{"id":98539,"date":"2021-07-22T14:37:45","date_gmt":"2021-07-22T14:37:45","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/07\/les-baby-boomers-font-baisser-les-taux-dinteret-reels\/"},"modified":"2023-08-23T22:48:54","modified_gmt":"2023-08-23T20:48:54","slug":"babyboomer-bringen-realzins-zum-sinken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/07\/babyboomer-bringen-realzins-zum-sinken\/","title":{"rendered":"Babyboomer bringen Realzins zum Sinken"},"content":{"rendered":"<p>Seit\u00a0Ende\u00a0der Achtzigerjahre sind die Zinsen\u00a0weltweit sowohl nominal als auch real\u00a0gesunken.\u00a0Auch in der Schweiz\u00a0ist diese Entwicklung zu beobachten. Mittlerweile liegen die Zinsen seit mehreren Jahren\u00a0im\u00a0negativen\u00a0Bereich. Doch was sind die Ursachen und die Auswirkungen der aktuellen Niedrigzinsphase? Das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) hat diese Frage im Rahmen seiner Ressortforschung zum Tiefzinsumfeld untersuchen lassen. Eine Studie der Universit\u00e4t St. Gallen in Zusammenarbeit mit dem Essener RWI sowie der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Z\u00fcrich ist dieser Frage nachgegangen.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>\u00a0Die Autoren haben dazu sowohl Makrodaten von 1870 bis 2016 als auch aktuelle Mikrodatens\u00e4tze basierend auf der KOF-Investitionsumfrage und der Umfrage zur Konsumentenstimmung des Seco analysiert.&#013;<\/p>\n<h2>Gr\u00f6sstenteils demografische Ursachen<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nDie Ursachen des Zinsr\u00fcckgangs werden in der \u00f6konomischen Literatur intensiv diskutiert. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob der Realzins aufgrund langfristiger Faktoren wie des demografischen Wandels oder wegen eines verlangsamten Produktivit\u00e4tswachstums gesunken ist. Eine andere M\u00f6glichkeit w\u00e4re, dass kurzfristige Faktoren wie etwa die Geldpolitik f\u00fcr den Zinsr\u00fcckgang massgebend sind. Sollten l\u00e4ngerfristige strukturelle Gr\u00fcnde daf\u00fcr verantwortlich sein, ist zu erwarten, dass die Zinsen zumindest noch einige Zeit niedrig bleiben, ohne dass es zu einem Anstieg der Inflation kommt.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nUnsere Untersuchungen (siehe <em>Kasten<\/em>) zeigen, dass insbesondere die Altersstruktur der Bev\u00f6lkerung einen plausiblen und statistisch signifikanten Zusammenhang mit dem Realzins<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> aufweist. So zeigen Daten ab 1950 etwa, dass der Anteil der 40- bis 64-J\u00e4hrigen\u00a0signifikant negativ und der Anteil der 15- bis 39-J\u00e4hrigen\u00a0signifikant positiv mit dem Realzins korreliert.\u00a0Das unterschiedliche Sparverhalten dieser Altersgruppen liegt als Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese Effekte nahe. So sparen 40- bis 64-J\u00e4hrige relativ viel, was tendenziell den Zins dr\u00fcckt, 15- bis 39-J\u00e4hrige sparen dagegen weniger. De<span style=\"color: #333333\">r <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"color: #333333\">Ant<\/span><\/span>eil der 65-J\u00e4hrigen und \u00c4lteren war in der Vergangenheit nicht signifikant mit dem Realzins verbunden. Ein Grund daf\u00fcr d\u00fcrfte sein, dass ein h\u00f6herer Anteil \u00e4lterer Personen sowohl das modellierte Ersparnisangebot als auch die Investitionsneigung senkt, wodurch sich der Effekt auf den Realzins aufhebt.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\n\u00dcbertr\u00e4gt man die f\u00fcr die untersuchte L\u00e4ndergruppe identifizierten durchschnittlichen Zusammenh\u00e4nge auf die Schweiz, legen die Ergebnisse nahe, dass der kurzfristige Realzins in der Schweiz demografiebedingt seit 1990 um rund 4 Prozentpunkte gesunken ist (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Damit w\u00fcrde der demografische Wandel rund zwei Drittel des tats\u00e4chlichen R\u00fcckgangs des Realzinses in diesem Zeitraum erkl\u00e4ren.