{"id":211177,"date":"2025-08-05T05:00:21","date_gmt":"2025-08-05T03:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=211177"},"modified":"2025-09-04T17:42:51","modified_gmt":"2025-09-04T15:42:51","slug":"deutschland-lockert-seine-schuldenbremse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2025\/08\/deutschland-lockert-seine-schuldenbremse\/","title":{"rendered":"Deutschland lockert seine Schuldenbremse"},"content":{"rendered":"<p>Nach der Bundestagswahl Ende Februar 2025 beurteilte Friedrich Merz die sicherheits- und finanzpolitische Lage Deutschlands neu. Ausl\u00f6ser daf\u00fcr waren die geopolitischen Entwicklungen und insbesondere die ver\u00e4nderte Haltung der USA zur internationalen Sicherheitsordnung. Dies f\u00fchrte zu einem Richtungswechsel in der deutschen Finanzpolitik: Die Regierung beschloss eine Lockerung der Schuldenbremse f\u00fcr Verteidigungsausgaben und die Einrichtung eines Sonderverm\u00f6gens f\u00fcr Infrastruktur. Damit sollen einerseits Landes- und B\u00fcndnisverteidigung gest\u00e4rkt und andererseits deutlich mehr in die Infrastruktur investiert werden. Zudem sollen die Bundesl\u00e4nder und Kommunen gest\u00e4rkt werden. Insgesamt sollen die damit verbundenen Investitionen das Wachstumspotenzial der stagnierenden deutschen Wirtschaft langfristig erh\u00f6hen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Richtungswechsel in der deutschen Finanzpolitik<\/h2>\n<p>Zentrales Element des Richtungswechsels in der Finanzpolitik ist die Reform der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse. Mit der Reform sind neu Ausgaben f\u00fcr die Verteidigung, die 1 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) \u00fcberschreiten, von der Schuldenbremse ausgenommen. Zudem d\u00fcrfen neu auch die L\u00e4nder eine strukturelle \u2013 also eine um die konjunkturelle Entwicklung bereinigte \u2013 Nettoneuverschuldung von 0,35\u202fProzent des Bruttoinlandprodukts t\u00e4tigen. Bisher war das nur f\u00fcr den Bund m\u00f6glich.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich wurde ein Sonderverm\u00f6gen in der H\u00f6he von 500 Milliarden Euro \u00fcber eine Laufzeit von zw\u00f6lf Jahren f\u00fcr die Infrastruktur beschlossen. Diese zus\u00e4tzliche Kreditfinanzierung soll den Ausbau und die Erneuerung der Verkehrswege und der Energieinfrastruktur erm\u00f6glichen. Auch sollen damit Digitalisierung und Forschung vorangetrieben sowie in Gesundheit, Betreuung und Bildung investiert werden. Von den 500 Milliarden Euro gehen 100\u202fMilliarden direkt an Bundesl\u00e4nder und Kommunen, weitere 100\u202fMilliarden in den Klima- und Transformationsfonds, um das Ziel der Klimaneutralit\u00e4t bis 2045 zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Diese Entscheide erweitern den finanziellen Spielraum Deutschlands erheblich: K\u00fcnftig kann der Bund die j\u00e4hrlichen \u00f6ffentlichen Ausgaben um bis zu 4 Prozent des BIP erh\u00f6hen. Das hat voraussichtlich auch Auswirkungen auf die Schuldenquote \u2013 also die Staatsschulden im Verh\u00e4ltnis zur gesamten Wirtschaftsleistung eines Landes (BIP).<\/p>\n<p>Seit der Einf\u00fchrung der Schuldenbremse f\u00fcr das Budgetjahr 2011 ist die Schuldenquote Deutschlands von 80 Prozent des BIP auf 62,5 Prozent im Jahr 2024 gesunken (siehe Abbildung). Gem\u00e4ss Expertensch\u00e4tzungen k\u00f6nnte sie aufgrund der Reform bis 2030 auf rund 70 bis 90\u202fProzent ansteigen \u2013 je nachdem, wie stark Deutschland den neuen fiskalischen Spielraum aussch\u00f6pft und wie stark die Wirtschaft w\u00e4chst.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Denn insbesondere h\u00f6here Verteidigungsausgaben k\u00f6nnen das Wirtschaftswachstum positiv beeinflussen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Die Verschuldung Deutschlands k\u00f6nnte bis auf 90 Prozent des BIP ansteigen<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"BR\u00c4NDLE-LERCH-SCHMASSMANN_08-2025_DE\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    Highcharts.chart('BR\u00c4NDLE-LERCH-SCHMASSMANN_08-2025_DE', {\n   chart: { type: 'column' },\n    title: { text: '' },\n\n    xAxis: {\n      categories: ['2011', '2024', '2030'],\n      crosshair: true\n    },\n    yAxis: {\n      min: 0,\n      max: 100,\n      reversedStacks: false, \/\/ <\u2014 sorgt daf\u00fcr, dass die 2. 