{"id":99094,"date":"2021-05-31T11:36:29","date_gmt":"2021-05-31T11:36:29","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/05\/les-prix-des-matieres-premieres-reflet-de-leconomie-mondiale\/"},"modified":"2023-08-23T22:49:46","modified_gmt":"2023-08-23T20:49:46","slug":"rohstoffpreise-ein-spiegel-der-weltkonjunktur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/05\/rohstoffpreise-ein-spiegel-der-weltkonjunktur\/","title":{"rendered":"Rohstoffpreise: Ein Spiegel der Weltkonjunktur?"},"content":{"rendered":"<p>Rohstoffpreise dienen seit Langem als Fr\u00fchindikator f\u00fcr die weltweite Inflation, da sie schnell verf\u00fcgbar und hochfrequent sind.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Als vorauseilende Indikatoren f\u00fcr die reale Wirtschaftsentwicklung sind sie dagegen weniger verbreitet. Zu Recht?&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nAuf globaler Ebene gibt es vier Typen von Indikatoren, die f\u00fcr Konjunktur-, aber auch Inflationsprognosen herangezogen werden. Erstens: Indikatoren, die auf offiziellen Statistiken wie der Industrieproduktion basieren und auf die Konjunktur abzielen. Sie haben den Nachteil, dass sie mit betr\u00e4chtlichen Verz\u00f6gerungen ver\u00f6ffentlicht werden und schnell verf\u00fcgbare Indikatoren wie Rohstoffpreise unber\u00fccksichtigt lassen.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nZweitens: Indikatoren, die auf Umfragen bei Experten, Unternehmen oder Verbrauchern basieren. Sie sind zeitnaher verf\u00fcgbar, es gibt allerdings nur wenige international breit abgest\u00fctzte Umfragen. W\u00e4hrend Konsumentenpreise und Preise von G\u00fctern und Dienstleistungen bei solchen Befragungen regelm\u00e4ssig ber\u00fccksichtigt werden, fliessen diejenigen von Rohstoffen allenfalls implizit ein, vor allem wenn es um Einkaufspreise f\u00fcr Vorprodukte geht. Dieser Indikatortyp ist als Fr\u00fchindikator sowohl f\u00fcr die Konjunktur als auch f\u00fcr die Inflation geeignet.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie dritte Gruppe von Indikatoren basiert direkt auf Preis- oder Volumendaten. Dazu z\u00e4hlen typischerweise auch Rohstoffpreise. Nebst den Rohstoffpreisen liefern auch Frachtraten, das Frachtvolumen und die Rohstoffproduktion Informationen f\u00fcr Konjunkturanalysten. Ein potenzielles Problem mit Indikatoren dieser Kategorie besteht aber darin, dass sie nicht nur durch den Weltwirtschaftszyklus, sondern auch durch strukturelle Ver\u00e4nderungen beeinflusst werden k\u00f6nnen, die nicht mit der aktuellen zyklischen Lage zusammenh\u00e4ngen. Zum Beispiel werden bei einer grossen Nachfrage mehr Frachtschiffe gebaut. Wenn diese Schiffe Monate sp\u00e4ter vom Stapel laufen, hat die Nachfrage in der Zwischenzeit aber wom\u00f6glich wieder nachgelassen. Als Folge der damit geschaffenen \u00dcberkapazit\u00e4ten sinken die Preise.