{"id":97789,"date":"2021-11-29T12:17:40","date_gmt":"2021-11-29T12:17:40","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/11\/nouveaux-medicaments-privilegier-la-vitesse-a-la-certitude\/"},"modified":"2023-08-23T22:48:06","modified_gmt":"2023-08-23T20:48:06","slug":"neue-medikamente-tempo-vor-gewissheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/11\/neue-medikamente-tempo-vor-gewissheit\/","title":{"rendered":"Neue Medikamente: Tempo vor Gewissheit?"},"content":{"rendered":"<p>Arzneimittel sind eine zentrale S\u00e4ule moderner Gesundheitssysteme: Nach den station\u00e4ren und ambulanten Leistungen bilden sie den drittgr\u00f6ssten Kostenblock im Gesundheitswesen. Im Jahr 2023 wird der globale Pharmamarkt gem\u00e4ss Sch\u00e4tzungen \u00fcber 1,5 Billionen Dollar Umsatz generieren.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Zur Gr\u00f6sseneinordung: F\u00fcr das Jahr 2018 sch\u00e4tzte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die globalen Gesundheitsausgaben auf 8,3 Billionen Dollar.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Auch die pharmazeutische Forschung und Entwicklung (F&amp;E) l\u00e4uft auf Hochtouren: Zwischen 2010 und 2020 hat die US-Arzneimittelbeh\u00f6rde FDA durchschnittlich 43 neue Medikamente pro Jahr zugelassen.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> In der Schweiz waren es zwischen 2002 und 2020 durchschnittlich 31 (siehe <em>Abbildung\u00a01<\/em>). Dass so viele neue Pharmaprodukte auf den Markt kommen, entspricht dem Wunsch der Bev\u00f6lkerung, der Politik und der Industrie: Potenziell bahnbrechende Therapien sollen so rasch als m\u00f6glich verf\u00fcgbar sein.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: J\u00e4hrliche Zulassungen neuer Medikamente in der Schweiz (2002\u20132020)<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<pre><div class='chart chart--normal' id='Colombo_Abb_1_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Colombo_Abb_1_de').highcharts({\n\n   \n            chart: {\n            type: 'column'\n        },\n              plotOptions: {\/\/ Punkte auf Linie ausblenden\n            series: {\n                marker: {\n                    enabled: false\n                }\n            }\n        },\n           \n        title: {\n            text:  ''\n        }, \n        tooltip: {\n            valueSuffix: ''\n        },\n        xAxis: {\/\/ wenn Beschriftung sehr lang, zwei Zeilen machen, indem man <br> einf\u00fcgt\n            categories: [ '\t2002\t'\t,\n'\t2003\t'\t,\n'\t2004\t'\t,\n'\t2005\t'\t,\n'\t2006\t'\t,\n'\t2007\t'\t,\n'\t2008\t'\t,\n'\t2009\t'\t,\n'\t2010\t'\t,\n'\t2011\t'\t,\n'\t2012\t'\t,\n'\t2013\t'\t,\n'\t2014\t'\t,\n'\t2015\t'\t,\n'\t2016\t'\t,\n'\t2017\t'\t,\n'\t2018\t'\t,\n'\t2019\t'\t,\n'\t2020\t'\t,\n\n            ],\n            \n          labels:{\n          enabled: true ,\n            crosshair: false\n      }\n        },\n        yAxis: {\n   \n            \n            title: {\n                text: ''\n            }\n            , labels: {\n                format: '' \/\/ so wird in der Y-Achse das %-Zeichen eingeblendet\n            },\n        },\n          plotOptions: { \/\/ Punkte auf Linie ausblenden\n            series: {\n                marker: {\n                    enabled: false\n                }\n            }\n        },\n        series: [{showInLegend: true, \/\/ Legende ausblenden \n\n            name: 'Humanarzneimittel',              \n            data: [ 23\t,\n23\t,\n38\t,\n28\t,\n31\t,\n35\t,\n24\t,\n33\t,\n29\t,\n20\t,\n27\t,\n26\t,\n37\t,\n28\t,\n42\t,\n32\t,\n32\t,\n29\t,\n42\t, ]\n      \n\n        }, \n         {\n            type: 'spline', \/\/ Linie\n                    name: 'Durchschnitt Schweiz',\n                    color: '#ee7452', \/\/ Farbe f\u00fcr Linie manuell\n            data: [31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n31\t,\n]\n        }]\n\n});\n\n\n});\n\n\n\n<\/script>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Swissmedic \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/pre>\n<p>Die immer schnellere Entwicklung neuartiger Arzneimittel ist jedoch f\u00fcr Regierungen \u2013 und auch f\u00fcr die Hersteller \u2013 eine Herausforderung. So herrschen zum Zeitpunkt der Markteinf\u00fchrung manchmal