{"id":98779,"date":"2021-07-02T11:25:26","date_gmt":"2021-07-02T11:25:26","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/07\/les-conventions-collectives-de-travail-resistent-au-changement-structurel\/"},"modified":"2023-08-23T22:49:16","modified_gmt":"2023-08-23T20:49:16","slug":"gesamtarbeitsvertraege-trotzen-dem-strukturwandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/07\/gesamtarbeitsvertraege-trotzen-dem-strukturwandel\/","title":{"rendered":"Gesamtarbeitsvertr\u00e4ge trotzen dem Strukturwandel"},"content":{"rendered":"<p>Eine Eigenheit der Schweiz ist, dass Mindestl\u00f6hne nicht vom Staat, sondern von den Sozialpartnern im Rahmen von Gesamtarbeitsvertr\u00e4gen (GAV) festgelegt werden. Indem Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam die Lohn- und Arbeitsbedingungen auf Firmen- oder Branchenebene regeln, erm\u00f6glichen sie eine zur\u00fcckhaltende staatliche Regulierung des Arbeitsmarktes. GAV haben in der Schweiz eine lange Tradition und sind seit 1911 im Obligationenrecht verankert.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>\u00a0Die ersten sozialpartnerschaftlichen Vereinbarungen entstanden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Mit der Verlagerung der Besch\u00e4ftigung vom industriellen in den dienstleistungsgepr\u00e4gten Sektor, der Globalisierung und der Digitalisierung, der Zunahme von atypischen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen und dem seit Jahren r\u00fcckl\u00e4ufigen gewerkschaftlichen Organisationsgrad stellten sich dem GAV zahlreiche Herausforderungen. Mit den flankierenden Massnahmen zur Personenfreiz\u00fcgigkeit zwischen der Schweiz und der Europ\u00e4ischen Union wies der Gesetzgeber dem GAV ab 2004 eine zentrale Rolle zu und st\u00e4rkte sozialpartnerschaftliche Vereinbarungen. Doch welche Bedeutung haben GAV heute?<\/p>\n<p>Ein Blick auf eine Erhebung des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS)<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> zeigt, dass wir heute weniger GAV haben als noch in den Neunzigerjahren. Diese regeln jedoch die Lohn- und Arbeitsbedingungen von vergleichsweise mehr Besch\u00e4ftigten als fr\u00fcher. Schweizweit gab es im M\u00e4rz 2018 581 GAV. Davon enthalten 566 GAV sogenannte normative Bestimmungen wie etwa Mindestlohnvorschriften (siehe <em>Kasten<\/em>).<\/p>\n<p>Die GAV mit normativen Bestimmungen regeln die Lohn- und Arbeitsbedingungen von insgesamt knapp zwei Millionen Arbeitnehmenden. War in den Neunzigerjahren mehr als die H\u00e4lfte der GAV-Besch\u00e4ftigten in Branchen wie Baugewerbe und Industrie t\u00e4tig, in welchen die Gewerkschaften traditionell gut organisiert sind, arbeiten heute \u00fcber 70 Prozent im Dienstleistungssektor: ein Hinweis daf\u00fcr, dass die \u00abInstitution GAV\u00bb den Strukturwandel gut meistert.<\/p>\n<h2>Stabiler GAV-Abdeckungsgrad<\/h2>\n<p>Die arbeitsmarktliche Bedeutung von GAV kann anhand des Abdeckungsgrades ermittelt werden. Zur Sch\u00e4tzung eines solchen Indikators sind die Arbeitnehmenden, die einem GAV unterstellt sind, in Relation zu setzen zu den potenziell \u00abunterstellbaren\u00bb Besch\u00e4ftigten.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Gem\u00e4ss Berechnungen des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) betr\u00e4gt der Abdeckungsgrad f\u00fcr das Jahr 2018 50 Prozent. Mit einer leicht anderen Sch\u00e4tzmethode publizierte die OECD f\u00fcr dasselbe Jahr einen Abdeckungsgrad von 45 Prozent (siehe <em>Abbildung 1<\/em>).<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Nach einem R\u00fcckgang in den Neunzigerjahren deuten damit beide Zeitreihen auf eine Stabilisierung des GAV-Abdeckungsgrades hin. Kollektive Lohnverhandlungen im Rahmen von GAV haben somit nicht an Bedeutung eingeb\u00fcsst und konnten mit dem Besch\u00e4ftigungswachstum mithalten.