{"id":206957,"date":"2025-03-11T06:45:51","date_gmt":"2025-03-11T05:45:51","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=206957"},"modified":"2025-03-14T15:16:26","modified_gmt":"2025-03-14T14:16:26","slug":"schweizer-wirtschaft-profitiert-stark-von-direktinvestitionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2025\/03\/schweizer-wirtschaft-profitiert-stark-von-direktinvestitionen\/","title":{"rendered":"Schweizer Wirtschaft profitiert stark von Direktinvestitionen"},"content":{"rendered":"<p>Ein Schweizer Maschinenbauunternehmen er\u00f6ffnet eine neue Produktionsst\u00e4tte in Vietnam, um von g\u00fcnstigeren Arbeitskosten und der N\u00e4he zu asiatischen M\u00e4rkten zu profitieren. Ein US-Technologiekonzern kauft ein schweizerisches Start-up, das eine bahnbrechende Software f\u00fcr k\u00fcnstliche Intelligenz entwickelt hat. Das sind zwei Beispiele f\u00fcr Direktinvestitionen. Dabei handelt es sich um Investitionen, bei denen Kapital in ein Unternehmen oder in eine Verm\u00f6gensanlage in einem anderen Land eingebracht wird, um die Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit direkt und dauerhaft zu beeinflussen. Gem\u00e4ss der Definition der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> handelt es sich um Direktinvestitionen, wenn der Investor mindestens 10 Prozent der Stimmrechte an einem Unternehmen erwirbt. Im Unterschied zu Portfolioinvestitionen, die das passive Erwirtschaften von Ertr\u00e4gen durch beispielsweise den Kauf einzelner Aktien anstreben, zielen Direktinvestitionen auf strategische Steuerung, Marktzugang und Ressourcensicherung ab. Sowohl private als auch institutionelle Investoren k\u00f6nnen Direktinvestitionen t\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Direktinvestitionen bringen sowohl f\u00fcr die Herkunfts- als auch f\u00fcr die Empf\u00e4ngerl\u00e4nder volkswirtschaftliche Vorteile. F\u00fcr Herkunftsl\u00e4nder er\u00f6ffnen sie den Zugang zu strategisch wichtigen Ressourcen und erleichtern die Erschliessung neuer M\u00e4rkte. Sie st\u00e4rken ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit, indem sie ihre Produktion und ihre Lieferketten global optimieren. Ebenso k\u00f6nnen investierende Unternehmen durch die Standortvorteile in einem anderen Land h\u00f6here Gewinne erzielen und Steuern optimieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Empf\u00e4ngerl\u00e4nder f\u00f6rdern die ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen den Aufbau und die Modernisierung von Unternehmen und bringen oft auch technologische Innovationen und Know-how mit sich. Insgesamt f\u00f6rdern Direktinvestitionen die Produktivit\u00e4t und die Wirtschaftsdynamik im Empf\u00e4ngerland. Dies schafft neue Arbeitspl\u00e4tze, sowohl direkt in den investierten Unternehmen als auch indirekt in vor- und nachgelagerten Branchen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Die Schweiz ist ein attraktiver Investitionsstandort<\/h2>\n<p>Im Zuge der Globalisierung haben die Direktinvestitionen weltweit seit Mitte der 1990er-Jahre stark zugenommen. Die Schweiz hat sich in dieser Zeit zu einem der weltweit gr\u00f6ssten Herkunfts- und Empf\u00e4ngerl\u00e4nder von Direktinvestitionen entwickelt.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Dies l\u00e4sst sich insbesondere durch die Attraktivit\u00e4t der Schweiz f\u00fcr multinationale Unternehmen sowie f\u00fcr Finanz- und Holdinggesellschaften erkl\u00e4ren. Letztere haben die Entwicklung der Direktinvestitionen der Schweiz in den letzten Jahren stark gepr\u00e4gt (siehe Kasten). Ihre realwirtschaftlichen Effekte, beispielsweise auf die Besch\u00e4ftigung oder die Investitionen, sind jedoch weniger bedeutsam.<\/p>\n<p>Ohne Finanz- und Holdinggesellschaften sind die Direktinvestitionen der Schweiz zwischen 1985 und 2021 in beide Richtungen fast ununterbrochen angestiegen (siehe Abbildung 1). Zwischen 2022 und 2023 kam es zu einer gewissen Stabilisierung. Ausschlaggebend daf\u00fcr waren beispielsweise Bewertungsverluste im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg oder Konzernumstrukturierungen und f\u00fcr die Direktinvestitionen im Ausland auch die Aufwertung des Schweizer Frankens. Diese f\u00fchrten zu einem Wertverlust auf dem Kapitalbestand. 2023 beliefen sich die Direktinvestitionen ohne Finanz- und Holdinggesellschaften in der Schweiz auf 535 Milliarden Schweizer Franken und die Schweizer Direktinvestitionen im Ausland auf 809 Milliarden Schweizer Franken. Letzteres entspricht der H\u00f6he des nominalen Bruttoinlandprodukts in diesem Jahr.