{"id":211183,"date":"2025-09-04T07:00:37","date_gmt":"2025-09-04T05:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=211183"},"modified":"2025-09-04T16:23:42","modified_gmt":"2025-09-04T14:23:42","slug":"warum-die-gesundheitsausgaben-steigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2025\/09\/warum-die-gesundheitsausgaben-steigen\/","title":{"rendered":"Warum die Gesundheitsausgaben steigen"},"content":{"rendered":"<p>Ende September ist es wieder so weit: Die Pr\u00e4mien f\u00fcr das kommende Jahr werden kommuniziert. Wer die neue Pr\u00e4mie sieht, zuckt vielleicht zusammen. Schon wieder ein Anstieg. So z\u00e4hlt der Kostenanstieg im Gesundheitswesen gem\u00e4ss <a href=\"https:\/\/www.ubs.com\/global\/de\/media\/display-page-ndp\/de-20241212-worry-barometer-2024.html\">UBS-Sorgenbarometer<\/a> zu den gr\u00f6ssten Sorgen der Bev\u00f6lkerung. Zwischen 1960 und 2022 haben sich die Gesundheitsausgaben pro Kopf inflationsbereinigt verf\u00fcnffacht: von weniger als 2000 Franken auf \u00fcber 10\u2019000 Franken (siehe Abbildung 1).<\/p>\n<p>Zu diesen Gesundheitsausgaben z\u00e4hlen medizinische Leistungen, die \u00fcber die obligatorische Krankenversicherung abgedeckt sind und sich in den Pr\u00e4mien niederschlagen. Hinzu kommen direkt von Privathaushalten finanzierte Leistungen sowie Beitr\u00e4ge der \u00f6ffentlichen Hand. Bund und Kantone tragen derzeit rund ein Drittel der gesamten Gesundheitsausgaben. Dazu geh\u00f6ren etwa Beitr\u00e4ge an station\u00e4re Behandlungen, die Langzeitpflege und die individuelle Pr\u00e4mienverbilligung. Wachsen die Gesundheitsausgaben \u00fcberproportional stark, geraten sowohl Pr\u00e4mienzahlende wie auch die \u00f6ffentlichen Finanzen zunehmend unter Druck.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Rege Reformt\u00e4tigkeit<\/h2>\n<p>Damit das Gesundheitssystem langfristig finanzierbar bleibt, muss das Ausgabenwachstum gebremst werden, ohne dass dies zu Qualit\u00e4tseinbussen f\u00fchrt. Im Jahr 2024 wurden drei Reformen im Gesundheitswesen beschlossen: die <a href=\"https:\/\/www.bag.admin.ch\/de\/anderung-von-kvg-und-kvv-vorgabe-von-kosten-und-qualitaetszielen-als-indirekter-gegenvorschlag-zur-kostenbremse-initiative\">Vorgabe von Kosten- und Qualit\u00e4tszielen<\/a>, die<a href=\"https:\/\/www.bag.admin.ch\/de\/anderung-des-kvg-praemienverbilligung-als-indirekter-gegenvorschlag-zur-praemien-entlastungs-initiative\"> Reform der kantonalen Finanzierung der Pr\u00e4mienverbilligungen<\/a> und die Reform<a href=\"https:\/\/www.bag.admin.ch\/de\/volksabstimmung-zur-anderung-des-bundesgesetzes-ueber-die-krankenversicherung-kvg-einheitliche-finanzierung-der-leistungen\"> zur einheitlichen Finanzierung der Gesundheitsleistungen (Efas)<\/a>. Hinzu kommen im Jahr 2025 die Verabschiedung eines neuen nationalen ambulanten Tarifsystems (Tardoc), das zus\u00e4tzlich ambulante Pauschalen erm\u00f6glicht, und das Kostend\u00e4mpfungspaket II mit 16 verschiedenen Massnahmen.<\/p>\n<p>F\u00fcr gezielte und wirksame Reformen ist es zentral, zu verstehen, welche Faktoren das Kostenwachstum im Gesundheitswesen antreiben. Die Eidgen\u00f6ssische Finanzverwaltung (EFV) ist dieser Frage mit einer <a href=\"https:\/\/www.efv.admin.ch\/dam\/efv\/de\/dokumente\/publikationen\/grundlagenarbeiten-wirtschaftspolitik\/langfristige-herausforderungen\/gesundheitsausgaben\/faktor-einfluss-gesundheitsausgaben-analyse-ch-1960-2022.pdf.download.pdf\/faktoren-beeinflussen-gesundheitsausgaben-CH-1960-2022.pdf\">Zeitreihenanalyse<\/a> f\u00fcr den Zeitraum 1960 bis 2022 nachgegangen.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Dies auch mit dem Ziel, die langfristigen Ausgabenprojektionen f\u00fcr das Gesundheitswesen, die bis Ende Jahr aktualisiert werden, besser zu fundieren.