr eine \u00dcbersicht \u00fcber die bisherigen Forschungsergebnisse.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Siehe Chuard und Grassi (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe Chetty et al. (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Siehe Dodin et al. (2024).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Siehe Kenedi und Sirugue (2023).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Siehe Hels\u00f8 (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Siehe Bj\u00f6rklund und J\u00e4ntti (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Siehe Solon (1999).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">Siehe Mazumder (2008).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_12\" class=\"footnote--item\">Siehe Schnitzlein (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_13\" class=\"footnote--item\">Siehe Comi (2010).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_14\" class=\"footnote--item\">Siehe Schnitzlein (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_14\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_15\" class=\"footnote--item\">Siehe B\u00fchler et al. (2024).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_15\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_16\" class=\"footnote--item\">Internationale Vergleiche zeigen diesbez\u00fcglich h\u00f6here Erkl\u00e4rungswerte: Studien aus den USA (Mazumder, 2008) und Schweden (H\u00e4llsten und Thaning, 2022) deuten darauf hin, dass das elterliche Einkommen allein etwa 36 Prozent respektive 27 Prozent der Geschwisterkorrelation erkl\u00e4ren kann.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_16\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abFaber est suae quisque fortunae\u00bb \u2013 jeder ist seines Gl\u00fcckes Schmied. Das zumindest postuliert ein altes lateinisches Sprichwort. Doch wie viel Einfluss haben pers\u00f6nliche Entscheidungen effektiv auf unseren Werdegang? 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Recent Developments in Intergenerational Mobility, Volume 4 Part B. CEPR.<\/li>\r\n \t<li>B\u00fchler, J., H\u00e4ner-M\u00fcller, M. und Schaltegger, C. A. (2024). <a href=\"https:\/\/dx.doi.org\/10.2139\/ssrn.4970518\">The Mystery of Success: How Family Background Shapes Social Mobility<\/a>.<\/li>\r\n \t<li>Chetty, R., N. Hendren, P. Kline und E. Saez (2014). Where Is the Land of Opportunity? The Geography of Intergenerational Mobility in the United States, The Quarterly Journal of Economics 129(4), S. 1553\u2013623.<\/li>\r\n \t<li>Chuard, P. und Grassi, V. (2020). <a href=\"https:\/\/ideas.repec.org\/p\/usg\/econwp\/202011.html\">Switzer-Land of Opportunity: Intergenerational Income Mobility in the Land of Vocational Education<\/a>. Economics Working Paper Series, 7.<\/li>\r\n \t<li>Comi, S. L. (2010). Family Influence on Early Career Outcomes in Seven European Countries. Economics Bulletin, 30(3):2054\u20132062, 2010.<\/li>\r\n \t<li>Dodin, S. Findeisen, L. Henkel, D. Sachs und P. Sch\u00fcle (2024). Social Mobility in Germany. Journal of Public Economics, 232:105074, 4 2024. ISSN 0047-2727.<\/li>\r\n \t<li>Hels\u00f8, A.-L. (2021). <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1111\/sjoe.12420\">Intergenerational Income Mobility in Denmark and the United States<\/a>. Scand. J. of Economics, 123: 508\u2013531.<\/li>\r\n \t<li>Kenedi, G. und Sirugue, L. (2023). <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0047272723001561?dgcid=rss_sd_all\">Intergenerational Income Mobility in France: A Comparative and Geographic Analysis<\/a>. Journal of Public Economics 226, S. 1\u201319.<\/li>\r\n \t<li>Mazumder, B. (2008). <a href=\"http:\/\/www.jstor.org\/stable\/40344699\">Sibling Similarities and Economic Inequality in the US<\/a>. Journal of Population Economics, 21(3):685\u2013701. ISSN 09331433, 14321475.<\/li>\r\n \t<li>Schnitzlein, D. D. (2014). <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s00148-013-0468-6\">How Important is the Family? Evidence from Sibling Correlations in Permanent Earnings in the USA, Germany, and Denmark<\/a>. Journal of Population Economics, 27(1):69\u201389, 2014. ISSN 1432-1475. doi: 10.1007\/s00148-013-0468-6.<\/li>\r\n \t<li>Solon, G. (1999). <a href=\"https:\/\/EconPapers.repec.org\/RePEc:eee:labchp:3-29\">Intergenerational Mobility in the Labor Market<\/a>. In O. Ashenfelter and D. Card, editors, Handbook of Labor Economics, Volume 3, Part A, chapter 29, pages 1761\u20131800. Elsevier.<\/li>\r\n \t<li>Solon, G. (2017). What Do We Know So Far about Multigenerational Mobility? Economic Journal, 128(612):F340\u2013F352, 2018. ISSN 14680297.<\/li>\r\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Die Studie im Detail","kasten_box":"Basis unserer Analyse ist ein detaillierter Administrativdatensatz des Bundes, der \u00fcber 1,1 Millionen Personen umfasst und insgesamt anonymisierte Einkommensdaten von 23 Geburtskohorten (1966\u20131988) aus der AHV-Statistik enth\u00e4lt. Die Daten erlauben es, famili\u00e4re und individuelle Effekte pr\u00e4zise zu trennen, da sich \u00fcber die Volksz\u00e4hlungsdaten des Bundes (Statpop) Geschwister und deren Eltern verkn\u00fcpfen lassen. Mittels Geschwisterkorrelationen l\u00e4sst sich in einem ersten Schritt bestimmen, welcher Teil der totalen Einkommensunterschiede auf die famili\u00e4re Zugeh\u00f6rigkeit zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann. 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