\u00a0Die 4 Prozentpunkte liegen allerdings am oberen Rand des Spektrums bestehender Sch\u00e4tzungen. Zudem sind\u00a0sie\u00a0mit erheblichen Sch\u00e4tzunsicherheiten behaftet.\u00a0Nichtsdestotrotz sind unsere Ergebnisse im Einklang mit weiteren Studien<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> und legen nahe, dass ein bedeutender Teil des Zinsr\u00fcckgangs durch demografische Faktoren erkl\u00e4rt werden kann.&#013;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Gesch\u00e4tzter Einfluss der Demografie auf den Realzins in der Schweiz (1990&shy; bis 2016)<\/h3>\n<p>&#013;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-07-21-um-11.49.34.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-105910\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-07-21-um-11.49.34.png\" alt=\"\" width=\"1780\" height=\"992\" \/><\/a>&#013;<\/p>\n<h2>Demografischer Druck nimmt ab<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nUnsere Ergebnisse zeigen auch, dass der demografische Abw\u00e4rtsdruck auf den Realzins\u00a0seit 2010 nicht weiter zugenommen hat. Eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr ist, dass der Anteil der 40- bis 64-J\u00e4hrigen\u00a0seither\u00a0kaum noch gestiegen ist, w\u00e4hrend der Anteil der 65-J\u00e4hrigen und \u00c4lteren<span style=\"color: #333333\"> konti<\/span>nuierlich zugelegt hat. Anders als in der Periode von 1990 bis 2010 ist dadurch die Sparneigung gemessen an der Investitionsneigung nicht weiter gestiegen.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie Entwicklung\u00a0der Altersstruktur in der Schweiz deutet zudem darauf hin, dass\u00a0in den kommenden Jahren\u00a0kein zus\u00e4tzlicher\u00a0Abw\u00e4rtsdruck auf den Realzins\u00a0zu erwarten ist.\u00a0Denn der Anteil der 40- bis 64-J\u00e4hrigen ist in Zukunft wieder r\u00fcckl\u00e4ufig. Allerdings kommt es vermutlich auch nicht zu einem Zinsanstieg, da der Anteil der 15- bis 39-J\u00e4hrigen\u00a0ebenfalls zur\u00fcckgeht. F\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre\u00a0zeigen die Simulationen\u00a0nahezu keinen\u00a0zus\u00e4tzlichen\u00a0demografischen\u00a0Effekt mehr.\u00a0Diese Ergebnisse sind aber mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Das Spektrum der m\u00f6glichen Entwicklungen ist gross, wie die orangen Fl\u00e4chen in Abbildung 1 zeigen.&#013;<\/p>\n<h2>Positive Wirkung auf BIP<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nUm die Effekte von Zins\u00e4nderungen auf Konsum, Ersparnis und Investitionen in der kurzen\u00a0bis mittleren Frist\u00a0zu quantifizieren, haben wir Zinsschocks mithilfe vom Ausland erzwungener Zins\u00e4nderungen identifiziert.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Die Ergebnisse\u00a0zeigen, dass sich im Durchschnitt der betrachteten L\u00e4ndergruppe eine exogene Zinserh\u00f6hung um 1 Prozentpunkt\u00a0statistisch wie auch \u00f6konomisch signifikant\u00a0negativ auf das reale BIP, den Konsum, die Ersparnis und die Investitionen\u00a0auswirkt. So liegt das reale BIP f\u00fcnf Jahre nach der Zinserh\u00f6hung knapp 2 Prozent niedriger als ohne Zins\u00e4nderung. Die Effekte sind beim Konsum und vor allem bei den Investitionen noch deutlich st\u00e4rker. Auch die reale Ersparnis sinkt nach der Zinserh\u00f6hung zun\u00e4chst deutlich. Nach f\u00fcnf Jahren ist der Effekt jedoch nicht mehr statistisch signifikant von null verschieden.