{"id":206233,"date":"2025-02-04T07:00:21","date_gmt":"2025-02-04T06:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=206233"},"modified":"2025-02-04T11:22:13","modified_gmt":"2025-02-04T10:22:13","slug":"schweizer-handelsabhaengigkeiten-meist-unproblematisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2025\/02\/schweizer-handelsabhaengigkeiten-meist-unproblematisch\/","title":{"rendered":"Schweizer Handelsabh\u00e4ngigkeiten meist unproblematisch"},"content":{"rendered":"<p>Mit zunehmenden geopolitischen Spannungen wird auch die Handelspolitik wieder vermehrt genutzt, um andere L\u00e4nder unter Druck zu setzen. J\u00fcngst drohte etwa der wiedergekehrte US-Pr\u00e4sident Donald Trump, zur allf\u00e4lligen Annektierung des Panamakanals und Gr\u00f6nlands neben milit\u00e4rischen auch \u00f6konomische Mittel einzusetzen. Ganz generell basieren Handelssanktionen wie diejenigen gegen Russland darauf, \u00fcber bestehende Abh\u00e4ngigkeiten Druck auszu\u00fcben. Deshalb wollen viele Staaten solche Abh\u00e4ngigkeiten vermeiden.<\/p>\n<p>Vor einigen Jahren nahmen die EU<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> und die USA ihre Abh\u00e4ngigkeiten etwa bei Mikrochips oder Rohstoffen unter die Lupe. Auch die Schweiz hat infolge zweier Postulate aus dem Nationalrat ihre Handelsabh\u00e4ngigkeiten analysiert.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Der Bundesrat ver\u00f6ffentlichte dazu im Mai 2024 den Bericht \u00ab<a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-101096.html\">Handelsabh\u00e4ngigkeiten der Schweiz<\/a>\u00bb<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Nur wenige Abh\u00e4ngigkeiten f\u00fcr die Schweiz<\/h2>\n<p>Als Handelsabh\u00e4ngigkeiten werden G\u00fcter bewertet, die gleichzeitig nur aus zwei bis drei Herkunftsl\u00e4ndern importiert werden, von denen die Schweiz mehr importiert als exportiert und f\u00fcr die weltweit nur wenige alternative Bezugsquellen existieren. Von indirekten Abh\u00e4ngigkeiten spricht man dann, wenn die Abh\u00e4ngigkeiten bei vorgelagerten Produktionsschritten entlang der Wertsch\u00f6pfungskette auftreten, bevor die G\u00fcter in die Schweiz gelangen.<\/p>\n<p>Tendenziell nehmen diese Abh\u00e4ngigkeiten seit 2011 zu. Das gilt insbesondere f\u00fcr Importe aus China, etwa bei G\u00fctern wie Laptops oder Uhrengeh\u00e4usen aus unedlen Metallen. Doch insgesamt sind die Handelsabh\u00e4ngigkeiten der Schweiz \u00fcberschaubar und betreffen wertm\u00e4ssig weniger als 2 Prozent der Schweizer Warenimporte (siehe Abbildung 1).<\/p>\n<p>Konkret sind 195 G\u00fcter von Abh\u00e4ngigkeiten betroffen. Jedoch stuft der Bundesrat die allermeisten davon als unproblematisch ein (darunter etwa Blumen aus den Niederlanden, Regenschirme aus China oder Ahornsirup aus Kanada). Zwar fallen 18 der aufgelisteten G\u00fcter unter das Landesversorgungsgesetz, was bedeutet, dass sie zu einer Produktkategorie geh\u00f6ren, f\u00fcr die Pflichtlager gehalten werden. Allerdings werden diese G\u00fcter aus diversen L\u00e4ndern importiert und sind bei Bedarf gut substituierbar (z. B. Haseln\u00fcsse oder Kokosnuss\u00f6l).<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Handelsabh\u00e4ngigkeiten von China nehmen auf tiefem Niveau zu (2001\u20132021)<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"Lukaszuk_2-2025_Abb1_de\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#Lukaszuk_2-2025_Abb1_de').highcharts({\n    chart: {\n        type: 'area'\n    },\n    title: {\n        text: '',\n        align: 'left'\n    },\n    subtitle: {\n        text: '',\n        align: 'left'\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            useHTML: false,\n            text: 'Abh\u00e4ngigkeiten der Schweiz bei Importen aus Partnerland'\n        }, \n        labels: \n        {format: '{value}%'\n               \n            }, \n           \n\n    },\n    tooltip: {\n        