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Es herrscht weitestgehend Konsens \u00fcber den Investitionsbedarf und die sicherheitspolitischen Herausforderungen, die kreditfinanzierte Mehrausgaben rechtfertigen. So begr\u00fcssen renommierte Institute wie das Deutsche Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung und das Kiel Institut f\u00fcr Weltwirtschaft den finanzpolitischen Richtungswechsel.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Zus\u00e4tzliche Verteidigungsausgaben k\u00f6nnen die Wirtschaft kurzfristig ankurbeln und gleichzeitig das langfristige Wirtschaftswachstum st\u00e4rken \u2013 sofern sie auch in Forschung und Entwicklung zukunftsgerichteter Technologien fliessen.<\/p>\n<p>Die Kritik an der Reform der Schuldenbremse und dem neuen Sonderverm\u00f6gen bezieht sich vor allem auf deren Ausgestaltung und die langfristigen fiskalischen Auswirkungen. So wird kritisiert, dass verbindliche Vorgaben fehlen, um zu vermeiden, dass Kernaufgaben des Staats \u2013 wie Verteidigung und \u00f6ffentliche Investitionen \u2013 dauerhaft mit Schulden finanziert werden. Auch fehlt es an Vorkehrungen, um sicherzustellen, dass die zus\u00e4tzlichen Mittel gezielt und in Abgrenzung zum regul\u00e4ren Haushalt verwendet werden.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Die M\u00f6glichkeit einer unbegrenzten Schuldenfinanzierung f\u00fcr Verteidigungsausgaben sendet zwar ein glaubw\u00fcrdiges Signal zur St\u00e4rkung der Verteidigungsf\u00e4higkeit, sie senkt jedoch zugleich Anreize f\u00fcr einen effizienten Mitteleinsatz. Hinzu kommen Bedenken, dass aufgrund der schuldenfinanzierten wirtschaftlichen Impulse wichtige strukturelle Reformen in Bereichen wie B\u00fcrokratieabbau, Altersvorsorge und Gesundheitswesen nur z\u00f6gerlich angegangen werden.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Zudem d\u00fcrfte die steigende Anzahl an Sonderverm\u00f6gen die Budgettransparenz senken und somit die parlamentarische Budgetkontrolle erschweren.<\/p>\n<p>International wurde die finanzpolitische Wende mehrheitlich begr\u00fcsst.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Erhofft werden positive Wachstumsimpulse f\u00fcr die stagnierende deutsche Wirtschaft, welche auch auf Europa \u2013 inklusive der Schweiz \u2013 wirken k\u00f6nnten. Auch die Finanzm\u00e4rkte reagierten grunds\u00e4tzlich positiv. Trotz der zu erwartenden h\u00f6heren Staatsverschuldung sieht der Kapitalmarkt kein erh\u00f6htes Kreditausfallrisiko f\u00fcr Deutschland.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">EU-Fiskalregeln sind strenger<\/h2>\n<p>Deutschland hat \u00fcber einen langen Zeitraum als fiskalischer Stabilit\u00e4tsanker in der EU gewirkt. Der Richtungswechsel k\u00f6nnte jedoch die finanzpolitische Disziplin in Deutschland schw\u00e4chen, die seit der Einf\u00fchrung der Schuldenbremse vorherrschte. Auch k\u00f6nnten die erst k\u00fcrzlich reformierten EU-Fiskalregeln<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> an Glaubw\u00fcrdigkeit verlieren. Denn die Reform hat zur Folge, dass nun die Schuldenbremse weniger streng ist als die EU-Fiskalregeln.<\/p>\n<p>Seit M\u00e4rz 2025 k\u00f6nnen die EU-L\u00e4nder eine nationale Ausweichklausel beantragen, welche die EU-Fiskalregeln tempor\u00e4r lockert. Diese Ausweichklausel erlaubt, zus\u00e4tzliche Verteidigungsausgaben in den kommenden vier Jahren im Umfang von maximal 1,5 Prozent des BIP mit Krediten zu finanzieren. Allerdings strapaziert die Reform in Deutschland, gerade auch wegen der neuen Verschuldungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Bundesl\u00e4nder und das Sonderverm\u00f6gen, die EU-Fiskalregeln erheblich, selbst unter Anrufung der nationalen Ausweichklausel.