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nViertens gibt es auch auf globaler Ebene Sammelindikatoren, die auf verschiedenen Informationen basieren. Die OECD unterh\u00e4lt beispielsweise ein System von zusammengesetzten Leitindikatoren f\u00fcr ihre Mitgliedsl\u00e4nder und einige Nichtmitgliedsl\u00e4nder. Ein weiteres Indikatorensystem sind die Globalen Barometer, die von der KOF gemeinsam mit der brasilianischen Funda\u00e7\u00e3o Get\u00falio Vargas publiziert werden. Diese Barometer sind zusammengesetzte Indikatoren, die auf Umfragen zur wirtschaftlichen Entwicklung basieren.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nAuch f\u00fcr die Analyse der Rohstoffm\u00e4rkte werden meist zusammenfassende Preisindizes \u00fcber verschiedene Rohstoffe hinweg verwendet. Diese Indizes wurden zur Analyse der Rohstoffmarktentwicklung einschliesslich der Konsequenzen f\u00fcr die Rohstoffversorgung, aber manchmal auch mit Blick auf die Konjunkturanalyse entwickelt. Beispiele daf\u00fcr sind der <a href=\"https:\/\/www.imf.org\/en\/Research\/commodity-prices\">All Primary Commodity Prices Index<\/a> des Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IMF) oder der <a href=\"https:\/\/www.hwwi-rohindex.de\">HWWI-Rohstoffpreisindex<\/a> des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI). Beide Indizes kombinieren Preise f\u00fcr Energietr\u00e4ger, Industrierohstoffe und Nahrungsmittel. Daneben existieren zahlreiche weitere Rohstoffindizes von Finanzmarktanalysten wie Bloomberg, Goldman Sachs und Thomson Reuters, die sich in erster Linie an Finanzmarktakteure richten. Der IMF-Index ist mit 68 Rohstoffpreisen wohl derjenige mit der breitesten Abdeckung. Allerdings wird der IMF-Index nur als monatliche Zeitreihe ver\u00f6ffentlicht, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen Finanzindizes fortlaufend erh\u00e4ltlich sind.&#013;<\/p>\n<h2><strong>Angebot oder Nachfrage?<\/strong><\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nEin generelles Problem im Zusammenhang mit Rohstoffpreisen und deren Verwendung als konjunkturelle Fr\u00fchindikatoren ist, dass die Preisschwankungen sowohl angebotsseitige als auch nachfrageseitige Ursachen haben k\u00f6nnen.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie Nachfrage nach Rohstoffen wird stark vom Baugewerbe und dem verarbeitenden Gewerbe beeinflusst. Ein klassischer Bau- und Industriewerkstoff ist Stahl, der aus Eisen und h\u00e4ufig auch aus Nickel besteht. Ebenfalls wichtig ist Kupfer, das in Stromkabeln, Legierungen und Rohren zum Einsatz kommt. Das Leichtmetall Aluminium wiederum wird von der Fahrzeug-, der Verpackungs- und der Bauindustrie nachgefragt. Auch Energierohstoffe wie \u00d6l und Gas sind f\u00fcr die industrielle Produktion vonn\u00f6ten; Roh\u00f6l und seine Folgeprodukte werden aber auch im Bau eingesetzt. Die Lebensmittelindustrie wiederum ist auf Rohstoffe wie Getreide oder \u00d6lsaaten angewiesen. Somit kann man sagen: Steigt die Nachfrage, zieht die Konjunktur vermutlich an.