{"id":98584,"date":"2021-07-22T14:37:45","date_gmt":"2021-07-22T14:37:45","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/07\/deficit-dinvestissement-public-letat-sengage-t-il-trop-peu\/"},"modified":"2023-08-23T22:48:56","modified_gmt":"2023-08-23T20:48:56","slug":"oeffentliche-investitionsluecke-investiert-der-staat-zu-wenig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/07\/oeffentliche-investitionsluecke-investiert-der-staat-zu-wenig\/","title":{"rendered":"\u00d6ffentliche Investitionsl\u00fccke: Investiert der Staat zu wenig?"},"content":{"rendered":"<p>Seit einiger Zeit stehen Industriel\u00e4nder wie Deutschland oder die USA im Verdacht, ihren \u00f6ffentlichen Kapitalstock aufzuzehren. Kritisiert wird, dass zukunftsweisende Investitionen beispielsweise in die Bereiche Energie oder Mobilit\u00e4t unterbleiben. Besteht dieses Problem auch in der Schweiz? Das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) hat diese Frage im Rahmen seiner Ressortforschung zu den Auswirkungen des Tiefzinsumfeldes untersuchen lassen und dazu die Konjunkturforschungsstelle Vierl\u00e4ndereck (KOVL) mit Sitz in Vaduz und T\u00fcbingen beauftragt.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nIn unserer Studie<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> gehen wir der Frage nach, ob in der Eidgenossenschaft eine \u00f6ffentliche Investitionsl\u00fccke auszumachen ist. Ausgangspunkt bildet der bestehende \u00f6ffentliche Kapitalstock. Dieser hat sich prim\u00e4r aus den staatlichen Ausr\u00fcstungs- und Bauinvestitionen, aber auch aus Investitionen in Forschung und Entwicklung akkumuliert. In Deutschland findet aktuell eine Diskussion dar\u00fcber statt, ob der \u00f6ffentliche Netto- oder Bruttokapitalstock den produktiven Kapitalbestand des Staates korrekt misst. Wir greifen diese Diskussion in unserer Studie auf und vergleichen verschiedene Methoden zur Berechnung von Kapitalst\u00f6cken.&#013;<\/p>\n<h2>\u00d6ffentliche Nettoinvestitionen nehmen zu<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nDas eigentliche Problem besteht jedoch in der Bestimmung des ad\u00e4quaten oder anzustrebenden Niveaus an \u00f6ffentlichem Kapital. Denn erst im Vergleich mit dieser Richtgr\u00f6sse kann eine Investitionsl\u00fccke identifiziert werden. Ist der bestehende \u00f6ffentliche Kapitalstock im Vergleich zur Richtgr\u00f6sse zu gering, liegt eine positive Investitionsl\u00fccke vor. Dann investiert der Staat zu wenig. Es gibt verschiedene empirische Verfahren, um dies festzustellen. Furore hat 2015 der Standard der deutschen Expertenkommission gemacht, wonach eine positive Investitionsl\u00fccke dann besteht, wenn der Nettokapitalstock in realer Rechnung schrumpft bzw. die Nettoinvestitionen negativ werden.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nGem\u00e4ss diesem Standard gibt es in der Schweiz keine Anzeichen f\u00fcr eine \u00f6ffentliche Investitionsl\u00fccke. Die Nettoanlageinvestitionen nahmen zwischen 1995 und 2019 stets positive Werte an. Der \u00f6ffentliche Nettokapitalstock w\u00e4chst gem\u00e4ss den Angaben des Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF) stetig (siehe <em>Kasten<\/em>), allerdings mit abnehmenden Zuwachsraten. Eine Gefahr, dass der \u00f6ffentliche Kapitalstock aufgezehrt wird, ist \u2013 anders als im internationalen Umfeld \u2013 in der Schweiz gegenw\u00e4rtig nicht auszumachen.&#013;<\/p>\n<h2>Produktivit\u00e4tseffekte des \u00f6ffentlichen Kapitals<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nAus wohlfahrts\u00f6konomischer Sicht ist der Standard der Expertenkommission unbefriedigend. Per se besteht n\u00e4mlich kein Grund, anzunehmen, dass der tats\u00e4chliche Bestand an \u00f6ffentlichem Kapital aus dem Vorjahr dem anzustrebenden Niveau entspricht. In unserer Studie verwenden wir daher einen Optimierungsansatz, der vor allem in der angels\u00e4chsischen Literatur diskutiert wird.