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nUmgekehrt bedeuten diese Ergebnisse, dass der R\u00fcckgang des Realzinses in den vergangenen Jahren den Konsum und die Investitionen im Durchschnitt der betrachteten L\u00e4ndergruppe gest\u00fctzt haben d\u00fcrfte. Da die vorhergehende Analyse ergeben hat, dass zumindest\u00a0demografiebedingt\u00a0kein weiterer R\u00fcckgang des Realzinses zu erwarten ist, d\u00fcrften diese st\u00fctzenden Effekte in den kommenden Jahren allerdings nachlassen.&#013;<\/p>\n<h2>Unternehmen steigern Investitionen<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nDer\u00a0Zusammenhang\u00a0zwischen\u00a0den\u00a0Realzinsen und\u00a0den privaten Investitionen wird mithilfe\u00a0von\u00a0Daten aus der KOF-Investitionsumfrage\u00a0analysiert, wobei zwischen Investitionen in Ausr\u00fcstungen, in Bauten sowie in Forschung und Entwicklung (FuE) unterschieden wird.\u00a0Zwar sind in dieser Befragung keine Angaben \u00fcber die individuell erwarteten\u00a0Realzinsen enthalten. Mithilfe der Erwartungen der Unternehmen zum Wechselkurs des Schweizer Frankens gegen\u00fcber dem Euro lassen sich aber die Inflationserwartungen der Unternehmen sch\u00e4tzen. Zieht man diese vom beobachtbaren Nominalzins ab, resultieren die Realzinserwartungen.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie Ergebnisse zeigen: Unternehmen mit sinkender Realzinserwartung\u00a0erh\u00f6hen ihre Investitionsabsichten\u00a0(siehe <em>Abbildung 2<\/em>).\u00a0Sinkt der Realzins um 1 Prozentpunkt, erh\u00f6hen die Unternehmen ihre Investitionspl\u00e4ne im Durchschnitt um mehr als 10 Prozent.\u00a0Bei Ausr\u00fcstungs- und Bauinvestitionen\u00a0ist der Effekt\u00a0statistisch signifikant: Sinkt der Realzins um 1 Prozentpunkt, steigen diese beiden Investitionskategorien um 11,5 Prozent beziehungsweise 13,3 Prozent. Bei Investitionen in FuE ist der Zusammenhang mit den Realzinsen\u00a0weniger deutlich.\u00a0F\u00fcr diese\u00a0Ausgabenkategorie\u00a0sind die Zukunftsaussichten\u00a0der Unternehmen\u00a0bedeutender. Erwarten die Unternehmen, dass sich die Gesch\u00e4ftslage in ihrer Branche in den n\u00e4chsten sechs Monaten verbessern wird, erh\u00f6hen sie\u00a0ihre\u00a0FuE-Investitionen um 12,2 Prozent.&#013;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Auswirkungen niedriger Realzinsen auf Unternehmensinvestitionen<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-07-21-um-11.49.40.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-105909\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-07-21-um-11.49.40.png\" alt=\"\" width=\"1806\" height=\"1054\" \/><\/a><\/h3>\n<p>&#013;<br \/>\n&nbsp;&#013;<\/p>\n<h2>Inflationserwartungen von Haushalten entscheidend<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nDie Auswirkungen der\u00a0Realzinsen\u00a0auf das individuelle Konsum- und Sparverhalten der Schweizer Haushalte wurde mithilfe der Seco-Umfrage zur Konsumentenstimmung analysiert.\u00a0Das Konsumverhalten wird dabei durch die Frage\u00a0erfasst, ob momentan ein guter Zeitpunkt f\u00fcr gr\u00f6ssere Anschaffungen ist.\u00a0Erg\u00e4nzend wird die Wahrscheinlichkeit erhoben, im kommenden Jahr insgesamt zu sparen. Da die\u00a0privaten Haushalte nicht nach ihren Realzinserwartungen befragt werden, ist es auch bei dieser Analyse notwendig, aus den Antworten zu den Inflationserwartungen\u00a0auf die erwarteten Realzinsen zu schliessen.\u00a0Im Unterschied zur Investitionsumfrage werden\u00a0in der Umfrage zur Konsumentenstimmung allerdings nur qualitative\u00a0Angaben erfragt.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie Ergebnisse deuten darauf hin, dass die privaten Haushalte bei h\u00f6heren Inflationserwartungen und damit niedrigeren Realzinsen gr\u00f6ssere Anschaffungen zur\u00fcckstellen. Gleichzeitig erwarten sie, dass sie weniger sparen k\u00f6nnen. Dies spricht daf\u00fcr, dass die Haushalte gemeinsam mit einer steigenden Inflation auch Einkommensr\u00fcckg\u00e4nge erwarten.