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie Sache ist aber komplexer, da ein Preisanstieg auch auf einen R\u00fcckgang des Angebots zur\u00fcckgehen kann. Zudem sind in normalen Zeiten angebotsbedingte Schwankungen anders zu interpretieren als nachfragebedingte. Die Entwicklung oder Erschliessung neuer Rohstoffvorkommen oder eine gute Ernte lassen die Preise tendenziell sinken und wirken somit \u00fcber eine Steigerung der Realeinkommen beziehungsweise der Kaufkraft positiv auf die Gesamtwirtschaft. Anders ist es, wenn die globale Wirtschaft kriselt \u2013 dann sinken die Rohstoffpreise, weil die Nachfrage nachl\u00e4sst. Des Weiteren werden angebotsseitige Schwankungen h\u00e4ufig durch geopolitische Spannungen oder Unsicherheiten ausgel\u00f6st (siehe <em>Abbildung 1<\/em>) und k\u00f6nnen drastisch ausfallen. Dies ist auf dem \u00d6lmarkt besonders augenf\u00e4llig. So sank etwa das Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) infolge der ersten \u00d6lkrise im Jahr 1975 und des vom Opec-Kartell forcierten Preisanstiegs um fast 7 Prozent. Zum Vergleich: Im Corona-Jahr 2020 betrug der BIP-R\u00fcckgang \u00abnur\u00bb 3 Prozent.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDaher muss man sich bei der Konjunkturanalyse angesichts von steigenden Rohstoffpreisen stets fragen, ob es Angebotsprobleme gibt oder ob die Preise wegen einer lebhaften weltweiten Nachfrage und damit wegen eines Wirtschaftsaufschwungs steigen. Im letzteren Fall k\u00f6nnen die hohen Preise den Aufschwung d\u00e4mpfen, aber normalerweise nicht abrupt beenden, wie es in den angebotsbedingten \u00d6lpreiskrisen in den 1970er- und 1980er-Jahren der Fall war. Das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage f\u00fcr die Preisbestimmung wird ausserdem fallweise \u00fcberlagert von Schwankungen, die durch spekulative Attacken oder Herdenverhalten an den Finanzm\u00e4rkten erzeugt oder verst\u00e4rkt werden.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDiese Ambivalenz zwischen Angebot und Nachfrage ist weniger problematisch, wenn man Rohstoffpreise als Fr\u00fchindikatoren f\u00fcr die Preisentwicklung heranzieht. Denn Preis\u00e4nderungen wichtiger Vorprodukte schlagen sich unabh\u00e4ngig von ihrem Ursprung direkt in den Produzenten- und Verbraucherpreisen nieder.&#013;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: <\/strong><strong>J\u00e4hrlicher Roh\u00f6lpreis pro Barrel Brent seit 1950<\/strong><\/h3>\n<p>&#013;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"Abberger-Graff_6-2021_DE\"><\/div>\n<script>\n\n\n\n$(function () {\n    $('#Abberger-Graff_6-2021_DE').highcharts({     \n\nchart: {\n        type: 'line'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    subtitle: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n    \n    title: {\n                text: ''\n            },\n        categories: [\n        \n'\t1950\t'\t,\n'\t1951\t'\t,\n'\t1952\t'\t,\n'\t1953\t'\t,\n'\t1954\t'\t,\n'\t1955\t'\t,\n'\t1956\t'\t,\n'\t1957\t'\t,\n'\t1958\t'\t,\n'\t1959\t'\t,\n'\t1960\t'\t,\n'\t1961\t'\t,\n'\t1962\t'\t,\n'\t1963\t'\t,\n'\t1964\t'\t,\n'\t1965\t'\t,\n'\t1966\t'\t,\n'\t1967\t'\t,\n'\t1968\t'\t,\n'\t1969\t'\t,\n'\t1970\t'\t,\n'\t1971\t'\t,\n'\t1972\t'\t,\n'\t1973\t'\t,\n'\t1974\t'\t,\n'\t1975\t'\t,\n'\t1976\t'\t,\n'\t1977\t'\t,\n'\t1978\t'\t,\n'\t1979\t'\t,\n'\t1980\t'\t,\n'\t1981\t'\t,\n'\t1982\t'\t,\n'\t1983\t'\t,\n'\t1984\t'\t,\n'\t1985\t'\t,\n'\t1986\t'\t,\n'\t1987\t'\t,\n'\t1988\t'\t,\n'\t1989\t'\t,\n'\t1990\t'\t,\n'\t1991\t'\t,\n'\t1992\t'\t,\n'\t1993\t'\t,\n'\t1994\t'\t,\n'\t1995\t'\t,\n'\t1996\t'\t,\n'\t1997\t'\t,\n'\t1998\t'\t,\n'\t1999\t'\t,\n'\t2000\t'\t,\n'\t2001\t'\t,\n'\t2002\t'\t,\n'\t2003\t'\t,\n'\t2004\t'\t,\n'\t2005\t'\t,\n'\t2006\t'\t,\n'\t2007\t'\t,\n'\t2008\t'\t,\n'\t2009\t'\t,\n'\t2010\t'\t,\n'\t2011\t'\t,\n'\t2012\t'\t,\n'\t2013\t'\t,\n'\t2014\t'\t,\n'\t2015\t'\t,\n'\t2016\t'\t,\n'\t2017\t'\t,\n'\t2018\t'\t,\n'\t2019\t'\t,\n'\t2020\t'\t\n\n],\n\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: 