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Er basiert auf der Abw\u00e4gung wohlfahrtssteigernder Produktivit\u00e4ts- und wohlfahrtsmindernder Finanzierungseffekte. Zur Quantifizierung der Produktivit\u00e4tseffekte f\u00fchren wir \u00f6konometrische Sch\u00e4tzungen auf Basis eines Panelansatzes mit 34 Industriel\u00e4ndern durch. Der Untersuchungszeitraum umfasst die Jahre 1960 bis 2017. Unsere Sch\u00e4tzergebnisse zeigen: Wenn der \u00f6ffentliche Kapitalstock um 1 Prozent ansteigt, nimmt die j\u00e4hrliche Wirtschaftsleistung um rund 0,1 Prozent zu. Dieses Ergebnis steht in Einklang mit den Resultaten verschiedener Metaanalysen.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#013;<\/p>\n<h2>Zunehmende Diskrepanzen<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nIn der Theorie erreicht der private Kapitaleinsatz sein optimales Niveau, wenn die marginale Produktivit\u00e4t den Opportunit\u00e4tskosten entspricht. Aus der Wohlfahrts\u00f6konomik leitet sich f\u00fcr das \u00f6ffentliche Kapital eine vergleichbare Regel ab. Seine marginale Produktivit\u00e4t muss im Optimum den sozialen Opportunit\u00e4tskosten entsprechen. Wir treffen die plausible Annahme, dass diese Opportunit\u00e4tskosten positiv vom Zins abh\u00e4ngen. Im aktuellen Tiefzinsumfeld ist deshalb zu erwarten, dass die Grenzproduktivit\u00e4t des \u00f6ffentlichen Kapitals sinkt.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie Daten zeigen jedoch ein anderes Bild. In der Schweiz sind die teuerungsbereinigten Langfristzinsen zwar seit 1995 von gut 3 Prozent auf einen negativen Wert gesunken. Gleichzeitig ist die (Netto-)Grenzproduktivit\u00e4t des \u00f6ffentlichen Kapitals aber von gut 12 Prozent auf knapp 15 Prozent in 2017 angestiegen (siehe <em>Abbildung<\/em>). Dies hat dazu gef\u00fchrt, dass sich eine Diskrepanz aufgetan hat, die in der Schweiz zuletzt \u00fcber 14 Prozentpunkte betrug. Eine \u00e4hnliche Entwicklung zeigt sich auch in Deutschland, den USA und in Grossbritannien. Im privaten Sektor ist ebenfalls eine zunehmende Diskrepanz zwischen der privaten Grenzproduktivit\u00e4t und den Langfristzinsen zu beobachten. Diese ist jedoch deutlich geringer und im Zeitablauf stabil. 2017 betrug sie 2 Prozentpunkte. F\u00fcr den privaten Sektor bzw. die Gesamtwirtschaft liegen in der Literatur Vergleichsstudien vor, die \u00e4hnliche Resultate zeigen.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> F\u00fcr den \u00f6ffentlichen Kapitalstock hat eine entsprechende Untersuchung unseres Wissens bisher gefehlt.&#013;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Grenzproduktivit\u00e4t, Zins und langfristige Wachstumsrate in der Schweiz (1995 bis 2020)<\/h3>\n<p>&#013;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='08-09_2021_Kellermann-Schlag_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#08-09_2021_Kellermann-Schlag_de').highcharts({\n    chart: {\n            zoomType: ''\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },  tooltip: {\n            valueSuffix: '%'\n        },\n        xAxis: [{labels: {\n                format: '{value} '},\n\n        categories: ['1995', '1996', '1997', '1998', '1999', '2000', '2001', '2002', '2003', '2004', '2005', '2006', '2007', '2008', '2009', '2010', '2011', '2012', '2013', '2014', '2015', '2016', '2017', '2018', '2019', '2020'],\n            crosshair: false\n        }],\n\nplotOptions: {\nseries: {\nmarker: {\nenabled: false\n}\n}\n},\n\n\n        yAxis: [{ \/\/ Primary yAxis\n            labels: {\n                format: '{value}%',\n              \n            },\nmin: -2,\n\n            title: {\n                text: '  ',\n                \n            }\n        }, { \/\/ Secondary yAxis\nceiling: 1200,            \ntitle: {\n                text: ' ',\n                \n            },\n            labels: {\n                format: '{value}%',\n                \n            },\n            opposite: true\n        }],\n       tooltip: {\n            valueSuffix: '%'\n        \n        },\n\n        series: [{\n            name: 'Grenzproduktivit\u00e4t des \u00f6ffentlichen Kapitalstocks',\n            type: 'line',\n           \n            data: [12.5\n, 12.7\n, 13.1\n, 13.4\n, 13.1\n, 13.3\n, 13.1\n, 13.0\n, 13.1\n, 13.2\n, 13.4\n, 13.9\n, 14.3\n, 14.3\n, 13.7\n, 14.1\n, 13.9\n, 14.0\n, 13.9\n, 13.9\n, 14.1\n, 14.2\n, 14.9],\n            \n\n        }, {\n            name: 'Grenzproduktivit\u00e4t des privaten Kapitalstocks',\n            type: 'line',\n            data: [5.2\n, 5.3\n, 5.5\n, 5.6\n, 5.4\n, 5.4\n, 5.1\n, 4.8\n, 4.6\n, 4.8\n, 5.0\n, 5.4\n, 5.7\n, 5.5\n, 4.8\n, 5.2\n, 5.3\n, 5.6\n, 5.5\n, 5.5\n, 5.7\n, 5.7\n, 5.7],\n            \n\n        }, {\n            name: 'Langfristzinsen: 10-j\u00e4hrige Eidgen\u00f6ssische Obligationen, inflationsbereinigt (rechte Skala)',\n            type: 'line',\n            yAxis: 1,\n            \n            data: [3.4\n , 3.8\n , 3.9\n , 2.9\n , 3.6\n , 2.2\n , 2.6\n , 2.7\n , 1.6\n , 2.1\n , 1.0\n , 0.3\n , 0.7\n , 0.7\n , 1.6\n , 1.3\n , 0.8\n , 0.6\n , 1.3\n , 1.0\n , 1.2\n , 0.5\n , 0.3\n , -0.9\n , -0.4\n , -0.4],\n            \n\n        }, {\n            name: 'Langfristige Wachstumsraten des realen trendbereinigten BIP (rechte Skala)',        dashStyle: 'shortdot',\n            type: 'spline',\n           yAxis: 1,\n            data: [1.4\n , 1.4\n , 1.5\n , 1.6\n , 1.7\n , 1.8\n , 1.9\n , 1.9\n , 2.0\n , 2.0\n , 2.1\n , 2.1\n , 2.0\n , 2.0\n , 1.9\n , 1.8\n , 1.8\n , 1.7\n , 1.7\n , 1.7\n , 1.7\n , 1.7\n , 1.7],\n          \n        }]\n    });\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Wachstumsraten: Trend 1965\u20132017; Langfristzinsen: inflationsbereinigt mit BIP-Deflator.<\/span>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BFS, VGR \/ SNB, Bankenstatistik \/ IWF \/ eigene Berechnungen der Autoren \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#013;<\/p>\n<h2>Auff\u00e4llige Entwicklung<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nWie erkl\u00e4rt sich das Auseinanderdriften von marginaler Produktivit\u00e4t und Zins? In der wissenschaftlichen Literatur wird dieser Frage derzeit einige Aufmerksamkeit geschenkt.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Als Erkl\u00e4rungen werden zunehmende Risikoaufschl\u00e4ge oder Preisaufschl\u00e4ge infolge von unvollst\u00e4ndigem Wettbewerb angef\u00fchrt. Diese lassen sich jedoch nur bedingt auf den \u00f6ffentlichen Bereich \u00fcbertragen. Nicht ganz auszuschliessen ist, dass unsere Resultate mit gewissen Messfehlern behaftet sind. Im Rahmen von Sensitivit\u00e4tsanalysen untersuchen wir deshalb, wie die Diskrepanz auf Variationen der Produktionselastizit\u00e4t reagiert. Dabei zeigen Berechnungen f\u00fcr das Jahr 2017, dass noch immer eine Diskrepanz von knapp 5 Prozentpunkten bestehen bleibt, wenn wir unseren Sch\u00e4tzwert f\u00fcr die Produktionselastizit\u00e4t hypothetisch um die H\u00e4lfte auf 0,05 reduzieren.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nWir betrachten auch die Sensitivit\u00e4t in Bezug auf die Wahl der Opportunit\u00e4tskosten. Zun\u00e4chst ersetzen wir die Langfristzinsen durch die Grenzproduktivit\u00e4t des privaten Kapitals. Als Begr\u00fcndung l\u00e4sst sich anf\u00fchren, dass \u00f6ffentliche Investitionen potenziell private Investitionen verdr\u00e4ngen. \u00d6ffentliche Investitionen sollten also mindestens ebenso so produktiv sein wie private. Die Diskrepanz reduzierte sich durch diese Variation der Opportunit\u00e4tskosten auf zuletzt 9 Prozentpunkte.