{"id":208055,"date":"2025-03-25T07:00:05","date_gmt":"2025-03-25T06:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=208055"},"modified":"2025-03-25T11:40:45","modified_gmt":"2025-03-25T10:40:45","slug":"betongold-bleibt-attraktiv-wie-lange-noch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2025\/03\/betongold-bleibt-attraktiv-wie-lange-noch\/","title":{"rendered":"Betongold bleibt attraktiv. Wie lange noch?"},"content":{"rendered":"<div class=\"content-copy-questions\">Seit Jahren steigen die Immobilienpreise fast ununterbrochen. Ist der Peak erreicht?<\/div>\n<p>Ich gehe davon aus, dass die Preise auch in den n\u00e4chsten Jahren moderat steigen werden. Selbstverst\u00e4ndlich gibt es wirtschaftliche und geopolitische Risiken, die R\u00fcckschl\u00e4ge ausl\u00f6sen k\u00f6nnten. Doch die Schweiz steht im europ\u00e4ischen Vergleich gut da: Die Wirtschaft w\u00e4chst, auch kraftkraftbereinigt. Zudem ist die Produktivit\u00e4t hoch und der Franken stabil.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Befinden wir uns in einer Immobilienblase?<\/div>\n<p>Nein, wir haben heute eine andere Situation als in den Neunzigerjahren. Damals gab es eine Blase aufgrund einer lockeren Geldpolitik, einer grossz\u00fcgigeren Kreditvergabe durch die Banken und einer hohen Nachfrage ausl\u00e4ndischer Investoren. In St\u00e4dten wie Z\u00fcrich oder Lausanne sowie in einigen Regionen in Graub\u00fcnden ist der Markt momentan zwar \u00fcberhitzt. Im Wesentlichen lassen sich die Immobilienpreise jedoch fundamental mit einem starken Bev\u00f6lkerungswachstum begr\u00fcnden. Zudem hat die strengere Regulierung der Banken in den letzten Jahren eher bremsend auf die Preisentwicklung gewirkt.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Entwickeln sich die Preise von Wohn- und Gesch\u00e4ftsliegenschaften unterschiedlich?<\/div>\n<p>Gesch\u00e4ftsliegenschaften sind volatiler und haben durchschnittlich h\u00f6here Leerstandsraten als Wohnliegenschaften. In den letzten zw\u00f6lf Monaten stiegen die Preise von Renditeliegenschaften, aber bis zu zwei Drittel weniger stark als bei Wohnliegenschaften. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind Makrotrends wie Homeoffice, Onlinehandel, Urbanisierung und Wohnungsmangel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Bauen ist derzeit zu teuer.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Hat der schwindende Homeoffice-Trend einen Einfluss auf die Preise von B\u00fcroliegenschaften?<\/div>\n<p>Ja, aber nur begrenzt. Die Nachfrage steigt leicht, was die Preise stabilisiert. Viele Unternehmen setzen jedoch auf hybride Modelle, was den Bedarf an Co-Working-Spaces erh\u00f6ht. Zudem gewinnt Nachhaltigkeit an Bedeutung. Der Markt teilt sich zunehmend in energieeffiziente und \u00e4ltere, unsanierte Geb\u00e4ude. W\u00e4hrend moderne B\u00fcros an zentraler Lage begehrt sind, wird die Vermietung \u00e4lterer Objekte ausserhalb der Toplagen immer schwieriger. Dies schl\u00e4gt sich auch in den Preisen nieder, das heisst, Investoren sind bereit, h\u00f6here Preise f\u00fcr nachhaltige Geb\u00e4ude zu bezahlen. Dieser Trend d\u00fcrfte sich verst\u00e4rken, wenn soziale Kriterien wichtiger werden, die sich am Mehrwert eines Geb\u00e4udes f\u00fcr die Allgemeinheit und der Qualit\u00e4tssteigerung f\u00fcr die Nachbarschaft orientieren.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Warum wird trotz hoher Nachfrage nicht mehr gebaut?<\/div>\n<p>Bauen ist derzeit zu teuer. Die Finanzierungs- und Baukosten sind stark gestiegen \u2013 unter anderem wegen Lieferkettenproblemen und teuren Materials wie zum Beispiel Holz. Zudem treiben strenge Bauvorschriften und hohe Energiestandards die Kosten weiter nach oben. Diese Faktoren machen viele Bauprojekte unrentabel. H\u00f6here Mieten w\u00e4ren n\u00f6tig, lassen sich aber oft nicht durchsetzen, besonders in Randlagen und auf dem Land, wo die Nachfrage geringer ist.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\">Seit dem H\u00f6chststand Ende 2022 haben sich die Zinsen fast halbiert. Wie sieht Ihre Prognose f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre aus?<\/div>\n<p>Kurzfristig k\u00f6nnte es noch eine leichte Zinssenkung geben. Mittelfristig erwarte ich eher eine Seitw\u00e4rtsbewegung oder eine R\u00fcckkehr des Leitzinses zum neutralen Zinssatz von einem Prozent \u2013 auf diesem Niveau wird die Wirtschaft weder angekurbelt noch gebremst. Allerdings orientieren sich die langfristigen Finanzierungszinss\u00e4tze an den Renditen der Anleihenm\u00e4rkte. Daher wird eine Senkung des kurzfristigen Leitzinses der Schweizerischen Nationalbank nicht direkt zu niedrigeren Finanzierungskosten auf dem Immobilienmarkt f\u00fchren.<\/p>\n<p><em>Interview: \u00abDie Volkswirtschaft\u00bb<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Jahren steigen die Immobilienpreise fast ununterbrochen. Ist der Peak erreicht? Ich gehe davon aus, dass die Preise auch in den n\u00e4chsten Jahren moderat steigen werden. Selbstverst\u00e4ndlich gibt es wirtschaftliche und geopolitische Risiken, die R\u00fcckschl\u00e4ge ausl\u00f6sen k\u00f6nnten. Doch die Schweiz steht im europ\u00e4ischen Vergleich gut da: Die Wirtschaft w\u00e4chst, auch kraftkraftbereinigt. 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