'Dollar'\n        },\n        labels: {\n                format: '{value}'\n            },\n       \n    },\n     tooltip: {\n     headerFormat: '<b>{point.x} <\/b><br>',\n     valueSuffix: ' Dollar'\n   \n   \n        },\n    plotOptions: {\n        line: {\n    \n\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            },\n            enableMouseTracking: true\n        },\n        series: {\nmarker: {\nenabled: false\n}\n}\n    },\n    series: [{\n        name: 'Preis pro Barrel',\n        data: [\n       1.7\t,\n1.7\t,\n1.7\t,\n1.9\t,\n1.9\t,\n1.9\t,\n1.9\t,\n1.9\t,\n2.1\t,\n2.1\t,\n1.9\t,\n1.8\t,\n1.8\t,\n1.8\t,\n1.8\t,\n1.8\t,\n1.8\t,\n1.8\t,\n1.8\t,\n1.8\t,\n1.8\t,\n2.2\t,\n2.5\t,\n3.3\t,\n11.6\t,\n11.5\t,\n12.8\t,\n13.9\t,\n14\t,\n31.6\t,\n36.8\t,\n35.9\t,\n33\t,\n29.6\t,\n28.7\t,\n27.5\t,\n14.4\t,\n18.4\t,\n15\t,\n18.2\t,\n23.8\t,\n20.1\t,\n19.4\t,\n17.1\t,\n16\t,\n17.2\t,\n20.8\t,\n19.1\t,\n12.8\t,\n17.9\t,\n28.4\t,\n24.5\t,\n25\t,\n28.8\t,\n38.1\t,\n54.4\t,\n65.1\t,\n72.5\t,\n97\t,\n61.5\t,\n79.5\t,\n111.3\t,\n111.6\t,\n108.6\t,\n99\t,\n52.3\t,\n43.7\t,\n54.3\t,\n71.3\t,\n64.3\t,\n42\t\n\n\n\n],\n    },  \n          \n           \n           \n           \n           ]\n});\n\n\n});\n\n<\/script>\n&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die in der Mikro\u00f6konomie typischerweise vermittelte Lehrmeinung ist, dass Angebot und Nachfrage die Preise bestimmen, welche somit relative Knappheiten anzeigen und dann eine optimale Allokation gew\u00e4hrleisten. Dass dies bei Rohstoffpreisen nur bedingt stimmt, zeigt ein Blick auf die Entwicklung des \u00d6lpreises \u00fcber die letzten 70 Jahre: Seit 1950 blieb er praktisch unver\u00e4ndert, bis er im Jahr 1974 \u2013 und erneut 1979 \u2013 regelrecht explodierte. Dies waren rein politisch bedingte Preis\u00e4nderungen infolge des Nahostkonflikts. Bis 2005 ist kein Trend feststellbar, aber eine hohe Volatilit\u00e4t, die nur bedingt durch die Weltkonjunktur erkl\u00e4rbar ist. Bis 2012 klettert der Preis auf ein vorl\u00e4ufiges Maximum, unterbrochen nur von einem starken Einbruch im Jahr 2009 aufgrund der Finanzkrise, um dann bis 2017 noch st\u00e4rker einzubrechen, gefolgt von einem neuen Hoch 2018. Der Einbruch am aktuellen Rand begann schon 2019, ist also nicht allein Ausdruck der Corona-Krise. Es zeigt sich hier, dass markante Entwicklungen der Weltkonjunktur in der Zeitreihe zwar erkennbar sind, diese aber \u00fcberlagert werden von drastischen Bewegungen, die einesteils g\u00e4nzlich nicht \u00f6konomischer Natur sind, andernteils wohl massgeblich auf geopolitische Faktoren oder auf Spekulation und Herdenverhalten zur\u00fcckgef\u00fchrt werden m\u00fcssen. Wo der \u00d6lpreis nicht als Wink der \u00abunsichtbaren Hand\u00bb interpretiert werden kann, ist er auch als Konjunkturindikator fragw\u00fcrdig, und das Gleiche gilt sinngem\u00e4ss f\u00fcr andere Rohstoffpreise.