{"id":97973,"date":"2021-11-01T10:57:53","date_gmt":"2021-11-01T10:57:53","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/11\/une-initiative-du-secteur-prive-veut-encourager-lindustrie-4-0\/"},"modified":"2023-08-23T22:48:33","modified_gmt":"2023-08-23T20:48:33","slug":"eine-privatwirtschaftliche-initiative-will-die-industrie-4-0-beschleunigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/11\/eine-privatwirtschaftliche-initiative-will-die-industrie-4-0-beschleunigen\/","title":{"rendered":"Eine privatwirtschaftliche Initiative will die Industrie 4.0 beschleunigen"},"content":{"rendered":"<p>Was ist die Industrie 4.0? Menschen, Maschinen, Produkte, Systeme und Unternehmen sollen nutzenbringend miteinander vernetzt werden \u2013 entlang der Wertsch\u00f6pfungskette und \u00fcber den Produktlebenszyklus. Das Ziel davon ist, effizienter oder produktiver zu produzieren und mehr Kundennutzen zu generieren. Heute wissen viele, was hinter der Industrie 4.0 steckt, doch f\u00fcr viele produzierende Unternehmen waren im Jahr 2015 diese Konzepte noch neu. F\u00fcr die Vermarktung und den Verkauf vieler L\u00f6sungsanbieter war das ein willkommener Segen. Doch bei den Produktionsunternehmen stieg die Unsicherheit dar\u00fcber, was nun die konkreten n\u00e4chsten Schritte sind, um die vielf\u00e4ltigen Chancen zu nutzen. Deshalb war es an der Zeit, eine Plattform zu schaffen, wo sich die Unternehmen auf neutralem Boden informieren, sensibilisieren, inspirieren und vernetzen konnten. Die Idee f\u00fcr eine Wissenstransfer- und Netzwerkplattform war damit geboren.<\/p>\n<p>Mitte 2015 entstand so die Initiative \u00abIndustrie 2025\u00bb \u2013 eine Non-Profit-Organisation zur Beschleunigung des Themas Industrie 4.0 auf dem Werkplatz Schweiz. Gegr\u00fcndet wurde die Initiative von drei Branchenverb\u00e4nden: dem Verband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie Swissmem, dem Technologieverband SwissT.net und von Asut, dem Verband der Telekommunikationsbranche.<\/p>\n<h2>Komplexit\u00e4t braucht \u00d6kosysteme<\/h2>\n<p>Die Schweizer Industrie ist sehr heterogen und hochkomplex. Den Initianten war von Anfang an klar, dass es unm\u00f6glich ist, entsprechendes Fachwissen aufzubauen, um die Firmen ad\u00e4quat zu unterst\u00fctzen. Die enorme Vielschichtigkeit und die Breite des Themas Industrie 4.0 konnten nur durch ein Netzwerk erschlossen werden. Aus diesem Grund haben wir uns f\u00fcr ein Partnerschaftsmodell entschieden. Mittlerweile sind wir 48 Partner aus unterschiedlichen Disziplinen, welche ihr Wissen und ihre Erfahrungen \u00fcber die Plattform teilen. Darunter sind Telekommunikationsfirmen wie die Swisscom, Technologieunternehmen wie Microsoft und Google oder Forschungsorganisationen wie der Switzerland Innovation Park Biel\/Bienne, der mit der Swiss Smart Factory die erste offene Test- und Demonstrationsplattform zum Thema 4.0 in der Schweiz betreibt (siehe <em>Kasten 1<\/em>).<\/p>\n<p>Das Ziel der Initiative ist es, insbesondere Anschubhilfe zu leisten. Denn die Firmen brauchen auch heute noch Orientierungshilfe im Dschungel von Trends, digitalen Technologien, Methoden und Anwendungsf\u00e4llen. Mit der Initiative bieten wir von praxisnahen Dienstleistungen bis politischer Interessenvertretung eine breite Palette an Aktivit\u00e4ten an. Indem wir durch unsere verschiedenen Aktivit\u00e4ten wie Events, Seminare oder Workshops zus\u00e4tzlich auf die Industrie-4.0-Akteure hinweisen, finden die Industrieunternehmen rasch geeignete Partner f\u00fcr die Umsetzung ihrer Industrie-4.0-Projekte.