{"id":99552,"date":"2021-03-31T14:17:14","date_gmt":"2021-03-31T14:17:14","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/03\/enfin-un-swiss-made-credible\/"},"modified":"2024-02-08T15:04:24","modified_gmt":"2024-02-08T14:04:24","slug":"ein-glaubwuerdiges-swiss-made","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/03\/ein-glaubwuerdiges-swiss-made\/","title":{"rendered":"Ein glaubw\u00fcrdiges \u00abSwiss made\u00bb"},"content":{"rendered":"<p>Wer an die Schweiz denkt, denkt an Uhren \u2013 und umgekehrt. Das von der Uhrenindustrie eingesetzte Label Swiss made geniesst ein hohes Ansehen und unterstreicht die Anerkennung, die dem Land und seinen Uhrmachern entgegengebracht wird. Das Label spielt beim Marketing eine entscheidende Rolle. Und es wird \u2013 wie andere Erfolgsmarken auch \u2013 weltweit kopiert.<\/p>\n<p>Angesichts eines zunehmenden Missbrauchs schlug der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) bereits Mitte der\u00a0Nullerjahre strenge Kriterien vor, um das Label Swiss made besser zu sch\u00fctzen. Es galt die Glaubw\u00fcrdigkeit und den Wert der Marke Schweiz langfristig sicherzustellen und das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten weltweit zu erhalten. Da das Label damals auch auf Uhren angebracht war, bei denen weniger als die H\u00e4lfte der Wertsch\u00f6pfung im Inland anfiel, verlor die Marke Schweiz nach und nach leicht an Strahlkraft.<\/p>\n<p>Wie sollte man als Konsumentin noch Vertrauen in das Label haben k\u00f6nnen, wenn der ausl\u00e4ndische Wertsch\u00f6pfungsanteil einer Uhr deutlich h\u00f6her war als der schweizerische?<\/p>\n<h2><strong>Guter Kompromiss<\/strong><\/h2>\n<p>Im Spannungsfeld zwischen den Freihandelsregeln, den vorhersehbaren Reaktionen seitens der Europ\u00e4ischen Union, der kontinentaleurop\u00e4ischen Zulieferer sowie der internen Opposition im schweizerischen Uhrensektor war der Handlungsspielraum klein. Schliesslich brachte unser Verband eine Gesetzesvorlage ein, die f\u00fcr mechanische Uhren einen Schweizer Mindestanteil von 80 Prozent und f\u00fcr alle anderen Modelle einen Mindestanteil von 60 Prozent an den Produktionskosten vorsah. Zudem sollte die technische Entwicklung im Inland erfolgen.<\/p>\n<p>Die 80-Prozent-Vorgabe musste aufgegeben werden, da die Bundesbeh\u00f6rden diese als protektionistische Massnahme betrachteten, die gegen die \u00dcbereinkommen der Welthandelsorganisation verstosse. Die \u00fcbrigen Kriterien traten 2017 in Kraft.<\/p>\n<p>Mittlerweile hat die \u00fcberwiegende Mehrheit der Uhrenhersteller die neuen Regeln umgesetzt. Allerdings gibt es auch einige wenige, die ganz oder teilweise auf das Swiss-made-Label verzichten. Dass das aktuelle Gesetz teils umstritten ist, hat aber andere Gr\u00fcnde: Einige Akteure betrachten die Vorgaben des neuen Labels als zu lasch, andere als zu streng. Aus unserer Sicht stellt die gew\u00e4hlte L\u00f6sung einen guten Kompromiss dar, f\u00fcr den der verf\u00fcgbare Handlungsspielraum optimal ausgesch\u00f6pft wurde. Ein Label, das eine ganze Branche und alle Preissegmente abdecken soll, kann nicht alle zufriedenstellen \u2013 weshalb man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen musste.<\/p>\n<p>Entscheidend ist, dass der Swissness-Mindestanteil \u00fcber 50\u00a0Prozent liegt. So k\u00f6nnen die Uhrenhersteller den Konsumenten garantieren, dass der gr\u00f6sste Teil der Wertsch\u00f6pfung in der Schweiz erfolgt. Ausserdem l\u00e4sst sich das Label auch im Ausland leichter sch\u00fctzen, weil es glaubw\u00fcrdig und einfach verst\u00e4ndlich ist.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer an die Schweiz denkt, denkt an Uhren \u2013 und umgekehrt. Das von der Uhrenindustrie eingesetzte Label Swiss made geniesst ein hohes Ansehen und unterstreicht die Anerkennung, die dem Land und seinen Uhrmachern entgegengebracht wird. Das Label spielt beim Marketing eine entscheidende Rolle. Und es wird \u2013 wie andere Erfolgsmarken auch \u2013 weltweit kopiert. 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