{"id":222600,"date":"2026-09-04T07:00:22","date_gmt":"2026-09-04T05:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/?p=222600"},"modified":"2026-09-08T09:40:41","modified_gmt":"2026-09-08T07:40:41","slug":"ein-kompass-fuer-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2026\/09\/ein-kompass-fuer-alle\/","title":{"rendered":"Ein Kompass f\u00fcr alle"},"content":{"rendered":"<p>Als die Vereinten Nationen 2015 die Agenda 2030 verabschiedeten, war dies ein historischer Konsens: Alle 193 Mitgliedsstaaten einigten sich damit auf einen Kompass f\u00fcr eine nachhaltigere und gerechtere Welt und auf 17 universal geltende UNO-Nachhaltigkeitsziele (engl.: Sustainable Development Goals, SDGs), welche die zuk\u00fcnftige Innen- und Aussenpolitik bestimmen sollten. 169 Indikatoren machen ihre Fortschritte messbar.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Ein Paradigmenwechsel<\/h2>\n<p>Die Agenda 2030 stellte einen Perspektivenwechsel dar: Globale Entwicklung wurde nicht l\u00e4nger als \u00f6konomischer Aufholprozess der \u00e4rmsten L\u00e4nder verstanden, sondern als Verantwortung aller Staaten \u2013 unabh\u00e4ngig von deren Wohlstand. Ob reich oder arm: Alle L\u00e4nder sollen zum Schutz von Mensch und Planet beitragen \u2013 wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten: In den \u00e4rmsten L\u00e4ndern steht die Reduktion der extremen Armut im Fokus, bei den reichen L\u00e4ndern etwa die Reduktion von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig f\u00fchrte die Agenda 2030 das Leitprinzip \u00abLeaving no one behind\u00bb ein: Niemand soll zur\u00fcckgelassen werden. Fortschritte sollten allen Menschen zugutekommen, unabh\u00e4ngig von Einkommen, Geschlecht, Herkunft, Alter oder k\u00f6rperlichen Einschr\u00e4nkungen.<\/p>\n<p>Die Agenda 2030 steht zudem f\u00fcr einen Wandel im Verst\u00e4ndnis von gesellschaftlichem Fortschritt. \u00dcber Jahrzehnte hinweg galt das Bruttoinlandprodukt (BIP) als die wichtigste Messgr\u00f6sse f\u00fcr den Wohlstand eines Landes. Das BIP ist ein Indikator f\u00fcr die gesamtwirtschaftliche Leistung, erfasst jedoch nicht alle Aspekte der Lebensbedingungen von Menschen. Die 17 UNO-Nachhaltigkeitsziele erg\u00e4nzen das BIP und bieten einen zeitgem\u00e4ssen Massstab f\u00fcr politische Entscheidungen und gesellschaftlichen Fortschritt \u2013 beispielsweise in den Bereichen Gesundheit (SDG 3), Bildung (SDG 4), Arbeit (SDG 8), Konsum (SDG 12), Umwelt (SDG 15) oder Sicherheit (SDG 16).<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Zehn Jahre sp\u00e4ter: Wo stehen wir?<\/h2>\n<p>Die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele waren von Beginn an ambitioniert. Bis 2030 sollten unter anderem extreme Armut, Unterern\u00e4hrung, vermeidbare Kindersterblichkeit sowie Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen beendet werden. Alle Menschen sollten Zugang zu Bildung, sauberem Wasser und Energie erhalten. Zudem sollte Kinderarbeit abgeschafft und sollten CO<sub>2<\/sub>-Emissionen, Lebensmittelverschwendung, Entwaldung, Meeresverschmutzung, Korruption und gewaltsame Konflikte deutlich reduziert werden.<\/p>\n<p>In den vergangenen zehn Jahren erhielten Millionen Menschen Zugang zu Elektrizit\u00e4t, Gesundheitsversorgung, Wasser, Bildung und besserer Ern\u00e4hrung.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Doch weltweit sind nur 16 Prozent der 169 Indikatoren auf Kurs, zum Beispiel verbesserter Zugang zu sauberer Energie. Die meisten anderen Indikatoren zeigen Fortschritte, aber entwickeln sich zu langsam und werden bis 2030 ihr Ziel wahrscheinlich nicht erreichen. Dazu geh\u00f6ren die Reduktion von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen oder die Bek\u00e4mpfung der Unterern\u00e4hrung.