{"id":213804,"date":"2025-09-30T06:35:31","date_gmt":"2025-09-30T04:35:31","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=213804"},"modified":"2025-09-30T14:46:06","modified_gmt":"2025-09-30T12:46:06","slug":"einfacher-vom-gymnasium-in-die-berufsbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2025\/09\/einfacher-vom-gymnasium-in-die-berufsbildung\/","title":{"rendered":"Einfacher vom Gymnasium in die Berufsbildung?"},"content":{"rendered":"<p>Das Schweizer Bildungssystem gilt als sehr durchl\u00e4ssig. Seit den Neunzigerjahren wurde vor allem die vertikale Durchl\u00e4ssigkeit gest\u00e4rkt \u2013 etwa durch die Berufsmaturit\u00e4t, die Absolvierenden einer Berufslehre den Zugang zu Hochschulen er\u00f6ffnet. Die horizontale Durchl\u00e4ssigkeit zwischen Allgemeinbildung und Berufsbildung auf Sekundarstufe II war hingegen lange nicht im Fokus der Bildungspolitik.<\/p>\n<p>Das hat sich nun ge\u00e4ndert: Ein vom Nationalrat \u00fcberwiesenes Postulat<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> verlangt vom Bundesrat<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> zu pr\u00fcfen, wie der \u00dcbergang vom Gymnasium in die berufliche Grundbildung einfacher gestaltet werden kann. Im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) haben wir dazu ein Gutachten<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> erstellt, das diese \u00dcberg\u00e4nge untersucht und die Auswirkungen erleichterter \u00dcberg\u00e4nge auf das Bildungssystem absch\u00e4tzt.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Jede zehnte Person wechselt<\/h2>\n<p>Dass dem \u00dcbergang vom Gymnasium in die berufliche Grundbildung bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, ist mit Blick auf aktuelle Zahlen nur bedingt nachvollziehbar: Eine von zehn Personen, die in ein Gymnasium eintritt, beginnt vor oder nach dem Erwerb einer Matura eine Berufslehre.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Rund 7 Prozent brechen das Gymnasium noch vor der Matura ab, um eine Berufslehre zu beginnen (siehe Abbildung 1). Die Anteile variieren allerdings stark zwischen den Kantonen: In den meisten lateinischen Kantonen sind Wechsel in die Berufsbildung h\u00e4ufiger als im Durchschnitt. Z\u00e4hlt man auch die zweisprachigen Kantone Freiburg und Wallis dazu, entfallen 61 Prozent aller Wechsel auf die lateinischen Kantone.<\/p>\n<p>Eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr k\u00f6nnten die dortigen hohen Gymnasiumseintrittsquoten sein. Denn diese beg\u00fcnstigen Wechsel gleich doppelt: Zum einen steigt mit den vielen Eintritten ins Gymnasium auch die Zahl potenzieller Wechsler. Zum anderen nimmt dadurch auch der Anteil jener zu, die den Anforderungen nicht gerecht werden oder deren Laufbahnvorstellungen und Interessen sich im Verlauf \u00e4ndern.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: \u00dcbertritte in eine Berufslehre <em>vor<\/em> Erwerb einer Matura<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"AESCHLIMANN-SCHWERI_10-2025_ABB1_DE\"><\/div>\n<script>\n\n\n$(function () {\n    $('#AESCHLIMANN-SCHWERI_10-2025_ABB1_DE').highcharts({     \n\nchart: {\n    zoomType: 'xy'\n  },\n  title: {\n    text: '',\n    align: 'left'\n  },\n  subtitle: {\n    text: '',\n    align: 'left'\n  },\n  xAxis: [{\n    categories: [\n      'Tessin','Neuenburg','Genf','Freiburg','Basel-Landschaft','Jura','Nidwalden','<b>Schweiz<\/b>','Solothurn','Wallis','Obwalden','Waadt','Luzern','Glarus','Basel-Stadt','Appenzell Innerrhoden','Bern','Z\u00fcrich','Aargau','Schwyz','St. Gallen','Appenzell Ausserrhoden','Uri','Schaffhausen','Thurgau','Zug','Graub\u00fcnden'\n    ],\n    crosshair: true\n  }],\n  yAxis: [{ \/\/ Primary yAxis\n    labels: {\n      format: '{value}%',\n    },\n    title: {\n      text: 'Eintrittsquote Gymnasium',\n    },\n    opposite: true\n  }, { \/\/ Secondary yAxis\n    gridLineWidth: 0,\n    title: {\n      text: '\u00dcbertritte vor Matura',\n    },\n    max: 20,\n    labels: {\n      format: '{value}%',\n    }\n  }],\n  tooltip: {\n  shared: true,\n  useHTML: true,\n  formatter: function () {\n    const points = this.points || [this];\n    let lines = ['<b>' + this.x + '<\/b>'];\n    let total = 0;\n    let hasColumn = false;\n    let hasScatter = false;\n\n    points.forEach(p => {\n      const isScatter = p.series.type === 'scatter';\n      const value = p.y;\n\n      if (!isScatter) {\n        total += value;\n        hasColumn = true;\n      } else {\n        hasScatter = true;\n      }\n\n      lines.push(\n        p.series.name + ': <b>' +\n        Highcharts.numberFormat(value, 1) + '%' +\n        '<\/b>'\n      );\n    });\n\n    \/\/ Nur bei den Spalten das Total anzeigen\n    if (hasColumn && !hasScatter) {\n      lines.push(\n        '<hr style=\"margin:4px 0;\">' +\n        'Total \u00dcbertritte vor Matura: <b>' +\n        Highcharts.numberFormat(total, 1) + '%' +\n        '<\/b>'\n      );\n    }\n\n    return lines.join('<br\/>');\n  }\n},\n  plotOptions: {\n    column: {\n      stacking: 'normal' \/\/ wichtig f\u00fcr gestapelte S\u00e4ulen\n    }\n  },\n  series: [{\n    name: 'Lehre mit Abschluss Eidg. 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Rund 4 Prozent der Maturanden beginnen eine Lehre direkt nach dem Maturaabschluss oder verz\u00f6gert, etwa nach einem Studienabbruch oder einer Erwerbsphase (siehe Abbildung 2). Auch solche Lehreintritte sind in der Westschweiz insgesamt h\u00e4ufiger als in anderen Regionen. Am seltensten sind sie allerdings gerade in den Kantonen Genf und Tessin. Letzteres ist erstaunlich, angesichts des hohen Anteils an \u00dcbertritten vor der Matura in diesen Kantonen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Eintritte in eine Berufslehre <em>nach<\/em> gymnasialer Matura<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"AESCHLIMANN-SCHWERI_10-2025_ABB2_DE\"><\/div>\n<script>\n\n\n$(function () {\n    $('#AESCHLIMANN-SCHWERI_10-2025_ABB2_DE').highcharts({     \n\n chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    \n    xAxis: {\n        categories: ['Obwalden','Waadt','Neuenburg','Jura','Appenzell Innerrhoden','Bern ','Luzern','Freiburg','Nidwalden','Schwyz','<b>Schweiz<\/b>','Graub\u00fcnden','Zug','Glarus','Thurgau','Uri','Basel-Stadt','Schaffhausen','Aargau','Appenzell Ausserrhoden','Solothurn','Wallis','St. Gallen','Basel-Landschaft','Z\u00fcrich','Genf','Tessin'\n            \t\t\t\t\t\t\t\n\n        ],\n        crosshair: true\n    },\n    yAxis: {\n        \n        title: {\n            text: 'Eintritte nach Matura'        },\n            labels: {\n            format: '{value}%'\n            \n            },\n    },\n    tooltip: {\n     headerFormat: '{point.x}',\n     valueSuffix: '%'\n   \n   \n        },\nlegend: {\nenabled: false\n},\n   \n    \n    plotOptions: {\n        column: {\n            pointPadding: 0.2,\n            borderWidth: 0\n        }\n    },\n    series: [{\n        name: 'Anteil Eintritte in eine Berufslehre nach Matura',\n        data: [7.9,6.6,6.6,6.5,6.1,4.9,4.8,4.5,4.1,4,3.8,3.8,3.7,3.6,3.6,3.3,3.3,3.2,3,3,2.9,2.7,2.5,2.5,2,1.9,1.8\n\n]\n\n    }]\n});\n\n\n\n});\n\n<\/script>\n<div class=\"diagram-legend\">Anmerkung: Eintritte in die berufliche Grundbildung der Absolventenkohorte 2012\u201317 nach Wohnkanton.<\/div>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: Schweri und Aeschlimann (2025) \/ Berechnungen durch BSS basierend auf Daten BFS, LABB \/ Die Volkswirtschaft<\/div>\n<p>Schweizweit entscheidet sich also rund jede zehnte Person, die ein Gymnasium beginnt, im Lauf ihrer weiteren Bildungsbiografie f\u00fcr eine Berufslehre. Diese Gruppe ist in vielerlei Hinsicht heterogen: Sie stammt aus verschiedenen Kantonen mit jeweils eigenen bildungspolitischen Rahmenbedingungen und bringt unterschiedliche schulische Leistungen mit. Das macht einheitliche, nationale F\u00f6rdermassnahmen schwierig.