<\/span>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: <a href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/grapher\/crude-oil-prices\">Ourworldindata<\/a> (bis 1985); <a href=\"https:\/\/www.eia.gov\/dnav\/pet\/pet_pri_spt_s1_d.htm\">Eia<\/a> (ab 1986) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#013;<\/p>\n<h2><strong>Der Praxistest<\/strong><\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nUm herauszufinden, inwiefern sich die globale Konjunkturentwicklung in den Rohstoffpreisen widerspiegelt, ist ein Vergleich mit der weltweiten Industrieproduktion aufschlussreich (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Das CPB Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis ver\u00f6ffentlicht eine monatliche Zeitreihe der globalen Industrieproduktion. Diese Daten haben wir dem IMF-Rohstoffpreisindex gegen\u00fcbergestellt.&#013;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: Rohstoffpreise und Industrieproduktion<\/strong><\/h3>\n<p>&#013;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"Abberger-Graff_A2_6-2021_DE\"><\/div>\n<script>\n\n\n\n$(function () {\n    $('#Abberger-Graff_A2_6-2021_DE').highcharts({     \n\n    chart: {\n        type: 'line'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    subtitle: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n    \n    title: {\n                text: ''\n            },\n        categories: [\n'\tJan 01\t'\t,\n'\tFeb 01\t'\t,\n'\tM\u00e4r 01\t'\t,\n'\tApr 01\t'\t,\n'\tMai 01\t'\t,\n'\tJun 01\t'\t,\n'\tJul 01\t'\t,\n'\tAug 01\t'\t,\n'\tSep 01\t'\t,\n'\tOkt 01\t'\t,\n'\tNov 01\t'\t,\n'\tDez 01\t'\t,\n'\tJan 02\t'\t,\n'\tFeb 02\t'\t,\n'\tM\u00e4r 02\t'\t,\n'\tApr 02\t'\t,\n'\tMai 02\t'\t,\n'\tJun 02\t'\t,\n'\tJul 02\t'\t,\n'\tAug 02\t'\t,\n'\tSep 02\t'\t,\n'\tOkt 02\t'\t,\n'\tNov 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17\t'\t,\n'\tM\u00e4r 17\t'\t,\n'\tApr 17\t'\t,\n'\tMai 17\t'\t,\n'\tJun 17\t'\t,\n'\tJul 17\t'\t,\n'\tAug 17\t'\t,\n'\tSep 17\t'\t,\n'\tOkt 17\t'\t,\n'\tNov 17\t'\t,\n'\tDez 17\t'\t,\n'\tJan 18\t'\t,\n'\tFeb 18\t'\t,\n'\tM\u00e4r 18\t'\t,\n'\tApr 18\t'\t,\n'\tMai 18\t'\t,\n'\tJun 18\t'\t,\n'\tJul 18\t'\t,\n'\tAug 18\t'\t,\n'\tSep 18\t'\t,\n'\tOkt 18\t'\t,\n'\tNov 18\t'\t,\n'\tDez 18\t'\t,\n'\tJan 19\t'\t,\n'\tFeb 19\t'\t,\n'\tM\u00e4r 19\t'\t,\n'\tApr 19\t'\t,\n'\tMai 19\t'\t,\n'\tJun 19\t'\t,\n'\tJul 19\t'\t,\n'\tAug 19\t'\t,\n'\tSep 19\t'\t,\n'\tOkt 19\t'\t,\n'\tNov 19\t'\t,\n'\tDez 19\t'\t,\n'\tJan 20\t'\t,\n'\tFeb 20\t'\t,\n'\tM\u00e4r 20\t'\t,\n'\tApr 20\t'\t,\n'\tMai 20\t'\t,\n'\tJun 20\t'\t,\n'\tJul 20\t'\t,\n'\tAug 20\t'\t,\n'\tSep 20\t'\t,\n'\tOkt 20\t'\t,\n'\tNov 20\t'\t,\n'\tDez 20\t'\t,\n'\tJan 21\t'\t,\n'\tFeb 21\t'\t\n\n\n\n\n],\n\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: 'Ver\u00e4nderung gegen\u00fcber Vorjahresmonat'\n        },\n        labels: {\n   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   },  {\n        name: 'Industrieproduktion',\n        data: [\n       