{"id":216590,"date":"2026-01-29T07:00:21","date_gmt":"2026-01-29T06:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=216590"},"modified":"2026-01-29T10:57:52","modified_gmt":"2026-01-29T09:57:52","slug":"abgaenge-zur-konkurrenz-bremsen-welche-folgen-hat-das-fuer-die-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2026\/01\/abgaenge-zur-konkurrenz-bremsen-welche-folgen-hat-das-fuer-die-wirtschaft\/","title":{"rendered":"Abg\u00e4nge zur Konkurrenz bremsen: Welche Folgen hat das f\u00fcr die Wirtschaft?"},"content":{"rendered":"<p>Unternehmen rechtfertigen die Verwendung von Konkurrenzverbotsklauseln traditionell damit, legitime Gesch\u00e4ftsinteressen sch\u00fctzen zu wollen. Die Klauseln sollen unter anderem verhindern, dass Mitarbeitende nach der K\u00fcndigung sofort zu einem direkten Mitbewerber wechseln und sensible Informationen, Gesch\u00e4ftsgeheimnisse oder enge Kundenbeziehungen ausnutzen. Gem\u00e4ss dem Schweizerischen Obligationenrecht<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> sind diese Klauseln grunds\u00e4tzlich zul\u00e4ssig. Sie sind jedoch an bestimmte Bedingungen gekn\u00fcpft: Sie m\u00fcssen zeitlich begrenzt und ihr geografischer oder inhaltlicher (in der Regel sektoraler) Geltungsbereich muss klar definiert sein. Dieser rechtliche Rahmen schafft ein Gleichgewicht zwischen den Interessen der Unternehmen und dem Grundrecht der Arbeitnehmenden auf Wirtschafts- und Berufswahlfreiheit. Neue Daten der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) deuten jedoch auf eine andere Realit\u00e4t am Arbeitsmarkt hin.<\/p>\n<p>Zwischen Juni und September 2025 f\u00fchrte die OECD zwei Erhebungen durch. Sie befragte Mitarbeitende und Personalverantwortliche aus Unternehmen des Schweizer Privatsektors, wie verbreitet Konkurrenzverbotsklauseln sind und welche Auswirkungen sie auf die Mobilit\u00e4t von Arbeitskr\u00e4ften haben (siehe Kasten). Die <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Publikationen_Dienstleistungen\/Publikationen_und_Formulare\/Wettbewerb_Service_Public\/staat-und-wettbewerb\/non-compet_and_related_clauses_switzerland.html\">Ergebnisse<\/a> zeigen: Konkurrenzverbotsklauseln sind \u00fcberraschend h\u00e4ufig. Zwischen 20 und 25 Prozent der Besch\u00e4ftigten sind derzeit an solche Bestimmungen gebunden (siehe Abbildung 1).<\/p>\n<p>Konkurrenzverbotsklauseln sind nur ein Teil von mehreren Vertragsbestimmungen, die das Verhalten der Mitarbeitenden nach dem Ende eines Arbeitsverh\u00e4ltnisses regeln. In der Schweiz sind Vereinbarungen zur Geheimhaltung am h\u00e4ufigsten \u2013 also das Verbot, sensible Informationen \u00fcber ein Unternehmen an eine andere Arbeitgeberin weiterzugeben. Relevant sind aber auch Klauseln zum Abwerbeverbot von Kunden. Sie verbieten, nach dem Austritt Kunden der bisherigen Arbeitgeberin abzuwerben oder eine Gesch\u00e4ftsbeziehung mit ihnen aufzubauen. Ein weiteres Beispiel ist das Verbot, ehemalige Kolleginnen und Kollegen abzuwerben. Sie d\u00fcrfen nicht f\u00fcr ein neues Unternehmen rekrutiert werden. Mitunter enthalten Arbeitsvertr\u00e4ge auch Klauseln, die Mitarbeitende dazu verpflichten, Ausbildungskosten oder Pr\u00e4mien zur\u00fcckzuzahlen, wenn sie das Unternehmen zum Beispiel vor Ablauf einer bestimmten Frist verlassen (siehe Abbildung 1).<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Diese Klauseln kommen zwar nach wie am h\u00e4ufigsten bei F\u00fchrungskr\u00e4ften und Mitarbeitenden mit Zugang zu wirtschaftlich sensiblen Informationen vor. Sie gelten aber mitunter auch f\u00fcr gering verdienende und gering qualifizierte Mitarbeitende, Arbeitskr\u00e4fte mit befristeten Arbeitsvertr\u00e4gen und Besch\u00e4ftigte ohne Zugang zu vertraulichen Informationen. Dar\u00fcber hinaus scheinen viele der aktuell angewandten Klauseln nicht vollst\u00e4ndig im Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen zu stehen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Fast ein Viertel der Besch\u00e4ftigten unterliegt Konkurrenzverbotsklauseln<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"ANDREWS-GARNERO-HOLTTINEN_02-2026_ABB1_DE\"><\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n  $('#ANDREWS-GARNERO-HOLTTINEN_02-2026_ABB1_DE').highcharts({\n    lang: { decimalPoint: ',' },\n\n    chart: {\n      type: 'column',\n      spacingBottom: 60\n    },\n\n    title: { text: '' },\n    subtitle: { text: '' },\n\n    xAxis: {\n      categories: [\n        'Geheimhaltung',\n        'Konkurrenzverbot',\n        'Abwerbeverbot von Kolleginnen',\n        'Abwerbeverbot von Kunden',\n        'R\u00fcckzahlung von Ausbildungskosten',\n        'R\u00fcckzahlung von Pr\u00e4mien'\n      ],\n      labels: {\n        style: { fontSize: '11px' }\n      },\n      tickLength: 0\n    },\n\n    yAxis: {\n      min: 0,\n      max: 75,\n      reversedStacks: false,\n      title: { text: 'Anteil Besch\u00e4ftigte' },\n      labels: {\n        formatter: function () {\n          return Highcharts.numberFormat(this.value, 0, ',', '') + '%';\n        }\n      }\n    },\n\n    legend: {\n      enabled: true,\n      floating: false,\n      verticalAlign: 'bottom',\n      align: 'center',\n      y: 35\n    },\n\n    tooltip: {\n      shared: true,\n      headerFormat: '<b>{point.key}<\/b><br>',\n      formatter: function () {\n        var s = '<b>' + this.x + '<\/b><br>';\n        var total = 0;\n\n        this.points.forEach(function (p) {\n          total += p.y;\n          s += p.series.name + ': <b>' +\n               Highcharts.numberFormat(p.y, 0, ',', '') + '%<\/b><br>';\n        });\n\n        s += 'Total: <b>' +\n             Highcharts.numberFormat(total, 0, ',', '') + '%<\/b>';\n        return s;\n      }\n    },\n\n    plotOptions: {\n      column: {\n        stacking: 'normal',\n        dataLabels: { enabled: false }\n      }\n    },\n\n    series: [{\n      name: 'Sicher',\n      data: [29, 16, 3, 8, 2, 7],\n      color: '#327775',\n      stack: 'main'\n    }, {\n      name: 'Wahrscheinlich',\n      data: [23, 8, 4, 6, 11, 3],\n      color: '#655c99',\n      stack: 'main'\n    }]\n  });\n});\n<\/script>\n\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: Arbeitgeberbefragung der OECD | Grafik: Die Volkswirtschaft<\/div>\n<p>Wirtschaftlich betrachtet ist die weitverbreitete Praxis von Konkurrenzverbotsklauseln schwer zu rechtfertigen. Die beruflichen Zukunftsm\u00f6glichkeiten von Arbeitskr\u00e4ften ohne Zugang zu Gesch\u00e4ftsinformationen einzuschr\u00e4nken, sch\u00fctzt die Unternehmen kaum. Es erschwert jedoch potenziell den Jobwechsel, dies schw\u00e4cht die Position bei Bef\u00f6rderungen oder Lohnverhandlungen. Menschen in prek\u00e4ren oder schlechter bezahlten Stellen kann allein das Gef\u00fchl, an eine Konkurrenzverbotsklausel gebunden zu sein, davon abhalten, sich auf eine neue Stelle zu bewerben, eine Bef\u00f6rderung anzustreben oder einen besseren Lohn auszuhandeln.<\/p>\n<p>Die Klauseln wirken sich aber nicht nur auf individueller, sondern auch auf volkswirtschaftlicher Ebene aus. Die Mobilit\u00e4t der Arbeitskr\u00e4fte ist ein Produktivit\u00e4tsmotor: Besch\u00e4ftigte k\u00f6nnen von weniger produktiven Unternehmen und Branchen zu produktiveren wechseln. Das ist entscheidend, um Innovationen, Anpassungen und langfristiges Wirtschaftswachstum zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Konkurrenzverbotsklauseln f\u00fcr das gesamte Personal<\/h2>\n<p>Die OECD-Erhebungen zeigen auch, dass Konkurrenzverbotsklauseln und damit verbundene Bestimmungen in einem Unternehmen oft f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten gleich gelten. Laut den Umfrageergebnissen nehmen viele Unternehmen gleich mehrere restriktive Bestimmungen in ihre Musterarbeitsvertr\u00e4ge auf. Mehr als die H\u00e4lfte der befragten Arbeitnehmenden gibt an, dass sie sich an mindestens drei solcher Beschr\u00e4nkungen halten m\u00fcssen. Nach eigener Aussage wendet ein Viertel der Unternehmen, die Konkurrenzverbotsklauseln einsetzen, diese auf alle Besch\u00e4ftigten an \u2013 und zwar unabh\u00e4ngig von deren Funktion, Betriebszugeh\u00f6rigkeit oder Zugang zu vertraulichen Informationen. Das deutet darauf hin, dass die Klauseln nur unzureichend auf die spezifischen Merkmale der jeweiligen Stellen zugeschnitten werden.