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Die Ergebnisse zeigen darum keine eindimensionale Wirkung des Realzinses auf Konsum- und Sparquote. Zwar deuten die Makrodaten darauf hin, dass sinkende Zinsen den Konsum erh\u00f6hen; sind diese aber mit schlechteren Zukunftsaussichten verbunden, geht der Effekt gem\u00e4ss Konsumentenbefragung in die Gegenrichtung.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie Realzinsen werden von einer Vielzahl von Variablen bestimmt, sodass eine Prognose der zuk\u00fcnftigen Entwicklung schwierig ist. Die Ergebnisse unserer Studie legen allerdings nahe, dass die ver\u00e4nderte Altersstruktur der Bev\u00f6lkerung zum R\u00fcckgang des Realzinses beigetragen hat, dass dieser Druck in Zukunft aber nachlassen wird. Allerdings d\u00e4mpfen die Ergebnisse auch die Hoffnung, dass die Zinsen aufgrund demografischer Effekte bald wieder kr\u00e4ftig steigen werden. Als positiven Effekt d\u00fcrften die niedrigen Zinsen in der Schweiz insbesondere Unternehmensinvestitionen angeregt haben. Die f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Wirtschaftsentwicklung bedeutsamen Forschungs- und Entwicklungsaktivit\u00e4ten werden nach den Ergebnissen dieser Studie weniger von den Realzinsen, sondern von den Gesch\u00e4ftsaussichten der Unternehmen bestimmt. Gleichzeitig stellen die Haushalte in Erwartung sinkender Realzinsen und damit steigender Inflation gr\u00f6ssere Anschaffungen zur\u00fcck.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe F\u00f6llmi et al. (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Gemessen an der inflationsbereinigten Rendite auf kurzfristige Staatsanleihen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe etwa Lunsford und West (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Siehe Jord\u00e0 et al. (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe Coibion et al. (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit\u00a0Ende\u00a0der Achtzigerjahre sind die Zinsen\u00a0weltweit sowohl nominal als auch real\u00a0gesunken.\u00a0Auch in der Schweiz\u00a0ist diese Entwicklung zu beobachten. Mittlerweile liegen die Zinsen seit mehreren Jahren\u00a0im\u00a0negativen\u00a0Bereich. Doch was sind die Ursachen und die Auswirkungen der aktuellen Niedrigzinsphase? Das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) hat diese Frage im Rahmen seiner Ressortforschung zum Tiefzinsumfeld untersuchen lassen. 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National Bureau of Economic Research.<\/li>&#13;\n \t<li>F\u00f6llmi, Reto, Niklas Isaak, Philipp J\u00e4ger, Torsten Schmidt und Pascal Seiler (2021). <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/wirtschaftslage---wirtschaftspolitik\/wirtschaftspolitik\/Wachstumpolitik\/tiefzinsumfeld-investitionen.html\">Ursachen und Wirkungen der Tiefzinsphase \u2013 Eine empirische Analyse mit Mikro- und Makrodaten<\/a>. Grundlagen f\u00fcr die Wirtschaftspolitik Nr.\u00a026. Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft SECO, Bern, Schweiz.<\/li>&#13;\n \t<li>Jord\u00e0, \u00d2scar, Moritz Schularick und Alan M. Taylor (2020). <a href=\"https:\/\/ideas.repec.org\/a\/eee\/moneco\/v112y2020icp22-40.html\">The Effects of Quasi-Random Monetary Experiments<\/a>.\u00a0Journal of Monetary Economics 112: 22\u201340.<\/li>&#13;\n \t<li>Lunsford, Kurt G. und Kenneth D. West (2019). Some Evidence on Secular Drivers of US Safe Real Rates. American Economic Journal: Macroeconomics 11(4): 113\u2013139.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Methodik","kasten_box":"Eine Analyse mithilfe einfacher Regressionsmodelle hat gezeigt, dass in der Vergangenheit insbesondere die Altersstruktur der Bev\u00f6lkerung einen plausiblen und statistisch signifikanten Zusammenhang mit dem Realzins aufgewiesen hat.