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: GAV-Abdeckungsgrad in der Schweiz (1991 bis 2018)<\/h3>\n<div class='chart chart--normal' id='07_2021_Baumberger_Abb1_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#07_2021_Baumberger_Abb1_de').highcharts({\n chart: {\n           type: 'line'\n        },\n    title: {\n        text: ' '\n    }, \n\n    yAxis: {\n      title: {\n            text: 'GAV-Abdeckungsgrad'\n        }, labels: {format: '{value}%'}\n    }, \n\n\n\n\n    xAxis: {\n        categories: ['1991', '1992', '1994', '1996', '1999', '2001', '2003', '2005', '2007', '2009', '2012', '2014', '2016', '2018']\n    },\n\nlegend: {\n            enabled: true\n        },\n\n   plotOptions: {\n        line: {\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            },\n            enableMouseTracking: true\n        }\n    },\n  tooltip: {shared: true, valueDecimals: 1, valueSuffix: '%',\n  \n           },\n    series: [{\n        name: 'Sch\u00e4tzung Seco',\n        data: [null ,null ,null ,null ,null ,null ,46.9 ,46.0 ,46.5 ,46.4 ,50.0 ,49.7 ,50.4 ,50.1]\n    },  {\n        name: 'Sch\u00e4tzung OECD',\n        data: [47.7,48.5,47.1,44.4,46.2,40.9,41.9,41.1,41.6,41.1,44.8,44.6,45.1,45.0]\n    }, {\n        name: 'nicht allgemeinverbindliche GAV (Sch\u00e4tzung Seco)',\n        data: [null ,null ,null ,null ,null ,null ,31.4,28.8,30.2,30.2,25.5,26.4,26.5,24.9]\n    }, {\n        name: 'allgemeinverbindliche GAV (Sch\u00e4tzung Seco)',\n        data: [null ,null ,null ,null ,null ,null ,15.5,17.2,16.3,16.1,24.5,23.3,24.0,25.2]\n    }],\n\n    \n\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n<p><span class=\"text__legend\">Anmerkung: Abdeckungsgrad = GAV-unterstellte Arbeitnehmende in Relation zu den \u00abunterstellbaren\u00bb Besch\u00e4ftigten. Der Anstieg im Jahr 2012 ist insbesondere auf das Inkrafttreten des GAV Personalverleih mit rund 365\u2019000 Unterstellten zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: \u00a0<a href=\"https:\/\/www.oecd.org\/employment\/ictwss-database.htm\">OECD, AIAS ICTWSS database<\/a> \/ BFS, Erhebung der Gesamtarbeitsvertr\u00e4ge in der Schweiz (EGS), Erwerbst\u00e4tigenstatistik (ETS) \/ Eigene Berechnungen Seco \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/p>\n<h2>Gewerkschaften: Sinkende Mitgliederzahl<\/h2>\n<p>Der stabile GAV-Abdeckungsgrad f\u00e4llt im internationalen Vergleich auf. Von allen L\u00e4ndern mit einem \u00e4hnlichen gewerkschaftlichen Organisationsgrad (&lt; 25%) haben kollektive Lohnverhandlungen in der Schweiz am wenigsten an Bedeutung eingeb\u00fcsst \u2013 eine Ausnahme ist Frankreich (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Tats\u00e4chlich ist der R\u00fcckgang des Abdeckungsgrads in der Schweiz seit den Neunzigerjahren verh\u00e4ltnism\u00e4ssig klein ausgefallen (\u20133,1 Prozentpunkte).<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Und das trotz eines vergleichsweise tiefen und abnehmenden gewerkschaftlichen Organisationsgrads. Gem\u00e4ss der OECD sind in der Schweiz rund 15 Prozent der Besch\u00e4ftigten Mitglied einer Gewerkschaft. In Deutschland beispielsweise hat sich der GAV-Abdeckungsgrad um 25 Prozentpunkte reduziert bei einem im Vergleich zur Schweiz nur leicht st\u00e4rkeren R\u00fcckgang des gewerkschaftlichen Organisationsgrads.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Aktuellste Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen gewerkschaftlichem Organisationsgrad und GAV-Abdeckungsgrad komplexer ist.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Entscheidend ist u. a. die Ebene: Der Abdeckungsgrad ist in L\u00e4ndern hoch und stabil, in denen die GAV auf Branchenebene, wie in der Schweiz, oder national ausgehandelt werden. Tief ist der Abdeckungsgrad in L\u00e4ndern mit vorwiegend Firmen-GAV.