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Schweizer Direktinvestitionen ohne Finanz- und Holdinggesellschaften nehmen tendenziell zu (1985\u20132023)<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"FISCHER-POCHON_03-2025_ABB1_DE\"><\/div>\n<script>\n\n\n\n$(function () {\n    $('#FISCHER-POCHON_03-2025_ABB1_DE').highcharts({     \n\n chart: {\n        type: 'line'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    subtitle: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n    \n    title: {\n                text: ''\n            },\n        categories: [\n        \n1985,1986,1987,1988,1989,1990,1991,1992,1993,1994,1995,1996,1997,1998,1999,2000,2001,2002,2003,2004,2005,2006,2007,2008,2009,2010,2011,2012,2013,2014,2015,2016,2017,2018,2019,2020,2021,2022, 2023\n\n\n],\n\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: 'Kapitalbestand in Mrd. 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Deshalb haben viele schweizerische multinationale Unternehmen wie Novartis oder ABB ihren Hauptsitz in der Schweiz. Ebenso haben viele ausl\u00e4ndische multinationale Unternehmen wie Google oder Liebherr Niederlassungen in der Schweiz. Diese Unternehmen ziehen internationales Kapital an und investieren oftmals selbst \u00fcber Unternehmensbeteiligungen und Tochterunternehmen im Ausland.<\/p>\n<p>Die USA sind mit Abstand der gr\u00f6sste Partner der Schweiz f\u00fcr Direktinvestitionen. Sie machen rund 40 Prozent aus \u2013 sowohl als Herkunfts- wie auch als Empf\u00e4ngerland. Die EU folgt mit knapp \u00fcber 30 Prozent deutlich weiter hinten. Das grosse Gewicht der USA zeigt sich auch im Schweizer Aussenhandel: In den letzten 20 Jahren hat ihr Gewicht als Handelspartner stark zugenommen. Die USA sind der wichtigste Handelspartner im Bereich der Dienste und haben zudem im Jahr 2021 Deutschland als wichtigste Destination f\u00fcr Schweizer Warenexporte abgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Ein zentraler Grund daf\u00fcr ist der Boom des international stark verflochtenen Pharmasektors. Gerade auch in diesem Sektor sind zahlreiche multinationale Unternehmen mit Forschungs- und Produktionsstandorten sowohl in der Schweiz als auch in den USA t\u00e4tig. Somit tragen diese massgeblich zu den Direktinvestitionen in beide Richtungen bei. Das zeigt sich auch beim bilateralen Dienstleistungshandel im Bereich Forschung und Entwicklung sowie von Lizenzen und Patenten, der seit 2012 \u00fcberdurchschnittlich gewachsen ist.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Motor des Schweizer Wirtschaftswachstums<\/h2>\n<p>Welchen Effekt Direktinvestitionen auf die Realwirtschaft haben, ist schwer zu beziffern. Insbesondere Faktoren wie Technologietransfer oder Management-Know-how k\u00f6nnen kaum gemessen werden. F\u00fcr Schweizer Direktinvestitionen im Ausland lassen sich allerdings die Kapitalertr\u00e4ge heranziehen. Ein grosser Teil davon sind Dividenden, die sich positiv auf die Investitionen und den Konsum in der Schweiz auswirken k\u00f6nnen. Die Kapitalertr\u00e4ge sind in den letzten 25 Jahren stark gestiegen und erreichten 2023 \u2013 ohne Finanz- und Holdinggesellschaften \u2013 76 Milliarden Schweizer Franken.<\/p>\n<p>F\u00fcr Direktinvestitionen in der Schweiz geben Kennzahlen zu multinationalen Unternehmen in der Schweiz einen Anhaltspunkt.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> 2022 besch\u00e4ftigten ausl\u00e4ndisch kontrollierte multinationale Unternehmen rund 11 Prozent der Besch\u00e4ftigten, erzeugten aber knapp ein Viertel der gesamten Bruttowertsch\u00f6pfung in der Schweiz (Abbildung 2). Dieser Anteil steigt sogar auf 45 Prozent, wenn man zus\u00e4tzlich die schweizerisch beherrschten multinationalen Unternehmen ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Auch beim Wirtschaftswachstum leisten multinationale Unternehmen einen \u00fcberdurchschnittlichen Beitrag: Zwischen 2014 und 2022 wuchs die Bruttowertsch\u00f6pfung der ausl\u00e4ndisch beherrschten multinationalen Unternehmen um fast 8,9 Prozent pro Jahr \u2013 mehr als drei Mal so stark wie die der gesamten Wirtschaft. Zudem verzeichneten sie ein \u00fcberdurchschnittliches Besch\u00e4ftigungswachstum von 2,8 Prozent pro Jahr, w\u00e4hrend der schweizerische Durchschnitt bei 1,3 Prozent lag. Das vergleichsweise hohe Produktivit\u00e4tswachstum von multinationalen Unternehmen d\u00fcrfte in der Tendenz auch zu einem st\u00e4rkeren Lohnwachstum gef\u00fchrt und somit positiv zum hohen Schweizer Lohnniveau beigetragen haben.