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nAlternativ k\u00f6nnen auch die langfristigen Wachstumsraten des realen BIP als soziale Opportunit\u00e4tskosten interpretiert werden. Der Staat h\u00e4lt sich in diesem Fall an die \u00abgoldene Regel\u00bb der Kapitalakkumulation.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Die Langfristzinsen in der Schweiz liegen seit 2004 unterhalb der Wachstumsrate (siehe <em>Abbildung<\/em>). Eine \u00dcberakkumulation des \u00f6ffentlichen Kapitalstocks kann aufgrund der hohen Grenzproduktivit\u00e4t aber dennoch ausgeschlossen werden. Der Staat investiert also in keinem Fall zu viel. Da die Diskrepanz in dieser Berechnungsvariante im Jahr 2017 immer noch 13 Prozentpunkte betr\u00e4gt, bleiben die Anzeichen f\u00fcr eine Investitionsl\u00fccke bestehen. Konkrete Aussagen dar\u00fcber, wie der Staat auf diese reagieren soll, lassen sich auf Basis unserer makro\u00f6konomischen Analyse allerdings nicht machen. Entsprechende Einsch\u00e4tzungen erfordern den Einsatz mikro\u00f6konomischer Instrumente und gegebenenfalls projektbezogener Kosten-Nutzen-Analysen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Kellermann und Schlag (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Expertenkommission (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Glaeser und Poterba (2020). In Deutschland steht man den Optimierungsans\u00e4tzen eher kritisch gegen\u00fcber; siehe hierzu Brand et al. (2020) und Christofzik et al. (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Siehe Bom und Ligthart (2014) sowie N\u00fa\u0148ez-Serrano und Vel\u00e1zquez (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe Marx et al. (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Siehe Marx et al. (2019); Ball und Mankiw (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Siehe Phelps (1961).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit einiger Zeit stehen Industriel\u00e4nder wie Deutschland oder die USA im Verdacht, ihren \u00f6ffentlichen Kapitalstock aufzuzehren. Kritisiert wird, dass zukunftsweisende Investitionen beispielsweise in die Bereiche Energie oder Mobilit\u00e4t unterbleiben. Besteht dieses Problem auch in der Schweiz? 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Eine Antwort ist schwierig. Ausschliessen l\u00e4sst sich, dass er zu viel investiert.","post_hero_image_description":"Investition in die \u00f6ffentliche Infrastruktur von Yverdon-les-Bains VD: Spatenstich f\u00fcr die Umfahrungsstrasse im Jahr 2018.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"Keystone","post_references_literature":"<ul>&#13;\n \t<li>Ball, L. M. und N. G. Mankiw (2021). Market Power in Neoclassical Growth Models, NBER Working Paper Series No. 28538, Cambridge, MA.<\/li>&#13;\n \t<li>Bom, P. R. und J. E. Ligthart (2014), What Have We Learned from Three Decades of Research on the Productivity of Public Capital? Journal of Economic Surveys 28 (5), 889\u2013916.<\/li>&#13;\n \t<li>Brand, S., E. Krone, H. Scheller und J. Steinbrecher (2020). Zur Messung kommunaler Investitionsr\u00fcckst\u00e4nde. Zwischen begrifflichen Abgrenzungsschwierigkeiten, statistischen Br\u00fcchen und notwendiger Methodenvielfalt, Deutsches Institut f\u00fcr Urbanistik (Difu), Difu-Sonderver\u00f6ffentlichung, Berlin.<\/li>&#13;\n \t<li>Christofzik, D. I., L. P. Feld und M. Yeter (2019). \u00d6ffentliche Investitionen: Wie viel ist zu wenig? Sachverst\u00e4ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Arbeitspapier 01\/2019, Wiesbaden.<\/li>&#13;\n \t<li>Expertenkommission (2015). <a href=\"https:\/\/www.bmwi.de\/Redaktion\/DE\/Publikationen\/Studien\/staerkung-von-investitionen-in-deutschland.html\">St\u00e4rkung von Investitionen in Deutschland<\/a>, Bericht der Expertenkommission im Auftrag des Bundesministers f\u00fcr Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, April 2015, Berlin.