<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem betrifft den Inhalt und die Anwendbarkeit der Klauseln selbst. Ein beachtlicher Teil der Konkurrenzverbotsklauseln ist unvollst\u00e4ndig, da das betreffende Verbot nicht wie gesetzlich vorgeschrieben auf Ort, Zeit und Inhalt begrenzt ist. Nach Schweizer Recht sind solche Klauseln daher regelm\u00e4ssig nicht g\u00fcltig und somit nicht durchsetzbar. Ist eine solche Klausel hingegen zwar in zeitlicher, \u00f6rtlicher und sachlicher Hinsicht begrenzt, aber diesbez\u00fcglich zu weit gehend, kann der Richter diese bei einer allf\u00e4lligen \u00dcberm\u00e4ssigkeit entsprechend einschr\u00e4nken.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> In der Praxis kommt es jedoch auch auf die Wahrnehmung der Klauseln durch die Arbeitnehmenden an. Viele wissen nicht, ob eine Klausel g\u00fcltig ist, und halten sie wom\u00f6glich f\u00fcr verbindlich. Dies kann dazu f\u00fchren, dass die Arbeitskr\u00e4ftemobilit\u00e4t nicht durch rechtliche Bestimmungen, sondern durch Unsicherheit, mangelnde Information und die Angst vor vermeintlichen Risiken eingeschr\u00e4nkt wird.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Wettbewerbswidrige Praktiken<\/h2>\n<p>Die Erhebungen der OECD decken auch wettbewerbswidrige Praktiken auf. Ein Beispiel hierf\u00fcr k\u00f6nnen gegenseitige Verpflichtungen zwischen Unternehmen sein, keine Arbeitskr\u00e4fte des jeweils anderen Unternehmens einzustellen oder abzuwerben. Wettbewerbswidrig k\u00f6nnen auch Vereinbarungen zwischen Arbeitgeberinnen sein, bei denen die betreffenden Unternehmen L\u00f6hne und Sozialleistungen koordinieren oder harmonisieren.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Diese Praktiken sind wettbewerbsrechtlich ein Problem.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Fast die H\u00e4lfte der Befragten gibt an, solche Verhaltensweisen in ihrer Branche zu kennen (siehe Abbildung 2).<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Das heisst zwar nicht, dass sie von allen Unternehmen praktiziert werden. Die Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass diese Praktiken m\u00f6glicherweise weiter verbreitet sind als bisher angenommen. Die Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) hat angek\u00fcndigt, im Jahr 2026 Leitlinien zu ver\u00f6ffentlichen, die klarstellen sollen, welche Formen von Abreden grunds\u00e4tzlich zul\u00e4ssig sind und welche gegen die Regeln des Kartellrechts verstossen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Fast die H\u00e4lfte der Unternehmen gibt an, Kenntnis von Abwerbeverboten oder Lohnabsprachen zu haben<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"ANDREWS-GARNERO-HOLTTINEN_02-2026_ABB2_DE\"><\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n  $('#ANDREWS-GARNERO-HOLTTINEN_02-2026_ABB2_DE').highcharts({\n    lang: { decimalPoint: ',' },\n\n    chart: {\n      type: 'column',\n      spacingBottom: 60\n    },\n\n    title: { text: '' },\n    subtitle: { text: '' },\n\n    xAxis: [{\n      categories: [\n        'Total',\n        '4-9','10-49','50-249','mehr als 250',\n        'A, B, C','D, E, F','G, H, I, R','J, K, L, M, N, S'\n      ],\n      labels: { style: { fontSize: '11px' } },\n      tickLength: 0\n    }, {\n      linkedTo: 0,\n      tickPositions: [2.5, 6.5],\n      labels: {\n        formatter: function () {\n          if (this.value === 2.5) return 'Nach Anzahl Mitarbeitende';\n          if (this.value === 6.5) return 'Nach Sektor';\n          return '';\n        },\n        y: 28,\n        style: { fontWeight: 'bold', fontSize: '11px' }\n      },\n      offset: 20,\n      lineWidth: 0,\n      tickLength: 0\n    }],\n\n    yAxis: {\n      min: 0,\n      max: 75,\n      reversedStacks: false,\n      title: { text: 'Anteil der Unternehmen' },\n      labels: {\n        formatter: function () {\n          return Highcharts.numberFormat(this.value, 0, ',', '') + '%';\n        }\n      }\n    },\n\n    legend: {\n      enabled: true,\n      floating: false,\n      verticalAlign: 'bottom',\n      align: 'center',\n      y: 35\n    },\n\n    tooltip: {\n      shared: true,\n      formatter: function () {\n        var s = '<b>' + this.x + '<\/b><br>';\n        var total = 0;\n\n        this.points.forEach(function (p) {\n          total += p.y;\n          s += p.series.name + ': <b>' +\n               Highcharts.numberFormat(p.y, 0, ',', '') + '%<\/b><br>';\n        });\n\n        s += 'Total: <b>' +\n             Highcharts.numberFormat(total, 0, ',', '') + '%<\/b>';\n        return s;\n      }\n    },\n\n    plotOptions: {\n      column: {\n        stacking: 'normal',\n        dataLabels: { enabled: false }\n      }\n    },\n\n    series: [{\n      name: 'Nur Abwerbeverbote',\n      data: [16,16,20,24,8,8,12,17,22],\n      color: '#327775',\n      stack: 'main'\n    }, {\n      name: 'Nur Lohnabsprachen',\n      data: [19,20,21,14,22,24,13,19,19],\n      color: '#655c99',\n      stack: 'main'\n    }, {\n      name: 'Abwerbeverbote- und Lohnabsprachen',\n      data: [11,6,7,9,16,8,7,16,8],\n      color: '#666666',\n      stack: 'main'\n    }]\n  });\n});\n<\/script>\n\n<div class=\"diagram-legend\">Anmerkung zu den Branchencodes: A, B, C: Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei, Bergbau und Rohstoffgewinnung sowie verarbeitendes Gewerbe; D, E, F: Baugewerbe, Ingenieurwesen sowie Abfallentsorgung und -verwertung; G, H, I, R: Handel, Verkehr, Hotel- und Gastst\u00e4ttengewerbe sowie Kunst\/Unterhaltung; J, K, L, M, N, S: Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Immobilien, freiberufliche\/administrative T\u00e4tigkeiten, sonstige Dienstleistungen.<\/div>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: Arbeitgeberbefragung der OECD | Grafik: Die Volkswirtschaft<\/div>\n<p>Im Vergleich zu anderen OECD-L\u00e4ndern ist der Rechtsrahmen in der Schweiz tendenziell ausgewogener und klarer definiert. Die neuen Daten deuten jedoch darauf hin, dass die praktische Anwendung und das Verst\u00e4ndnis der Klauseln mitunter von den im Obligationenrecht festgelegten Rechtsgrunds\u00e4tzen abweichen. In diesem Zusammenhang k\u00f6nnte es sinnvoll sein, dar\u00fcber nachzudenken, wie den Unternehmen und Arbeitskr\u00e4ften das Verst\u00e4ndnis des bestehenden Rechtsrahmens erleichtert werden kann. Ein erster Ansatzpunkt ist der Zugang zu klaren Informationen. Wenn die Akteurinnen und Akteure verstehen, wann Konkurrenzverbotsklauseln angemessen und auch durchsetzbar sind, lassen sich Vertr\u00e4ge eher im Sinne der gesetzlichen Leitplanken gestalten.<\/p>\n<p>Eine weitere \u00dcberlegung betrifft die einheitliche Anwendung der bestehenden Vorschriften: Wenn bew\u00e4hrte Praktiken gef\u00f6rdert werden und die Klauseln mit den gesetzlichen Vorgaben \u00fcbereinstimmen, \u00a0kann dies Missverst\u00e4ndnisse vermeiden und zu mehr Transparenz beitragen. Gleichzeitig fallen Beschr\u00e4nkungen der Mobilit\u00e4t von Besch\u00e4ftigten, die auf Abreden zwischen Unternehmen zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, eindeutig in den Bereich der Wettbewerbspolitik. Sie erfordern eine kontinuierliche \u00dcberwachung und Durchsetzung der bestehenden gesetzlichen Regelungen durch die Beh\u00f6rden. Die Arbeit der Weko in diesem Bereich geht in die richtige Richtung.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Art. 340 \u2013 340c OR vom 30. M\u00e4rz 1991.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Produktions- oder Gesch\u00e4ftsgeheimnisse in der Schweiz und anderen OECD-L\u00e4ndern sind durch Strafnormen gesch\u00fctzt. In der Schweiz: Art. 162 StGB und Art. 6 UWG in Verbindung mit Art.23 UWG.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Art. 340a Abs. 2 OR.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Solche Vereinbarungen sind nicht zu verwechseln mit Gesamtarbeitsvertr\u00e4gen, die von den Sozialpartnern ausgehandelt werden und vom Anwendungsbereich des Wettbewerbsrechts ausgenommen sind.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Lohnabsprachen zwischen Unternehmen stellen in der Schweiz wie in den meisten anderen OECD-L\u00e4ndern einen Verstoss gegen das Wettbewerbsrecht dar. Abwerbeverbote gelten im Allgemeinen ebenfalls als wettbewerbswidrig. In der Schweiz wie auch in den anderen OECD-L\u00e4ndern kommt es jedoch auf den Einzelfall an. Bei Fusionen sind sie beispielsweise eine gewisse Zeit lang zul\u00e4ssig.