{"id":98102,"date":"2021-10-26T16:52:13","date_gmt":"2021-10-26T16:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/10\/accords-de-libre-echange-les-importateurs-paient-trop-de-droits-de-douane\/"},"modified":"2023-08-23T22:48:47","modified_gmt":"2023-08-23T20:48:47","slug":"freihandelsabkommen-importeure-zahlen-zu-viel-zoll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/10\/freihandelsabkommen-importeure-zahlen-zu-viel-zoll\/","title":{"rendered":"Freihandelsabkommen: Importeure zahlen zu viel Zoll"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft ist der internationale Handel von zentraler Bedeutung. Um den Zugang von Schweizer Unternehmen zu wichtigen M\u00e4rkten zu sichern, verf\u00fcgt die Schweiz \u00fcber ein Netzwerk von mehr als 30 Freihandelsabkommen. Im Rahmen dieser Abkommen werden nicht nur bessere Bedingungen f\u00fcr Schweizer Exporteure geschaffen, die Schweiz vereinbart darin auch eine Reduktion oder einen vollst\u00e4ndigen Abbau der Z\u00f6lle auf importierte Waren. Diese Zolleinsparungen erm\u00f6glichen den Unternehmen, Ressourcen und Vorleistungen g\u00fcnstiger aus dem Ausland zu beziehen.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie Freihandelsabkommen werden grunds\u00e4tzlich gut genutzt, wie Untersuchungen des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) zeigen.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Allerdings besteht weiteres Potenzial. So bezahlen Schweizer Importeure insgesamt j\u00e4hrlich \u00fcber 400 Millionen Franken zu viel an Z\u00f6llen. Insbesondere Gross- und Detailh\u00e4ndlern, die Textilien, Sportartikel und Autos importieren, entgehen dadurch Millionenbetr\u00e4ge. Um besser zu verstehen, weshalb diese Branchen die Freihandelsabkommen nicht st\u00e4rker nutzen, hat das Seco im Mai 2021 eine Onlinebefragung durchgef\u00fchrt.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie Umfrage wurde von insgesamt 122 Unternehmen der Branchen Textilien, Sportartikel, Autos und Detailhandel beantwortet. Bei rund drei Vierteln handelt es sich um kleine und mittlere Unternehmen (KMU), ein Viertel sind Grossfirmen mit \u00fcber 250 Mitarbeitenden.&#013;<\/p>\n<h2><strong>Informationsfluss verbessern<\/strong><\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nDie Umfrage macht deutlich: Die befragten Unternehmen sind zu wenig \u00fcber Freihandelsabkommen informiert. Bei der Frage \u00abWie gut f\u00fchlen Sie sich \u00fcber die Bedingungen informiert, welche erf\u00fcllt sein m\u00fcssen, um Freihandelsabkommen zu nutzen?\u00bb nennen die Unternehmen im Durchschnitt einen Wert von 5,7 auf einer 10-Punkte Skala. Bei Unternehmen, die selber verzollen, liegt der Wert deutlich h\u00f6her, bei 7,5 Punkten.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie meisten befragten Unternehmen sprechen sich f\u00fcr mehr Informationsangebote zur Nutzung von Freihandelsabkommen aus: Zwei Drittel w\u00fcnschen sich ein Informationsportal zur Nutzung von Freihandelsabkommen. Mehr als die H\u00e4lfte f\u00e4nde ein Tool zur Berechnung der pr\u00e4ferenziellen Z\u00f6lle hilfreich. Jedes zweite Unternehmen w\u00fcrde ein Angebot von Onlinekursen zur Anwendung von Freihandelsabkommen begr\u00fcssen, und rund 40 Prozent der Befragten fordern generell mehr Informationen zu Freihandelsabkommen. Als Informationsquellen zur Nutzung von Freihandelsabkommen nutzen die Unternehmen heute in erster Linie Spediteure sowie Websites des Bundes (siehe <em>Abbildung)<\/em>.&#013;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Welche Informationsquellen zur Nutzung von Freihandelsabkommen kennen bzw. nutzen Sie? (2021)<\/strong><\/h3>\n<p>&#013;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"Glauser-Hauck-Monnard_DE\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#Glauser-Hauck-Monnard_DE').highcharts({\nchart: {\n            type: 'bar'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        }, \n\n\ntooltip: {\n            pointFormat: '<b>{point.y}<\/b><br\/>',\n            valueSuffix: '%'\n        },\n\n        xAxis: {\n            categories: [\n            '\tSpediteure\t'\t,\n            '\tWebsite der Eidg. 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Lesebeispiel: 66,4 Prozent kontaktieren ihre Spediteure, um sich \u00fcber die Nutzung von Freihandelsabkommen zu informieren.