<\/li>&#13;\n \t<li>Glaeser, E. L. und J. M. Poterba (2020). Economic Analysis and Infrastructure Investment, National Bureau of Economic Research (NBER), NBER Working Paper 28215, Cambridge, MA.<\/li>&#13;\n \t<li>Kellermann, K. und C.-H. Schlag (2021). <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/wirtschaftslage---wirtschaftspolitik\/wirtschaftspolitik\/Wachstumpolitik\/tiefzinsumfeld-investitionen.html\">Gibt es in der Schweiz Anzeichen f\u00fcr eine \u00f6ffentliche Investitionsl\u00fccke?<\/a>, Grundlagen f\u00fcr die Wirtschaftspolitik Nr. 29, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft SECO, Bern.<\/li>&#13;\n \t<li>Marx, M., B. Mojon und F. R. Velde (2019). Why Have Interest Rates Fallen Far Below the Return on Capital?, Bank for International Settlements (BIS), Monetary and Economic Department, BIS Working Papers No. 794, Basel.<\/li>&#13;\n \t<li>N\u00fa\u0148ez-Serrano, J. A. und F. J. Vel\u00e1zquez (2017). Is Public Capital Productive? Evidence from a Meta-analysis, Applied Economic Perspectives and Policy 39 (2), 313\u2013345.<\/li>&#13;\n \t<li>Phelps, E. (1961). The Golden Rule of Accumulation: A Fable for Growthmen, The American Economic Review 51, 638\u2013643.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Daten zum Kapitalstock","kasten_box":"Wir verwenden <a href=\"https:\/\/infrastructuregovern.imf.org\/content\/PIMA\/Home\/PimaTool.html\">Daten<\/a> des Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF) zu den Anlageinvestitionen und Sachkapitalst\u00f6cken. Die IWF-Datenbank wurde f\u00fcr 170 L\u00e4nder mit einheitlicher Methodik (getrennt f\u00fcr Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4nder) erstellt und deckt den Zeitraum 1960 bis 2017 ab (Stand: Juni 2020). Das Kernst\u00fcck der IWF-Datenbank bilden Sch\u00e4tzungen von preisbereinigten Zeitreihen f\u00fcr private und \u00f6ffentliche Sachkapitalst\u00f6cke. F\u00fcr die Studie sind insbesondere die Zeitreihen f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Nettokapitalstock von Interesse. Berechnungen nationaler Statistik\u00e4mter sind zwar detailreicher, unterschiedliche Berechnungsarten erschweren jedoch die internationale Vergleichbarkeit. Das Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) weist keinen \u00f6ffentlichen Nettokapitalstock f\u00fcr die Schweiz aus. In der Studie vergleichen wir die vom IWF ausgewiesene Zeitreihe zum gesamten Nettokapitalstock (privat und \u00f6ffentlich) mit den Zeitreihen, die vom BFS sowie der EU-Kommission (Ameco-Datenbank) f\u00fcr den gesamten Nettokapitalstock der Schweiz publiziert werden."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":98587,"main_focus":[155855,156702],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":98591,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"104838","post_abstract":"War die \u00f6ffentliche Investitionst\u00e4tigkeit in der Schweiz \u00fcber die vergangenen Dekaden hinreichend? Wurde ein \u00f6ffentlicher Kapitalstock in ad\u00e4quater H\u00f6he gesichert? Diesen Fragen ist die Konjunkturforschungsstelle Vierl\u00e4ndereck (KOVL) im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) nachgegangen. Ausgewertet und verglichen wurden Daten zu den Anlageinvestitionen sowie den Sachkapitalst\u00f6cken im \u00f6ffentlichen und privaten Sektor. Dabei kommen unterschiedliche Konzepte zur Bestimmung der ad\u00e4quaten H\u00f6he des \u00f6ffentlichen Kapitalstocks zur Anwendung. Wir kommen zu dem Schluss, dass sich die \u00f6ffentliche Investitionst\u00e4tigkeit in der Schweiz im internationalen Vergleich dynamisch entwickelt hat \u2013 und nach 2008 deutlich antizyklisch erfolgte. Dennoch: \u00d6konometrische Auswertungen zeigen, dass die \u00f6ffentlichen Investitionen zunehmend produktiv werden. So beobachten wir eine trendm\u00e4ssige Zunahme der Grenzproduktivit\u00e4t des \u00f6ffentlichen Kapitals. 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