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Da das Thema sensibel ist, wurden die Unternehmen im Rahmen der Erhebungen nicht gefragt, ob sie selbst Einstellungs- oder Lohnabreden praktizieren. Siehe auch den Kasten.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmen rechtfertigen die Verwendung von Konkurrenzverbotsklauseln traditionell damit, legitime Gesch\u00e4ftsinteressen sch\u00fctzen zu wollen. 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Dies gew\u00e4hrleistet die internationale Vergleichbarkeit der Ergebnisse.\r\n\r\n<strong>Personalbefragung<\/strong>\r\nDie Befragung richtete sich an 18- bis 64-j\u00e4hrige Arbeitnehmende aus dem Privatsektor. Sie kombiniert zwei Elemente: einerseits eine repr\u00e4sentative Stichprobe, mit der die Verbreitung von Konkurrenzverbotsklauseln gesch\u00e4tzt werden kann. Andererseits eine weitere Stichprobe betroffener Arbeitskr\u00e4fte, um den Inhalt der Klauseln und die Praktiken der Unternehmen genauer zu analysieren. Die Datenerhebung umfasst 2146 vollst\u00e4ndige Antworten. Sie wurde zwischen Juli und September 2025 \u00fcber Onlinepanels durchgef\u00fchrt und streng auf ihre Qualit\u00e4t hin kontrolliert. Die Stichprobe wurde geschichtet und gewichtet, um die wichtigsten soziodemografischen Merkmale der Schweizer Erwerbsbev\u00f6lkerung widerzuspiegeln.\r\n\r\n<strong>Unternehmensbefragung<\/strong>\r\nDie Unternehmensbefragung richtete sich an Personalverantwortliche in gewinnorientierten Unternehmen mit mindestens f\u00fcnf Besch\u00e4ftigten. Die Stichprobe wurde aus Unternehmensdatenbanken (Dun &amp; Bradstreet und Orbis) nach einem nach Gr\u00f6sse und Branche geschichteten Stichprobenplan zusammengestellt. Die zwischen Juni und September 2025 durchgef\u00fchrte Feldarbeit lieferte 409 Antworten. Da die Befragung auf Zufallsstichproben basierte, gab es keine Verzerrungen durch Selbstselektionseffekte.\r\n\r\nDie Befragungen wurden mit Unterst\u00fctzung des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) durchgef\u00fchrt und sind Teil eines umfassenderen Studienprojekts der OECD zu Konkurrenzverbotsklauseln und nachvertraglichen Beschr\u00e4nkungen. Die vollst\u00e4ndigen Ergebnisse dieser Studie werden im Juli 2026 ver\u00f6ffentlicht."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":"","main_focus":[217113,217115],"serie_email":"","frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[9757],"korrektor":5357,"planned_publication_date":"2026-01-29 06:00:21","original_files":null,"external_release_for_author":null,"external_release_for_author_time":"","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/exedit\/6943f6af51da7"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/216590"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13927"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=216590"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/216590\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":217515,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/216590\/revisions\/217515"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5357"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9757"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13929"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13928"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13927"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/217115"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/217113"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/217259"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=216590"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=216590"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=216590"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=216590"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=216590"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=216590"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}