<\/span>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Seco (2021) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nNebst fehlenden Informationen gibt es weitere Gr\u00fcnde daf\u00fcr, weshalb die Importeure die Freihandelsabkommen nicht nutzen. Vielen Unternehmen fehlt beispielsweise ein Ursprungsnachweis des Lieferanten. Einen solchen braucht es jedoch, um von einem Freihandelsabkommen zu profitieren. Weiter erf\u00fcllen einige Waren die Ursprungsregeln nicht, oder es handelt sich um Handelsware aus Drittl\u00e4ndern. Einige Lieferungen von ausserhalb Europas wiederum werden teilweise \u00fcber die EU importiert und dort zuerst verzollt. Als Folge davon k\u00f6nnen sie aufgrund von sogenannten Direktversandregeln nicht mehr pr\u00e4ferenziell in die Schweiz importiert werden. (Direktversandregeln sehen vor, dass Waren, welche im Rahmen eines Freihandelsabkommens verzollt werden, direkt vom Ursprungsland ins Bestimmungsland geliefert werden m\u00fcssen).&#013;<\/p>\n<h2><strong>Wichtige Spediteure<\/strong><\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nKnapp 90 Prozent der Befragten setzen f\u00fcr die Verzollung auf einen externen Dienstleister. In 9 von 10 F\u00e4llen handelt es sich dabei um Spediteure \u2013 also um Firmen, die f\u00fcr den Versand von G\u00fctern verantwortlich sind. Die restlichen Unternehmen, die nicht selber verzollen, \u00fcberlassen die Verzollungen ihren Zulieferern im In- oder Ausland.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nWarum sind externe Dienstleister derart gefragt? Als Hauptgr\u00fcnde nennen die Firmen, die mit einem Spediteur zusammenarbeiten, fehlende interne Ressourcen (70%) sowie eine fehlende Informatikinfrastruktur (62%).&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nGut 60 Prozent der Unternehmen, die mit einem externen Dienstleister zusammenarbeiten, geben an, der Dienstleister nutze bei den Importen ein Freihandelsabkommen; 6 Prozent sind der Meinung, dies sei nicht der Fall. Hingegen weiss fast jedes dritte dieser Unternehmen nicht, ob ihr Verzollungsdienstleister von einem Freihandelsabkommen Gebrauch macht. Auch hier zeigt sich, dass noch Informationspotenzial besteht. Hinzu kommt: Nur wenige Unternehmen vereinbaren mit dem Verzollungsdienstleister vertraglich, dass dieser bei der Verzollung von Lieferungen ein Freihandelsabkommen nutzen muss. Gleichzeitig geben die Unternehmen an, Spediteure seien ihre wichtigste Informationsquelle zur Nutzung von Freihandelsabkommen. Dabei dr\u00e4ngt sich folgende Frage auf: Falls Unternehmen die notwendigen internen Ressourcen aufbauen, um die Verzollung ihrer Importe selbst durchzuf\u00fchren, steigt dadurch auch die Nutzung der Freihandelsabkommen?&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDas Ziel der Seco-Analysen ist es, Massnahmen zu identifizieren, um die Nutzung der Freihandelsabkommen vor allem bei Produkten mit hohem Zollersparnispotenzial zu erh\u00f6hen. Basierend auf den aus der Umfrage gewonnenen Erkenntnissen, pr\u00fcft die Bundesverwaltung nun Massnahmen, inwiefern das Informationsangebot zur Nutzung von Freihandelsabkommen verbessert werden kann. Zudem ist als N\u00e4chstes eine Befragung zur Nutzung von Freihandelsabkommen bei Exportunternehmen geplant.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe\u00a0\u00abNutzung von Freihandelsabkommen\u00bb unter <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Aussenwirtschaftspolitik_Wirtschaftliche_Zusammenarbeit\/Wirtschaftsbeziehungen\/Freihandelsabkommen\/nutzung_freihandelsabkommen.html\">Seco.admin.ch<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft ist der internationale Handel von zentraler Bedeutung. Um den Zugang von Schweizer Unternehmen zu wichtigen M\u00e4rkten zu sichern, verf\u00fcgt die Schweiz \u00fcber ein Netzwerk von mehr als 30 Freihandelsabkommen. 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Die Unternehmen sind generell eher schlecht \u00fcber Freihandelsabkommen informiert und w\u00fcnschen sich bessere Unterst\u00fctzung.","magazine_issue":"20211101","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20211102","original_files":null,"external_release_for_author":"20211024","external_release_for_author_time":"23:00:00","link_for_external_authors":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98102"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4125"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=98102"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98102\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":167791,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98102\/revisions\/167791"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5299"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5196"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4125"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98115"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=98102"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=98102"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=98102"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=98102"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=98102"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=98102"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}