{"id":99386,"date":"2021-04-30T08:27:07","date_gmt":"2021-04-30T08:27:07","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/04\/un-monde-meilleur-grace-aux-investissements-durables\/"},"modified":"2023-08-23T22:50:34","modified_gmt":"2023-08-23T20:50:34","slug":"machen-nachhaltige-anlagen-die-welt-besser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/04\/machen-nachhaltige-anlagen-die-welt-besser\/","title":{"rendered":"Machen nachhaltige Anlagen die Welt besser?"},"content":{"rendered":"<p>Die UNO-Nachhaltigkeitsziele sind zurzeit in aller Munde: Die sogenannten Sustainable Development Goals (SDG) liefern eine globale Priorit\u00e4tenliste von 17 sozialen und \u00f6kologischen Entwicklungszielen, die es bis 2030 zu erreichen gilt. Darunter finden sich etwa das Beenden von Hunger oder griffige Massnahmen gegen den Klimawandel. Diese Ziele sind ehrgeizig \u2013 und kostspielig. Um sie zu erreichen, sind bis 2030 jedes Jahr rund 2,5 Billionen Dollar an zus\u00e4tzlichen Investitionen n\u00f6tig.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Das klingt nach sehr viel Geld.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nGleichzeitig w\u00e4chst der Markt f\u00fcr nachhaltige Anlagen stark. Noch vor wenigen Jahren galten nachhaltige Anlagen als exotische Nischenprodukte. Unterdessen avancieren sie zum Branchenstandard. In der Schweiz wird momentan rund ein Drittel aller Fondsprodukte als nachhaltig klassifiziert.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Ein wichtiger Treiber ist der zunehmende Wunsch von Anlegern, einen Beitrag zur L\u00f6sung von globalen Problemen zu leisten.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nWeltweit fliessen j\u00e4hrlich bereits mehr als 4 Billionen Dollar in nachhaltige Anlagen \u2013 also eine viel gr\u00f6ssere Summe als die Investitionen, welche zur Erreichung der UNO-Nachhaltigkeitsziele erforderlich sind.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Ein Blick auf aktuelle Schlagzeilen gen\u00fcgt aber, um festzustellen, dass wir die UNO-Ziele noch lange nicht erreicht haben. Wieso f\u00fchrt die enorme Nachfrage nach nachhaltigen Anlagen nicht zu einer \u00e4hnlich grossen realwirtschaftlichen Wirkung?&#013;<\/p>\n<h2><strong>Handbuch f\u00fcr Investoren<\/strong><\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nIn einem Forschungsprojekt haben wir aufgezeigt, dass die Wirkung nachhaltiger Anlagen derzeit begrenzt ist.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Die Ergebnisse haben wir zudem in einem \u00abInvestors\u2019 Guide to Impact\u00bb zusammengefasst.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nWichtig ist, dass man als Anleger zwei zentrale Konzepte im Kopf beh\u00e4lt. Das erste lautet: <em>Die Wirkung einer Anlage ist die Ver\u00e4nderung, welche sie verursacht \u2013 \u00fcber das hinaus, was ohnehin passiert w\u00e4re.<\/em> Um Wirkung zu erzielen, muss sich also etwas \u00e4ndern. Zum Beispiel: Nachdem ich in eine Solarfirma investiert habe, baut diese ihre Produktionskapazit\u00e4ten aus und produziert so mehr Solarpanels. Zudem muss diese Ver\u00e4nderung auf die Investition zur\u00fcckzuf\u00fchren sein. Das mag trivial t\u00f6nen \u2013 dieser Punkt wird aber oft vernachl\u00e4ssigt und ist schwierig nachzuweisen. Entscheidend ist, dar\u00fcber nachzudenken, was ohne die Investition in die Solarfirma passiert w\u00e4re. H\u00e4tte sie auch ohne meine Investition gen\u00fcgend Kapital zu geeigneten Konditionen gefunden, um ihre Produktion auszubauen? Nur wenn die Antwort nein lautet, hat man eine Wirkung erzielt.&#013;<\/p>\n<h2><strong>Wie erzeugt man Wirkung?