{"id":221498,"date":"2026-06-25T07:00:13","date_gmt":"2026-06-25T05:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=221498"},"modified":"2026-06-25T14:53:23","modified_gmt":"2026-06-25T12:53:23","slug":"steigt-die-inflation-in-der-schweiz-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2026\/06\/steigt-die-inflation-in-der-schweiz-weiter\/","title":{"rendered":"Steigt die Inflation in der Schweiz weiter?"},"content":{"rendered":"<p>Wenn einzelne G\u00fcter wie Benzin, Kakao oder Flugreisen teurer werden, liegt noch nicht unbedingt Inflation vor. Im Gegenteil: Relative Preis\u00e4nderungen einzelner G\u00fcter sind ein normaler und wichtiger Bestandteil einer Marktwirtschaft: Sie signalisieren Knappheiten, ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten oder technologische Fortschritte.<\/p>\n<p>Von Inflation spricht man erst dann, wenn die Preise eines breiten B\u00fcndels von Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt und \u00fcber eine gewisse Zeit ansteigen. Mit dem Anstieg des generellen Preisniveaus verliert Geld an Wert, weil man sich bei unver\u00e4ndertem Lohn weniger kaufen kann. Meist passen sich die L\u00f6hne an eine h\u00f6here Inflation an, in der Regel aber erst mit Verz\u00f6gerung und oft nicht vollst\u00e4ndig. Zudem entwertet sich das Geld auch auf dem Sparbuch, wenn die Verzinsung tiefer ist als die Inflationsrate. Der Wert eines fixen Geldbetrags halbiert sich bei einer Inflation von 1 Prozent innert 69 Jahren. Bei 10 Prozent Inflation reichen daf\u00fcr 6,6 Jahre.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Die sch\u00e4dliche Wirkung der Inflation<\/h2>\n<p>Hohe Inflation, aber auch schwankende Inflationsraten sind also ein Problem. Haushalte k\u00f6nnen sich weniger leisten und wissen weniger genau, wie weit ihr Einkommen k\u00fcnftig reicht. Auch Unternehmen k\u00f6nnen Kosten, Verkaufspreise und Investitionen schwieriger kalkulieren. Zudem werden Preissignale gest\u00f6rt: Es wird schwieriger zu erkennen, ob ein bestimmtes Gut teurer wird, weil es knapper oder beliebter geworden ist, oder ob der Preisanstieg lediglich Folge des allgemeinen Preisanstiegs ist.<\/p>\n<p>Zudem sind Haushalte mit geringem Einkommen h\u00e4ufig st\u00e4rker betroffen, weil sie einen gr\u00f6sseren Anteil ihres Budgets f\u00fcr Wohnen, Energie und Lebensmittel ausgeben m\u00fcssen. Steigen vor allem diese Preise, sinkt ihre Kaufkraft besonders stark. Sie haben eine geringere Spar- bzw. Investitionsquote und damit weniger M\u00f6glichkeiten, sich finanziell gegen Inflation abzusichern. Inflation kann zudem Gl\u00e4ubiger benachteiligen und Schuldner entlasten, wenn der Schuldzins nicht im gleichen Mass steigt wie die Inflation. Aufgrund der grossen Bedeutung stabiler Preise gibt der Gesetzgeber der Schweizerischen Nationalbank (SNB) den Auftrag, die Preisstabilit\u00e4t in der Schweiz zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">So wird die Inflation gemessen<\/h2>\n<p>Die Inflationsrate entspricht der prozentualen Ver\u00e4nderung des <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/preise\/landesindex-konsumentenpreise.html\">Landesindex der Konsumentenpreise<\/a> (LIK) gegen\u00fcber der gleichen Periode des Vorjahres. Der LIK misst, wie sich die Preise eines repr\u00e4sentativen Warenkorbs entwickeln. Dessen Gewichtung wird j\u00e4hrlich aktualisiert, basierend auf einer Befragung der privaten Haushalte in der Schweiz (Haushaltsbudgeterhebung). Demnach ist der gr\u00f6sste Ausgabenposten eines typischen Schweizer Haushalts \u00abWohnen und Energie\u00bb (ohne Treibstoffe) mit einem Anteil von derzeit \u00fcber 25 Prozent an seinem Gesamtbudget. Danach folgen die Kategorien \u00abGesundheit\u00bb mit gut 17 Prozent und \u00abVerkehr\u00bb mit knapp 11 Prozent (siehe Abbildung 1).