shared: true,\n        headerFormat: '<span style=\"font-size:12px\"><b>{point.key}<\/b><\/span><br>',\n        pointFormat: '<span style=\"color:{series.color}\">{series.name}<\/span>: <b>{point.y:.2f}%<\/b><br\/>'\n    },\n    plotOptions: {\n        series: {\n            pointStart: 2001\n        },\n        area: {\n            stacking: 'normal',\n            lineColor: '#666666',\n            lineWidth: 0,\n            marker: {\n                enabled: false\n            }\n        }\n    },\n    legend: {\nreversed: true\n},\n    series: [{\n        name: 'China',\n        data: [0.02,0.03,0.03,0.04,0.05,0.07,0.19,0.05,0.13,0.18,0.22,0.28,0.77,0.82,0.85,0.86,0.73,0.72,0.82,1.3,0.91],\n        color: \"#655c99\"\n\n    },{\n        name: 'Deutschland',\n        data: [0.15,0.17,0.12,0.16,0.22,0.06,0.1,0.06,0.06,0.07,0.08,0.1,0.12,0.13,0.18,0.18,0.12,0.14,0.12,0.17,0.18],\n        color: \"#9c92bf\" \n         \n    },{\n        name: 'Niederlande',\n        data: [0.03,0.03,0.03,0.03,0.02,0.02,0.07,0.07,0.07,0.06,0.09,0.09,0.15,0.15,0.09,0.08,0.08,0.08,0.06,0.07,0.11],\n        color: \"#cdc5df\"\n\n    },{\n        name: 'Italien',\n        data: [0.07,0.05,0.06,0.08,0.08,0.07,0.08,0.04,0.04,0.04,0.09,0.13,0.12,0.07,0.07,0.08,0.06,0.05,0.05,0.06,0.05],\n        color: \"#bcd3d3\"\n    },{\n        name: 'Frankreich',\n        data: [0.14,0.16,0.16,0.15,0.14,0.13,0.15,0.02,0.02,0.02,0.03,0.02,0.03,0.02,0.02,0.03,0.03,0.03,0.03,0.04,0.03],\n        color: \"#7ea8a7\"\n\n    },{\n        name: 'Andere',\n        data: [0.23,0.21,0.26,0.21,0.31,0.23,0.28,0.2,0.3,0.27,0.3,0.3,0.41,0.41,0.32,0.37,0.35,0.29,0.26,0.3,0.26],\n        color: \"#327775\"\n\n    },  ]\n});\n\n\n\n});\n<\/script>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: UNO Comtrade \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<p>Nur 14 G\u00fcter betreffen kritische Infrastrukturen. Nennenswert sind dabei Laptops, die prim\u00e4r aus China importiert werden. Sie machen wertm\u00e4ssig die H\u00e4lfte der identifizierten Abh\u00e4ngigkeiten aus. Auch Flugkampfsimulatoren und Baukr\u00e4ne geh\u00f6ren dazu. Der Bericht zeigt zudem, dass die Schweizer Importe von in der Politik besonders h\u00e4ufig als kritisch eingestuften G\u00fctern wie Halbleitern oder Solarzellen relativ diversifiziert sind, auch wenn die indirekten Abh\u00e4ngigkeiten bei der Photovoltaik j\u00fcngst zugenommen haben.<\/p>\n<p>Im internationalen Vergleich weisen Deutschland, Frankreich und Italien leicht h\u00f6here Importanteile mit identifizierten Abh\u00e4ngigkeiten auf als die Schweiz \u2013 auch wenn Frankreichs und Italiens Handelsabh\u00e4ngigkeiten mit Ausnahme von 2020 stark gesunken sind. Bei unseren Nachbarl\u00e4ndern sind die Abh\u00e4ngigkeiten gegen\u00fcber China ebenfalls am ausgepr\u00e4gtesten \u2013 dies gilt vor allem f\u00fcr Deutschland und Frankreich.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Rahmenbedingungen statt Subventionen<\/h2>\n<p>Es sind auch Deutschland und Frankreich, die mit der Reduktion ihrer Handelsabh\u00e4ngigkeiten zunehmend versuchen, industriepolitische und protektionistische Massnahmen zu legitimieren. So sprach Deutschland etwa einen F\u00f6rderbeitrag von 10 Milliarden Euro f\u00fcr eine Chipfabrik des US-Halbleiterherstellers Intel in Magdeburg \u2013 das Projekt wurde \u00fcbrigens mittlerweile vom Konzern auf Eis gelegt. Frankreich hingegen setzte sich stark f\u00fcr Schutzz\u00f6lle gegen chinesische Elektrofahrzeuge ein, um die lokale Autoindustrie zu sch\u00fctzen. In der Schweiz entschied der Bundesrat im Mai 2024, auf eine solche vertikale Industriepolitik, die nur einzelnen Unternehmen und Branchen dient, auch in Zukunft zu verzichten.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Ihm zufolge f\u00fchren nicht wettbewerbsverzerrende Subventionen, sondern kontinuierliche Verbesserungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu einer nachhaltigen St\u00e4rkung des Wirtschaftsstandorts Schweiz. Denn diese erlauben letztlich auch eine langfristige Senkung der Produktionskosten von Unternehmen.