<\/strong><\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nZentral f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Wirkungsmechanismen bei nachhaltigen Anlagen ist auch das zweite Konzept: <em>Wirkungsvolle Firmen zu besitzen, ist nicht dasselbe, wie Wirkung zu erzeugen. <\/em>Sprich: Nur wenn man mit der Investition eine Ver\u00e4nderung im Unternehmen ausl\u00f6st, erzielt man einen \u00abInvestor-Impact\u00bb (siehe <em>Abbildung)<\/em>.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nIn der Praxis wird Investor-Impact jedoch f\u00e4lschlicherweise oft mit Company-Impact gleichgesetzt, also der Wirkung des Unternehmens. Ein aktuelles Beispiel bietet ein selbstbetitelter \u00abImpact-Aktien\u00bb-Fonds, welcher in b\u00f6rsennotierte Unternehmen investiert, die zur Erreichung der UNO-Nachhaltigkeitsziele beitragen. Gem\u00e4ss dem Fondsanbieter f\u00fchrt eine Anlage von 10\u2019000 Euro zu einer Treibhausgasreduktion von 575 Kilogramm CO<sub>2<\/sub>, was etwa den Emissionen eines Flugs von London nach Rom und zur\u00fcck entspricht.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nHier verwechselt der Anbieter Company-Impact mit Investor-Impact. Beispielsweise investiert der Fonds in den d\u00e4nischen Windkraftanlagen-Weltmarktf\u00fchrer Vestas. Zweifelsohne erzielt Vestas einen Company-Impact: Die Windkraftanlagen helfen mit, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Doch f\u00fchrt ein Investment in den Fonds auch dazu, dass Vestas mehr Windkraftanlagen baut? Auf diese Frage bleibt der Anbieter eine Antwort schuldig. Basierend auf dem aktuellen Stand der Forschung, scheint ein Investor-Impact hier eher unwahrscheinlich: Der Kauf von Aktien eines Unternehmens dieser Gr\u00f6sse wird kaum einen nennenswerten Einfluss auf dessen Kapitalkosten haben oder gar auf dessen Produktionskapazit\u00e4ten.&#013;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Der \u00abInvestor Impact\u00bb macht den Unterschied<\/strong><\/h3>\n<p>&#013;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2021\/03\/Bildschirmfoto-2021-04-26-um-10.58.34.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-103690\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2021\/03\/Bildschirmfoto-2021-04-26-um-10.58.34.png\" alt=\"\" width=\"1928\" height=\"900\" \/><\/a>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Wirkungsvolle Firmen zu besitzen, ist nicht dasselbe, wie Wirkung zu erzeugen. Beispielsweise kann es mehr Wirkung haben, in ein Unternehmen mit negativer Wirkung zu investieren und dieses dazu zu bringen, sich zu verbessern, als in ein etabliertes \u00abgr\u00fcnes\u00bb Unternehmen, welches bereits eine positive Wirkung hat.<\/span>&#013;<\/p>\n<h2><strong>Drei Handlungsempfehlungen<\/strong><\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nBasierend auf unseren Forschungsergebnissen, leiten wir drei Handlungsempfehlungen f\u00fcr Investoren ab, die einen Beitrag zur L\u00f6sung gesellschaftlicher Probleme leisten m\u00f6chten:&#013;<\/p>\n<h3>1. Unterst\u00fctzen Sie das Wachstum von wirkungsvollen Unternehmen in ineffizienten Finanzm\u00e4rkten, soweit es Ihre Risikotragf\u00e4higkeit erlaubt.<\/h3>\n<p>&#013;<br \/>\nInvestoren k\u00f6nnen Wirkung erzeugen, indem sie wirkungsvollen Firmen Kapital zur Verf\u00fcgung stellen, die nicht ohne Weiteres gen\u00fcgend Mittel finden. Dies trifft insbesondere dort zu, wo Finanzm\u00e4rkte ineffizient sind: bei kleineren, jungen Firmen sowie bei Firmen in Entwicklungsl\u00e4ndern. Solche Investitionen sind nicht leicht zu finden und k\u00f6nnen risikoreich sein. Aber das ist genau der Punkt: Wenn ein Unternehmen bereits einfachen Zugang zu effizienten Kapitalm\u00e4rkten hat, was bei etablierten Unternehmen, wie etwa Vestas, meist der Fall ist, wird ein zus\u00e4tzliches Kapitalangebot sein Wachstum kaum beeinflussen.