<\/p>\n<h2>Allgemeinverbindlicherkl\u00e4rung st\u00fctzt<\/h2>\n<p>Der GAV-Abdeckungsgrad ist in vielen L\u00e4ndern h\u00f6her als der gewerkschaftliche Organisationsgrad. F\u00fcr die Schweiz kann dieser \u00ab\u00fcbersch\u00fcssige\u00bb GAV-Abdeckungsgrad, welcher die Differenz zwischen Abdeckungs- und Organisationsgrad misst, auf rund 35 Prozentpunkte beziffert werden. Im OECD-Durchschnitt liegt dieser Wert nur halb so hoch. Ein \u00fcbersch\u00fcssiger Abdeckungsgrad kann verschiedene Ursachen haben. Ein Grund ist, dass die Unternehmen die verhandelten Lohn- und Arbeitsbedingungen auf die gesamte Belegschaft anwenden und nicht nur auf die Gewerkschaftsmitglieder im eigenen Unternehmen. Andererseits kann auch die Allgemeinverbindlicherkl\u00e4rung von GAV einen \u00fcbersch\u00fcssigen GAV-Abdeckungsgrad miterkl\u00e4ren. Denn per Gesetz kommen die Lohn- und Arbeitsbedingungen auf alle Besch\u00e4ftigten und Arbeitgeber einer Branche zur Anwendung \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob sie Mitglied der vertragsabschliessenden Gewerkschaft oder des Arbeitgeberverbands sind.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Entwicklung des GAV-Abdeckungsgrads und des gewerkschaftlichen Organisationsgrads seit den Neunzigerjahren, in Prozentpunkten<\/h3>\n<div class='chart chart--normal' id='07_2021_Baumberger_Abb2_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#07_2021_Baumberger_Abb2_de').highcharts({\nchart: {\n            type: 'scatter', \/\/ macht Punkte statt bubbles\n            plotBorderWidth: 1,\n            zoomType: 'xy'\n        },\n\t\t\tcredits: {enabled: false}, \n        legend: {\n            enabled: true\n        },\n\n        title: {\n            text: ''\n        },\n   \n\n        xAxis: {\n            gridLineWidth: 1,\n            title: {\n                text: 'Ver\u00e4nderung 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Unter bestimmten Voraussetzungen k\u00f6nnen die Bundes- oder Kantonsbeh\u00f6rden auf Antrag der Sozialpartner den Geltungsbereich eines GAV auf die ganze Branche ausdehnen.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Rund die H\u00e4lfte aller Besch\u00e4ftigten mit GAV ist heute einem allgemeinverbindlichen Branchen-GAV unterstellt. 2003 lag dieser Wert noch bei einem Viertel. Ohne die Allgemeinverbindlicherkl\u00e4rung w\u00fcrde der Abdeckungsgrad in der Schweiz halb so hoch ausfallen und eine r\u00fcckl\u00e4ufige Tendenz aufweisen (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Die Anzahl allgemeinverbindlicher GAV auf Bundes- und Kantonsebene hat sich seit den Neunzigerjahren vervierfacht: von etwas weniger als 20 auf 80 im Jahr 2020.<\/p>\n<h2>St\u00e4rkere Arbeitsmarktregulierung?<\/h2>\n<p>Allein aufgrund dieser Zunahme von einer st\u00e4rkeren Regulierung des Schweizer Arbeitsmarkts insgesamt zu sprechen, w\u00e4re jedoch verfehlt. Denn knapp die H\u00e4lfte aller allgemeinverbindlichen GAV (Stand 2020) ist auf einen einzigen Kanton beschr\u00e4nkt. Zudem bleibt die Allgemeinverbindlicherkl\u00e4rung eine sehr branchenspezifische Angelegenheit: Die H\u00e4lfte aller allgemeinverbindlichen GAV und knapp ein Drittel aller Unterstellten sind dem Baugewerbe zuzuordnen. Kommt hinzu, dass gewisse allgemeinverbindliche GAV einen sehr beschr\u00e4nkten Geltungsbereich haben. Der GAV f\u00fcr den Gleisbau etwa regelt die Lohn- und Arbeitsbedingungen von schweizweit 1300 Personen und umfasst weniger als 20 Arbeitgeber.