<\/p>\n<p>Auch bei der Berufswahl zeigt sich eine grosse Streuung: Am h\u00e4ufigsten wird nach solchen \u00dcbertritten eine kaufm\u00e4nnische Ausbildung mit Eidgen\u00f6ssischem F\u00e4higkeitszeugnis (EFZ) gew\u00e4hlt, Handwerksberufe sind dagegen vergleichsweise selten. Die Eintritte von Maturanden in die berufliche Grundbildung lindern deshalb den Fachkr\u00e4ftemangel nur punktuell, insbesondere im Handwerk, was ein zentrales Anliegen des Postulats w\u00e4re.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Vorsicht vor Bildungshierarchien<\/h2>\n<p>Da bereits heute einer von zehn Gymnasiasten fr\u00fcher oder sp\u00e4ter in die Berufsbildung wechselt, stellt sich die Frage: Ist eine zus\u00e4tzliche F\u00f6rderung der horizontalen Durchl\u00e4ssigkeit \u00fcberhaupt noch notwendig oder sinnvoll?<\/p>\n<p>Aus individueller Sicht k\u00f6nnen solche Wechsel durchaus Bildungsabbr\u00fcche verhindern, Ausbildungszeiten verk\u00fcrzen und damit Bildungswege effizienter gestalten. Aus systemischer Perspektive hingegen kann h\u00f6here Durchl\u00e4ssigkeit zus\u00e4tzlichen Aufwand, h\u00f6here Kosten und tiefgreifende Ver\u00e4nderungen im Bildungssystem verursachen. So k\u00f6nnte eine erleichterte M\u00f6glichkeit, vom Gymnasium in die Berufslehre zu wechseln, die Attraktivit\u00e4t des gymnasialen Bildungswegs erh\u00f6hen und dadurch strukturelle Verschiebungen im Bildungssystem ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Das zeigt ein Blick ins Ausland. In Deutschland beispielsweise stieg in den letzten Jahrzehnten die Quote der Abiturienten stetig und deutlich an. Daher erh\u00f6hte sich auch der Anteil aller Auszubildenden (also Berufslernenden), die \u00fcber das Abitur verf\u00fcgen, auf fast ein Drittel.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Das hat unter anderem dazu gef\u00fchrt, dass sich die Berufslehre vor allem in anspruchsvollen Berufen zunehmend auf diese Zielgruppe ausrichtet und Abiturienten bei der Lehrstellenvergabe bevorzugt werden.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a><\/p>\n<p>In \u00d6sterreich haben vollzeitschulische Berufsausbildungen gegen\u00fcber dualen Berufslehren an Bedeutung gewonnen. Der Grund: Die \u00abBerufsbildenden H\u00f6heren Schulen\u00bb erm\u00f6glichen zus\u00e4tzlich zum Berufsabschluss den allgemeinen Hochschulzugang. Die stetige Zunahme der Personen in diesen Schulen ging mit einem R\u00fcckgang bei der klassischen Lehre, die \u00fcberwiegend im Lehrbetrieb erfolgt, einher.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Die Entwicklungen in Deutschland und \u00d6sterreich f\u00fchren zu einer Aufwertung allgemeinbildender beziehungsweise vollschulischer Wege auf Kosten der dualen Berufsbildung \u2013 und schw\u00e4chen die Gleichwertigkeit der Bildungswege.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Durchl\u00e4ssigkeit gezielt gestalten<\/h2>\n<p>Trotz der genannten Risiken kann eine gezielte F\u00f6rderung horizontaler \u00dcberg\u00e4nge auch sinnvoll sein \u2013 sofern sie differenziert und systemgerecht erfolgt. So w\u00e4re etwa zu pr\u00fcfen, ob Bildungsleistungen, die vor der Matura im Gymnasium erbracht werden, angerechnet werden k\u00f6nnen. Harmonisierte Kriterien zwischen den Kantonen w\u00e4ren insbesondere dort sinnvoll, wo die Wechselzahlen hoch sind.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Allerdings d\u00fcrfte das Potenzial begrenzt sein, da gymnasiale Inhalte die in der beruflichen Grundbildung geforderten Kompetenzen kaum abdecken.