{"id":98569,"date":"2021-07-22T14:37:45","date_gmt":"2021-07-22T14:37:45","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/07\/le-secteur-public-profite-des-taux-bas-malgre-le-frein-a-lendettement\/"},"modified":"2023-08-23T22:49:43","modified_gmt":"2023-08-23T20:49:43","slug":"trotz-schuldenbremse-die-oeffentliche-hand-nutzt-die-tiefzinsphase","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/07\/trotz-schuldenbremse-die-oeffentliche-hand-nutzt-die-tiefzinsphase\/","title":{"rendered":"Trotz Schuldenbremse: Die \u00f6ffentliche Hand nutzt die Tiefzinsphase"},"content":{"rendered":"<p>Die Frage nach der angemessenen H\u00f6he \u00f6ffentlicher Investitionen wird seit je kontrovers diskutiert \u2013 und dies unabh\u00e4ngig von der konkreten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der politischen Gemengelage. In den vergangenen Jahren waren insbesondere niedrige Zinsen und strenge Fiskalregeln der Anstoss zu dieser Debatte. Kritiker der Schuldenbremse argumentieren, dass die g\u00fcnstigen Refinanzierungsm\u00f6glichkeiten eine ideale Gelegenheit b\u00f6ten, um zukunftsweisende Investitionen zu t\u00e4tigen. Der Investitionsbedarf ist ihrer Ansicht nach in vielen Bereichen \u00fcberf\u00e4llig. So sei beispielsweise dem Klimawandel entgegenzutreten, und die Digitalisierung der \u00f6ffentlichen Einrichtungen m\u00fcsse konsequent vorangetrieben werden; \u00f6ffentliche Angebote in der Verwaltung und dem \u00f6ffentlichen Nahverkehr sollten zudem durch Investitionen an eine zunehmend \u00e4lter werdende Gesellschaft angepasst werden.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie Begr\u00fcndung, weshalb eine solche Investitionsoffensive ausbleibt, ist sodann schnell gefunden:<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Die Schuldenbremsen auf Bundes- und Kantonsebene w\u00fcrden die Handlungsm\u00f6glichkeiten der \u00f6ffentlichen Hand zu stark beschneiden. Kritiker von (strengen) Schuldenbremsen wollen erkannt haben, dass wesentliche \u00f6ffentliche Investitionen zur\u00fcckgehalten werden, weil Bundes- und Kantonsgesetze einen ausgeglichenen Haushalt f\u00fcr wichtiger erachten als Zukunftsinvestitionen. Sollten die Bef\u00fcrworter der Aufweichung oder Abschaffung von Schuldenbremsen hiermit recht behalten, k\u00f6nnte die zur\u00fcckhaltende Investitionst\u00e4tigkeit des Staates einen gesamtwirtschaftlichen Wohlstandsverlust mit sich bringen.&#013;<\/p>\n<h2>Verhinderte Investitionen?<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nIm Rahmen seiner Ressortforschung hat das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) die Ursachen und Auswirkungen des Tiefzinsumfeldes in mehreren Studien untersuchen lassen. Im Auftrag des Seco hat das Walter-Eucken-Institut aus Freiburg im Breisgau gemeinsam mit der Universit\u00e4t Luzern empirisch untersucht, inwieweit die Kantone und Gemeinden in der Schweiz die Tiefzinsphase nutzen, um ihre Investitionst\u00e4tigkeiten auszuweiten. Dar\u00fcber hinaus interessiert uns, ob kantonale Schuldenbremsen eine Investitionsoffensive trotz sinkender Zinsen verhindern.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nUm es gleich vorweg zu sagen: Die Studie kann diese These nicht best\u00e4tigen. Vielmehr finden sich Hinweise, dass Kantone mit strengen Verschuldungsregeln besonders deutlich auf sinkende Zinsen reagieren, indem sie ihre Investitionen ausweiten. Dieses Ergebnis ist ein Hinweis darauf, dass strenge und gesetzlich verankerte Fiskalregeln vielmehr pr\u00e4ventiv und weniger korrektiv wirken. Oder anders ausgedr\u00fcckt: Politiker und Verantwortliche der \u00f6ffentlichen Verwaltung passen ihr Verhalten im Sinne einer Fiskalregel zwar an, dies hindert sie jedoch nicht daran, auf gesamtwirtschaftlich g\u00fcnstige Situationen angemessen zu reagieren (beispielsweise auf eine unerwartete Zinssenkung durch die Ausweitung von Investitionsausgaben).