[fnd]F\u00fcr Details siehe F\u00f6llmi et al. (2021)[\/fnd] Wir untersuchen den demografischen Effekt auf den Realzins daher im Rahmen eines vektorautoregressiven Modells genauer, welches es erlaubt, den Zusammenhang zwischen mehreren Einflussgr\u00f6ssen und dem Zins gemeinsam zu analysieren. Konkret wird ein\u00a0Modell\u00a0analog zu\u00a0Aksoy et al. (2019) mit sechs endogenen Variablen (Realzins, Investitions- und Sparquote, BIP-Wachstum, Inflationsrate und Arbeitsstunden) verwendet. Als exogene demografische Variablen\u00a0gehen\u00a0in das Modell die Anteile von\u00a0vier\u00a0Altersgruppen\u00a0an der Gesamtbev\u00f6lkerung\u00a0ein\u00a0(0\u201314, 15\u201339, 40\u201364, 65+).\u00a0Dieses\u00a0Modell\u00a0wird f\u00fcr die Nachkriegsperiode\u00a0(1950\u20132016) f\u00fcr 17 L\u00e4nder (inkl. der Schweiz)\u00a0gesch\u00e4tzt."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":98542,"main_focus":[155855,156702],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":98546,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"104826","post_abstract":"Was sind die Ursachen f\u00fcr den R\u00fcckgang der Realzinsen in den vergangenen Jahren? Haben l\u00e4ngerfristige Faktoren zu anhaltend sinkenden Zinsen gef\u00fchrt, oder sind vor\u00fcbergehende Faktoren daf\u00fcr verantwortlich? Und: Was sind die Auswirkungen davon? Eine Studie im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) kommt zu dem Ergebnis, dass der demografische Wandel einen bedeutenden Beitrag zum Zinsr\u00fcckgang geleistet haben d\u00fcrfte. Eine Analyse mit Mikro- und Makrodaten zeigt, dass sinkende Zinsen mit einer Ausweitung der Unternehmensinvestitionen einhergehen. Die Effekte auf den privaten Konsum sind weniger eindeutig. So deutet eine Analyse mit Makrodaten mehrerer L\u00e4nder zwar darauf hin, dass sinkende Zinsen die Konsumnachfrage insgesamt erh\u00f6hen; die Konsumentenbefragung f\u00fcr die Schweiz zeigt jedoch, dass die privaten Haushalte gr\u00f6ssere Anschaffungen zur\u00fcckstellen, wenn sie mit k\u00fcnftig sinkenden Realzinsen und steigender Inflation rechnen.","magazine_issue":"20210809","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[3988,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20210802","original_files":null,"external_release_for_author":"20210708","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98539"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5261"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=98539"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98539\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":167825,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98539\/revisions\/167825"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3988"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5262"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4049"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4337"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4335"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5261"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156702"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/155855"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98552"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=98539"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=98539"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=98539"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=98539"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=98539"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=98539"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}