<\/p>\n<p>Hingegen haben die milliardenschweren Subventionen f\u00fcr Batteriehersteller und die Schutzz\u00f6lle f\u00fcr Elektrofahrzeuge nicht nur negative Auswirkungen auf Steuergelder, Wohlfahrt und die langfristige Wettbewerbsf\u00e4higkeit einer Volkswirtschaft.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Oft wird vergessen, dass diese Abh\u00e4ngigkeiten nur vor\u00fcbergehend sind und allenfalls gar nicht mehr bestehen, wenn die staatlich gef\u00f6rderten Fehlinvestitionen erst einmal implementiert sind: In Deutschland oder Frankreich verschwindet die H\u00e4lfte der Abh\u00e4ngigkeiten nach rund zehn Jahren, in der Schweiz geschieht dies schon nach zwei bis f\u00fcnf Jahren. Die Schweizer Unternehmen scheinen sich demnach schneller an Lieferschwierigkeiten anzupassen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Probleme bei Analysen von Abh\u00e4ngigkeiten<\/h2>\n<p>Die Resultate solcher Abh\u00e4ngigkeitsanalysen, wie sie auch im Bericht des Bundesrats vorkommen, sind jedoch mit Vorsicht zu geniessen. Denn ihre Qualit\u00e4t ist stark von der G\u00fcte der Daten abh\u00e4ngig. Internationale Handelsdaten bei Heilmitteln beispielsweise sind zu aggregiert, um Abh\u00e4ngigkeiten zu identifizieren. Und auch auf Firmenniveau sind international vergleichbare Daten nur ungen\u00fcgend vorhanden, um indirekte Abh\u00e4ngigkeiten zu identifizieren.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Deshalb setzen etwa die USA oder die EU seit j\u00fcngster Zeit verst\u00e4rkt auf detaillierte Untersuchungen konkreter, politisch sensibler Sektoren. Doch auch solche Untersuchungen haben Nachteile. Sie sind mit einem sehr hohen Aufwand f\u00fcr die betroffenen Unternehmen verbunden, da die ben\u00f6tigten, granularen Daten erst erhoben werden m\u00fcssen. Zudem erlauben solche Erhebungen tiefgreifende staatliche Einblicke in die betroffenen Unternehmen, was unter anderem aus Datenschutzgr\u00fcnden problematisch ist. Und solche Analysen sind sehr schnell \u00fcberholt.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Unternehmen wissen am besten Bescheid<\/h2>\n<p>Aufgrund all dieser Unsicherheiten und M\u00e4ngel ist ein gutes Risikomanagement der Unternehmen umso wichtiger. Sie kennen ihre Lieferketten und ihre Abh\u00e4ngigkeiten von einzelnen Lieferanten am besten und k\u00f6nnen die Situation kompetent beurteilen. Unternehmen und Investoren sind auch am besten in der Lage, Lieferkettenst\u00f6rungen zeitnah zu identifizieren und sofort zu reagieren. Eine repr\u00e4sentative Umfrage im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) best\u00e4tigt dies. Schweizer Industrieunternehmen haben diverse Massnahmen infolge der letzten Krisenjahre implementiert, um ihre Resilienz zu st\u00e4rken. Dabei setzten sie vor allem auf eine Diversifizierung ihrer Zulieferer (siehe Abbildung 2).<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Schweizer Unternehmen diversifizieren Zulieferer und vergr\u00f6ssern Vorratshaltung (2021\u20132024)<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"Lukaszuk_2-2025_Abb2_de\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#Lukaszuk_2-2025_Abb2_de').highcharts({\n    chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    subtitle: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n        categories: [\n            '<b>Alle<\/b>','<10%','10-50%','50-90%','>90%','nicht absch\u00e4tzbar'     \n        ],\n        title: {\n            text: 'Exportanteil (gemessen am Umsatz)'\n     },\n        crosshair: true\n    },\n    yAxis: {\n        min: 0,\n        title: {\n            text: 'Anteil der befragten Unternehmen'\n     },  labels: {format: '{value}%'},\n    },\n    tooltip: {\n        headerFormat: '<span