0.53\t,\n0.2\t,\n-0.04\t,\n-0.3\t,\n-0.53\t,\n-0.65\t,\n-0.96\t,\n-0.9\t,\n-1.1\t,\n-1.27\t,\n-1.38\t,\n-1.49\t,\n-1.13\t,\n-1.08\t,\n-0.82\t,\n-0.5\t,\n-0.39\t,\n-0.27\t,\n0.02\t,\n-0.19\t,\n0.11\t,\n0.26\t,\n0.32\t,\n0.23\t,\n0.38\t,\n0.37\t,\n0.22\t,\n-0.04\t,\n-0.27\t,\n-0.19\t,\n-0.04\t,\n-0.04\t,\n-0.02\t,\n0.33\t,\n0.18\t,\n0.68\t,\n0.47\t,\n0.61\t,\n0.55\t,\n0.81\t,\n0.99\t,\n0.98\t,\n0.83\t,\n0.74\t,\n0.85\t,\n0.61\t,\n0.61\t,\n0.46\t,\n0.54\t,\n0.29\t,\n0.4\t,\n0.45\t,\n0.26\t,\n0.37\t,\n0.31\t,\n0.47\t,\n0.41\t,\n0.36\t,\n0.71\t,\n0.67\t,\n0.53\t,\n0.7\t,\n0.77\t,\n0.5\t,\n0.82\t,\n0.79\t,\n0.71\t,\n0.7\t,\n0.64\t,\n0.62\t,\n0.58\t,\n0.68\t,\n0.65\t,\n0.65\t,\n0.59\t,\n0.64\t,\n0.68\t,\n0.55\t,\n0.78\t,\n0.8\t,\n0.67\t,\n0.9\t,\n0.66\t,\n0.58\t,\n0.8\t,\n0.7\t,\n0.53\t,\n0.57\t,\n0.01\t,\n0.01\t,\n-0.23\t,\n-0.54\t,\n-0.68\t,\n-1.31\t,\n-2.06\t,\n-2.88\t,\n-3.67\t,\n-3.71\t,\n-3.75\t,\n-3.7\t,\n-3.22\t,\n-3.1\t,\n-2.78\t,\n-2.49\t,\n-2.05\t,\n-1.57\t,\n-0.62\t,\n0.29\t,\n1.38\t,\n1.54\t,\n1.99\t,\n2.11\t,\n2.11\t,\n1.83\t,\n1.62\t,\n1.56\t,\n1.41\t,\n1.45\t,\n1.44\t,\n1.38\t,\n1.3\t,\n1.15\t,\n0.88\t,\n0.51\t,\n0.38\t,\n0.55\t,\n0.62\t,\n0.67\t,\n0.47\t,\n0.25\t,\n0.08\t,\n0.12\t,\n-0.14\t,\n0.14\t,\n0.05\t,\n0.1\t,\n0.12\t,\n0.02\t,\n-0.09\t,\n-0.19\t,\n-0.26\t,\n-0.19\t,\n-0.14\t,\n-0.19\t,\n-0.26\t,\n-0.46\t,\n-0.24\t,\n-0.07\t,\n-0.17\t,\n-0.14\t,\n-0.1\t,\n-0.01\t,\n0.2\t,\n0.22\t,\n0.34\t,\n0.27\t,\n0.31\t,\n0.45\t,\n0.29\t,\n0.33\t,\n0.21\t,\n0.31\t,\n0.35\t,\n0.05\t,\n0.19\t,\n0.12\t,\n0\t,\n0.16\t,\n0.07\t,\n-0.04\t,\n-0.04\t,\n-0.15\t,\n-0.09\t,\n-0.09\t,\n-0.13\t,\n0\t,\n-0.13\t,\n-0.05\t,\n-0.16\t,\n-0.37\t,\n0\t,\n-0.14\t,\n-0.14\t,\n-0.03\t,\n-0.11\t,\n-0.05\t,\n-0.12\t,\n0.04\t,\n-0.03\t,\n0.01\t,\n0.29\t,\n0.49\t,\n0.12\t,\n0.29\t,\n0.4\t,\n0.31\t,\n0.53\t,\n0.48\t,\n0.54\t,\n0.62\t,\n0.58\t,\n0.49\t,\n0.53\t,\n0.52\t,\n0.59\t,\n0.52\t,\n0.5\t,\n0.49\t,\n0.41\t,\n0.34\t,\n0.28\t,\n0.21\t,\n0.13\t,\n0.25\t,\n-0.05\t,\n-0.18\t,\n-0.02\t,\n-0.08\t,\n-0.06\t,\n-0.08\t,\n-0.1\t,\n-0.24\t,\n-0.18\t,\n-0.4\t,\n-0.3\t,\n-0.46\t,\n-0.36\t,\n-0.34\t,\n-0.99\t,\n-0.99\t,\n-1.62\t,\n-4.09\t,\n-3.61\t,\n-2.28\t,\n-1.56\t,\n-1.15\t,\n-0.8\t,\n-0.68\t,\n-0.46\t,\n-0.2\t\n\n\n]\n       \n           },\n          \n           \n           \n           \n           ]\n});\n\n\n});\n\n<\/script>\n&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die Abbildung zeigt die monatliche Wachstumsrate des IMF-Rohstoffpreisindex und der Industrieproduktion gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat. Zur einheitlichen Darstellung sind beide Zeitreihen standardisiert.<\/span>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: IMF, CPB, Berechnung der Autoren \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDas zyklische Muster der beiden Indizes verl\u00e4uft recht \u00e4hnlich. Markant sind in beiden Zeitreihen die konjunkturellen Tiefs. Die Rezession 2001 nach dem Platzen der Dotcom-Blase sowie die grosse Rezession 2008\/09 sind klar ersichtlich, ebenso die rasche Erholung. Auf der anderen Seite f\u00e4llt auf, dass die Rohstoffpreise um das Jahr 2015 deutlich st\u00e4rker nachgaben als die Industrieproduktion. Grund daf\u00fcr war eine deutlich gestiegene