<\/p>\n<p>Das Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) berechnet den LIK monatlich anhand einer sehr <a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2022\/04\/ein-blick-in-den-warenkorb-der-konsumenten\/\">detaillierten Preiserhebung<\/a>. Da der LIK reine Preis\u00e4nderungen misst, fliessen \u00a0Krankenkassenpr\u00e4mien nicht direkt ein (siehe Kasten 2).<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Landesindex der Konsumentenpreise: Wohn- und Energiekosten haben den gr\u00f6ssten Anteil (2026)<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class='chart chart--normal' id='KEMENY-SCHMIDT_6-2026_ABB1_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#KEMENY-SCHMIDT_6-2026_ABB1_de').highcharts({ \n\n      chart: {\n        plotBackgroundColor: null,\n        plotBorderWidth: null,\n        plotShadow: false,\n        type: 'pie'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    tooltip: {\n        pointFormat: '{series.name} <b>{point.percentage:.1f}%<\/b>'\n    },\n    accessibility: {\n        point: {\n            valueSuffix: '%'\n        }\n    },\n    plotOptions: {\n        pie: {\n        size: 300,\n        \n            allowPointSelect: true,\n            cursor: 'pointer',\n            dataLabels: {\n                enabled: true,\n                padding: 2,\n      style: {\n        fontSize: '10px'\n      },\n                format: '<b>{point.name}<\/b> <br>{point.y}%',\n            }\n        }\n    },\n    series: [{\n        name: '',\n        colorByPoint: true,\n        data: [{\n            name: 'Wohnen und Energie',\n            y: 25.6,\ncolor: '#5a7298',\n            sliced: false,\n            selected: false\n        }, {\n            name: 'Gesundheit',\n            y: 17.4, \ncolor: '#f07c2c'\n        }, {\n            name: 'Verkehr',\n            y: 10.7, \ncolor: '#66b6bc'\n          }, {\n            name: 'Nahrungsmittel und alkoholfreie Getr\u00e4nke',\n            y: 10.3, \ncolor: '#fbc65f'\n        }, {\n            name: 'Restaurants und Hotels',\n            y: 9.6, \ncolor: '#8a2a1d'\n          }, {\n            name: 'Freizeit, Sport und Kultur',\n            y: 7.5, \ncolor: '#2d5b52'\n          }, {\n            name: '\u00dcbrige',\n            y: 18.9, \ncolor: '#cccccc'\n          }]\n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle:\u00a0 BFS | Grafik: Die Volkswirtschaft<\/div>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Die Schweiz: Ein Land mit tiefer Inflation<\/h2>\n<p>Die Schweiz blickt auf 30 Jahre mit verh\u00e4ltnism\u00e4ssig tiefen Inflationsraten zur\u00fcck, sowohl im Vergleich zu fr\u00fcheren Jahrzehnten als auch im Vergleich zu anderen L\u00e4ndern. Als kleine, offene Volkswirtschaft kann sich die Schweiz zwar nicht von der internationalen Entwicklung abkoppeln. Insbesondere steigende Energiepreise auf dem Weltmarkt wirken sich auch hierzulande aus. Doch der starke Franken d\u00e4mpft die importierte Inflation, weil er Importe verbilligt. Einen d\u00e4mpfenden Effekt haben auch die hohe Glaubw\u00fcrdigkeit der SNB und die soliden Staatsfinanzen. Beide begrenzen Preiserh\u00f6hungen und Lohnforderungen, weil Privatpersonen und Unternehmen darauf vertrauen, dass die k\u00fcnftige Inflation niedrig bleibt. Entscheidend f\u00fcr die Geldpolitik der SNB ist die mittelfristige Inflationsentwicklung. Diese sollte, basierend auf dem LIK, zwischen 0 und 2 Prozent liegen. Kurzfristige Abweichungen sind noch kein Grund f\u00fcr geldpolitische Massnahmen.