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Wenn Deutschland als gr\u00f6sstes EU-Land die gemeinsamen Fiskalregeln nicht einh\u00e4lt, k\u00f6nnten sie auch in anderen Mitgliedsstaaten an Bindungskraft verlieren.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Zweifel an der Schuldentragf\u00e4higkeit einzelner Staaten und ein finanzpolitisch weniger diszipliniertes Deutschland bergen Risiken f\u00fcr die Finanz- und Preisstabilit\u00e4t der Eurozone und damit auch f\u00fcr die Schweiz, die wirtschaftlich eng mit der EU verflochten ist.<\/p>\n<p>Der finanzpolitische Richtungswechsel in Deutschland kann auch in der Schweiz vermehrt Diskussionen \u00fcber eine Lockerung der hiesigen Schuldenbremse ausl\u00f6sen.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a> Es gibt jedoch verschiedene Gr\u00fcnde, die gegen eine Lockerung sprechen. Erstens besteht in der Schweiz \u2013 anders als in Deutschland \u2013 kein offensichtlicher Nachholbedarf bei der \u00f6ffentlichen Infrastruktur. Zweitens sollen steigende Verteidigungsausgaben nicht durch neue Schulden finanziert werden. Drittens hat sich die Schuldenbremse seit ihrer Einf\u00fchrung 2003 bew\u00e4hrt. Sie ist politisch breit abgest\u00fctzt, hat zu einer Reduktion der Schuldenquote gef\u00fchrt und den Budgetprozess verbessert. Ausgeglichene Haushalte und eine niedrige Schuldenquote schaffen finanzpolitischen Spielraum f\u00fcr Krisenzeiten.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Anders als die deutsche Schuldenbremse strebt die schweizerische Schuldenbremse einen mittelfristig ausgeglichenen Haushalt an. Damit zielt sie auf eine Stabilisierung der nominalen Schulden. Sie ist damit strenger als die deutsche Schuldenbremse.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe beispielsweise Bruegel (2025), B\u00fcttner (2025), IfW Kiel (2025), SVR (2025), Feld, Grimm und Wieland (2025) sowie ZEW (2025).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Deutsches Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (2025) und Kiel Institut f\u00fcr Weltwirtschaft (2025).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Siehe Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung (2025).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe Ifo Institut (2025).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Siehe Bruegel (2025), Oxford Economics (2025) und Internationaler W\u00e4hrungsfonds (2025).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Siehe <a href=\"https:\/\/economy-finance.ec.europa.eu\/economic-and-fiscal-governance_en\">Economic and Fiscal Governance \u2013 European Commission.<\/a>&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Siehe B\u00fcttner (2025).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Siehe Feld et al. (2025).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Siehe zum Beispiel <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20253408\">Motion Addor 25.3408.<\/a>&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Bundestagswahl Ende Februar 2025 beurteilte Friedrich Merz die sicherheits- und finanzpolitische Lage Deutschlands neu. Ausl\u00f6ser daf\u00fcr waren die geopolitischen Entwicklungen und insbesondere die ver\u00e4nderte Haltung der USA zur internationalen Sicherheitsordnung. 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(2025). <a href=\"https:\/\/www.wirtschaftsdienst.eu\/inhalt\/jahr\/2025\/heft\/4\/beitrag\/gelockerte-schuldenbremse-einhaltung-der-eufiskalregeln-wird-wieder-zur-herausforderung.html\">Gelockerte Schuldenbremse: Einhaltung der EU-Fiskalregeln wird wieder zur Herausforderung<\/a>.\u00a0Wirtschaftsdienst,\u00a04, 282.