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Nachdem extreme Armut zwischen 2010 und 2020 halbiert worden ist, stagniert das Niveau seit 2020 (siehe Abbildung). W\u00e4hrend die wirtschaftliche Ungleichheit zwischen den L\u00e4ndern gesunken ist, hat sie innerhalb vieler L\u00e4nder zugenommen.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a><\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Anteil der Weltbev\u00f6lkerung in extremer Armut stagniert seit 2020<\/h2>\n<div class=\"legacy_chart_custom\"><div class=\"chart chart--normal\" id=\"GUNTHER_09-2026_DE\"><\/div>\n<script>\n\n\n\n$(function () {\n    $('#GUNTHER_09-2026_DE').highcharts({     \n\n chart: {\n        type: 'line'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    subtitle: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n    \n    title: {\n                text: ''\n            },\n        categories: [\n        \n2014,2015,2016,2017,2018,2019,2020,2021,2022,2023,2024\n\n\n],\n\n    },\n    yAxis: [{\n            \/\/ Linke Skala\n            title: {\n                text: 'Anteil an der Weltbev\u00f6lkerung'\n            },\n            labels: {\n                formatter: function () {\n                    return Highcharts.numberFormat(this.value, 0) + '%';\n                }\n            }\n        }, {\n            \/\/ Rechte Skala\n            title: {\n                text: 'Anteil Kinder weltweit'\n            },\n            opposite: true,\n            labels: {\n                formatter: function () {\n                    return Highcharts.numberFormat(this.value, 0) + '%';\n                }\n            }\n        }],\n     tooltip: {\n     headerFormat: '<b>{point.x} <\/b><br>',\n     valueSuffix: '%'\n   \n   \n        },\n    plotOptions: {\n        line: {\n    \n\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            },\n            enableMouseTracking: true\n        },\n        series: {\nmarker: {\nenabled: false\n}\n}\n    },\n    series: [{\n        name: 'Extreme Armut (< 3 Dollar\/Tag)',\n        data: [\n       14.5,13.4,12.6,11.8,11.1,10.8,11.4,11.3,10.9,10.6,10.4\n\n], color: '#f07c2c', \ntooltip: {\n                valueSuffix: '% der Weltbev\u00f6lkerung'\n            }\n    }, {\n        name: 'Unterern\u00e4hrung',\n        data: [\n       7.5,7.7,7.6,7.1,7.3,7.5,8.5,8.8,8.7,8.5,8.2\n\n], color: '#8a2a1d', \ntooltip: {\n                valueSuffix: '% der Weltbev\u00f6lkerung'\n            }\n    }, {\n        name: 'kein Zugang zu Elektrizit\u00e4t',\n        data: [\n       13.8,13.1,11.9,11.1,10.2,9.9,9.6,8.7,8.7,8.4,8.1\n\n], color: '#66b6bc', \ntooltip: {\n                valueSuffix: '% der Weltbev\u00f6lkerung'\n            }\n    }, {\n        name: 'kein Zugang zu Trinkwasser',\n        data: [\n       32.9,32.3,31.7,31.1,30.6,30,29.5,28.9,28.4,27.9,26.3\n\n], color: '#5a7298', \ntooltip: {\n                valueSuffix: '% der Weltbev\u00f6lkerung'\n            }\n    }, {\n        name: 'kein Sekundarschulabschluss (rechte Skala)',\nyAxis: 1,\n        data: [\n       27.3,26.7,26.2,25.6,25,24.5,24,23.5,23.1,22.7,22.3\n\n], color: '#2d5b52', \n tooltip: {\n                valueSuffix: '% aller Kinder weltweit'\n            }\n    }\n           \n           \n           \n           ]\n});\n\n\n\n});\n\n<\/script>\n<\/div>\n<div class=\"diagram-legend\">Quelle: Trinkwasser: WHO\/Unicef\u00a0 (2025), Unterern\u00e4hrung: FAO (2025), Sekundarschulabschl\u00fcsse: Unesco (2026), Elektrizit\u00e4t: Weltbank, zusammengetragen aus verschiedenen Quellen, Armut: Weltbank (2026) \u2013 bearbeitet von Our World in Data\u00a0| Grafik: Die Volkswirtschaft<\/div>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Ist die Agenda gescheitert?