{"id":219822,"date":"2026-05-12T06:55:02","date_gmt":"2026-05-12T04:55:02","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=219822"},"modified":"2026-05-12T08:29:19","modified_gmt":"2026-05-12T06:29:19","slug":"es-funktioniert-mit-den-erneuerbaren-energien-wenn-wir-es-richtig-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2026\/05\/es-funktioniert-mit-den-erneuerbaren-energien-wenn-wir-es-richtig-machen\/","title":{"rendered":"Es funktioniert mit den erneuerbaren Energien \u2013 wenn wir es richtig machen"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz steht mitten in der Transformation ihres Energiesystems. Der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet voran. Besonders sichtbar ist dies bei der Photovoltaik, die 2025 mit rund 300\u2019000 PV-Anlagen 14 Prozent des Gesamtstromverbrauchs der Schweiz bereitstellte. Strom wird zunehmend dezentral produziert, etwa auf Hausd\u00e4chern oder in Gewerbebetrieben. Damit stellt sich die entscheidende Frage, wie wir sicherstellen, dass ein solches System auch k\u00fcnftig zuverl\u00e4ssig funktioniert.<\/p>\n<p>Die Antwort ist einfach. Strom muss dann genutzt werden, wenn er verf\u00fcgbar ist. Ein Beispiel zeigt das deutlich. An sonnigen Sommertagen produzieren Solaranlagen um die Mittagszeit besonders viel Strom. Das Angebot ist hoch, die Preise sinken. Wenn ein Betrieb seine Produktion gezielt in diese Stunden legt oder Haushalte Ger\u00e4te dann laufen lassen, wird der Strom direkt genutzt. Ohne diese Abstimmung entstehen \u00dcbersch\u00fcsse, die das Netz belasten. Ein stabiles System entsteht also nicht dadurch, dass m\u00f6glichst viel produziert wird, sondern dass Angebot und Nachfrage zeitlich zusammenpassen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr braucht es vor allem Flexibilit\u00e4t. W\u00e4rmepumpen k\u00f6nnen dann laufen, wenn viel Strom vorhanden ist. Elektroautos werden automatisch zu g\u00fcnstigen Zeiten geladen. Batteriespeicher verschieben Strom vom Mittag in den Abend. Solche L\u00f6sungen sind heute verf\u00fcgbar und m\u00fcssen konsequent genutzt werden, und es m\u00fcssen Anreize \u00fcber passende Preissignale gesetzt werden.<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Strom muss dann genutzt werden, wenn er verf\u00fcgbar ist.<\/span><\/p>\n<p>Auch Netze und Marktregeln m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, dass sich dieses Verhalten lohnt. Netze werden gezielt dort ausgebaut, wo Engp\u00e4sse entstehen, aber nicht f\u00fcr jede kurzfristige Spitze. Gleichzeitig sollen diejenigen profitieren, die flexibel reagieren. So stabilisiert sich das System zunehmend selbst.<\/p>\n<p>Diese Abstimmung wird besonders wichtig, wenn die Produktion schwankt, etwa im Winter. Entscheidend ist aber nicht eine einzelne Technologie, sondern wie gut alle Elemente zusammenspielen. Ein Stromabkommen mit der EU kann dieses System zus\u00e4tzlich stabilisieren, indem es den Austausch von Strom erleichtert.<\/p>\n<p>In der energiepolitischen Debatte wird oft \u00fcber neue Atomkraftwerke gesprochen. Aus Sicht der Aeesuisse greift das zu kurz. Neue Atomkraftwerke sind unflexibel und erst in Jahrzehnten verf\u00fcgbar. Sie tragen wenig dazu bei, Angebot und Nachfrage im Alltag besser aufeinander abzustimmen. Genau darauf kommt es aber in einem dezentralen System mit viel erneuerbarer Energie an.<\/p>\n<p>Es funktioniert mit den erneuerbaren Energien, wenn wir es richtig machen: nicht nur ausbauen, sondern integrieren, flexibel nutzen und die richtigen Anreize setzen. Dann wird aus vielen dezentralen Anlagen ein stabiles und verl\u00e4ssliches Energiesystem.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz steht mitten in der Transformation ihres Energiesystems. Der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet voran. 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