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Die EFV analysiert sowohl die m\u00f6glichen Kostentreiber der Nachfrage- als auch der Angebotsseite. Im Fokus der Analyse stehen die Rolle des wachsenden Einkommens der Bev\u00f6lkerung, die demografische Alterung sowie das geringere Produktivit\u00e4tswachstum im Gesundheitswesen im Vergleich zu anderen Branchen. Dar\u00fcber hinaus werden auch Indikatoren f\u00fcr die Sterblichkeit, die \u00c4rztedichte, die Zuwanderung und die Einkommensverteilung ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Die Gesundheitsausgaben sind inflationsbereinigt mehr als doppelt so stark gewachsen wie das Bruttoinlandprodukt pro Kopf (1960\u20132022)<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"LERCH-COLOMBIER-BRAENDLE_09-2025_ABB1_DE\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    Highcharts.chart('LERCH-COLOMBIER-BRAENDLE_09-2025_ABB1_DE', {\n        chart: {\n            type: 'line'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        xAxis: {\n            categories: [\n                1960,1961,1962,1963,1964,1965,1966,1967,1968,1969,1970,1971,1972,1973,1974,1975,1976,1977,1978,1979,\n                1980,1981,1982,1983,1984,1985,1986,1987,1988,1989,1990,1991,1992,1993,1994,1995,1996,1997,1998,1999,\n                2000,2001,2002,2003,2004,2005,2006,2007,2008,2009,2010,2011,2012,2013,2014,2015,2016,2017,2018,2019,\n                2020,2021,2022\n            ],\n            labels: {\n                rotation: -45\n            }\n        },\n        yAxis: [{\n            title: {\n                text: 'Gesundheitsausgaben pro Kopf (in Franken)'\n            },\n            labels: {\n                format: '{value:,.0f}',\n                style: {\n                    color: '#327775'\n                }\n            },\n            min: 0,\n            max: 11000,\n            tickPositions: [0, 1000, 2000, 3000, 4000, 5000, 6000, 7000, 8000, 9000, 10000, 11000],\n            startOnTick: false,\n            endOnTick: false\n        }, {\n            title: {\n                text: 'BIP pro Kopf (in Franken)'\n            },\n            labels: {\n                format: '{value:,.0f}',\n                style: {\n                    color: '#655c99'\n                }\n            },\n            min: 0,\n            max: 110000,\n            tickPositions: [0, 10000, 20000, 30000, 40000, 50000, 60000, 70000, 80000, 90000, 100000, 110000],\n            startOnTick: false,\n            endOnTick: false,\n            opposite: true\n        }],\n        tooltip: {\n            shared: true,\n            crosshairs: true,\n            formatter: function () {\n                let s = '<b>' + this.x + '<\/b><br>';\n                this.points.forEach(function (point) {\n                    s += point.series.name + ': ' + Highcharts.numberFormat(point.y, 0, '.', \"'\") + ' Franken<br>';\n                });\n                return s;\n            }\n        },\n        plotOptions: {\n            line: {\n                marker: {\n                    enabled: false\n                }\n            },\n            series: {\n                marker: {\n                    enabled: false\n                }\n            }\n        },\n        series: [{\n            name: 'Gesundheitsausgaben',\n            data: [\n                1655,1646,1646,1658,1709,1799,1985,2124,2230,2380,2534,2720,2764,2870,3078,3296,3420,3514,3530,3667,\n                3808,3921,3926,4140,4114,4221,4370,4512,4654,4824,4916,5191,5357,5366,5463,5587,5811,5944,6174,6334,\n                6475,6772,7011,7138,7344,7375,7265,7355,7557,7758,7830,7974,8163,8426,8587,8876,9144,9333,9350,9580,\n                9778,10227,10144\n            ],\n            color: '#327775',\n            yAxis: 0\n        }, {\n            name: 'BIP',\n            data: [\n                37193,39202,40052,41144,42522,43412,44066,44887,46023,47977,50580,52111,53424,54770,55252,51994,52136,53509,53682,54832,\n                56932,58125,57030,57149,58657,60544,61349,61932,63493,65710,67461,65981,65229,64556,64857,64734,64753,66058,67858,68658,\n                70976,71671,71047,70500,71908,73413,75926,78198,79378,76592,78256,78794,78881,79377,80257,80654,81428,81771,83493,83846,\n                81453,85190,86656\n            ],\n            color: '#655c99',\n            yAxis: 1\n        }]\n    });\n});\n<\/script>\n\n<div class=\"content-copy diagram-legend\">Anmerkung: Die Gesundheitsausgaben pro Kopf und das BIP pro Kopf sind in Franken zu Preisen von 2015 ausgewiesen.