<\/p>\n<p>Schliesslich enth\u00e4lt jeder sechste allgemeinverbindliche GAV keine normativen Bestimmungen wie Mindestl\u00f6hne, sondern regelt die sozialpartnerschaftliche Finanzierung von Vorruhestandsmodellen oder von Aus- und Weiterbildungsfonds. Interessant sind auch die Angaben der Sozialpartner zur Anzahl Aussenseiterarbeitgeber, f\u00fcr welche ein GAV erst mit der Allgemeinverbindlicherkl\u00e4rung zur Anwendung kommt. Im Jahr 2020 betraf dies sch\u00e4tzungsweise 7 Prozent aller Firmen in der Schweiz.<\/p>\n<p>Auch in Bezug auf die flankierenden Massnahmen (FlaM) ist die blosse Zunahme der allgemeinverbindlichen GAV seit 2003 nicht sehr aussagekr\u00e4ftig. Denn von den 41 GAV von nationaler Bedeutung, die 2020 in Kraft waren, war die H\u00e4lfte bereits vor Einf\u00fchrung der FlaM allgemeinverbindlich. Zudem enthielt rund ein Drittel der neu hinzugekommenen allgemeinverbindlichen GAV keine normativen Bestimmungen. Und schliesslich zeigt eine detaillierte Betrachtung, dass 80 Prozent der im Jahr 2020 unterstellten Arbeitgeber einem GAV unterstellt waren, der bereits vor Einf\u00fchrung der FlaM allgemeinverbindlich war. Dies deshalb, weil unter den neu hinzugekommenen, allgemeinverbindlichen GAV auch kleine Branchenvertr\u00e4ge mit weniger als 100 Arbeitgebern sind. Auf Arbeitnehmerseite waren im Jahr 2020 43 Prozent einem allgemeinverbindlichen GAV unterstellt, welcher bereits vor 2004 in Kraft war. Ohne den GAV Personalverleih liegt dieser Anteil sogar bei zwei Dritteln.<\/p>\n<h2>Ausgewogene Lohnverteilung<\/h2>\n<p>In den letzten 20 Jahren hat der GAV als Lohnbildungsmechanismus in der Schweiz kaum an Bedeutung verloren und d\u00fcrfte somit zur relativ ausgewogenen Lohnverteilung in der Schweiz beigetragen haben. Dies ist angesichts der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen der letzten Jahre nicht selbstverst\u00e4ndlich. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese auch im internationalen Vergleich auffallende Stabilit\u00e4t sind vielf\u00e4ltig.<\/p>\n<p>Ausschlaggebend d\u00fcrften nicht zuletzt die Bestrebungen der Sozialpartner gewesen sein, ausserhalb ihrer angestammten Branchen Mitglieder zu organisieren und GAV abzuschliessen. Auch die seit den F\u00fcnfzigerjahren gesetzlich verankerte Allgemeinverbindlicherkl\u00e4rung durch den Staat hat zur Stabilit\u00e4t beigetragen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation angesichts einer m\u00f6glichen weiteren Abnahme des gewerkschaftlichen Organisationsgrads entwickelt. Repr\u00e4sentative und dialogf\u00e4hige Sozialpartner werden auch in Zukunft die wichtigste Voraussetzung sein f\u00fcr kollektive Lohnverhandlungen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Art. 356 bis 358.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Bundesamt f\u00fcr Statistik (2018).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Mitarbeitende Betriebsinhaber oder Familienmitglieder sind ebenso wie Kader und Aushilfen in aller Regel vom Geltungsbereich eines GAV ausgenommen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Die OECD st\u00fctzt sich dabei auf die OECD\/AIAS-ICTWSS-Datenbank. Die Unterschiede zur Seco-Sch\u00e4tzung beruhen haupts\u00e4chlich auf den Annahmen bzgl. \u00abunterstellbarer\u00bb Besch\u00e4ftigung.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Die Schweiz ist gem\u00e4ss der OECD das einzige Land, wo der Abdeckungsgrad seit den Nullerjahren sogar zugenommen hat.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Gem\u00e4ss OECD liegt der GAV-Abdeckungsgrad in Deutschland am aktuellen Rand bei rund 55%. 17% der Besch\u00e4ftigten sind Mitglied einer Gewerkschaft.