{"id":99109,"date":"2021-05-31T11:36:29","date_gmt":"2021-05-31T11:36:29","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/05\/negoce-un-vide-reglementaire\/"},"modified":"2024-02-05T12:11:22","modified_gmt":"2024-02-05T11:11:22","slug":"rohstoffhandel-im-regulatorischen-vakuum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/05\/rohstoffhandel-im-regulatorischen-vakuum\/","title":{"rendered":"Rohstoffhandel im regulatorischen Vakuum?"},"content":{"rendered":"<p>Entgegen einer verbreiteten Wahrnehmung agiert der Rohstoffhandel in der Schweiz keineswegs in einem regulatorischen Vakuum. Es existiert eine Vielzahl von internationalen und nationalen Vorschriften, die strenge Anforderungen an die Durchf\u00fchrung und die Finanzierung der Handelsgesch\u00e4fte stellen. In den letzten Jahren wurde die regulatorische Landschaft vor allem international durch die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit und Transparenz entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette gepr\u00e4gt. Erst k\u00fcrzlich wurde dieser Trend in der Schweiz mit der Konzernverantwortungsinitiative beziehungsweise dem indirekten Gegenvorschlag best\u00e4rkt, der die Einf\u00fchrung zus\u00e4tzlicher Berichterstattungs- und Sorgfaltspflichten f\u00fcr Unternehmen in sozialen und \u00f6kologischen Belangen entlang dieser Wertsch\u00f6pfungskette vorsieht.<\/p>\n<p>Steigende Erwartungen an verantwortungsvolles Gesch\u00e4ftsverhalten kommen aber auch von innerhalb der Branche. Insbesondere die Banken verlangen zusehends, dass die globalen Lieferketten auf nachhaltiges Verhalten \u00fcberpr\u00fcft werden. Ausl\u00f6ser dieser Dynamik waren ab 2007 unter anderem die Finanz- und Bankenkrise, die OECD-Leitf\u00e4den zu verantwortungsbewusstem unternehmerischem Handeln, die UNO-Nachhaltigkeitsziele, das Pariser Klimaabkommen sowie der \u00abGreen Deal\u00bb der Europ\u00e4ischen Union. Bereits heute machen viele Banken die Finanzierung von einer Reihe von Leistungsindikatoren abh\u00e4ngig, die mit Umwelt- und Sozialstandards und Kriterien guter Unternehmensf\u00fchrung (\u00abESG-Kriterien\u00bb) verkn\u00fcpft sind.<\/p>\n<h2><strong>Mehr Transparenz<\/strong><\/h2>\n<p>Die Rohstoffhandelsindustrie ist bestrebt, in Zusammenarbeit mit den Beh\u00f6rden an zielgerichteten Regulierungen zu arbeiten. So entwickelt der Sektor derzeit unter Federf\u00fchrung der Swiss Trading and Shipping Association (STSA) branchenspezifische Richtlinien zur Geldw\u00e4scherei- und Korruptionsbek\u00e4mpfung. Mittels eines risikobasierten Ansatzes sollen die zentralen Gefahren im Umgang mit diversen Gesch\u00e4ftspraktiken besser identifiziert werden. Auch im Rahmen der Handelsfinanzierung arbeiten die Finanzinstitute gemeinsam mit den Rohstoffh\u00e4ndlern an sogenannten Statements of Best Practice, um die Handelsfinanzierung sicherer und transparenter zu gestalten.<\/p>\n<p>Ebenso hervorzuheben ist der 2018 erstellte Branchenleitfaden f\u00fcr gute Praktiken zur Einhaltung der Menschenrechte im Rohstoffhandel, welcher auf den UNO-Leitprinzipien basiert. Er wurde gemeinsam von der STSA, den Handelsunternehmen, Vertretern der Zivilgesellschaft sowie Bund und Kantonen entwickelt. Neben einer Vielzahl von verbindlichen internationalen und nationalen Vorschriften existiert folglich auch eine Reihe von brancheninternen Richtlinien, die f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit und Transparenz sorgen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entgegen einer verbreiteten Wahrnehmung agiert der Rohstoffhandel in der Schweiz keineswegs in einem regulatorischen Vakuum. Es existiert eine Vielzahl von internationalen und nationalen Vorschriften, die strenge Anforderungen an die Durchf\u00fchrung und die Finanzierung der Handelsgesch\u00e4fte stellen. 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