<\/h2>\n<p>Ist die Agenda 2030 deshalb gescheitert? Nicht unbedingt. Denn die entscheidende Frage ist nicht nur, welche einzelnen Ziele bis 2030 erreicht werden, sondern auch, wo wir heute ohne die Agenda 2030 stehen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Diese Frage l\u00e4sst sich wissenschaftlich nicht abschliessend beantworten. Es gibt keine zweite Welt ohne UNO-Nachhaltigkeitsziele, mit der man die heutige Situation vergleichen k\u00f6nnte \u2013 und die Klimakrise, die Coronapandemie, j\u00fcngste Kriege und unterbrochene globale Lieferketten pr\u00e4gten dieselbe Zeitspanne. Fest steht: Seit 2015 wurden weltweit viele gesellschaftliche Fortschritte erzielt. Sie reichen allerdings nicht aus, um die gesetzten Entwicklungsziele bis 2030 vollst\u00e4ndig zu erreichen.<\/p>\n<p>Umso besorgniserregender ist deshalb, dass gerade jetzt weltweit die Investitionen in globale Zusammenarbeit massiv gek\u00fcrzt werden \u2013 auch in der Schweiz. Mit 175 Milliarden Dollar Entwicklungsleistungen aller OECD-Staaten sind wir heute wieder auf dem Stand von 2015.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a> Das ist weniger als die H\u00e4lfte des Jahresumsatzes einiger internationaler Grosskonzerne.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist die globale Verm\u00f6gensungleichheit gestiegen: Die reichsten zw\u00f6lf Personen der Welt halten ein gr\u00f6sseres Verm\u00f6gen als die H\u00e4lfte der Menschheit. Eine Verm\u00f6genssteuer von nur 2 Prozent auf das Verm\u00f6gen der 3000 weltweiten Milliard\u00e4re k\u00f6nnte j\u00e4hrlich \u00fcber 200 Milliarden Dollar<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> zur Erreichung der UNO-Nachhaltigkeitsziele mobilisieren \u2013 mehr als die heutigen globalen Entwicklungsleistungen.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">Die Ziele bleiben wichtig \u2013 gerade jetzt<\/h2>\n<p>Sinkende Investitionen in eine nachhaltige Zukunft bei steigender Verm\u00f6gensungleichheit zeigen, wie sich die politischen Priorit\u00e4ten verschieben. Langfristige Investitionen, progressive Steuersysteme und globale Zusammenarbeit haben angesichts geopolitischer Spannungen an Bedeutung verloren.<\/p>\n<p>Dabei zeigen zahlreiche \u00f6konomische Studien: Investitionen in Bildung<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a><a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><\/a> und Umwelt sowie moderat-gehaltene \u00f6konomische Ungleichheit<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> und internationale Zusammenarbeit<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> k\u00f6nnen nicht nur direkt Lebensbedingungen verbessern, sondern auch wirtschaftliches Wachstum f\u00f6rdern. Sie sind kein Luxus erfolgreicher Volkswirtschaften, sondern eine Voraussetzung f\u00fcr langfristigen nationalen Wohlstand und internationalen Frieden. \u00abLeaving no one behind\u00bb ist deshalb nicht nur ein humanit\u00e4res, sondern auch ein wirtschaftspolitisch bedeutsames Prinzip.<\/p>\n<p>Die Agenda 2030 entstand in einer Zeit des starken Multilateralismus. In der heutigen polarisierten und fragmentierten Welt w\u00e4re ihre Verabschiedung wohl kaum mehr m\u00f6glich. Gerade deshalb ist sie heute so wichtig. Die Agenda 2030 ist nicht gescheitert, wenn einige ihrer 17 Ziele bis 2030 verfehlt werden. Sie ist keine Checkliste, sondern ein globaler Kompass f\u00fcr nationales Handeln und internationale Zusammenarbeit. Und ein solcher Kompass ist in politisch und technologisch ungewissen Zeiten wichtiger denn je.<\/p>\n<h2 class=\"text__graphic-title\">F\u00fcr alle und mit allen<\/h2>\n<p>Um die 17 Ziele zu erreichen, wurde das letzte Ziel (SDG 17) hinzugef\u00fcgt, um Partnerschaften \u00fcber L\u00e4nder- und Sektorgrenzen hinweg zu f\u00f6rdern. Die UNO-Nachhaltigkeitsziele sind nicht nur ein Anspruch aller Menschen, sondern auch eine Verpflichtung f\u00fcr Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammenzuarbeiten. Der Wert der Agenda 2030 liegt darin, gemeinsames Handeln \u00fcber Grenzen hinweg zu st\u00e4rken. Auch wenn dies noch nicht immer gelingt, ist sie bereits heute eine gemeinsame Sprache f\u00fcr alle L\u00e4nder und Akteure weltweit.