betr\u00e4chtliche Ungewissheiten \u00fcber den therapeutischen Nutzen eines neuen Medikaments: Um eine raschere Markteinf\u00fchrung f\u00fcr vielversprechende Behandlungen, zu denen es keine Alternativtherapien gibt, zu erm\u00f6glichen, haben viele Heilmittelbeh\u00f6rden das Zulassungsverfahren beschleunigt. Dies ist insbesondere bei neuen Krebsmedikamenten der Fall. Diese Pr\u00e4parate werden beispielsweise in einem fr\u00fcheren Entwicklungsstadium oder auf der Grundlage von Ersatzkriterien \u2013 etwa indirekte Messungen, die klinisch relevante Ergebnisse wie \u00dcberleben oder verbesserte Lebensqualit\u00e4t vorhersagen sollen \u2013 zugelassen.<\/p>\n<p>Einige Entscheidungen basieren zudem nicht wie \u00fcblich auf randomisierten Studien. Und selbst wenn die Pr\u00e4parate ordentliche Zulassungsverfahren durchlaufen, sind die Erkenntnisse aus den kontrollierten randomisierten Studien nicht immer auf breitere Patientengruppen \u00fcbertragbar, da in diesen Studien beispielsweise sehr alte und sehr junge Menschen oder Personen mit Mehrfacherkrankungen oft nicht vertreten sind.<\/p>\n<h2>Zwei Hauptprobleme<\/h2>\n<p>Aus Sicht der Kostentr\u00e4ger und von Beh\u00f6rden, die neue Behandlungen mittels \u00abHealth Technology Assessments\u00bb (HTA) pr\u00fcfen, stellen sich zwei Hauptprobleme: Erstens gilt es zu bestimmen, ob eine neue Behandlung einen signifikanten Fortschritt gegen\u00fcber bestehenden therapeutischen Alternativen darstellt \u2013 wobei es diesen Zusatznutzen anschliessend monet\u00e4r zu beziffern gilt. Der klinische Zusatznutzen im Sinne von Wirksamkeit, die Kosteneffizienz sowie die finanziellen Auswirkungen anhand von limitierten klinischen Studien zu bestimmen, ist allerdings mit Ungewissheit verbunden. Zweitens, in Kombination mit dem Trend von steigenden Preisen neuer Medikamente ist es f\u00fcr die Beh\u00f6rden schwierig, zuverl\u00e4ssige Entscheidungen zur Kosten\u00fcbernahme und zur Preisgestaltung zu treffen und die daraus resultierenden Gesundheitsausgaben richtig vorherzusehen.<\/p>\n<p>Selbst f\u00fcr Pharmaunternehmen sind schnellere Zulassungen ein zweischneidiges Schwert: Je schlechter die Datenlage zu einem neuen Medikament, desto schwieriger ist es, Kostentr\u00e4ger und HTA-Beh\u00f6rden zu \u00fcberzeugen, ein Medikament in den Leistungskatalog aufzunehmen \u2013 und sich auf einen akzeptablen Preis zu einigen. Ein Markt f\u00fcr ein neues Arzneimittel entsteht vielfach erst, wenn dieses in den Leistungskatalog eines Landes, einer Region oder einer Institution aufgenommen wurde.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a><\/p>\n<h2><strong>Schlechte Datenlage<\/strong><\/h2>\n<p>Einige L\u00e4nder kn\u00fcpfen ihre Verg\u00fctungen an Auflagen.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Diese sogenannten Managed Entry Agreements (MEA) zwischen Kostentr\u00e4gern und der Pharmaindustrie erm\u00f6glichen es, neue Medikamente zu verg\u00fcten und gleichzeitig die Unsicherheiten \u00fcber die finanziellen Auswirkungen oder die klinische Wirksamkeit zu mindern (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Meistens liegt der Fokus der Beh\u00f6rden jedoch auf finanziellen \u00dcberlegungen und weniger auf der Beseitigung von Ungewissheit \u00fcber den therapeutischen Nutzen. In \u00fcber zwei Dritteln der EU-und OECD-Mitgliedsstaaten sind rein finanzielle Manged Entry Agreements in Verwendung.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb.\u00a02. Preisgestaltungsstrategien in OECD-Staaten (2019)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2021\/10\/COLOMBOLOPERTDE.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-108255\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2021\/10\/COLOMBOLOPERTDE.png\" alt=\"\" width=\"1530\" height=\"1464\" \/><\/a><\/h3>\n<p><span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die Grafik basiert auf den Antworten von 24 L\u00e4ndern auf eine OECD-Befragung zu den Herausforderungen beim Zugang zu Krebsmedikamenten. Mehrfachantworten waren erlaubt.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Chapman et al. (2020) \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/p>\n<p>Etwas weniger verbreitet sind behandlungserfolgsabh\u00e4ngige Manged Entry Agreements: Hier ist die Kosten\u00fcbernahme (beziehungsweise die Zahlung an oder die R\u00fcckverg\u00fctung von Unternehmen) direkt an den Behandlungserfolg gekoppelt.