<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#013;<\/p>\n<h2>R\u00fcckl\u00e4ufige Kantonsinvestitionen<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nVon 1991 bis in die Mitte der Nullerjahre waren die Investitionsausgaben<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> von Schweizer Gemeinden r\u00fcckl\u00e4ufig. Danach, zwischen den Jahren 2007 und 2009, stiegen sie an und stabilisierten sich auf h\u00f6herem Niveau (siehe <em>Abbildung<\/em>). Anders auf Kantonsebene: Dort sind die durchschnittlichen Investitionsausgaben seit 1991 r\u00fcckl\u00e4ufig. Diese Entwicklung bei den Kantonen ist im Trend ungebrochen und weist keine aussergew\u00f6hnlichen Ausschl\u00e4ge auf. In der deskriptiven Betrachtung der Abbildung l\u00e4sst sich die These, ob fallende Zinskosten zu steigenden \u00f6ffentlichen Investitionsausgaben f\u00fchren, allerdings nicht abschliessend untersuchen. Ebenso wenig l\u00e4sst sich so ein kausaler Zusammenhang zwischen sinkenden Bruttoinvestitionen und der Einf\u00fchrung oder Versch\u00e4rfung von Fiskalregeln beweisen (beispielsweise in den Jahren 1996 oder 2003, als mehrere Kantone ihre Fiskalregeln deutlich versch\u00e4rften). Antworten auf solche Fragen kann nur eine empirische Untersuchung geben.&#013;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Entwicklung von Investitionsausgaben in Schweizer Kantonen und Gemeinden (1991 bis 2018)<\/h3>\n<p>&#013;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='08-09_2021_Feld-Schaltegger-Bury-Weber-Zell_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#08-09_2021_Feld-Schaltegger-Bury-Weber-Zell_de').highcharts({  \n\nchart: {\n        zoomType: 'xy'\n    },\n    title: {\n        text: '',\n        align: 'left'\n    },\n    subtitle: {\n        text: '',\n        align: 'left'\n    },\n    xAxis: [{\n        categories: 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\/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.efv.admin.ch\/efv\/de\/home\/themen\/finanzstatistik\/daten.html\">Eidgen\u00f6ssische Finanzverwaltung, Finanzstatistik<\/a> [Stand: 15.04.21] \/ eigene Darstellung der Autoren \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie empirische Untersuchung in der Studie konzentriert sich auf die Entwicklung \u00f6ffentlicher Investitionsausgaben zwischen den Jahren 2009 und 2018: In diesem Zeitraum nach der weltweiten Finanzkrise war der Leitzins der SNB sehr niedrig, teilweise sogar negativ. Untersuchungsgegenstand sind alle 26 Kantone sowie alle Gemeinden mit \u00fcber 5000 Einwohnern.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nIm ersten Analyseschritt untersuchen wir mit einem linearen Regressionsmodell, gesch\u00e4tzt in ersten Differenzen, inwieweit eine Ver\u00e4nderung in den kantons- und gemeindespezifischen Fremdkapitalkosten Auswirkungen auf die Ver\u00e4nderung der jeweiligen Investitionsausgaben hat. F\u00fcr beide f\u00f6deralen Ebenen zeigt sich, dass eine Senkung der kantons- oder gemeindeeigenen Fremdkapitalkosten mit einer Erh\u00f6hung \u00f6ffentlicher Investitionsausgaben einhergeht. Besonders deutlich ausgepr\u00e4gt ist dieser Zusammenhang bei Bauinvestitionen und bei Investitionen im Bildungssektor.&#013;<\/p>\n<h2>Kantonale Fiskalregeln nicht hemmend<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nDoch trotz des Resultats, dass niedrigere Fremdkapitalkosten mit h\u00f6heren \u00f6ffentlichen Investitionen korrelieren, bleibt die Frage offen, ob \u00f6ffentliche Investitionsentscheidungen bei einer Zinssenkung ohne Fiskalregeln umfangreicher ausgefallen w\u00e4ren. Um diese Frage zu untersuchen, unterteilen wir f\u00fcr eine Differenzen-von-Differenzen-Identifikationsstrategie die 26 Kantone in zwei Gruppen: Kantone mit strengen und Kantone mit lockeren Fiskalregeln (siehe <em>Kasten<\/em>). W\u00e4hrend die Kantone St. Gallen, Wallis und Solothurn die strengsten Fiskalregeln haben, sind die Schuldenbremsen von Luzern, Jura und Basel-Stadt eher grossz\u00fcgig. Der Kanton Appenzell Innerrhoden, der als einziger keine gesetzliche Schuldenbremse besitzt, wurde der Gruppe mit weniger strengen Fiskalregeln zugeordnet.