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nAuch lohnt es sich, bei der Auswahl von Fondsmanagern zu pr\u00fcfen, ob diese das Wachstum von jungen Unternehmen gezielt f\u00f6rdern \u2013 beispielsweise durch ihr Know-how oder durch ihre Netzwerke. Zudem gilt es in Erfahrung zu bringen, inwieweit die Fondsmanager den Wirkungsfokus von Unternehmen mittragen und bereit sind, Trade-offs zwischen Profit und Wirkung einzugehen.&#013;<\/p>\n<h3>2. Regen Sie Verbesserungen in etablierten Unternehmen an.<\/h3>\n<p>&#013;<br \/>\nWir haben keine Belege daf\u00fcr gefunden, dass der Kauf oder der Verkauf von Wertschriften von Grossunternehmen deren Wachstum massgeblich beeinflussen. Eine klare Evidenz gibt es jedoch daf\u00fcr, dass Investoren etablierte Unternehmen dazu bewegen k\u00f6nnen, die Gesch\u00e4ftspraktiken zu verbessern. Zum Beispiel, indem sie ihre Stimmrechte an Aktion\u00e4rsversammlungen wahrnehmen (\u00abVoting\u00bb) oder direkt in einen Dialog mit dem Management von Unternehmen treten (\u00abEngagement\u00bb). Investoren k\u00f6nnen sich dabei von Dienstleistern wie ISS, Glass Lewis oder Hermes vertreten lassen oder in Fonds investieren, die die Stimmrechte aktiv aus\u00fcben.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDer Schl\u00fcssel zum Erfolg hierbei ist es, sich auf realistische, aber massgebliche Verbesserungen zu konzentrieren. Es lohnt sich auch, auf die Unternehmen zu fokussieren, welche das gr\u00f6sste Verbesserungspotenzial ausweisen. Beispielsweise f\u00fchrte der chinesische \u00d6lkonzern Sinopec auf Druck von Aktion\u00e4ren Massnahmen ein, welche dessen Emissionen des Treibhausgases Methan stark reduziert haben. W\u00e4hrend das von Sinopec gef\u00f6rderte \u00d6l immer noch einen betr\u00e4chtlichen Beitrag zum Klimawandel leistet, sind auch die Methan-Einsparungen substanziell: Sie entsprechen ungef\u00e4hr den j\u00e4hrlichen Treibhausgasemissionen der Bahamas.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nAlternativ k\u00f6nnen Investoren versuchen Ver\u00e4nderungen anzuregen, indem sie ihre Aktien und Obligationen nach transparenten Kriterien in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) ausw\u00e4hlen. Die Wirkung dieses Mechanismus ist aber nicht eindeutig belegt. Klar ist hingegen, dass der Ausschluss von Unternehmen, welche breit akzeptierte Best Practices nicht erf\u00fcllen (zum Beispiel keine Kinderarbeit oder keine ambitionierten Klimaziele), eher zu Verbesserungen f\u00fchrt als der Ausschluss ganzer Branchen. Es ist zwar nicht zu erwarten, dass Investoren eine grundlegende Umstellung von Gesch\u00e4ftsmodellen erzwingen k\u00f6nnen. Aber sie k\u00f6nnen viele kleine Verbesserungen anstossen und das Thema ESG in der Unternehmensf\u00fchrung pr\u00e4sent machen.&#013;<\/p>\n<h3>3. Sprechen Sie \u00fcber Ihre Anlageentscheidungen. Und warum Sie diese getroffen haben.<\/h3>\n<p>&#013;<br \/>\nNachhaltige Anlagen k\u00f6nnen auch eine Wirkung erzielen, die nicht direkt die Unternehmen betrifft, sondern die gesetzlichen Rahmenbedingungen. So k\u00f6nnen \u00f6ffentlichkeitswirksame Signale von Investoren einen politischen oder kulturellen Wandel unterst\u00fctzen, insbesondere, wenn gleichgesinnte Investoren ihre Kr\u00e4fte b\u00fcndeln. Ein prominentes Beispiel ist die Kohle-Divestment-Bewegung, die von Grossanlegern verlangt, Kohleaktien auszuschliessen. Ein solcher Ausschluss f\u00fchrt zun\u00e4chst lediglich zu einer Umverteilung von Kohleaktien hin zu Investoren, die kein Problem damit haben, Aktien von Kohlefirmen zu besitzen. M\u00f6glicherweise bewirkt die Divestment-Bewegung sogar, dass b\u00f6rsennotierte Kohleunternehmen in weniger transparente private M\u00e4rkte abwandern. Sprich: Solange die Kohlef\u00f6rderung profitabel ist, wird die Kohleindustrie ben\u00f6tigtes Kapital finden, und die Kohlef\u00f6rderung wird weitergehen.