<\/p>\n<p>Letztmals deutlich abgewichen vom Zielband 0\u20132 Prozent ist die Inflation in den Jahren 2022 und 2023. W\u00e4hrend der Pandemie waren internationale Produktionskapazit\u00e4ten eingeschr\u00e4nkt und globale Lieferketten unterbrochen. Mit der Aufhebung vieler Coronabeschr\u00e4nkungen nach der Pandemie traf ein reduziertes Angebot auf eine kr\u00e4ftige Nachfrage, was die Preise schnell ansteigen liess. Der Arbeitsmarkt war damals sehr gut ausgelastet, der Nachholbedarf nach der Covid-Krise gross, und die Haushalte konnten teils auf hohe Ersparnisse zur\u00fcckgreifen, welche sie w\u00e4hrend der Covid-Krise wegen reduzierter Konsumm\u00f6glichkeiten gebildet hatten.<\/p>\n<p>Verst\u00e4rkt wurde die Situation durch den Ukraine-Krieg. Er liess die Energiepreise in Europa ab M\u00e4rz 2022 zus\u00e4tzlich stark steigen. Letztlich erreichte die Inflation im Euroraum im Oktober 2022 den Maximalwert von 10,7 Prozent, in den USA wurden im Juni 2022 9,1 Prozent erreicht. Auch in der Schweiz nahm die Inflation zu, allerdings wesentlich weniger stark als in vielen anderen Industriel\u00e4ndern. Der H\u00f6hepunkt in der Schweiz wurde im August 2022 mit 3,5 Prozent gemessen. Die rasche Straffung der Geldpolitik durch die SNB trug entscheidend dazu bei, dass die Inflation wieder in den Bereich der Preisstabilit\u00e4t zur\u00fcckkehrte.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Die aktuelle Inflationsentwicklung<\/h2>\n<p>Zuletzt war die Inflation in der Schweiz tief, aber sie ist seit Anfang Jahr gestiegen. Hauptgrund ist der internationale Energiepreisschock aufgrund der Iran-Krise. Betrugen die Inflationsraten im Januar und im Februar 2026 noch 0,1 Prozent, stieg die Inflation bis April auf 0,6 Prozent und blieb auch im Mai dort (siehe Abbildung 2). Die Preise f\u00fcr Erd\u00f6lprodukte (Heiz\u00f6l sowie Diesel und Benzin) legten ab M\u00e4rz deutlich zu und bewirkten einen Anstieg der Inflation um 0,5 Prozentpunkte.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Gestiegene Erd\u00f6lpreise heizen die Inflation an<\/h2>\n<h6 class=\"copy-small-bold\">INTERAKTIVE GRAFIK<\/h6>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"KEMENY-SCHMIDT_6-2026_ABB2_DE\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#KEMENY-SCHMIDT_6-2026_ABB2_DE').highcharts({\n       chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: '',\n       \n    },\n    legend: {\n                            enabled: true,\n                            floating: false,\n                            verticalAlign: 'bottom',\n                            align:'center', \n \n                        },\n    xAxis: {\n        categories: ['Jan 22','Feb 22','Mar 22','Apr 22','Mai 22','Jun 22','Jul 22','Aug 22','Sep 22','Okt 22','Nov 22','Dez 22','Jan 23','Feb 23','Mar 23','Apr 23','Mai 23','Jun 23','Jul 23','Aug 23','Sep 23','Okt 23','Nov 23','Dez 23','Jan 24','Feb 24','Mar 24','Apr 24','Mai 24','Jun 24','Jul 24','Aug 24','Sep 24','Okt 24','Nov 24','Dez 24','Jan 25','Feb 25','Mar 25','Apr 25','Mai 25','Jun 25','Jul 25','Aug 25','Sep 25','Okt 25','Nov 