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Die multinationalen Unternehmen in der Schweiz tragen \u00fcberdurchschnittlich zum Wachstum der Bruttowertsch\u00f6pfung bei (2014\u20132022)<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"FISCHER-POCHON_03-2025_ABB2_DE\"><\/div>\n<script>\n\n\n\n$(function () {\n    $('#FISCHER-POCHON_03-2025_ABB2_DE').highcharts({     \n\n chart: {\n                type: 'column'\n            },\n    \n            title: {\n                text: ''\n            },\n    \n            xAxis: {\n                categories: ['Besch\u00e4ftigung','Bruttowertsch\u00f6pfung'], \n                 \n         \n                     labels: {\n         \n          style: {\n          \n            fontSize: '12px',\n            fontFamily: 'Helvetica'\n          }\n        }\n                     \n          },\n    \n            yAxis: {\n                allowDecimals: false,\n                title: {\n                    text: 'Durchschnittliches Jahreswachstum'\n                    },\nlabels: {format: '{value}%',\n},\n\n                stackLabels: {\n                    enabled: true,\n                    formatter: function() {\n                        return  this.stack;\n                    }\n                }\n            },\n    \n            tooltip: {\n                formatter: function() {\n                    return '<b>'+ this.x +'<\/b><br\/>'+\n                        this.series.name +': '+ this.y +'%<br\/>';\n\n                }\n            },\n    \n            plotOptions: {\n                column: {\n                    stacking: ''\n                },\n                 series: {\n            dataLabels: {\n                enabled: true\n            }\n        }\n            },\n    \n            series: [ {\n                name: 'Total Schweiz',\n        data: [1.3,2.4\n],\n             \n               \n                 color:\"#327775\"\n                \n                \n            }, {\n                name: 'Multinationale Unternehmen (inl\u00e4ndisch kontrolliert)',\n                data: [1.5,4.6\n],\n         \n                                color:\"#655c99\"\n                \n                \n            }, {\n                name: 'Multinationale Unternehmen (ausl\u00e4ndisch kontrolliert)',\n                data: [2.8,8.9\n],\n         \n                                color:\"#666666\"\n                \n                \n            }, \n            \n            ]\n             });\n\n});\n\n<\/script>\n<div class=\"diagram-legend\">Anmerkung: Der Bruttowertsch\u00f6pfungsanteil der inl\u00e4ndisch kontrollierten multinationalen Unternehmen betrug im Jahr 2022 21 Prozent, der Anteil der ausl\u00e4ndisch kontrollierten 24 Prozent. Bei der Besch\u00e4ftigung entfielen 18 Prozent auf die inl\u00e4ndisch kontrollierten multinationalen Unternehmen und 11 Prozent auf die ausl\u00e4ndisch kontrollierten.<\/div>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: Bundesamt f\u00fcr Statistik \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Steigende H\u00fcrden als Risikofaktor<\/h2>\n<p>In den letzten Jahren sind Direktinvestitionen zunehmend ins Visier politischer Entscheidungstr\u00e4ger geraten. Einerseits wurden national und international Steuerregimes angepasst, um die Nutzung von Direktinvestitionen zur Steueroptimierung einzuschr\u00e4nken (siehe Kasten). Andererseits haben viele L\u00e4nder neue Mechanismen zur Kontrolle und zur Regulierung von Direktinvestitionen eingef\u00fchrt, um die \u00f6ffentliche Ordnung und die nationale Sicherheit zu sch\u00fctzen. Auch die Schweiz diskutiert die Einf\u00fchrung einer Investitionskontrolle bei \u00dcbernahmen heimischer Unternehmen durch ausl\u00e4ndische Investoren. <a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko, dass sich Direktinvestitionen k\u00fcnftig auf internationaler Ebene weniger dynamisch entwickeln als in der Vergangenheit \u2013 mit entsprechend negativen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe OECD (2009).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe IWF (2025).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Diese Daten beinhalten auch Finanz- und Holdinggesellschaften.