<\/div>\n<div class=\"content-copy diagram-legend\">Quelle: Eigene Berechnungen basierend auf Daten vom BFS \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Einkommenswachstum entscheidend<\/h2>\n<p>Ein zentraler Treiber der Gesundheitsausgaben ist das wachsende Einkommen. In der Analyse dient das Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Kopf als Messgr\u00f6sse daf\u00fcr. Die Literatur belegt einen positiven Zusammenhang zwischen einem wachsenden Einkommen und der Nachfrage nach Gesundheitsleistungen. Gleichzeitig hat das steigende Einkommen einen positiven Einfluss auf den medizinisch-technischen Fortschritt. Dieser tr\u00e4gt zur Entwicklung neuer Therapien bei, die unsere Lebensqualit\u00e4t verbessern und die Lebenserwartung erh\u00f6hen, jedoch h\u00e4ufig auch mit Mehrausgaben verbunden sind.<\/p>\n<p>Die Analyse untersucht, wie stark das Einkommenswachstum das Wachstum der Gesundheitsausgaben beeinflusst. Ein Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens um 1 Prozent geht mit einem Anstieg der Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben um 0,9 bis 1,3 Prozent einher. Das deutet darauf hin, dass die Gesundheitsausgaben \u00fcberproportional zum Einkommen steigen.<\/p>\n<p>Insgesamt legt die Analyse den Schluss nahe, dass rund die H\u00e4lfte des Ausgabenwachstums der letzten 60 Jahre auf das Einkommenswachstum zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Der medizinisch-technische Fortschritt d\u00fcrfte ein entscheidender Treiber gewesen sein.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Alterung treibt die Gesundheitsausgaben<\/h2>\n<p>Ein weiterer Grund f\u00fcr den Anstieg der Gesundheitsausgaben ist die demografische Alterung. Diese l\u00e4sst sich am Altersquotienten ablesen \u2013 dem Verh\u00e4ltnis der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen zur Bev\u00f6lkerung im erwerbsf\u00e4higen Alter. 1960 lag dieser Wert noch unter 0,2, 2024 betrug er \u00fcber 0,3. Gem\u00e4ss den Bev\u00f6lkerungsszenarien des Bundesamts f\u00fcr Statistik (BFS) d\u00fcrfte der Altersquotient in Zukunft weiter zunehmen. In den 2060er-Jahren wird auf zwei Personen im erwerbsf\u00e4higen Alter eine Person im Rentenalter kommen (siehe Abbildung 2).<\/p>\n<p>\u00c4ltere Menschen ben\u00f6tigen im Durchschnitt mehr medizinische Leistungen und haben einen h\u00f6heren Pflegebedarf. Das treibt die Nachfrage im Gesundheitswesen weiter an \u2013 mit entsprechendem Druck auf die Ausgaben. Laut Analyse erkl\u00e4rt die alternde Bev\u00f6lkerung im Zeitraum 1960\u20132022 rund 15\u202fProzent des Anstiegs der Gesundheitsausgaben. Dieser Anteil d\u00fcrfte k\u00fcnftig weiter zunehmen, vor allem, weil die geburtenstarken Jahrg\u00e4nge der Babyboomer-Generation ins Rentenalter kommen. Gem\u00e4ss dem BFS-Szenario altert die Schweizer Bev\u00f6lkerung bis 2036 etwa doppelt so schnell wie in den Jahren von 2037 bis 2060.