{"id":97804,"date":"2021-11-29T12:17:40","date_gmt":"2021-11-29T12:17:40","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/11\/pas-de-medicaments-sans-brevets\/"},"modified":"2023-08-23T22:48:18","modified_gmt":"2023-08-23T20:48:18","slug":"ohne-patente-keine-pharma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/11\/ohne-patente-keine-pharma\/","title":{"rendered":"Ohne Patente keine Pharma"},"content":{"rendered":"<p>Das Schweizer Start-up Neurimmune sorgte dieses Jahr f\u00fcr Schlagzeilen: Sein Alzheimer-Wirkstoff erhielt die Zulassung der US-Pharmaaufsicht. Das Spin-off der Universit\u00e4t Z\u00fcrich hatte die Substanz bereits vor 15 Jahren entwickelt und an das US-Biotechunternehmen Biogen lizenziert.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Noch ganz am Anfang auf dem Weg zum praktisch anwendbaren Erfolg steht das 2017 gegr\u00fcndete Z\u00fcrcher Start-up Anjarium Bioscience. Das Jungunternehmen hat eine neue Methode in der Gentherapie entwickelt. Im September 2021 gelang es Anjarium Bioscience, in einer ersten Finanzierungsrunde neben anderen Risikokapitalgebern den Pharmakonzern Pfizer an Bord zu holen.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Diese zwei Erfolgsgeschichten aus der Schweiz zeigen: Am Anfang einer Firmengr\u00fcndung steht oft eine Idee. In einem zweiten Schritt gilt es Investoren zu finden.<\/p>\n<p>Der Weg von einer neuen Substanz zu einem Medikament ist lang und vor allem teuer. Von \u00fcber 10\u2019000 neuen Substanzen, die in der Grundlagenforschung entstehen, schafft es in der Regel nur eine bis zu einem neuen Medikament.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Alle anderen fallen im Rahmen der pr\u00e4klinischen oder klinischen Forschung aus dem Prozess. Insgesamt verursacht die Entwicklung eines einzelnen Medikaments bis zur Marktreife f\u00fcr den Hersteller Kosten von \u00fcber zwei Milliarden Franken.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Darin sind auch die Kosten gescheiterter Versuche enthalten.<\/p>\n<h2><strong>Patent als Anreiz<\/strong><\/h2>\n<p>Damit ein Investor bereit ist, solche Summen in eine gute Idee zu investieren, braucht er die Sicherheit, dass kein anderes Unternehmen das gleiche Medikament auf den Markt bringen darf. Ohne diese Sicherheit k\u00f6nnten Trittbrettfahrer die Erfindung einfach kopieren \u2013 da Wirkstoffe meist verh\u00e4ltnism\u00e4ssig einfach nachgebaut werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Damit der Markt f\u00fcr neue Medikamente nicht zum Erliegen kommt, gibt es den Patentschutz. Dieser sichert den Herstellern f\u00fcr eine gewisse Zeit eine Monopolstellung. Das Patentsystem bietet somit die notwendigen Anreize, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Um eine Erfindung zur Marktreife zu bringen, k\u00f6nnen Start-ups ihre Erfindungen dank Patentschutz gezielt an andere Unternehmen lizenzieren.<\/p>\n<p>Im Gegenzug f\u00fcr diese zwanzigj\u00e4hrige Exklusivit\u00e4t, die ein Patent bietet, muss der Patentinhaber seine Erfindung offenlegen. Das heisst, er beschreibt in der Patentschrift, wof\u00fcr er genau den Patentschutz erlangen will. Dank dieser \u00abOffenbarung\u00bb ist es beispielsweise f\u00fcr Dritte m\u00f6glich, die Erfindung als Ausgangslage zu verwenden, um sie weiterzuentwickeln oder als Inspiration f\u00fcr neue Forschung zu nutzen. Ist die Schutzfrist abgelaufen, kann die Erfindung auch kommerziell \u2013 also ohne Lizenz des Patentinhabers \u2013 von Dritten genutzt werden. Solche Medikamente, die nach dem gleichen \u00abRezept\u00bb wie das Original hergestellt sind, bezeichnet man als Generika.<\/p>\n<h2><strong>Wichtigste Exportbranche<\/strong><\/h2>\n<p>Auch Roche oder Novartis \u2013 respektive deren Vorg\u00e4ngerfirmen \u2013 waren einmal Start-ups, seither sind sie zu Weltkonzernen gewachsen. Heute hat die Pharmaindustrie f\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft eine entscheidende Bedeutung: Mit rund einem Prozent aller Besch\u00e4ftigten, die in Schweizer Unternehmen arbeiten, erwirtschaftet sie \u00fcber f\u00fcnf Prozent der Schweizer Wertsch\u00f6pfung.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Mittlerweile sind \u00fcber die H\u00e4lfte aller Warenexporte aus der Schweiz Pharmazeutika.