<\/p>\n<p>In den vergangenen zehn Jahren ist das globale BIP von 75 Billionen Dollar um \u00fcber 50 Prozent auf 118 Billionen Dollar gestiegen.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Nutzen wir also den gewachsenen wirtschaftlichen Spielraum und den technologischen Wandel, um die Agenda 2030 weiterzubringen. Auch wenn wir bis 2030 nicht am Ziel sein werden: Die Richtung stimmt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe <a href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/\">Our World in Data<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Sachs et al. (2026).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Chancel et al. (2026).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Siehe OECD (2026).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe Zucman (2024).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Siehe etwa Gethin (2025) sowie Collin und Weil (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Siehe etwa Stiglitz (2012), Van der Weide und Milanovic (2018) sowie Baselgia und Foellmi (2022).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Siehe etwa Arndt et al. (2026) sowie Heidland et al. (2025).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Siehe <a href=\"https:\/\/data.worldbank.org\/indicator\/NY.GDP.MKTP.CD\">World Bank Data<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als die Vereinten Nationen 2015 die Agenda 2030 verabschiedeten, war dies ein historischer Konsens: Alle 193 Mitgliedsstaaten einigten sich damit auf einen Kompass f\u00fcr eine nachhaltigere und gerechtere Welt und auf 17 universal geltende UNO-Nachhaltigkeitsziele (engl.: Sustainable Development Goals, SDGs), welche die zuk\u00fcnftige Innen- und Aussenpolitik bestimmen sollten. 169 Indikatoren machen ihre Fortschritte messbar. Ein [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":4372,"featured_media":223274,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[69,66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[97],"post_content_subject":[122,129],"acf":{"seco_author":4372,"seco_co_author":"","author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Professorin f\u00fcr Entwicklungs\u00f6konomie und Direktorin des Centre for Global Cooperation and Sustainable Development (Nadel), ETH Z\u00fcrich","seco_author_post_occupation_fr":"Professeure d\u2019\u00e9conomie du d\u00e9veloppement, direction du Nadel, Centre d\u2019\u00e9tudes du d\u00e9veloppement et de la coop\u00e9ration \u00e0 l\u2019EPF Zurich","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"Ein Kompass f\u00fcr alle","post_lead":"Die Agenda 2030 war ein historischer Meilenstein. Zehn Jahre nach ihrer Verabschiedung steht sie unter Druck. Doch gerade in einer polarisierten Welt braucht es gemeinsame Ziele und alle L\u00e4nder, um sie zu erreichen \u2013 aus humanit\u00e4ren und wirtschaftlichen Gr\u00fcnden.","post_hero_image_description":"Die Agenda 2030 ist keine Checkliste, sondern ein Kompass f\u00fcr nationales Handeln und internationale Zusammenarbeit. Wetterhahn auf dem Klein Matterhorn, Zermatt VS.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>\r\n \t<li>Arndt, C., S. Jones und F. Tarp (2016). <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1093\/wber\/lhv033\">What Is the Aggregate Economic Rate of Return to Foreign Aid?<\/a>,\u00a0The World Bank Economic Review, Volume 30, Issue 3, October 2016, 446\u2013474.<\/li>\r\n \t<li>Baselgia, E. und Foellmi, R. (2022).\u00a0<a href=\"https:\/\/www.econstor.eu\/handle\/10419\/259361\">Inequality and Growth: a Review on a Great open Debate in Economics<\/a>\u00a0(No. 2022\/5). WIDER Working Paper.