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Ein Beispiel ist die erfolgsabh\u00e4ngige Verg\u00fctung auf Patientenebene (\u00abPayment by Result\u00bb), bei der den Herstellern eine Behandlung nur verg\u00fctet wird, wenn der Patient darauf anspricht: Sie kann die Kosteneffizienz verbessern und dazu beitragen, dass die Kostentr\u00e4ger die finanziellen Auswirkungen besser steuern k\u00f6nnen. Andere erfolgsabh\u00e4ngige Modelle orientieren sich nicht am Erfolg einzelner Patienten, sondern haben zum Ziel, Ungewissheit \u00fcber Zusatznutzen und Kosteneffizienz anhand aggregierter Gesundheitsdaten zu mindern \u00a0(\u00abCoverage-with-Evidence-Development\u00bb).<\/p>\n<p>Zu den L\u00e4ndern, die solche erfolgsabh\u00e4ngige Manged Entry Agreements eingef\u00fchrt haben, geh\u00f6ren Italien, Estland, S\u00fcdkorea und das Vereinigte K\u00f6nigreich \u2013 wobei Italien \u00fcber am meisten Erfahrung verf\u00fcgt. Allerdings ist es schwierig, die Ergebnisse dieser erfolgsabh\u00e4ngigen Manged Entry Agreements abzusch\u00e4tzen, da bisher nur wenige L\u00e4nder offizielle Evaluationen durchgef\u00fchrt haben. Aufgrund der Vertraulichkeit der Verg\u00fctungsvereinbarungen k\u00f6nnen zudem kaum unabh\u00e4ngige Untersuchungen gemacht werden. Doch bereits die wenigen verf\u00fcgbaren Daten lassen vermuten, dass Coverage-with-Evidence-Development-Modelle die Ungewissheit \u00fcber den Nutzen auch nicht ausreichend beseitigen k\u00f6nnen. Ihre Anwendung nimmt daher ab.<\/p>\n<p>Weiterhin sehr verbreitet sind hingegen Payment-by-Result-Modelle. Allerdings lassen sich daraus nicht zwingend verl\u00e4ssliche Nachweise zum allgemeinen Nutzen einer Therapie ableiten, da die zum Ausl\u00f6sen der Zahlungen verwendeten Daten nicht immer entsprechend aggregiert und analysiert werden. Die Umsetzung solcher Verg\u00fctungsvereinbarungen und das Sammeln und Analysieren von Daten \u00fcber die Effektivit\u00e4t von Arzneimitteln k\u00f6nnen \u00fcberdies einen erheblichen administrativen Mehraufwand verursachen. Ein harmonisiertes Vorgehen zwischen mehreren L\u00e4ndern und eine zielgerechtere Gestaltung dieser Verg\u00fctungsentscheide mit Auflagen k\u00f6nnten hier zielf\u00fchrend sein.<\/p>\n<h2><strong>Daten aus der Praxis<\/strong><\/h2>\n<p>Andere Ans\u00e4tze umfassen die Verwendung von Daten aus dem medizinischen Alltag. Viele OECD- und EU-L\u00e4nder nutzen solche \u00abReal World\u00bb-Daten, die unter anderem aus elektronischen Patientendossiers stammen, um Daten aus klinischen Studien zu erg\u00e4nzen und Ungewissheiten zur klinischen Wirksamkeit und zur Kosteneffizienz auszur\u00e4umen.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Italien etwa pr\u00fcft anhand von landesweiten Registern, ob Arzneimittel korrekt verwendet und ob die Finanzauflagen von Vereinbarungen mit den Herstellern erf\u00fcllt werden. Zus\u00e4tzlich lassen sich aus diesen Daten Informationen zu Behandlungsdauer und Wirkung der Medikamente gewinnen.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Um die Unsicherheiten bei der Zulassung zu reduzieren, verlangen einige Staaten, dass die Markteinf\u00fchrung eines Medikaments von einer Studie begleitet wird. In Deutschland kann die HTA-Beh\u00f6rde aufgrund neuer Rechtsvorschriften von einem pharmazeutischen Unternehmen beispielsweise verlangen, dass es Daten aus dem medizinischen Alltag vorlegt, um diese ex post in die Nutzenbewertung einfliessen zu lassen.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Dies ist jedoch nur bei Medikamenten m\u00f6glich, die mit Auflagen oder Sonderbewilligung zugelassen wurden, sowie bei Medikamenten f\u00fcr seltene Krankheiten.<\/p>\n<h2><strong>St\u00e4rkere Zusammenarbeit<\/strong><\/h2>\n<p>Eine weitere M\u00f6glichkeit, den Herausforderungen medizinischer und wirtschaftlicher Ungewissheiten bei neuen Medikamenten entgegenzutreten, w\u00e4re eine engere internationale Zusammenarbeit. Dies geht aus einer Umfrage zur Zulassung von Krebsmedikamenten in OECD-L\u00e4ndern hervor.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a> Allerdings \u00e4usserten die Befragten auch Bedenken zur praktischen Durchf\u00fchrbarkeit des Informationsaustausches und zur \u00dcbertragbarkeit nationaler Daten auf andere Bev\u00f6lkerungsgruppen und Gesundheitssysteme.