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nWenn jedoch prominente Investoren wie beispielsweise der Norwegische Staatsfonds die Entscheidung, Kohle zu boykottieren, \u00f6ffentlich kundtun, kann dies den gesellschaftlichen Diskurs beeinflussen und somit eine indirekte Wirkung entfalten: zum Beispiel bei der Frage, ob neue Kohlekraftwerke \u00fcberhaupt noch erlaubt sein sollten. Dies kann Politikern und Regulierungsbeh\u00f6rden, welche sich f\u00fcr eine stringente Klimapolitik einsetzen, den n\u00f6tigen R\u00fcckhalt geben. Auch Manager in Energiefirmen, die sich f\u00fcr einen schnellen Umbau zu erneuerbaren Energien einsetzen, erhalten durch die Divestment-Bewegung R\u00fcckenwind.&#013;<\/p>\n<h2><strong>Anreize f\u00fcr Greenwashing<\/strong><\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nKontrastiert man diese Handlungsempfehlungen mit den eingangs erw\u00e4hnten 4 Billionen Dollar, die j\u00e4hrlich in nachhaltige Anlagen fliessen, wird klar, wieso noch viel Kapital zur Erreichung der UNO-Nachhaltigkeitsziele fehlt: Der \u00fcberwiegende Teil des Geldes fliesst in liquide Anlageprodukte und somit in Wertschriften von etablierten Firmen in effizienten Finanzm\u00e4rkten. Zwar schreiben sich immer mehr Verm\u00f6gensverwalter auf die Fahne, sich aktiv f\u00fcr die Nachhaltigkeitsziele einzusetzen; so etwa fordert Larry Fink, Chef des weltweit gr\u00f6ssten Verm\u00f6gensverwalters Blackrock, Firmen dazu auf, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 zu eliminieren. Gleichzeitig stimmten grosse Verm\u00f6gensverwalter an Aktion\u00e4rsversammlungen bislang meistens gegen ambitioniertere Sozial- und Umweltziele.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nIn der Tat haben Verm\u00f6gensverwalter kaum Anreize, ihren Kunden Produkte mit einer hohen Wirkung anzubieten. In einer weiteren Studie zur Entscheidfindung von Anlegern zeigten wir: Die Zahlungsbereitschaft f\u00fcr nachhaltige Anlagen ist zwar vorhanden \u2013 sie h\u00e4ngt aber nicht von der Wirkung der Anlagen ab.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Vielmehr scheint die Nachfrage nach nachhaltigen Anlagen durch positive emotionale Reaktionen (\u00abWarm Glow\u00bb) getrieben zu sein. Verm\u00f6gensverwalter haben so einen Anreiz, \u00abhellgr\u00fcne\u00bb Anlageprodukte zu vermarkten, das heisst Anlagen, die genug nachhaltig aussehen, um positive Emotionen zu wecken, aber kaum Wirkung erzielen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Wirkung etwas kostet, wof\u00fcr es ebenfalls einige Indikationen gibt.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Somit d\u00fcrfte ein Markt f\u00fcr \u00abhellgr\u00fcne\u00bb Anlagen zwar die Zufriedenheit von vielen Anlegern verbessern und rentabel f\u00fcr Verm\u00f6gensverwalter sein \u2013 der Finanzmarkt als Ganzes bleibt so aber weit hinter seinem Wirkungspotenzial zur\u00fcck.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDer Schweizer Finanzplatz soll gem\u00e4ss dem Bundesrat einen effektiven Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a> Damit dies geschieht, braucht es ein gesch\u00e4rftes Bewusstsein f\u00fcr die Wirkung von nachhaltigen Anlagen. Dies gilt sowohl f\u00fcr private Anleger als auch f\u00fcr Finanzprofis und Regulatoren. Ein erster Schritt in diese Richtung w\u00e4re eine klarere Nomenklatur: Als Anleger sollte man zwischen Anlagen unterscheiden k\u00f6nnen, die eine realwirtschaftliche Wirkung anstreben, und solchen, die das nicht tun.<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a> Noch besser w\u00e4ren Nachhaltigkeitsratings f\u00fcr Anlageprodukte, die eine explizite Wirkungsbeurteilung enthalten.