{"id":99868,"date":"2021-03-02T13:09:06","date_gmt":"2021-03-02T13:09:06","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/03\/geneve-tient-a-son-interdependance\/"},"modified":"2023-08-23T22:50:49","modified_gmt":"2023-08-23T20:50:49","slug":"genfer-wirtschaft-sprengt-grenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/03\/genfer-wirtschaft-sprengt-grenzen\/","title":{"rendered":"Genfer Wirtschaft sprengt Grenzen"},"content":{"rendered":"<p>Die Genfer Wirtschaft ist stark auf Grenzg\u00e4ngerinnen und Grenzg\u00e4nger angewiesen, denn der Kanton z\u00e4hlt mehr Arbeitspl\u00e4tze als berufst\u00e4tige Einwohner: Auf 100 im Kanton wohnhafte Erwerbst\u00e4tige kamen in den Jahren <a href=\"https:\/\/www.ge.ch\/statregio-francosuisse\/presentation\/espaces.asp\">2013 bis 2017<\/a> durchschnittlich 190 Stellen. Zum Vergleich: Die grossen franz\u00f6sischen Metropolen Lyon oder Toulouse z\u00e4hlen 120 respektive 135 Arbeitspl\u00e4tze pro 100 erwerbst\u00e4tige Einwohner. In der Schweiz sind die Werte ebenfalls tiefer. In Lausanne liegt dieser Wert bei 133, in Basel bei 142, in Bern bei 151 und in Z\u00fcrich bei 137.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\n\u00dcberdurchschnittlich hoch ist der Bedarf an Grenzg\u00e4ngern im Kanton Genf bei hoch qualifizierten T\u00e4tigkeiten sowie bei Kaderfunktionen. An Fachkr\u00e4ften mangelt es insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen: Im vergangenen Jahr lebten mehr als 60\u00a0Prozent der <a href=\"https:\/\/www.ge.ch\/statistique\/domaines\/03\/03_05\/tableaux.asp#2\">11\u2019537<\/a> Besch\u00e4ftigten dieser Branchen in Frankreich. \u00c4hnlich ist die Situation bei den in Genf ans\u00e4ssigen internationalen Organisationen: Von den insgesamt \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.geneve-int.ch\/fr\/faits-et-chiffres\">34\u2019000<\/a> Besch\u00e4ftigten wohnten rund 7000 im grenznahen Frankreich.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nIn den Bereichen Verwaltung, Rechnungswesen und Finanzen arbeiteten im Jahr <a href=\"https:\/\/www.ge.ch\/statregio-francosuisse\/presentation\/espaces.asp\">2016<\/a> zwei Drittel der \u00fcber 7000 im franz\u00f6sischen Grenzgebiet ans\u00e4ssigen F\u00fchrungskr\u00e4fte in der Schweiz. Bei den Informatikern waren es gar vier von f\u00fcnf. Von den Berufen mit geringeren Qualifikationsanforderungen ist der Bedarf an Grenzg\u00e4ngern bei den B\u00fcrokr\u00e4ften, kaufm\u00e4nnischen Angestellten, im Gastgewerbe und im Touristentransport besonders hoch.&#013;<\/p>\n<h2><strong>Immer j\u00fcnger<\/strong><\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nIn der Grossagglomeration Genf nimmt die grenz\u00fcberschreitende Abh\u00e4ngigkeit fortlaufend zu. Angetrieben durch die dynamische Genfer Wirtschaft, stieg die Zahl der ausl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4fte mit Wohnsitz in Frankreich seit Ende 2000 von 28\u2019700\u00a0auf mittlerweile \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.ge.ch\/statistique\/domaines\/03\/03_05\/tableaux.asp#2\">91\u2019000<\/a>. Besonders wachstumsstark ist der Dienstleistungssektor: Zwischen 2000 und 2017 hat sich die Zahl der in Dienstleistungsberufen t\u00e4tigen Grenzg\u00e4nger verdreifacht. Heute sind in diesem Sektor mehr als 72\u2019000 Grenzg\u00e4nger besch\u00e4ftigt; 7000 von ihnen arbeiten im Detailhandel, und bei rund 9000 handelt es sich um wissenschaftliche und technische Fachpersonen wie Juristinnen und Buchhalter. Im Vergleich dazu umfasst der Industriesektor in Genf rund 18\u2019000 ausl\u00e4ndische Grenzg\u00e4nger, wobei 11\u2019000 auf das verarbeitende Gewerbe und die Uhrenindustrie entfallen.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie Grenzg\u00e4nger in Genf werden dabei immer j\u00fcnger. W\u00e4hrend ihr Medianalter im Zeitraum 1999 bis\u00a02001 zwischen 40 und 44 Jahren lag, betrug dieses zwischen\u00a02015 und 2017 noch 35 bis 39 Jahre. Um die Jahrtausendwende war zudem jeder vierte Grenzg\u00e4nger \u00fcber 50 Jahre alt \u2013 15 Jahre sp\u00e4ter war dies nur noch jeder f\u00fcnfte.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDa das Stellenangebot die lokal verf\u00fcgbare Erwerbsbev\u00f6lkerung deutlich \u00fcbersteigt, ist die Genfer Wirtschaft auf Grenzg\u00e4nger angewiesen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Genfer Wirtschaft ist stark auf Grenzg\u00e4ngerinnen und Grenzg\u00e4nger angewiesen, denn der Kanton z\u00e4hlt mehr Arbeitspl\u00e4tze als berufst\u00e4tige Einwohner: Auf 100 im Kanton wohnhafte Erwerbst\u00e4tige kamen in den Jahren 2013 bis 2017 durchschnittlich 190 Stellen. Zum Vergleich: Die grossen franz\u00f6sischen Metropolen Lyon oder Toulouse z\u00e4hlen 120 respektive 135 Arbeitspl\u00e4tze pro 100 erwerbst\u00e4tige Einwohner. 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