<\/p>\n<p>Bereits heute gibt es grenz\u00fcberschreitende Kooperationen.<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a> J\u00fcngst hat beispielsweise <a href=\"https:\/\/beneluxa.org\/collaboration\">\u00abBeneluxa\u00bb<\/a> \u2013 ein Zusammenschluss der Beneluxstaaten sowie von \u00d6sterreich und Irland \u2013 die erste Preisverhandlung abgeschlossen. Die im Jahr 2015 von Belgien und den Niederlanden lancierte Initiative will den langfristigen Zugang zu innovativen Behandlungen f\u00f6rdern. Die L\u00e4nder arbeiten bei der Planung durch \u00abHorizon Scanning\u00bb, bei Health Technology Assessments und bei den Preis- und Verg\u00fctungsverhandlungen zusammen.<\/p>\n<p>Weitere Beispiele f\u00fcr L\u00e4nderkooperationen in Europa sind das \u00abNordic Pharmaceutical Forum\u00bb sowie die \u00abBaltic Procurement Initiative\u00bb. Beide haben bereits gemeinsame Ausschreibungsverfahren f\u00fcr Arzneimittel und Impfstoffe durchgef\u00fchrt. Noch stehen diese Kooperationen aber am Anfang \u2013 ihr volles Potenzial werden sie erst entfalten, wenn mehr Erfahrungen vorhanden sind.<\/p>\n<p>Nebst einer st\u00e4rkeren internationalen Kooperation sollte die Zusammenarbeit zwischen Zulassungsbeh\u00f6rden, HTA-Beh\u00f6rden und Kostentr\u00e4gern verbessert sowie der gemeinsame Austausch dieser Akteure mit der Pharmaindustrie gest\u00e4rkt werden. Dies k\u00f6nnte der Pharmaindustrie helfen, ihre Forschungs- und Entwicklungsprogramme auf Nachweise auszurichten, die sowohl f\u00fcr die Zulassungsbeh\u00f6rden als auch f\u00fcr die Kostentr\u00e4ger relevant sind. Denn w\u00e4hrend sich klinische Versuche h\u00e4ufig in erster Linie an den Bed\u00fcrfnissen der Zulasser orientieren, st\u00fctzen sich Health Technology Assessments bei der Beurteilung des Nutzens einer Behandlung tendenziell eher auf Ergebnisse zur Lebensqualit\u00e4t und weitere von den Patienten beurteilte Ergebnisse. Eine engere und fr\u00fchere Zusammenarbeit k\u00f6nnte daher zu sicheren Entscheidungen und f\u00fcr alle Beteiligten befriedigenderen Ergebnissen f\u00fchren.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Miglierini (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">WHO (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">OECD (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Ein Leistungskatalog ist eine Liste von Arzneimitteln, die durch eine Krankenversicherung gedeckt sind oder in einem Gesundheitssystem oder einem Spital verschrieben werden k\u00f6nnen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">F\u00fcr eine Beurteilung der Managed Entry Agreements siehe auch Beitrag von Thomas Christen und J\u00f6rg Indermitte (BAG) in dieser Ausgabe.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Wenzl und Chapman (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">OECD (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Montilla et al. (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Deutsches Gesetz f\u00fcr mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung, \u00a7\u00a035a (3b).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Chapman et al. (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">Vogler et al. (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arzneimittel sind eine zentrale S\u00e4ule moderner Gesundheitssysteme: Nach den station\u00e4ren und ambulanten Leistungen bilden sie den drittgr\u00f6ssten Kostenblock im Gesundheitswesen. Im Jahr 2023 wird der globale Pharmamarkt gem\u00e4ss Sch\u00e4tzungen \u00fcber 1,5 Billionen Dollar Umsatz generieren. Zur Gr\u00f6sseneinordung: F\u00fcr das Jahr 2018 sch\u00e4tzte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die globalen Gesundheitsausgaben auf 8,3 Billionen Dollar. 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(2020). <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1787\/4b2e9cb9-en\">Challenges in Access to Oncology Medicines: Policies and Practices Across the OECD and the EU<\/a>. OECD Health Working Papers, Nr. 123.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Miglierini, G. (2019). <a href=\"https:\/\/www.pharmaworldmagazine.com\/emerging-trends-for-the-pharmaceutical-market\">Emerging Trends for the Pharmaceutical Market<\/a>. PharmaWorld, 20. Februar.