style=\"font-size:10px\">{point.key}<\/span><table>',\n        pointFormat: '<tr><td style=\"color:{series.color};padding:0\">{series.name}: <\/td>' +\n            '<td style=\"padding:0\"><b>{point.y:.1f}%<\/b><\/td><\/tr>',\n        footerFormat: '<\/table>',\n        shared: true,\n        useHTML: true\n    },\n    plotOptions: {\n        column: {\n            pointPadding: 0.1,\n            borderWidth: 0\n        }\n    },\n    series: [{\n        name: 'Diversifikation der Anbieter von Vorleistungen',\n        data: [45.69,39.51,50,63.29,67.57,29.41],color: '#327775'\n\n    }, {\n        name: 'Erh\u00f6hte Vorratshaltung',\n        data: [30.46,27.78,30.68,40.51,45.95,17.65],color: '#7ea8a7'\n   \n   }, {\n        name: 'R\u00fcckverlagerung eigener Aktivit\u00e4ten in die Schweiz',\n        data: [6.92,5.86,6.82,18.99,4.05,2.35],color: '#655c99'\n   \n   }, {\n        name: 'Sonstige Massnahmen',\n        data: [7.08,6.48,6.82,3.8,8.11,11.76],color: '\t#9c92bf'\n   }]\n});\n\n\n});\n<\/script>\n<div class=\"diagram-legend\">Anmerkung: Umfrage im Jahr 2024 im Auftrag des Seco. Befragt wurden 650 Unternehmen aus der Industrie.<\/div>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: Seco \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Staaten k\u00f6nnen subsidi\u00e4r unterst\u00fctzen<\/h2>\n<p>L\u00e4nder k\u00f6nnen diese unternehmerischen Massnahmen sinnvoll mit einer Lieferkettenpolitik erg\u00e4nzen (siehe Kasten). Einerseits indem sie die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Diversifizierungsm\u00f6glichkeiten ihrer Unternehmen schaffen. Aus Schweizer Perspektive sind hier etwa die Aufhebung der Industriez\u00f6lle per Januar 2024 oder die j\u00fcngst unterzeichneten Freihandelsabkommen mit Indien, Thailand und dem Kosovo zu erw\u00e4hnen. Neben solchen klassischen Massnahmen ist die Schweiz auch f\u00fcr neue internationale Initiativen zur St\u00e4rkung der Lieferketten offen.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Andererseits braucht es gezielte nationale Massnahmen. Denn allf\u00e4llige Abh\u00e4ngigkeiten bei gewissen G\u00fctern sind mit sicherheits- und versorgungspolitischen Risiken verbunden. Dies betrifft etwa lebenswichtige G\u00fcter wie Heil- und Nahrungsmittel sowie kritische Infrastruktur. Entsprechend unterst\u00fctzt der Bund die Massnahmen der Unternehmen subsidi\u00e4r, etwa mit der wirtschaftlichen Landesversorgung oder der nationalen Strategie zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Deshalb h\u00e4lt der Bundesrat etwa Pflichtlager<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> von lebenswichtigen G\u00fctern, er erarbeitet Kontingentierungspl\u00e4ne bei allf\u00e4lligen Verknappungen und unterst\u00fctzt die Cybersicherheit der kritischen Infrastruktur. Zudem wird etwa das Landesversorgungsgesetz aktuell revidiert.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Europ\u00e4ische Kommission (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Postulat <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20223405\">22.3405<\/a> der Sozialdemokratischen Fraktion und Postulat <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20233543\">23.3543<\/a> von Samira Marti.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Bundesrat (2024).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Siehe Medienmitteilung vom 22.5.2024: \u00ab<a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-101097.html\">Ausl\u00e4ndische Industriepolitik hat begrenzte Auswirkungen auf die Schweiz<\/a>\u00bb.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe Indergand (2023).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Siehe <a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/?p=206238&v\">Artikel<\/a> von Catherine Mac Leod in diesem Schwerpunkt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Siehe Bundesrat (2024), Kapitel 6.1.