<\/p>\n<h2>Phase 2 erreicht<\/h2>\n<p>Zu Beginn der Initiative galt es vor allem die Produktionsunternehmen zu sensibilisieren und zu informieren. In zahlreichen Vortr\u00e4gen war es unser Ziel, zu erkl\u00e4ren, was Industrie 4.0 bedeutet und welche Nutzenpotenziale sich daraus ergeben. Zudem war es uns ein starkes Anliegen, die Firmen weg von der wenig erfolgversprechenden Technologiesicht hin zu einer Businesssicht zu bringen. Denn tats\u00e4chlich gibt es viele neue raffinierte Technologien wie etwa k\u00fcnstliche Intelligenz, Augmented Reality oder Blockchain. Das verleitet die Unternehmen zur technologiegetriebenen Umsetzung von Anwendungsf\u00e4llen. Im Vordergrund soll aber immer die Erbringung eines realen Kundennutzens sein, der Kunden und Lieferanten wirtschaftliche Vorteile bringt, unabh\u00e4ngig davon, welche Technologie eingesetzt wird.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich konnten wir aufzeigen, dass die Industrie 4.0 nicht nur als Mittel zur internen Effizienzsteigerung dient, sondern auch ein Innovationstreiber f\u00fcr das Produktangebot ist. Firmen, welche den Einstieg in die Industrie 4.0 suchen, empfehlen wir einen Bottom-up-Ansatz. Das heisst, wir raten ihnen, mit kleinen Digitalisierungsprojekten zu starten, welche eher operativen Bed\u00fcrfnissen entspringen. So k\u00f6nnen schnell Resultate erreicht werden, und das Unternehmen kann daraus f\u00fcr die n\u00e4chsten Schritte lernen.<\/p>\n<p>Heute sind die meisten produzierenden Firmen in der zweiten Phase der Digitalisierung angekommen: Die Firmen haben durch zahlreiche Digitalisierungsprojekte gen\u00fcgend Erfahrungen gesammelt, sie haben die Themen ausserhalb der Technologiediskussion verstanden, und die Industrie 4.0 ist als Innovationstreiber erkannt. In dieser zweiten Phase gilt es das Thema strategisch anzugehen und vor allem: zu fokussieren. Denn gerade im KMU-Umfeld sind die Ressourcen extrem knapp, und die Gefahr, sich durch zu viele Bottom-up-Projekte zu verzetteln, ist gross. Die Erarbeitung einer Digitalstrategie kann helfen, die Effektivit\u00e4t im Thema Industrie 4.0 wiederherzustellen. Wie man eine solche Digitalstrategie erarbeiten kann, haben wir in einer Arbeitsgruppe er\u00f6rtert, und wir haben dazu ein Vorgehen entwickelt.<\/p>\n<h2>Grosser Wissens- und Erfahrungsschatz<\/h2>\n<p>In den ersten Jahren haben wir das Thema Industrie 4.0 vor allem in Form von Events und Referaten auf breiter Ebene vermittelt. Veranstaltungen sind nach wie vor ein wichtiger Pfeiler f\u00fcr uns. Besonders etabliert ist das Industrieforum 2025, das der gr\u00f6sste Event zum Thema ist. Ausserdem organisieren wir die F&amp;E-Konferenz zur Industrie 4.0, welche einen Blick in die nahe Zukunft wirft und die n\u00e4chsten technologischen Entwicklungen aufzeigt. Im Eventportfolio gibt es zudem weitere Formate, welche zum Beispiel die Resultate aus den Arbeitsgruppen vermitteln, oder auch Members-only-Anl\u00e4sse zur St\u00e4rkung der Partnercommunity.<\/p>\n<p>Zunehmend unterst\u00fctzen wir die Produktionsunternehmen auch auf individueller Ebene. So haben wir mehrere Workshops und Tagesseminare im Angebot. Wir nutzen dabei den grossen Wissens- und Erfahrungsschatz unserer Partner. Die Firmen profitieren so mehrfach: von einer steilen Lernkurve, von unterschiedlichen L\u00f6sungsans\u00e4tzen oder von wertvollen Kontakten.<\/p>\n<h2>Langsame digitale Transformation<\/h2>\n<p>\u00abIndustrie 2025\u00bb betreibt aktuell sieben Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themen im Zusammenhang mit der Industrie 4.0 (siehe <em>Kasten 2<\/em>). Das Ziel dabei ist es, immer ein konkretes Angebot f\u00fcr KMU zu erarbeiten. Die Mitglieder der Arbeitsgruppen sind Fachpersonen aus dem Netzwerk sowie Industrie- und Hochschulvertreter. Uns ist es wichtig, dass wir sehr praxisorientierte, KMU-taugliche Angebote erarbeiten. Mit diesem Netzwerk aus L\u00f6sungsanbietern und Dienstleistern sowie mit der Bed\u00fcrfnisseite und der Akademie erreichen wir dieses Ziel gut.