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Montilla, S., Xoxi, E., Russo, P., Cicchetti, A. und Pani, L. (2015). <a href=\"https:\/\/www.cambridge.org\/core\/journals\/international-journal-of-technology-assessment-in-health-care\/article\/monitoring-registries-at-italian-medicines-agency-fostering-access-guaranteeing-sustainability\/BF154352C4B2CB6BE92706AF4C45CFAC\">Monitoring Registries at Italian Medicines Agency:<\/a><a href=\"https:\/\/www.cambridge.org\/core\/journals\/international-journal-of-technology-assessment-in-health-care\/article\/monitoring-registries-at-italian-medicines-agency-fostering-access-guaranteeing-sustainability\/BF154352C4B2CB6BE92706AF4C45CFAC\"> Fostering Access, Guaranteeing Sustainability<\/a>. Int J Technol Assess Health Care, 31(4): 210\u2013213.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>OECD (2020). <a href=\"https:\/\/www.oecd.org\/els\/health-systems\/routinely-collected-data-to-inform-pharmaceutical-policies.htm\">Using Routinely Collected Data to Inform Pharmaceutical Policies\u00a0:<\/a><a href=\"https:\/\/www.oecd.org\/els\/health-systems\/routinely-collected-data-to-inform-pharmaceutical-policies.htm\"> Analytical Report<\/a>.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>OECD (2021). <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1787\/fea50730-fr\">Health at a Glance\u00a02021:<\/a><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1787\/fea50730-fr\"> OECD Indicators<\/a>.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Vogler, S. et al. (2021). <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC8477421\/\">European Collaborations on Medicine and Vaccine Procurement<\/a>. Bull World Health Organ, 99: 715\u201372.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Wenzl, M. und Chapman, S. (2019). <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1787\/6e5e4c0f-en\">Performance-based Managed Entry Agreements for New Medicines in OECD Countries and EU Member States<\/a>. OECD Health Working Papers, Nr.115.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>WHO (2020). <a href=\"https:\/\/www.who.int\/publications\/i\/item\/9789240017788\">Global Spending on Health 2020:<\/a><a href=\"https:\/\/www.who.int\/publications\/i\/item\/9789240017788\"> Weathering the Storm<\/a>.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":97792,"main_focus":[155834,156687],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":97796,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"107281","post_abstract":"Der \u00f6ffentliche Druck steigt, vielversprechende medizinische Behandlungen rasch zug\u00e4nglich zu machen. 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Generell zielf\u00fchrend w\u00e4re eine st\u00e4rke Zusammenarbeit der Stakeholder \u2013 bei Preisverhandlungen, bei \u00abHealth Technology Assessments\u00bb (HTA) sowie auf internationaler Ebene.","magazine_issue":"20211201","seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[3988,4127],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20211201","original_files":null,"external_release_for_author":"20211127","external_release_for_author_time":"23:00:00","link_for_external_authors":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97789"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5336"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=97789"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97789\/revisions"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3988"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5328"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5336"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156687"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/155834"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97802"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=97789"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=97789"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=97789"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=97789"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=97789"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=97789"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}