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nEntscheidend ist, dass die breit abgest\u00fctzte Nachfrage nach nachhaltigen Anlagen eine Wirkung auf die Realwirtschaft entfaltet. Dies zu gew\u00e4hrleisten, ist eine wichtige Aufgabe der Finanzwirtschaft, der Politik und nicht zuletzt der Wissenschaft.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">UNCTAD (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">SSF (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">2Dii (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">GSIA (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">K\u00f6lbel et al. (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Heeb und K\u00f6lbel (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">De Groot et al. (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Heeb et al. (2021).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Barber et al. (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">SIF (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">Siehe auch Beitr\u00e4ge von Timo Busch (Universit\u00e4t Hamburg) und Neil Gregory (IFC) in dieser Ausgabe.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die UNO-Nachhaltigkeitsziele sind zurzeit in aller Munde: Die sogenannten Sustainable Development Goals (SDG) liefern eine globale Priorit\u00e4tenliste von 17 sozialen und \u00f6kologischen Entwicklungszielen, die es bis 2030 zu erreichen gilt. 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(2021). <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.2139\/ssrn.3783454\">Sustainable Voting Behavior of Asset Managers: Do They Walk the Walk?<\/a><\/li>&#13;\n \t<li>GSIA (2019). <a href=\"http:\/\/www.gsi-alliance.org\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/GSIR_Review2018F.pdf\">Global Sustainable Investment Review 2018<\/a>.<\/li>&#13;\n \t<li>Heeb, F. und K\u00f6lbel, J. F. (2020). <a href=\"https:\/\/www.csp.uzh.ch\/dam\/jcr:ab4d648c-92cd-4b6d-8fc8-5bc527b0c4d9\/CSP_Investors%20Guide%20to%20Impact_21_10_2020_spreads.pdf\">The Investor\u2019s Guide to Impact<\/a>.<\/li>&#13;\n \t<li>Heeb, F., K\u00f6lbel, J. F., Paetzold, F. und Zeisberger, S. (2021). <a href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/abstract=3765659\">Do Investors Care About Impact?<\/a><\/li>&#13;\n \t<li>K\u00f6lbel, J. F., Heeb, F., Paetzold, F. und Busch, T. (2020). <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1086026620919202\">Can Sustainable Investing Save the World? Reviewing the Mechanisms of Investor Impact<\/a>. Organization &amp; Environment, Vol. 33: 4.<\/li>&#13;\n \t<li>SIF (2020). <a href=\"https:\/\/www.sif.admin.ch\/dam\/sif\/de\/dokumente\/dossier\/int_finanz-waehrungsfragen\/int_waehrungszusammenarbeit\/leitlinien.pdf.download.pdf\/Actionplan-de.pdf\">Leitlinien Sustainable Finance.<\/a><\/li>&#13;\n \t<li>SSF (2020). <a href=\"https:\/\/www.sustainablefinance.ch\/upload\/cms\/user\/2020_06_08_SSF_Swiss_Sustainable_Investment_Market_Study_2020_E_final_Screen.pdf\">Swiss Sustainable Investment Market Study 2020<\/a>.<\/li>&#13;\n \t<li>UNCTAD (2014). <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.18356\/3e74cde5-en\">World Investment Report 2014: Investing in the SDGs \u2013 an Action Plan<\/a>.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":99389,"main_focus":[155897,156732],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":99393,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"102600","post_abstract":"Investoren k\u00f6nnen\u00a0einen entscheidenden Beitrag zur L\u00f6sung globaler Probleme leisten.\u00a0Die realwirtschaftliche Wirkung beziehungsweise der Impact nachhaltiger\u00a0Anlagen bleibt aber hinter ihrem Potenzial zur\u00fcck, wie ein Forschungsprojekt der Universit\u00e4t Z\u00fcrich zeigt. 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