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Im Jahr 2060 kommt auf zwei Personen im erwerbsf\u00e4higen Alter eine Person im Rentenalter<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"LERCH-COLOMBIER-BRAENDLE_09-2025_ABB2_DE\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n  Highcharts.chart('LERCH-COLOMBIER-BRAENDLE_09-2025_ABB2_DE', {\n    chart: { type: 'spline' },\n    title: { text: '' },\n    legend: { enabled: false },\n    xAxis: {\n      title: { text: '' },\n      labels: { rotation: -45 },\n      tickInterval: 5, \/\/ alle 5 Jahre Beschriftung\n      plotLines: [{\n        color: 'black',\n        width: 2,\n        value: 2024,\n        zIndex: 5,\n        label: {\n  text: 'Projektionen gem\u00e4ss BFS-Szenario ab 2025',\n  align: 'left',          \/\/ statt 'right'\n  verticalAlign: 'top',\n  rotation: 0,\n  textAlign: 'right',     \/\/ sorgt daf\u00fcr, dass der Text nach links ausgerichtet ist\n  style: { fontSize: '11px', color: 'black' },\n  x: -5,                  \/\/ leicht nach links verschieben\n  y: 10\n}\n      }]\n    },\n    yAxis: {\n      title: { text: 'Altersquotient' },\n      min: 0, max: 0.6, tickInterval: 0.05,\n      labels: {\n        format: '{value:.2f}' \/\/ immer zwei Nachkommastellen\n      }\n    },\n    tooltip: {\n      shared: true,\n      formatter: function () {\n        let s = '<b>' + this.x + '<\/b><br>';\n        this.points.forEach(function (point) {\n          s += point.series.name + ': ' + Highcharts.numberFormat(point.y, 4, '.', \"'\") + '<br>';\n        });\n        return s;\n      }\n    },\n    plotOptions: {\n      spline: { marker: { enabled: false }, lineWidth: 3 }\n    },\n    series: [\n      {\n        name: 'Altersquotient',\n        color: '#327775',\n        pointStart: 1960,\n        pointInterval: 1,\n        data: [\n          0.1728,0.1743,0.1747,0.1751,0.1777,0.1802,0.1833,0.1859,0.1876,0.1897,0.1946,0.1983,0.2017,0.2059,0.2098,0.2159,\n          0.2209,0.2256,0.2286,0.2312,0.2307,0.2293,0.2272,0.2257,0.2250,0.2265,0.2280,0.2289,0.2296,0.2302,0.2298,0.2293,\n          0.2300,0.2310,0.2326,0.2346,0.2369,0.2395,0.2417,0.2437,0.2457,0.2477,0.2477,0.2487,0.2505,0.2527,0.2562,0.2590,\n          0.2615,0.2652,0.2663,0.2708,0.2748,0.2785,0.2819,0.2848,0.2875,0.2912,0.2949,0.2988,0.3018,0.3065,0.3102,0.3180,\n          0.3386\n        ]\n      },\n      {\n        name: 'Altersquotient',\n        color: '#327775',\n        dashStyle: 'Dash',\n        pointStart: 2025,\n        pointInterval: 1,\n        data: [\n          0.3450,0.3519,0.3595,0.3677,0.3764,0.3842,0.3916,0.3980,0.4040,0.4093,0.4137,0.4177,0.4208,0.4232,0.4254,\n          0.4272,0.4287,0.4309,0.4332,0.4356,0.4385,0.4415,0.4446,0.4473,0.4503,0.4532,0.4564,0.4594,0.4631,0.4667,0.4706,\n          0.4743,0.4779,0.4808,0.4834,0.4859\n        ]\n      }\n    ]\n  });\n});\n<\/script>\n<div class=\"diagram-legend\">Anmerkung: Der Altersquotient berechnet sich aus dem Verh\u00e4ltnis der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen zur Bev\u00f6lkerung im erwerbsf\u00e4higen Alter. Ein Quotient von 0,5 bedeutet beispielsweise, dass auf zwei erwerbst\u00e4tige Personen eine Person im Rentenalter kommt.<\/div>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: Eigene Berechnungen basierend auf Daten des BFS \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Geringerer Produktivit\u00e4tsfortschritt im Gesundheitswesen<\/h2>\n<p>Die vergleichsweise geringe Produktivit\u00e4t im Gesundheitswesen ist ein weiterer Faktor, der das Wachstum der Gesundheitsausgaben beg\u00fcnstigt. Viele Bereiche, insbesondere die Langzeitpflege, sind sehr personalintensiv und profitieren deshalb weniger vom technischen Fortschritt als andere Wirtschaftssektoren. Um jedoch mit der \u00fcbrigen Wirtschaft Schritt zu halten und attraktiv zu bleiben, muss der Gesundheitssektor mittelfristig konkurrenzf\u00e4hige L\u00f6hne zahlen.<\/p>\n<p>Da die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen weniger stark auf steigende Preise reagiert, entsteht mehr Kostendruck als in anderen Sektoren. Dieser Mechanismus wird als Baumolsche Kostenkrankheit bezeichnet.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Auch in den Daten f\u00fcr die Schweiz gibt es Hinweise darauf. F\u00fcr andere untersuchte Einflussfaktoren wie die \u00c4rztedichte und die Zuwanderung ergibt sich hingegen kein eindeutiger Zusammenhang mit den Gesundheitsausgaben f\u00fcr diesen langen Betrachtungszeitraum.