25','Dez 25','Jan 26','Feb 26','Mar 26','Apr 26','Mai 26'\n]\n    },\n    yAxis: [{\nreversedStacks: false,\n min: -1,\n    max: 4,\n    startOnTick: false,\n    endOnTick: false,\n    tickPositions: [-1, 0, 1, 2, 3, 4],\n      \n        title: {\n            text: 'Inflation im Vergleich zum Vorjahresmonat'\n        },\nlabels: {\n    format: '{value}%'\n  },\n       \n    plotLines: [{\n        value: 0,\n        width: 1,\n        color: '#000000'\n    }]\n},\n{ min: -1,\n    max: 4,\n    startOnTick: false,\n    endOnTick: false,\n    tickPositions: [-1, 0, 1, 2, 3, 4],\n    title: {\n        text: 'Beitr\u00e4ge der Unterkategorien zur Inflation, in Prozentpunkten'\n    },\n\n    labels: {\n        format: '{value}'\n    },\n\n    opposite: true,\n\n    plotLines: [{\n        value: 0,\n        width: 1,\n        color: '#000000'\n    }]\n}],\n    \n  tooltip: {\n    formatter: function () {\n        const suffix = (\n            this.series.name.includes('Inflation') ||\n            this.series.name.includes('Kerninflation')\n        ) ? 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So waren Flugtickets und Pauschalreisen ins Ausland im Mai teurer als ein Jahr zuvor, was vor allem auf die h\u00f6heren Kerosinpreise zur\u00fcckzuf\u00fchren sein d\u00fcrfte. Ged\u00e4mpft wird die Inflation dagegen weiterhin von den \u00fcbrigen Waren exklusive Energie, unter anderem aufgrund tiefer Importpreise. Zus\u00e4tzlich bremsen die leicht r\u00fcckl\u00e4ufigen Strompreise die Inflation. Insgesamt nimmt die Kerninflation weiterhin ab \u2013 jedenfalls bislang. Die Kerninflation schliesst frische und saisonale Produkte sowie Energie und Treibstoffe aus und dient so als besserer Indikator f\u00fcr die mittelfristige Preisentwicklung.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Legen die Preise weiter zu?<\/h2>\n<p>Mit 0,6 Prozent befindet sich die Inflation in der Schweiz weiterhin auf einem tiefen Niveau. Allerdings k\u00f6nnte sie in den n\u00e4chsten Monaten zulegen. So sind im Zusammenhang mit der Schliessung der Strasse von Hormus auch die Preise von anderen G\u00fctern gestiegen, insbesondere von erdgasabh\u00e4ngigen chemischen G\u00fctern wie etwa D\u00fcngemitteln. Zudem werden auch erd\u00f6lbasierte G\u00fcter wie Kunststoffe teurer. Entsprechend zeigen Umfragen, dass auch in der Schweiz viele Unternehmen mit steigenden Einkaufspreisen konfrontiert sind.<\/p>\n<p>Dennoch ist nicht davon auszugehen, dass die Inflation wieder auf \u00e4hnlich hohe Werte wie in den Jahren 2022 und 2023 ansteigt. Denn das makro\u00f6konomische Umfeld ist heute anders: Die Konjunktur war in den vergangenen Jahren schw\u00e4cher, der Arbeitsmarkt ist weniger ausgelastet, und die Inflation war unmittelbar vor dem \u00d6lpreisschock sehr tief. Zudem sind die Erd\u00f6lpreise seit der Absichtserkl\u00e4rung USA &#8211; Iran von Mitte Juni wieder gesunken. Die Aussichten h\u00e4ngen aber entscheidend von der weiteren Entwicklung des Konflikts im Mittleren Osten ab.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn einzelne G\u00fcter wie Benzin, Kakao oder Flugreisen teurer werden, liegt noch nicht unbedingt Inflation vor. Im Gegenteil: Relative Preis\u00e4nderungen einzelner G\u00fcter sind ein normaler und wichtiger Bestandteil einer Marktwirtschaft: Sie signalisieren Knappheiten, ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten oder technologische Fortschritte. 