{"id":222453,"date":"2026-09-08T06:55:16","date_gmt":"2026-09-08T04:55:16","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=222453"},"modified":"2026-09-08T11:57:23","modified_gmt":"2026-09-08T09:57:23","slug":"mut-zu-echter-nachhaltigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2026\/09\/mut-zu-echter-nachhaltigkeit\/","title":{"rendered":"Mut zu echter Nachhaltigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Der vierte <a href=\"https:\/\/www.agenda-2030.eda.admin.ch\/dam\/de\/sd-web\/tujrA7CfhwEe\/laenderbericht-schweiz-2026_DE.pdf\">L\u00e4nderbericht der Schweiz<\/a> zur Umsetzung der Agenda 2030 f\u00fcr nachhaltige Entwicklung f\u00e4llt ern\u00fcchternd aus: Bei zahlreichen \u00f6kologischen und sozialen UNO-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) liegt die Schweiz deutlich zur\u00fcck. Schlimmer noch: Der Bundesrat scheint die 2015 eingegangenen Verpflichtungen nur noch als Option und nicht mehr als strategische Priorit\u00e4t zu betrachten.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Bilanz hat die Plattform Agenda 2030, ein Netzwerk von mehr als 50\u00a0zivilgesellschaftlichen Schweizer Organisationen, <a href=\"https:\/\/www.plattformagenda2030.ch\/publikationen\/impulspapier-mut-zur-nachhaltigkeit\/\">Empfehlungen<\/a> formuliert, um die Umsetzung der SDGs zu beschleunigen. Die erste Empfehlung besteht darin, die Bedeutung der Agenda 2030 als gemeinsame und verpflichtende Vision f\u00fcr politisches Handeln zu bekr\u00e4ftigen: Die SDGs m\u00fcssen zum Referenzrahmen f\u00fcr Strategien und politische Massnahmen werden. Dazu muss das interdepartementale Direktionskomitee, das f\u00fcr die Umsetzung der Agenda 2030 in der Bundesverwaltung zust\u00e4ndig ist, die Massnahmen der verschiedenen Departemente besser koordinieren.<\/p>\n<p><span class=\"content-quotes\">Mut zu echter Nachhaltigkeit heisst: unser Verst\u00e4ndnis von Wohlstand, Wirtschaft und Gemeinwohl zu \u00fcberdenken.<\/span><\/p>\n<p>Die Plattform Agenda 2030 erwartet vom Bundesrat mehr Mut. Die Schweiz soll 0,7\u00a0Prozent ihres Bruttonationaleinkommens f\u00fcr die internationale Zusammenarbeit aufwenden \u2013 etwa f\u00fcr Entwicklungshilfe, Friedensf\u00f6rderung und die St\u00e4rkung von Demokratie und Menschenrechten. Zudem braucht die Schweiz eine ehrgeizige Strategie, um Armut zu bek\u00e4mpfen und Ungleichheiten zu verringern. Umweltsch\u00e4dliche Subventionen m\u00fcssen abgeschafft und ein ebenso ambitionierter wie verbindlicher Klimaschutzplan verabschiedet werden, damit eine nachhaltige Zukunft f\u00fcr alle gesichert ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine gerechte und tragf\u00e4hige Transformation ist es wichtig, den Vorrang des Wirtschaftswachstums zu hinterfragen und Alternativen zum Bruttoinlandprodukt (BIP) zu entwickeln. Der fundamentale Widerspruch zwischen sozialen Zielen, einer Wirtschaft, die nach unbegrenztem Wachstum strebt, und begrenzten nat\u00fcrlichen Ressourcen wird immer deutlicher. Das zeigt auch die Armutsquote, die in der Schweiz seit Jahren bei rund 8\u00a0Prozent liegt: Wachstum allein reicht nicht zum Abbau sozialer Ungleichheit.<\/p>\n<p>Das BIP darf nicht l\u00e4nger als einziger Wohlstandsindikator gelten. Wir rufen die Schweiz auf, der UNO-Initiative \u00abBeyond GDP\u00bb beizutreten, um aussagekr\u00e4ftigere Indikatoren zu entwickeln. Dabei muss unbedingt das Modell der Donut-\u00d6konomie ber\u00fccksichtigt werden. Dieses Modell misst die Leistung einer Volkswirtschaft daran, ob sie die menschlichen Bed\u00fcrfnisse erf\u00fcllt, ohne die \u00f6kologischen Grenzen der Erde zu \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>Mut zu echter Nachhaltigkeit heisst: unser Verst\u00e4ndnis von Wohlstand, Wirtschaft und Gemeinwohl zu \u00fcberdenken. Die Zivilgesellschaft ist bereit dazu und erwartet dasselbe von der Politik.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der vierte L\u00e4nderbericht der Schweiz zur Umsetzung der Agenda 2030 f\u00fcr nachhaltige Entwicklung f\u00e4llt ern\u00fcchternd aus: Bei zahlreichen \u00f6kologischen und sozialen UNO-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) liegt die Schweiz deutlich zur\u00fcck. Schlimmer noch: Der Bundesrat scheint die 2015 eingegangenen Verpflichtungen nur noch als Option und nicht mehr als strategische Priorit\u00e4t zu betrachten. 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