Rohstofff\u00f6rderung, weil die Anbieter die k\u00fcnftige Nachfrage \u00fcbersch\u00e4tzten:<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Zu Beginn des Jahrtausends f\u00fchrten der Aufstieg Chinas und die dynamische Entwicklung der Schwellenl\u00e4nder zu einer Hausse bei den Rohstoffpreisen. Dieser Boom zog zeitlich verz\u00f6gert hohe Investitionen in die F\u00f6rderung nach sich. Das h\u00f6here Angebot traf dann ab 2011 zunehmend auf eine nicht mehr so dynamische Entwicklung in den aufstrebenden L\u00e4ndern. Somit kam es zu einer sch\u00e4rferen Korrektur der Preise.&#013;<\/p>\n<h2><strong>Ein zus\u00e4tzliches Werkzeug<\/strong><\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nEs zeigt sich an diesem Beispiel, wie wichtig die Analyse der Nachfrage- und Angebotseffekte ist, um die Ursachen der Entwicklung der Rohstoffpreise zu interpretieren. Sind Rohstoffpreise als konjunkturelle Fr\u00fchindikatoren also v\u00f6llig ungeeignet?&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nNein, im Gegenteil: Die Korrelation der beiden in der Grafik dargestellten Zeitreihen ist mit 0,67 hoch (1,00 entspr\u00e4che v\u00f6lliger Gleichheit). Obwohl Rohstoffpreise selten f\u00fcr die Konjunkturprognose verwendet werden, weisen sie bestimmte Vorteile auf: Preise werden praktisch st\u00e4ndig in Echtzeit erhoben und ver\u00f6ffentlicht. Auch werden sie nachtr\u00e4glich nicht mehr revidiert. Gerade die Covid-Krise zeigt, dass es einen Bedarf an solchen rasch verf\u00fcgbaren, klaren Indikatoren gibt.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nRohstoffpreise sind somit ein erg\u00e4nzender Indikator f\u00fcr die Weltkonjunktur. Nicht zuletzt aufgrund ihrer zeitnahen Verf\u00fcgbarkeit sind sie f\u00fcr die Konjunkturanalyse einen Blick wert.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe schon Silbering (1923).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Ehrlich (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rohstoffpreise dienen seit Langem als Fr\u00fchindikator f\u00fcr die weltweite Inflation, da sie schnell verf\u00fcgbar und hochfrequent sind. Als vorauseilende Indikatoren f\u00fcr die reale Wirtschaftsentwicklung sind sie dagegen weniger verbreitet. Zu Recht?&#013; &#013; Auf globaler Ebene gibt es vier Typen von Indikatoren, die f\u00fcr Konjunktur-, aber auch Inflationsprognosen herangezogen werden. 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British Prices and Business Cycles, 1779\u20131850, The Review of Economics and Statistics, Vol. 5, Supplement 2: 223\u2013247.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":99097,"main_focus":[155883,156722],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":99101,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"103712","post_abstract":"Rohstoffpreise werden derzeit kaum als Fr\u00fchindikator f\u00fcr die Konjunkturprognose eingesetzt. Der Grund d\u00fcrfte vor allem in der Ambivalenz ihrer Signale f\u00fcr die Realwirtschaft liegen, n\u00e4mlich inwieweit die Impulse f\u00fcr die Preis\u00e4nderungen von der Nachfrage- oder der Angebotsseite stammen. 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