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Siehe Schnabel (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Siehe Bundesgesetz \u00fcber die Allgemeinverbindlicherkl\u00e4rung von Gesamtarbeitsvertr\u00e4gen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Eigenheit der Schweiz ist, dass Mindestl\u00f6hne nicht vom Staat, sondern von den Sozialpartnern im Rahmen von Gesamtarbeitsvertr\u00e4gen (GAV) festgelegt werden. Indem Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam die Lohn- und Arbeitsbedingungen auf Firmen- oder Branchenebene regeln, erm\u00f6glichen sie eine zur\u00fcckhaltende staatliche Regulierung des Arbeitsmarktes. GAV haben in der Schweiz eine lange Tradition und sind seit 1911 [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3417,"featured_media":98792,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[76],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3417,"seco_co_author":"","author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Co-Stv. 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B. die Beitragszahlungen der Vertragspartner an eine Ausgleichskasse zur Finanzierung eines flexiblen Altersr\u00fccktritts oder zur Finanzierung eines branchenspezifischen Fonds f\u00fcr berufliche Aus- und Weiterbildung. Diese GAV laufen jeweils parallel zum eigentlichen Branchen-GAV mit normativen Bestimmungen zur minimalen Entlohnung, zur Arbeitszeit und zu weiteren wichtigen Komponenten des Einzelarbeitsvertrags. GAV zur Finanzierung von Vorruhestandsmodellen oder Aus- und Weiterbildungsfonds haben in den letzten 20 Jahren insbesondere im Baunebengewerbe zugenommen. Da mit solchen Regelwerken auf Branchenstufe \u00ab\u00f6ffentliche G\u00fcter\u00bb zur Verf\u00fcgung gestellt werden, m\u00fcssen sich m\u00f6glichst alle Marktteilnehmer daran beteiligen. Hier kommt dem Staat mit der Allgemeinverbindlicherkl\u00e4rung solcher Vereinbarungen eine zentrale Rolle zu."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":98782,"main_focus":"","serie_email":null,"frontpage_slider_bild":98786,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"104243","post_abstract":"Mindestl\u00f6hne werden in der Schweiz traditionell von den Sozialpartnern im Rahmen von Gesamtarbeitsvertr\u00e4gen festgelegt. Welche Bedeutung hat diese Arbeitsmarktinstitution heute angesichts eines sich rasch wandelnden Arbeitsmarkts und eines sinkenden gewerkschaftlichen Organisationsgrads? Gemessen an den einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellten Besch\u00e4ftigten erwies sich der GAV in den letzten 20 Jahren als stabil. Diese Stabilit\u00e4t f\u00e4llt im internationalen Vergleich auf, verlieren doch sozialpartnerschaftliche Vereinbarungen in den meisten OECD-Staaten seit Jahren an Bedeutung.","magazine_issue":"20210701","seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[3988],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20210703","original_files":null,"external_release_for_author":"20210611","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/exedit\/646610867de0c"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98779"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3417"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=98779"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98779\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":184209,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98779\/revisions\/184209"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3988"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3417"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98792"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=98779"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=98779"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=98779"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=98779"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=98779"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=98779"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}