<\/li>\r\n \t<li class=\"content-copy\">Deutsches Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung \u2013 DIW (2025). <a href=\"https:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.940089.de\/publikationen\/diw_aktuell\/2025_0111\/sondervermoegen_fuer_infrastruktur__500-milliarden-euro-investitionspaket_wuerde_deutsche_wirtschaft_aus_der_krise_holen.html\">Sonderverm\u00f6gen f\u00fcr Infrastruktur: 500-Milliarden-Euro-Investitionspaket w\u00fcrde deutsche Wirtschaft aus der Krise holen<\/a>, 10. M\u00e4rz 2025.<\/li>\r\n \t<li class=\"content-copy\">Feld, L.P., V. Grimm und V. Wieland (2025), <a href=\"https:\/\/files.insm.de\/uploads\/2025\/02\/2025-02-20-Fuer-eine-echte-Wirtschaftswende-1.pdf\">F\u00fcr eine echte Wirtschaftswende<\/a>, INSM Studie, Wissenschaftliches Gutachten, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Berlin.<\/li>\r\n \t<li class=\"content-copy\">Ifo Institut (2025). <a href=\"https:\/\/www.ifo.de\/pressemitteilung\/2025-03-12\/strukturreformen-laut-oekonomen-wichtiger-als-schulden\">Strukturreformen laut \u00d6konomen wichtiger als Schulden f\u00fcr Infrastruktur<\/a>, 12. M\u00e4rz 2025.<\/li>\r\n \t<li class=\"content-copy\">Internationaler W\u00e4hrungsfonds \u2013 IWF (2025). <a href=\"https:\/\/www.imf.org\/en\/News\/Articles\/2025\/04\/25\/tr-04252025-eur-press-briefing-transcript\">Regional Economic Outlook for Europe<\/a>, 25. April 2025.<\/li>\r\n \t<li class=\"content-copy\">Kiel Institut f\u00fcr Weltwirtschaft \u2013 IfW Kiel (2025). <a href=\"https:\/\/www.piie.com\/events\/2025\/real-turning-point-germany-economic-and-security-implications-merz-chancellorship\">The Real Turning Point for Germany: Economic and Security Implications of the Merz Chancellorship<\/a>, Vortrag des Pr\u00e4sidenten des IfW Kiel, Moritz Schularick, am Peterson Institute for International Economics, 2. April 2025.<\/li>\r\n \t<li class=\"content-copy\">Oxford Economics (2025). Germany: Paradigm Shift in Fiscal Policy Lifts the Growth Outlook. Research Briefing, 20. M\u00e4rz 2025.<\/li>\r\n \t<li class=\"content-copy\">Sachverst\u00e4ndigenrat (SVR) zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (2025). <a href=\"https:\/\/www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de\/fruehjahrsgutachten-2025.html\">Fr\u00fchjahrsgutachten 2025<\/a>, 21. Mai 2025.<\/li>\r\n \t<li class=\"content-copy\">Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung \u2013 ZEW (2025). <a href=\"https:\/\/www.zew.de\/presse\/pressearchiv\/zew-oekonom-friedrich-heinemann-zur-reform-der-schuldenbremse\">ZEW-\u00d6konom Friedrich Heinemann zur Reform der Schuldenbremse<\/a>, 14. M\u00e4rz, 2025.<\/li>\r\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":"","main_focus":"","serie_email":"","frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[9757],"korrektor":5357,"planned_publication_date":"2025-08-05 03:00:21","original_files":null,"external_release_for_author":"20250731","external_release_for_author_time":"00:04:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/exedit\/68b9b298f28ec"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211177"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4141"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=211177"}],"version-history":[{"count":26,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":213666,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211177\/revisions\/213666"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5357"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9757"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10189"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11986"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4141"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/212808"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=211177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=211177"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=211177"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=211177"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=211177"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=211177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}