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Siehe <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20230086\">Investitionspr\u00fcfgesetz<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Schweizer Maschinenbauunternehmen er\u00f6ffnet eine neue Produktionsst\u00e4tte in Vietnam, um von g\u00fcnstigeren Arbeitskosten und der N\u00e4he zu asiatischen M\u00e4rkten zu profitieren. 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IMF Data Portal, Coordinated Direct Investment Surveys. <a href=\"https:\/\/data.imf.org\/?sk=40313609-f037-48c1-84b1-e1f1ce54d6d5\">Coordinated Direct Investment Survey \u2013 CDIS Home \u2013 IMF Data.<\/a><\/li>\r\n \t<li class=\"content-copy\">OECD (2009).\u00a0<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1787\/9789264045743-en\">OECD Benchmark Definition of Foreign Direct Investment 2008<\/a>: Fourth Edition, OECD Publishing, Paris.<\/li>\r\n \t<li class=\"content-copy\">SNB (2016, 2021). Bericht \u00fcber die Direktinvestitionen. <a href=\"https:\/\/www.snb.ch\/de\/the-snb\/mandates-goals\/statistics\/statistics-pub\/direct-investments#t020\">Direktinvestitionen<\/a>.<\/li>\r\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Direktinvestitionen zur Steueroptimierung","kasten_box":"Die Schweiz ist seit vielen Jahren ein attraktiver Standort f\u00fcr Finanz- und Holdinggesellschaften. Bei Direktinvestitionen \u00fcber solche Gesellschaften steht h\u00e4ufig die Steueroptimierung von multinationalen Unternehmen im Fokus. In diesen F\u00e4llen verlagern multinationale Unternehmen Kapital zwischen ihren Konzerngesellschaften und richten sich dabei an den unterschiedlichen rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen der einzelnen L\u00e4nder aus.<sup>A<\/sup> Der starke Anstieg zwischen 2015 und 2017 um mehr als ein Drittel sowohl der Schweizer Direktinvestitionen im Ausland als insbesondere auch der ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen in der Schweiz ist auf Finanz- und Holdinggesellschaften zur\u00fcckzuf\u00fchren (siehe Abbildung 1).\r\n\r\nSeit 2018 wurden internationale Steuerregimes revidiert und damit unter anderem die Vorteile von Holdingstrukturen zur Steueroptimierung beschr\u00e4nkt.<sup>B<\/sup> Diese d\u00fcrften international zu Konzernrestrukturierungen und Kapitalverschiebungen gef\u00fchrt haben und einen Teil des R\u00fcckgangs der Direktinvestitionen der Schweiz nach 2018 erkl\u00e4ren. Davon waren auch andere Holdingstandorte wie beispielsweise Luxemburg oder die Niederlande betroffen.\r\n\r\n<sup>A<\/sup> Siehe SNB (2016, 2021).\r\n\r\n<sup>B<\/sup> Die wichtigsten Massnahmen betreffen die USA (Tax and Jobs Act, 2018), die Schweiz (Steuerreform und die AHV-Finanzierung Staf, 2020) und die OECD\/G20-Mindestbesteuerung: Zahlreiche OECD-Mitglieder, darunter die Schweiz, haben diese 2024 eingef\u00fchrt. Einige gr\u00f6ssere Mitglieder wie die USA verzichten vorerst darauf."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":"","main_focus":[207457,207460],"serie_email":"","frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[9757],"korrektor":5357,"planned_publication_date":"2025-03-11 05:45:51","original_files":null,"external_release_for_author":"20250310","external_release_for_author_time":"00:04:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/exedit\/67a490ffc7df3"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/206957"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3859"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=206957"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/206957\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":208146,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/206957\/revisions\/208146"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5357"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9757"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4190"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3859"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/207460"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/207457"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/207957"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=206957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=206957"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=206957"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=206957"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=206957"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=206957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}