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Die Inflation ist aufgrund h\u00f6herer Erd\u00f6lpreise bis auf 0,6 Prozent angestiegen.\r\n\r\n<strong>Konjunkturprognose \u2013 <\/strong>Mit der Krise im Nahen und im Mittleren Osten sind die Erd\u00f6lpreise seit Ende Februar stark angestiegen. Die weitere Entwicklung der Konflikte im Nahen und im Mittleren Osten ist \u00e4usserst unsicher, und davon h\u00e4ngen die wirtschaftlichen Auswirkungen entscheidend ab. Basierend auf den Markterwartungen erh\u00f6ht die Expertengruppe f\u00fcr die vorliegende Konjunkturprognose ihre technische Annahme f\u00fcr die Erd\u00f6lpreise im laufenden und im kommenden Jahr deutlich. Vor diesem Hintergrund erwartet die Expertengruppe vor\u00fcbergehend eine etwas schw\u00e4chere Entwicklung der Schweizer Wirtschaft als noch im M\u00e4rz veranschlagt. F\u00fcr das Jahr 2026 prognostiziert sie ein deutlich unterdurchschnittliches Wachstum des Schweizer BIP von 0,9 Prozent.\r\n\r\n<strong>Szenarien \u2013 <\/strong>Der weitere Verlauf der Konflikte im Nahen und im Mittleren Osten ist mit grosser Unsicherheit behaftet und birgt Risiken f\u00fcr die weltwirtschaftliche Entwicklung. Vor diesem Hintergrund erg\u00e4nzt das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft die Prognose der Expertengruppe um zwei alternative Szenarien.\r\n\r\n<strong>Weltwirtschaft \u2013 <\/strong>Im 1.\u00a0Quartal\u00a02026 wuchs die Weltwirtschaft, gemessen an den wichtigsten Handelspartnern der Schweiz, \u00e4hnlich schnell wie im Vorquartal. Damit fiel das Wachstum etwas schw\u00e4cher aus als erwartet, insbesondere im Euroraum, wo das BIP r\u00fcckl\u00e4ufig war. Insgesamt deuten die Indikatoren auf eine Abschw\u00e4chung der weltwirtschaftlichen Dynamik hin, insbesondere f\u00fcr den Dienstleistungssektor, der zuletzt eine wichtige St\u00fctze des Wachstums darstellte.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/de\/publication?id=IZsPjXfx6NZI\"><img class=\"alignleft wp-image-221940 size-medium\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2026\/06\/Seiten-aus-2026-2-KT-SECO-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" \/><\/a>"},{"kasten_title":"Kasten 2","kasten_box":"<h2 class=\"text__graphic-title\">Weshalb fliessen die Krankenkassenpr\u00e4mien nicht direkt in den LIK ein?<\/h2>\r\nDass die obligatorischen Krankenkassenpr\u00e4mien nicht direkt in den LIK einfliessen, sorgt regelm\u00e4ssig f\u00fcr Diskussionen. Die Abgrenzung ist jedoch methodisch begr\u00fcndet und entspricht dem internationalen Standard. Der LIK soll reine Preis\u00e4nderungen messen. Krankenkassenpr\u00e4mien hingegen widerspiegeln wie auch andere Versicherungspr\u00e4mien das \u00abVolumen\u00bb der bezogenen Gesundheitsleistungen. Eine Pr\u00e4mienerh\u00f6hung kann daher unterschiedliche Ursachen haben: h\u00f6here Preise f\u00fcr medizinische Leistungen, eine gr\u00f6ssere Zahl von Arztbesuchen, mehr Behandlungen oder den Einsatz neuer und teurerer Therapien. W\u00fcrden die Pr\u00e4mien direkt in den LIK aufgenommen, w\u00fcrden Preis- und Mengeneffekte vermischt. Dies widerspr\u00e4che der Zielsetzung, eine spezifische Masszahl f\u00fcr die reine Preisentwicklung bereitzustellen.\r\n\r\nDas BFS berechnet einen Krankenversicherungspr\u00e4mien-Index (KVPI). Dieser zeigt die Pr\u00e4mienver\u00e4nderungen (Grund- und Zusatzversicherung) seit 1999 und deren Auswirkungen auf das \u00fcbrige verf\u00fcgbare Einkommen. 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