<\/p>\n<p>Insgesamt bieten die Ergebnisse dieser Zeitreihenanalyse eine fundierte Grundlage, um die strukturellen Kostentreiber im Gesundheitswesen der Schweiz der letzten 60 Jahre zu verstehen. Die Ergebnisse sind zudem hilfreich, um die Annahmen f\u00fcr die langfristigen Ausgabenprojektionen f\u00fcr das Gesundheitswesen der Schweiz besser zu begr\u00fcnden.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Die Grundlage f\u00fcr diesen Artikel bildet der Beitrag von Lerch et al. (2025).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Br\u00e4ndle und Colombier (2022).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Baumol (1967).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende September ist es wieder so weit: Die Pr\u00e4mien f\u00fcr das kommende Jahr werden kommuniziert. Wer die neue Pr\u00e4mie sieht, zuckt vielleicht zusammen. Schon wieder ein Anstieg. So z\u00e4hlt der Kostenanstieg im Gesundheitswesen gem\u00e4ss UBS-Sorgenbarometer zu den gr\u00f6ssten Sorgen der Bev\u00f6lkerung. 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Macroeconomics of Unbalanced Growth: the Anatomy of Urban Crisis. The American Economic Review, 57(3), 415\u2013426.<\/li>\r\n \t<li class=\"content-copy\">Br\u00e4ndle, T., und C. Colombier (2022). Ausgabenprojektionen f\u00fcr das Gesundheitswesen bis 2050: Alterung und Coronakrise, Working Paper der Eidgen\u00f6ssischen Finanzverwaltung Nr. 25, Bern.<\/li>\r\n \t<li class=\"content-copy\">Lerch, B., Colombier, C. und T. Br\u00e4ndle (2025). <a href=\"https:\/\/www.efv.admin.ch\/dam\/efv\/de\/dokumente\/publikationen\/grundlagenarbeiten-wirtschaftspolitik\/langfristige-herausforderungen\/gesundheitsausgaben\/faktor-einfluss-gesundheitsausgaben-analyse-ch-1960-2022.pdf.download.pdf\/faktoren-beeinflussen-gesundheitsausgaben-CH-1960-2022.pdf\">Determinants of Healthcare Expenditure:<\/a> <a href=\"https:\/\/www.efv.admin.ch\/dam\/efv\/de\/dokumente\/publikationen\/grundlagenarbeiten-wirtschaftspolitik\/langfristige-herausforderungen\/gesundheitsausgaben\/faktor-einfluss-gesundheitsausgaben-analyse-ch-1960-2022.pdf.download.pdf\/faktoren-beeinflussen-gesundheitsausgaben-CH-1960-2022.pdf\">Evidence from Switzerland between 1960\u20132022<\/a>, Working Paper der Eidgen\u00f6ssischen Finanzverwaltung Nr. 27, Bern.<\/li>\r\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":"","main_focus":[213270,213274],"serie_email":"","frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[9757],"korrektor":5357,"planned_publication_date":"2025-09-04 05:00:37","original_files":null,"external_release_for_author":"20250908","external_release_for_author_time":"00:07:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/exedit\/684aa3a1aa885"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211183"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11986"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=211183"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211183\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":213615,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211183\/revisions\/213615"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5357"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9757"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4141"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3208"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11986"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/213274"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/213270"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/213486"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=211183"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=211183"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=211183"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=211183"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=211183"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=211183"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}