<\/p>\n<p>Produktionsunternehmen sind hochkomplex. Die digitale Transformation geht bei Weitem nicht so rasch voran, wie man das im Jahre 2015 anhand einiger Prognosen h\u00e4tte annehmen k\u00f6nnen. Zudem spielt es eine grosse Rolle, in welchem Marktumfeld ein Unternehmen agiert. Viele KMU k\u00f6nnen beim Thema Digitalisierung keine Vorreiterrolle einnehmen und passen sich ihrer Branche an. Erkennbar ist aber eine deutliche Zunahme von Umsetzungsaktivit\u00e4ten hin zur Industrie 4.0. Aus diesen Gr\u00fcnden werden unsere Veranstaltungen und insbesondere die individuellen Angebote von \u00abIndustrie 2025\u00bb immer st\u00e4rker nachgefragt. Wir werden unsere Angebote deshalb weiter ausbauen und relevante Themen verarbeiten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist die Industrie 4.0? Menschen, Maschinen, Produkte, Systeme und Unternehmen sollen nutzenbringend miteinander vernetzt werden \u2013 entlang der Wertsch\u00f6pfungskette und \u00fcber den Produktlebenszyklus. 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In dieser \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Test- und Demofabrik soll ein ganzes Produktions-\u00d6kosystem zeigen, wie die Industrie 4.0 schon heute funktionieren kann. Die SSF entwickelt und betreibt dort verschiedene industrielle Demonstrationsanlagen, die das Potenzial der Industrie 4.0 praxisnah veranschaulichen. Der Innovationspark Biel geh\u00f6rt zu einem Netzwerk von sechs Innovationsparks mit Standorten unter anderem in der N\u00e4he der Technischen Hochschulen in Z\u00fcrich und Lausanne. Der Switzerland Innovation Park Biel\/Bienne erhielt in den ersten Jahren eine Anschubfinanzierung des Kantons Bern. 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Genau hier setzt die im Jahr 2015 gegr\u00fcndete Initiative \u00abIndustrie 2025\u00bb an: Auf breiter Ebene unterst\u00fctzt sie produzierende Unternehmen durch Events, Seminare oder individuelle Workshops mit einem grossen Netzwerk an Fachpersonen. Das Fazit nach sechs Jahren ist positiv: Die neutrale Anlaufstelle wird von der Industrie sehr gesch\u00e4tzt. Und auch Digitalisierungspotenziale sind nach wie vor da, denn die digitale Transformation geht bei Weitem nicht so rasch voran, wie man das im Jahre 2015 anhand einiger Prognosen h\u00e4tte annehmen k\u00f6nnen.","magazine_issue":"20211101","seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[4127],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20211102","original_files":null,"external_release_for_author":"20211011","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97973"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5298"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=97973"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97973\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":165532,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97973\/revisions\/165532"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5298"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156692"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/155841"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97986"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=97973"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=97973"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=97973"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=97973"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=97973"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=97973"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}