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nSodann untersuchen wir, ob die Kantone dieser beiden Gruppen unterschiedlich auf ein unerwartetes Ereignis reagieren, auf dessen Eintritt und Ausmass sie keinen Einfluss nehmen k\u00f6nnen. Besagtes unerwartetes Ereignis war die deutliche Leitzinssenkung der SNB in Zusammenhang mit der Aufl\u00f6sung der Franken-Euro-Wechselkursbindung am 15. Januar 2015. Wir nutzen die Tatsache, dass der Leitzins einen direkten Einfluss auf die Renditeentwicklung von schweizerischen Staatsanleihen und auf die Konditionen hat, zu denen sich die \u00f6ffentliche Hand verschulden kann.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nW\u00fcrden strenge Fiskalregeln eine Ausweitung von Investitionen bei sinkenden Zinsen verhindern, k\u00f6nnten Kantone mit sehr strengen Fiskalregeln ihre \u00f6ffentlichen Investitionen nach der Leitzinssenkung kaum oder \u00fcberhaupt nicht erh\u00f6hen. Doch diese These best\u00e4tigt sich in keiner Modellspezifikation.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Im Gegenteil: Kantone mit strengen Fiskalregeln bauten nach dem Zinsschock ihre Investitionen sogar deutlicher aus als Kantone mit lockeren Fiskalregeln. Zudem stiegen die Bruttoinvestitionen ab dem Jahr 2015 nur in Kantonen mit strengen Fiskalregeln steil an; dies ist ein weiteres Argument gegen die genannte Kritik an Schuldenbremsen.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDer grosse Nutzen strenger Fiskalregeln liegt weniger in der Korrektur von fiskalischen Verfehlungen als vielmehr in ihrer pr\u00e4ventiven Wirkung. Politische Entscheidungstr\u00e4ger passen ihr Verhalten den gesetzlichen Gegebenheiten an. Fiskalregeln sind somit dann nachhaltig wirksam, wenn sie als langfristige Gegebenheit wahrgenommen werden.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a><\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe die Diskussion von Feld et al. (2019) mit H\u00fcther, S\u00fcdekum (2019) sowie Fratzscher et al. (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Feld et al. (2021). Verf\u00fcgbar auf <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/wirtschaftslage---wirtschaftspolitik\/wirtschaftspolitik\/Wachstumpolitik\/tiefzinsumfeld-investitionen.html\">Seco.admin.ch<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Zur Wirkung von Fiskalregeln auf (transparentere) Verhaltensweisen von politischen Entscheidungstr\u00e4gern siehe erg\u00e4nzend Luechinger und Schaltegger (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">In der Studie werden Investitionsausgaben im Sinne der Kontengruppe 5 des schweizerischen Rechnungslegungssystems f\u00fcr \u00f6ffentliche Haushalte (HRM2) definiert.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe Grisse, Schumacher (2017) und Lengwiler et al. (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">F\u00fcr den zinssenkenden Effekt von Fiskalregeln siehe Feld et al. (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Siehe Burret und Feld (2018a); Burret und Feld (2018b); Schaltegger und Salvi (2017); Schaltegger und Salvi (2019) sowie Schaltegger und Weder (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frage nach der angemessenen H\u00f6he \u00f6ffentlicher Investitionen wird seit je kontrovers diskutiert \u2013 und dies unabh\u00e4ngig von der konkreten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der politischen Gemengelage. In den vergangenen Jahren waren insbesondere niedrige Zinsen und strenge Fiskalregeln der Anstoss zu dieser Debatte. 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Nein, lautet das Fazit einer Studie. Sie entkr\u00e4ftet damit ein altes Vorurteil.","post_hero_image_description":"Das Theater St. Gallen noch vor der aktuellen Sanierung. Der Ostschweizer Kanton hat strenge Fiskalregeln.