<\/p>\n<p>Besonders Kantone mit hoher Gymnasialquote stehen vor der Herausforderung h\u00e4ufiger Wechsel. Sie m\u00fcssen daher besonders darauf achten, wie sie die Zuteilung der Jugendlichen auf die verschiedenen Bildungswege \u00fcber Zulassungsvoraussetzungen, Aufnahmeverfahren und Schulpl\u00e4tze steuern.<\/p>\n<p>Weiteres Potenzial liegt in einer erweiterten Berufsorientierung und -beratung auf der Sekundarstufe I inklusive des Langzeitgymnasiums, das direkt nach der Primarstufe ansetzt. Neu ist sie auch am Gymnasium auf der Sekundarstufe II vorgesehen, wie in der revidierten Maturit\u00e4tsanerkennungsverordnung<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> festgehalten ist, die seit 2024 in Kraft ist. Der Ausbau des Beratungsangebots erm\u00f6glicht es den Kantonen, die berufliche Grundbildung nun auch am Gymnasium st\u00e4rker bekannt zu machen.<\/p>\n<p>Bereits heute profitieren Maturanden zudem von ein bis zwei Jahre k\u00fcrzeren Lehrdauern, oder sie k\u00f6nnen von Teilen des Berufsfachschulunterrichts dispensiert werden. Der Ausbau von Programmen wie <a href=\"https:\/\/www.berufsberatung.ch\/dyn\/show\/65131\">\u00abWay-Up\u00bb<\/a>, die Maturanden eine vierj\u00e4hrige Berufslehre in zwei Jahren erm\u00f6glichen, kann \u00dcberg\u00e4nge zus\u00e4tzlich erleichtern \u2013 insbesondere in Berufen, in denen eine Verk\u00fcrzung inhaltlich und organisatorisch sinnvoll ist. Entscheidend ist dabei, dass solche Massnahmen eng begleitet werden und ihre Wirkung laufend \u00fcberpr\u00fcft wird. So l\u00e4sst sich horizontale Durchl\u00e4ssigkeit gezielt f\u00f6rdern und die Gleichwertigkeit von Bildungswegen, die eine St\u00e4rke der Schweizer Bildungslandschaft darstellt, wahren.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Gutjahr (2023).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">F\u00fcr Bericht des Bundesrats in Erf\u00fcllung des Postulats siehe Bundesrat (2025).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Schweri und Aeschlimann (2025).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Der Artikel konzentriert sich auf Gymnasien. Im Gutachten werden aber auch \u00dcberg\u00e4nge von Fachmittelschulen in die berufliche Grundbildung untersucht. Siehe Schweri und Aeschlimann (2025).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe Destatis (2025).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Siehe Beicht und Walden (2018).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Siehe Kriesi et al. (2022).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Siehe Aeschlimann und Schweri (2024).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Siehe <a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2023\/373\/de#art_31\">Art. 31<\/a>, MAV.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Schweizer Bildungssystem gilt als sehr durchl\u00e4ssig. Seit den Neunzigerjahren wurde vor allem die vertikale Durchl\u00e4ssigkeit gest\u00e4rkt \u2013 etwa durch die Berufsmaturit\u00e4t, die Absolvierenden einer Berufslehre den Zugang zu Hochschulen er\u00f6ffnet. 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Tats\u00e4chlich kommen solche \u00dcberg\u00e4nge bereits h\u00e4ufiger vor, als man denkt \u2013 sie zu f\u00f6rdern, k\u00f6nnte aber unerw\u00fcnschte Folgen haben.","post_hero_image_description":"Wie weiter nach dem Gymnasium? Rund vier Prozent der Maturandinnen und Maturanden in der Schweiz entscheiden sich im Anschluss f\u00fcr eine Lehre.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>\r\n \t<li>Aeschlimann, B. und J. Schweri (2024). <a href=\"https:\/\/www.ehb.swiss\/sites\/default\/files\/2024-04\/TIF_KeinAnschlussOhneAbschluss_DE_2024.pdf\">Kein Anschluss ohne Abschluss? Durchl\u00e4ssigkeit zwischen Gymnasium und beruflicher Grundbildung.<\/a> OBS EHB Trend im Fokus. Zollikofen: Eidgen\u00f6ssische Hochschule f\u00fcr Berufsbildung EHB.