<\/li>\r\n \t<li>Chancel, L. et al. (2026). <a href=\"https:\/\/wir2026.wid.world\/www-site\/uploads\/2026\/04\/World_Inequality_Report_2026.pdf\">World Inequality Report 2026<\/a>, World Inequality Lab.<\/li>\r\n \t<li>Collin, M. und D. N. Weil (2020). <a href=\"https:\/\/www.journals.uchicago.edu\/doi\/epdf\/10.1086\/708195\">The Effect of Increasing Human Capital Investment on Economic Growth and Poverty: A Simulation Exercise<\/a>. Journal of Human Capital, 14(1), 43\u201383.<\/li>\r\n \t<li>Gethin, A. (2025). <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1093\/qje\/qjaf033\">Distributional Growth Accounting: Education and the Reduction of Global Poverty, 1980\u20132019<\/a>,\u00a0The Quarterly Journal of Economics, Volume 140, Issue 4, November 2025, 2571\u20132618.<\/li>\r\n \t<li>Heidland, T., M. Michael, M. Schularic und R. Thiele (2025).\u00a0<a href=\"https:\/\/www.econstor.eu\/handle\/10419\/319886\">Identifying Mutual Interests: How Donor Countries Benefit from Foreign Aid<\/a>\u00a0(No. 2291). Kiel Working Paper.<\/li>\r\n \t<li>OECD (2026). <a href=\"https:\/\/www.oecd.org\/en\/data\/insights\/data-explainers\/2026\/04\/a-historic-decline-in-foreign-aid-preliminary-2025-oda-data.html\">A Historic Decline in Foreign Aid: Preliminary 2025 ODA Data<\/a>. 9. April.<\/li>\r\n \t<li>Sachs, J.D., G. Lafortune, G. Fuller und G. Iablonovski (2026). <a href=\"https:\/\/sdgtransformationcenter.org\/reports\/sustainable-development-report-2026\">Implementing Sustainable Development: 2030 and Beyond. Sustainable Development Report 2026<\/a>. Paris: SDSN, Dublin: Dublin University Press.<\/li>\r\n \t<li>Stiglitz, J. E. (2012).\u00a0<a href=\"https:\/\/www.goodreads.com\/book\/show\/16685439-the-price-of-inequality\">The Price of Inequality: How Today's Divided Society Endangers Our Future<\/a>. WW Norton &amp; Company.<\/li>\r\n \t<li>Van der Weide, R. und B. Milanovic (2018). <a href=\"http:\/\/pinguet.free.fr\/weidebranko18.pdf\">Inequality is Bad for Growth of the Poor (but not for that of the Rich)<\/a>. The World Bank Economic Review, 32(3), 507\u2013530.<\/li>\r\n \t<li>Zucman, G. (2024). <a href=\"https:\/\/gabriel-zucman.eu\/files\/report-g20.pdf\">A Blueprint for a Coordinated Minimum Effective Taxation Standard for Ultra-High-Net-Worth Individuals<\/a>. Commissioned by the Brazilian G20 Presidency. Juni 2025.<\/li>\r\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":"","main_focus":[222749,222751],"serie_email":"","frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":"","korrektor":5357,"planned_publication_date":"2026-09-04 05:00:22","original_files":null,"external_release_for_author":"20260908","external_release_for_author_time":"00:05:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/exedit\/6a709e7f0f464"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/222600"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4372"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=222600"}],"version-history":[{"count":34,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/222600\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":223660,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/222600\/revisions\/223660"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5357"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4372"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/222751"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/222749"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/223274"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=222600"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=222600"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=222600"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=222600"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=222600"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=222600"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}