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"Keystone","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"Quantifizierung von Fiskalregeln","kasten_box":"Um die Kantone hinsichtlich der Strenge ihrer Fiskalregeln zu sortieren und in Gruppen einzuteilen, m\u00fcssen die entsprechenden Gesetzestexte in eine quantitative Skala \u00fcbergef\u00fchrt werden. Zur Quantifizierung von Fiskalregeln orientieren wir uns an Yerly (2013). Wir greifen die dort definierten sechs Komponenten auf und schreiben den Index bis zum Jahr 2018 fort. Zur konsistenten Bewertung innerhalb des Beobachtungszeitraums weichen wir in einigen F\u00e4llen von Yerly (2013) ab. Die sechs Komponenten bewerten folgende Bereiche:&#13;\n&#13;\n&nbsp;&#13;\n&#13;\n1) die <em>Rechtsquelle<\/em> (Ist die Fiskalregel in der Verfassung, einem formellen Gesetz oder einer Verordnung festgeschrieben?),&#13;\n&#13;\n2) <em>Budget<\/em> und <em>Jahresrechnung <\/em>(Ber\u00fccksichtigt die Fiskalregel die Elemente der Haushaltsplanung und -durchf\u00fchrung gleichermassen?),&#13;\n&#13;\n3) die <em>Bestandteile der Jahresrechnung\/des Budgets<\/em>, die ausgeglichen sein m\u00fcssen (Gibt es Ausnahmen f\u00fcr Investitionsausgaben oder Schuldentilgung?),&#13;\n&#13;\n4) der <em>Zeitpunkt<\/em>, bis wann ein Haushalt ausgeglichen sein muss,&#13;\n&#13;\n5) <em>Symmetrie von Abschreibung und Schuldentilgung<\/em> (Wenn Kredite f\u00fcr Investitionsausgaben erlaubt sind: M\u00fcssen dann Kredite j\u00e4hrlich in dem Umfang getilgt werden, in dem das Investitionsobjekt buchhalterisch an Wert verliert?) sowie&#13;\n&#13;\n6) die Implementierung und Ausgestaltung von <em>Sanktionen<\/em>, falls eine unerlaubte Verschuldung doch eintritt.&#13;\n&#13;\n&nbsp;&#13;\n&#13;\nF\u00fcr jede der sechs Komponenten werden Punkte vergeben; je restriktiver und umfassender die Fiskalregel ist, desto h\u00f6her ist die Punktzahl. Die Summe aller Punkte wird in einer Skala von null bis 100 dargestellt. Die Quantifizierung der Fiskalregeln erfolgt unter der Annahme, dass keine konjunkturelle oder fiskalische Sondersituation vorliegt. Einige Fiskalregeln, die im \u00abNormalzustand\u00bb besonders streng sind, erm\u00f6glichen umfangreiche fiskalische Spielr\u00e4ume in Krisensituationen (beispielsweise in der Finanz- oder der Corona-Krise)."},{"kasten_title":"Literatur","kasten_box":"<ul>&#13;\n \t<li>Burret, H. T. und L. P. Feld (2018a). (Un-)Intended Effects of Fiscal Rules, European Journal of Political Economy, 52, 166\u2013191.<\/li>&#13;\n \t<li>Burret, H. T. und L. P. Feld (2018b). Vertical Effects of Fiscal Rules: The Swiss Experience, International Tax and Public Finance, 25 (3), 673\u2013721.<\/li>&#13;\n \t<li>Feld, L. P. et al. (2017). Sovereign Bond Market Reactions to Fiscal Rules and No-Bailout Clauses \u2013 The Swiss Experience, Journal of International Money and Finance, 70, 319\u2013343.<\/li>&#13;\n \t<li>Feld, L. P. et al. (2019). \u00d6ffentliche Investitionen: Die Schuldenbremse ist nicht das Problem, Perspektiven der Wirtschaftspolitik, 20 (4), 2019, 292\u2013303.<\/li>&#13;\n \t<li>Feld, Lars P., Christoph A. Schaltegger, Yannick Bury, Philipp Weber, Laura Zell und Steffen Zetzmann (2021). <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/wirtschaftslage---wirtschaftspolitik\/wirtschaftspolitik\/Wachstumpolitik\/tiefzinsumfeld-investitionen.html\">\u00d6ffentliche Investitionen und Fiskalregeln im Tiefzinsumfeld<\/a>. Grundlagen f\u00fcr die Wirtschaftspolitik Nr. 28. Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft SECO, Bern, Schweiz.<\/li>&#13;\n \t<li>Fratzscher, M. et al. (2019). Gut investierte Schulden sind eine Entlastung in der Zukunft, Wirtschaftsdienst \u2013 Zeitgespr\u00e4che, 313\u2013317.<\/li>&#13;\n \t<li>Grisse, C. und S. Schumacher (2017). The Response of Long-Term Yields to Negative Interest Rates: Evidence from Switzerland, SNB Working Papers (5), 1\u201337.<\/li>&#13;\n \t<li>H\u00fcther, M. und J. S\u00fcdekum (2019). Die Schuldenbremse \u2013 eine falsche Fiskalregel am falschen Platz, Perspektiven der Wirtschaftspolitik, 20 (4), 284\u2013291.<\/li>&#13;\n \t<li>Lengwiler, C., P. et al. (2015). Gemeinden profitieren von tiefen Zinsen, Die Volkswirtschaft (8-9), 88, 54\u201357.