<\/li>\r\n \t<li>Beicht, U. und G. Walden (2018). Neue Bildungsexpansion und Verdr\u00e4ngungseffekte in der betrieblichen Ausbildung. Sozialer Fortschritt: Unabh\u00e4ngige Zeitschrift f\u00fcr Sozialpolitik, 67(3), 141\u2013172.<\/li>\r\n \t<li>Bundesrat (2025). Chancen eines erfolgreichen \u00dcbertritts vom Gymnasium in die berufliche Grundbildung erh\u00f6hen. <a href=\"https:\/\/cms.news.admin.ch\/dam\/de\/der-schweizerische-bundesrat\/2Iej-sIP65Pe\/03+Bundesratsbericht+Po+23.3663+Gutjahr_DE.pdf\">Bericht des Bundesrats in Erf\u00fcllung des Postulats<\/a><a href=\"https:\/\/cms.news.admin.ch\/dam\/de\/der-schweizerische-bundesrat\/2Iej-sIP65Pe\/03+Bundesratsbericht+Po+23.3663+Gutjahr_DE.pdf\">\u00a023.3663 Gutjahr vom 13.06.2023<\/a>.<\/li>\r\n \t<li>Destatis (2025). <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Bildung-Forschung-Kultur\/Schulen\/Tabellen\/_tabellen-innen-schueler-absolventen.html\">Statistik der allgemeinbildenden Schulen Deutschland<\/a>. Sch\u00fcler\/-innen, Schulanf\u00e4nger\/-innen und Absolvent\/-innen und Abg\u00e4nger\/-innen.<\/li>\r\n \t<li>Gutjahr, D. (2023). <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20233663\">Die Chancen eines erfolgreichen \u00dcbertritts vom Gymnasium in die Berufslehre erh\u00f6hen<\/a> (Postulat 23.3663). Schweizerische Volkspartei.<\/li>\r\n \t<li>Kriesi, I., L. Bonoli, M. Gr\u00f8nning, M. H\u00e4nni, J. Neumann und J. Schweri (2022). <a href=\"https:\/\/www.ehb.swiss\/sites\/default\/files\/2022-11\/Trendbericht_2022_DE.pdf\">Spannungsfelder in der Berufsbildung international und in der Schweiz \u2013 Entwicklungen, Herausforderungen, Potentiale.<\/a> OBS EHB Trendbericht 5. Zollikofen: Eidgen\u00f6ssische Hochschule f\u00fcr Berufsbildung EHB.<\/li>\r\n \t<li>Schweri, J. und B. Aeschlimann (2025). <a href=\"https:\/\/www.ehb.swiss\/sites\/default\/files\/2025-09\/Gutachten_Schweri_Aeschlimann_2025_final_v1.3_print2.pdf\">Gutachten. M\u00f6gliche Auswirkungen einer F\u00f6rderung der horizontalen Durchl\u00e4ssigkeit auf Sekundarstufe II<\/a>. 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Zollikofen.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":"","main_focus":[214112,214114],"serie_email":"","frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[4306],"korrektor":5357,"planned_publication_date":"2025-09-30 04:35:31","original_files":null,"external_release_for_author":"20251007","external_release_for_author_time":"00:05:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/exedit\/68bfd27021136"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/213804"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13661"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=213804"}],"version-history":[{"count":43,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/213804\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":214337,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/213804\/revisions\/214337"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5357"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4306"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3685"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13661"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/214114"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/214112"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/214317"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=213804"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=213804"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=213804"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=213804"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=213804"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=213804"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}