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Siehe dazu den <a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/?p=206158&v\">Artikel<\/a> von Lukas Rupper (Bundesamt f\u00fcr wirtschaftliche Landesversorgung) in diesem Schwerpunkt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit zunehmenden geopolitischen Spannungen wird auch die Handelspolitik wieder vermehrt genutzt, um andere L\u00e4nder unter Druck zu setzen. 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Mai.<\/li>\r\n \t<li>Indergand, Ronald (2023). <a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2023\/07\/brandgefaehrlicher-subventionswettlauf\/\">Brandgef\u00e4hrlicher Subventionswettlauf<\/a>. Die Volkswirtschaft, 14. Juli.<\/li>\r\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Lieferkettenpolitik der Schweiz","kasten_box":"\u00c4hnlich wie Grossbritannien oder Deutschland hat auch der Bundesrat in seinem Bericht \u00ab<a href=\"https:\/\/www.newsd.admin.ch\/newsd\/message\/attachments\/87745.pdf\">Handelsabh\u00e4ngigkeiten der Schweiz<\/a>\u00bb seine Lieferkettenpolitik definiert. Diese basiert auf zwei Prinzipien: Erstens erm\u00f6glichen horizontale Massnahmen wie die Aufhebung der Industriez\u00f6lle, die Anfang 2024 in Kraft getreten ist, den langfristigen Abbau von Handelsabh\u00e4ngigkeiten durch die Diversifizierung des Handels. Dies wird durch eine breite Palette an aussenwirtschaftspolitischen Massnahmen gem\u00e4ss der aktuellen Aussenwirtschaftsstrategie des Bundesrats angestrebt. Daf\u00fcr sollen etwa neue M\u00e4rkte erschlossen, der Schweizer Aussenhandel gef\u00f6rdert und der Dialog mit Handelspartnern gepflegt werden. Gem\u00e4ss dem zweiten Prinzip werden aktuelle Risiken durch gezielte sektorielle Massnahmen adressiert, wo der Bund hoheitliche Aufgaben erf\u00fcllt. Dies trifft insbesondere bei lebenswichtigen G\u00fctern oder Dienstleistungen bzw. kritischen Infrastrukturen zu. Im August 2024 k\u00fcndigte der Bundesrat etwa eine ganze Palette an Massnahmen an, um die anhaltenden Versorgungsengp\u00e4sse bei Arzneimitteln zu adressieren.a\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<sup>a<\/sup> Siehe Medienmitteilung vom 22. August 2024 \u00ab<a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-102159.html\">Bundesrat verst\u00e4rkt Massnahmen gegen Engp\u00e4sse bei den Arzneimitteln<\/a>\u00bb."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":"","main_focus":[206609,206617],"serie_email":"","frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[4306],"korrektor":5357,"planned_publication_date":"2025-02-04 06:00:21","original_files":null,"external_release_for_author":"20250204","external_release_for_author_time":"00:05:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/exedit\/67852bed89c0d"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/206233"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4972"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=206233"}],"version-history":[{"count":27,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/206233\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":206907,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/206233\/revisions\/206907"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5357"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4306"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4972"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/206617"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/206609"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/206742"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=206233"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=206233"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=206233"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=206233"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=206233"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=206233"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}