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Es verwundert daher nicht, dass die grossen Pharmafirmen zu den aktivsten Patentanmeldern der Schweiz geh\u00f6ren. Gewichtet man die Patentportfolios von Roche und Novartis nach deren wirtschaftlicher Bedeutung, so liegen sie weit vor anderen forschenden und international t\u00e4tigen Schweizer Unternehmen wie ABB oder Nestl\u00e9.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Allerdings lassen sich nicht alle Anreizprobleme f\u00fcr Innovation im Pharmabereich mit Patenten l\u00f6sen. So ist es beispielsweise f\u00fcr Unternehmen nicht attraktiv, Forschungsgelder in Medikamente f\u00fcr Krankheiten zu stecken, die vor allem Patientinnen und Patienten in \u00e4rmeren, meist tropischen L\u00e4ndern betreffen. In diesen F\u00e4llen braucht es alternative Anreizmechanismen. Eine wichtige Rolle bei solchen sogenannten vernachl\u00e4ssigten Tropenkrankheiten spielen externe Geldgeber wie etwa die <a href=\"https:\/\/www.gatesfoundation.org\/our-work\/programs\/global-health\/neglected-tropical-diseases\">Bill &amp; Melinda Gates Foundation<\/a>. Ebenfalls zentral sind staatliche Forschungsbeitr\u00e4ge. Die bekannteste internationale Non-Profit-Organisation, die auch mit Projektgeldern <a href=\"https:\/\/www.eda.admin.ch\/deza\/de\/home\/projekte\/projekte.filterResults.html\/content\/dezaprojects\/SDC\/en\/2010\/7F07741\/phase4?oldPagePath=\/content\/deza\/de\/home\/projekte\/projekte.html\">des Bundes<\/a> unterst\u00fctzt wird, ist die <a href=\"https:\/\/dndi.org\/\">Drugs for Neglected Diseases Initiative<\/a> mit Sitz in Genf.<\/p>\n<h2><strong>Patent als Schutzschild<\/strong><\/h2>\n<p>Patente k\u00f6nnen nicht nur zum Schutz vor Trittbrettfahrern eingesetzt werden. In ausgereiften Schutzstrategien erfahrener Unternehmen werden Patente nicht selten auch dazu benutzt, um beispielsweise Konkurrenten vom eigenen Forschungsgebiet m\u00f6glichst fernzuhalten. Dies geschieht zum Beispiel, indem in einem f\u00fcr ein Unternehmen wichtigen Technologiefeld sehr viele Patente angemeldet werden. Bei Start-ups im Pharmasektor sind Patente zudem \u2013 wie eingangs erw\u00e4hnt \u2013 wichtig f\u00fcr die Investorensuche.<\/p>\n<p>Insgesamt nimmt die Bedeutung von Patenten in Schutzstrategien im Pharmabereich jedoch ab. Immer wichtiger werden Daten aus dem Gesundheitsbereich: So hat sich beispielsweise Roche mit der Analyse und dem Handel von anonymisierten und aggregierten Patientendaten ein neues Standbein geschaffen.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Vorl\u00e4ufig gilt aber noch, dass die Schweiz ohne Pharmaindustrie genauso wenig vorstellbar ist wie eine Pharmaindustrie ohne Patentsystem.<\/p>\n<h2><strong>Unter Beschuss<\/strong><\/h2>\n<p>Gerade in der Covid-19-Pandemie hat sich das Patentsystem als Anreizmechanismus bew\u00e4hrt: Innert Rekordzeit wurden \u00fcber ein Dutzend Impfstoffe gegen Covid-19 entwickelt, zugelassen und industriell produziert. Dennoch ist der Patentschutz nicht unumstritten. So fordern Indien und S\u00fcdafrika im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) seit Herbst 2020, den Patentschutz w\u00e4hrend der Covid-19-Pandemie auszusetzen. Von der Forderung betroffen sind neben Patentrechten aber auch andere Rechte an geistigem Eigentum, und dies mit Bezug auf alles, was im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie steht. An der WTO-Ministerkonferenz von Anfang Dezember 2021 soll hierzu ein Beschluss gefasst werden.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Die Schweiz ist \u00fcberzeugt, dass die Aufhebung des bew\u00e4hrten internationalen Rechtsrahmens der falsche Weg w\u00e4re. Dadurch w\u00fcrden s\u00e4mtliche Produktionspartnerschaften zwischen Inhabern von entsprechenden Patenten und Produzenten rund um den Globus infrage gestellt. Die Schweiz unterst\u00fctzt deshalb stattdessen internationale Initiativen wie Act-A oder die Covax-Facility: Hier arbeiten unter Federf\u00fchrung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verschiedene Akteure aus dem \u00f6ffentlichen und dem privaten Sektor zusammen, um auch \u00e4rmeren L\u00e4ndern den Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu erm\u00f6glichen.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a><\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">NZZ (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">\u00abTages-Anzeiger\u00bb (2021a).