<\/li>&#13;\n \t<li>Luechinger, S. und C. A. Schaltegger (2013). Fiscal Rules, Budget Deficits and Budget Projections, International Tax Public Finance, 20, 785\u2013807.<\/li>&#13;\n \t<li>Schaltegger, C. A. und M. Salvi (2017). Die Schuldenbremse lebt von der Stabilit\u00e4tskultur, Wirtschaftliche Freiheit \u2013 Das ordnungspolitische Journal.<\/li>&#13;\n \t<li>Schaltegger, C. A. und M. Salvi (2019). 10 Antworten zur Schweizer Schuldenbremse \u2013 Und was Deutschland aus dieser Diskussion mitnehmen k\u00f6nnte, Wirtschaftswissenschaftliches Studium (WiSt) 9, 23\u201330.<\/li>&#13;\n \t<li>Schaltegger, C. A. und M. Weder (2014). Fiscal Adjustment and the Costs of Public Debt Service: Evidence from OECD Countries, Applied Economics (22), 46, 2593\u20132610.<\/li>&#13;\n \t<li>Yerly, N. (2013). The Political Economy of Budget Rules in the Twenty-Six Swiss Cantons \u2013 Institutional Analysis, Preferences and Performances, Thesis, Faculty of Economics and Social Sciences at the University of Fribourg (Switzerland).<\/li>&#13;\n<\/ul>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":98572,"main_focus":[155855,156702],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":98576,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"104834","post_abstract":"Im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) hat das Walter-Eucken-Institut in Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t Luzern empirisch die Wirkungszusammenh\u00e4nge zwischen niedrigen Zinsen, Verschuldungsregeln und \u00f6ffentlichen Investitionen f\u00fcr die Kantone und Gemeinden untersucht. Zwei zentrale Ergebnisse sind hervorzuheben: Erstens steigen bei sinkenden Verschuldungskosten insbesondere die Bauinvestitionen und die Investitionen in den Bildungssektor. Zweitens ist der Vorwurf empirisch nicht haltbar, dass Kantone mit strengen Fiskalregeln die sinkenden Zinsen nicht f\u00fcr Investitionen nutzen w\u00fcrden. Im Gegenteil: Diejenigen Kantone mit den strengsten Fiskalregeln reagierten auf die unerwartete Leitzinssenkung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am 15. Januar 2015 mit dem deutlichsten Anstieg der Investitionen. Dies unterstreicht die zielf\u00fchrende Pr\u00e4ventivwirkung von Schuldenbremsen, die in der politischen und wirtschaftswissenschaftlichen Debatte h\u00e4ufig zu kurz kommt. Stattdessen wird in der \u00f6ffentlichen Diskussion der Bef\u00fcrchtung zu scharfer Restriktionen \u00fcbertrieben viel Raum gegeben.","magazine_issue":"20210809","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[3988,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20210802","original_files":null,"external_release_for_author":"20210708","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98569"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5266"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=98569"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98569\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":167816,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98569\/revisions\/167816"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3988"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5269"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5268"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5267"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2807"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5266"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156702"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/155855"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98582"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=98569"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=98569"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=98569"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=98569"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=98569"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=98569"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}