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Interpharma (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Interpharma (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Vgl. BAK Economics (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Ohne Wertsachen und Transithandel; siehe <a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch?p=97776\">Beitrag<\/a> von Sergio Aiolfi in diesem Schwerpunkt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Vgl. Bechtold und de Rassenfosse (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">\u00abTages-Anzeiger\u00bb (2021b).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Nach Redaktionsschluss.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">F\u00fcr die offizielle Haltung der Schweiz siehe IGE (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Schweizer Start-up Neurimmune sorgte dieses Jahr f\u00fcr Schlagzeilen: Sein Alzheimer-Wirkstoff erhielt die Zulassung der US-Pharmaaufsicht. 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Basel: Interpharma.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Bechtold, Stefan und de Rassenfosse, Ga\u00e9tan (2019). <a href=\"https:\/\/www.sbfi.admin.ch\/dam\/sbfi\/de\/dokumente\/webshop\/2020\/f-i-studie-6.pdf.download.pdf\/studie_6_langversion.pdf\">Intellectual Property Protection and Innovation in Switzerland<\/a>. Staatssekretariat f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>IGE (2021). <a href=\"https:\/\/www.ige.ch\/de\/uebersicht-geistiges-eigentum\/gesellschaftliche-bedeutung\/gesundheitsaussenpolitik-und-der-zugang-zu-heilmitteln\/suspendierung-trips-abkommen\">Suspendierung des TRIPS-Abkommens w\u00e4hrend der COVID-19-Pandemie?<\/a><\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Interpharma (2021). <a href=\"https:\/\/www.interpharma.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/iph_panorama_D_web-1.pdf\">Panorama Gesundheit 2021<\/a>.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>NZZ (2021). <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/die-fda-erteilt-dem-alzheimer-medikament-von-biogen-die-zulassung-ld.1629203\">Die FDA gibt das Go f\u00fcr eine in der Schweiz entwickelte Therapie gegen Alzheimer<\/a>, 7. Juni.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Tages-Anzeiger (2021a). <a href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/zuercher-biotech-firma-erhaelt-geld-fuer-neue-therapie-von-krankheiten-298457834683\">Pfizer investiert in Gentherapie \u2013 Schweizer Start-up erh\u00e4lt Geld f\u00fcr neue Therapie von Krankheiten<\/a>, 28. September.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Tages-Anzeiger (2021b). <a href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/das-geschaeft-mit-dem-handel-von-patientendaten-456162155941\">Zukunft der Pharmaindustrie \u2013 Das Gesch\u00e4ft mit dem Handel von Patientendaten<\/a>, 29. September.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":97807,"main_focus":[155834,156687],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":97811,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"107293","post_abstract":"Patente sch\u00fctzen Erfinder vor Trittbrettfahrern und sind f\u00fcr potenzielle Investoren eine Garantie f\u00fcr die Substanz im Unternehmen. Mittels Lizenzvergaben erm\u00f6glichen sie zudem die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen. Sie bieten so einen Anreiz, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Die Pharmabranche geh\u00f6rt zu den aktivsten Patentanmeldern der Schweiz. Mit \u00fcber der H\u00e4lfte der Warenexporte hat sie auch f\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft eine grosse Bedeutung. Nicht alle Anreizprobleme im Pharmabereich lassen sich jedoch mit Patenten l\u00f6sen. In diesen F\u00e4llen braucht es alternative Anreizmechanismen. Immer wichtiger werden im Pharmabereich die Analyse und der Handel mit Gesundheitsdaten. Vorl\u00e4ufig gilt aber noch, dass die Schweiz ohne Pharmaindustrie genauso wenig vorstellbar ist wie eine Pharmaindustrie ohne Patentsystem. W\u00e4hrend der Covid-19-Pandemie wurde der Ruf nach Suspendierung des Patentschutzes laut. 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